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Interview mit McLarens Designchef: Fünf Fragen an: Frank Stephenson

Ob New Mini, BMW X5, Fiat Nuovo 500, Ferrari F430 oder Maserati MC12 - all diese modernen und unverwechselbaren Automobilikonen stammen aus der Feder von Frank Stephenson. Seit 2008 ist er Designchef von McLaren. Classic Driver traf Stephenson zum persönlichen Gespräch in Hamburg.

Als Sohn eines Amerikaners mit norwegischen Wurzeln und einer Spanierin wurde Frank Stephenson in Marokko geboren. Aufgewachsen ist er in Malaga und Madrid, studierte in Kalifornien am Art Center College of Design in Pasadena und startete seine Karriere bei Ford und BMW in Deutschland. Danach war Stephenson unter anderem Designchef bei Ferrari, Maserati, Fiat/Lancia und Alfa Romeo. Nun lebt und arbeitet er in England als Design Direktor für McLaren und ist verantwortlich für die Form des neuen McLaren MP4-12C.

Mr. Stephenson, der McLaren F1 ist eine Design-Legende und eines der wichtigsten Automobile der Sportwagen-Geschichte. Hatten Sie nicht ein wenig Angst, in diese großen Fußstapfen zu treten?
Wenn ich davor Angst hätte, wäre ich kein Designer geworden. Der McLaren F1 wurde in den Neunzigern entwickelt. Heute habe ich durch die vorangeschrittenen technischen Innovationen viel mehr Möglichkeiten, meiner Phantasie freien Lauf zu lassen und sie in die Realität umzusetzen. Das Design soll nicht nur dem Auge gefallen, es muss auch verschiedene technische Anforderungen erfüllen. Ich hatte das Glück, mit einem weißen Blatt Papier zu starten, ohne strenge oder restriktive Vorgaben und starke Budgeteinschränkungen, wie sie bei vielen anderen Firmen üblich sind.

Sie sind weltberühmt geworden durch Ihr Design unverwechselbarer Automobilikonen, wie zum Beispiel dem neuen Mini und Fiat 500, aber auch Supersportwagen wie Maserati MC12 oder Ferrari F430. Im Vergleich: Worin besteht der Unterschied in der Herangehensweise als Designchef von McLaren?
Jeder Designer der Welt würde seinen linken Arm hergeben oder sein erstgeborenen Sohn, um Designer bei Ferrari zu werden. Ich hatte diesen Posten drei Jahre inne und dachte, es gäbe eigentlichen keinen besseren und schöneren Job auf der Welt. Aber nun bin ich seit 2008 Designchef von McLaren. Die Herausforderung, eine traditionsreiche Marke wiederzubeleben und mit einem nagelneuen Sportwagen wieder Leben einzuhauchen, ist einzigartig. Darin besteht der größte Unterschied zu all meinen früheren Aufgaben für andere Automobilunternehmen. Das Markenimage von McLaren mit einem neuen Produkt, dem MP4-12C, wieder aufbauen und weltweit etablieren zu dürfen, ist unglaublich schön und anspruchsvoll zugleich. McLaren ist eine Marke, die schon seit Ewigkeiten im Motorsport tätig ist und aufgrund ihrer Bestleistungen weltweit eine außergewöhnliche Reputation besitzt.

Was war die schwierigste Aufgabe, der Sie während der Konzeption des neuen McLaren MP4-12C gegenüberstanden?
Die Aerodynamik nicht zu zerstören. Ein Ingenieur musste diesen Aspekt mit mir zusammen erarbeiten. Das ist immer eine Schwierigkeit. Aber letztlich konnte durch eine enge Zusammenarbeit mit der Entwicklungsabteilung ein traumhaftes Design entstehen, das eine beeindruckende Form auch ohne großen Heckflügel realisiert. Wir haben keinen normalen Spoiler verwendet. Wir benötigen viel Anpressdruck bei diesem leistungsstarken Fahrzeug, und wir haben es mit neuen Mitteln geschafft. Normalerweise diktiert die Aerodynamik die Form und restriktiert die schöpferischen Möglichkeiten des Designers. Bei diesem McLaren war es nicht so.

Was können wir in Zukunft von McLaren erwarten? Wird es weitere Modelle geben?
Die Produktpalette von McLaren wird zukünftig weiter ausgebaut, und ich kann Ihnen schon heute verraten, dass es mehr als zwei Modelle geben wird - das heißt also mindestens drei verschiedene McLaren-Sportwagen. Sie dürfen demnach noch einiges von uns erwarten, vor allem ein dramatischeres Design als beim aktuellen Modell. Gegen alle kommenden Modelle wird unser Start mit dem MP4-12C zurückhaltend erscheinen.

Als Classic Driver-Redakteur muss ich natürlich fragen: Welches Automobil ist Ihr "favourite Classic Car"?
Der Jaguar E-Type und der Jaguar D-Type. Das fast mathematische Design ist für die damalige Zeit einzigartig. Ich bekomme noch immer eine Gänsehaut, sobald ich sie sehe. Eines Tages werde ich mir meinen persönlichen Traum erfüllen und diese beiden faszinierenden Automobile in perfektem Originalzustand erwerben.

Tassilo C. Speler/www.classicdriver.de

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.