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Kaputte Straßen: Schlaglochrepublik Deutschland

Jetzt werden schon Autobahnen gesperrt: Die Straßen sind zerlöchert, und es wird immer schlimmer. Das reiche Deutschland schafft es nicht mehr, seine Infrastruktur in Schuss zu halten.

Von Björn Erichsen

Deutschland, eine Mondlandschaft: Kaum haben sich Schnee und Eis ein wenig verzogen, klafft das nächste Ärgernis auf deutschen Straßen: Spurrillen, Abrisskanten und vor allem Schlaglöcher, mehr und tiefer als je zuvor. Der zweite harte Winter in Folge verwandelt viele Straßen in Rüttelpisten, die Stoßdämpfer leiden lassen, Tempolimits produzieren und die Unfallgefahr erhöhen. Inzwischen sind nicht mehr wie früher vor allem Dorf- oder abgelegene Landstraßen betroffen – sondern immer häufiger auch Bundesstraßen und Autobahnen, wie etwa die A7, die in Niedersachsen am Dienstag für einen ganzen Tag aufgrund von Schlaglochausbesserungen komplett gesperrt werden musste.

Das Grundproblem ist altbekannt: Die öffentliche Hand leistet sich ein teures Straßennetz, auf das viele europäische Nachbarn neidisch sind, ist jedoch immer weniger in der Lage, für dessen Instandhaltung zu sorgen. Laut ADAC sind für Ausbau und Erhalt der Straßen bis zu 10 Milliarden Euro im Jahr nötig - zur Verfügung steht zur Zeit gerade einmal die Hälfte.

Nun bringt der zweite harte Winter in Folge die Kommunen in weitere Bedrängnis. Rund 3,5 Milliarden Euro habe die Wintersaison 2009/10 den Gemeinden an Zusatzkosten eingebrockt, sagt Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes. Und dabei sind noch nicht einmal alle Schäden aus dem vergangenen Jahr beseitigt worden.

Hausgemachte Schlaglochmisere

Die jüngste Schlaglochmisere ist hausgemacht: "Jetzt rächen sich die Sünden der Vergangenheit, denn intakten Straßen können Feuchtigkeit und Frost nur wenig anhaben", sagt Christoph Hecht vom ADAC. Wo dagegen Vorschädigungen, etwa Risse, vorlägen, kann Wasser in die Straßendecke eindringen, das vor allem beim häufigen Wechsel von Frost zu Tauwetter den Asphalt zerstört, so Hecht. "Wir gehen für das Frühjahr von einem neuen Schlaglochrekord auf deutschen Straßen aus."

Die Auswirkungen sind vielerorts bereits spürbar: So hat sich die Zahl der Schlaglöcher, die in der Stadt Wiesbaden ausgebessert werden mussten, in den letzten drei Jahren mehr als verdoppelt. Auch ein Bericht aus Leipzig bescheinigt der sächsischen Metropole desolate Straßenzustände. Und in Hamburg räumt eine Sprecherin der Verkehrsbehörde inzwischen ein: "Wir haben jahrelang zu wenig in den Straßenbau investiert." Die Situation in der Hansestadt verdeutlicht das ganze Dilemma: Mit 54 Millionen Euro wurde deutlich mehr als in den letzten Jahren in den Erhalt der Straßen investiert - nötig für eine Totalsanierung wären jedoch nach ADAC-Schätzungen rund 154 Millionen Euro.

Flicken statt sanieren

Über zu wenig Arbeit kann sich Harald Kraus nicht beschweren. Bei seiner Schlaglochzentrale, die er in Zusammenarbeit mit dem Auto Club Europa (ACE) betreibt, gehen täglich neue Meldungen über Schlaglöcher ein, die Kraus nach Begutachtung an die zuständigen Behörden meldet. "Wenn wir ein Schlagloch melden, passiert durchaus etwas. In 70 bis 80 Prozent der Fälle wird eine Maßnahme ergriffen, doch meist wird nur notdürftig geflickt oder einfach eine Geschwindigkeitsbegrenzung vor die Schlaglöcher gesetzt."

Nicht genug damit, dass geflickschustert wird - das geschieht auch noch immer billiger. Bei Temperaturen unter Null kommt lediglich sogenanntes Kaltmischgut zum Einsatz. Bei dieser Mixtur aus Split und Bitumen handelt es sich jedoch um eine Sofortmaßnahme, um die Verkehrssicherheit herzustellen. Manche Stellen halten ein, zwei Jahre, andere, die besonderer Belastung ausgesetzt sind, müssen pro Winter gleich mehrfach geflickt werden. Das Problem: Eine dauerhafte Sanierung kostet in etwa drei Mal so viel.

Klagen nahezu aussichtslos

Rund 25 Milliarden Euro würde eine solche Generalsanierung der deutschen Straßen kosten, sagt Rainer Hillgärtner vom ACE. Er ist überzeugt davon, dass eine solche Maßnahme mittelfristig sogar günstiger wäre. "Wer jetzt auf die Sanierung verzichtet, macht die Sache für den Gebühren- und Steuerzahler später noch um ein Vielfaches teurer, denn die Schäden potenzieren sich", sagt Hillgärtner und fordert ein sofortiges Notprogramm, da der jetzige Zustand vieler Straßen Verkehrsteilnehmer gefährden würde.

Dass schnell etwas passiert, ist indes nicht zu erwarten. Auch weiterhin werden Autofahrer verstärkt Acht geben müssen, wollen sie einen Schaden an ihrem Wagen vermeiden. Einen solchen von Kommune oder Bund erstattet zu bekommen, ist nicht einfach, muss doch der Fahrer selbst nachweisen, dass durch den Straßenzustand die Verkehrssicherungspflicht verletzt wurde. Anwälte raten, Fotos von der Unfallstelle zu machen und selbst Zeugenaussagen einzuholen. Die Chancen, vor Gericht zu gewinnen, sind allerdings äußerst gering – gehen doch die meisten Richter inzwischen davon aus, dass Autofahrer in Deutschland im Winter mit Straßenschäden rechnen müssen.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.