HOME

Kritik am E10-Benzin-Gipfel: Verbraucherschützer prophezeien Super-Flop

Regierung und Wirtschaft wollen das Biosprit-Desaster mit einer Info-Offensive retten. Doch Verbraucherschützer warnen: So wird E10 scheitern.

Trotz des Chaos bei der Einführung des E10-Benzins wollen Regierung und Wirtschaft gemeinsam den Biosprit an der Zapfsäule durchsetzen. Dazu sollten die verunsicherten Autofahrer direkt an den Tankstellen besser informiert werden, betonten Teilnehmer nach dem sogenannten Benzin-Gipfel am Dienstag im Wirtschaftsministerium. "Alle Beteiligten befürworten die Einführung von E10", sagte Umweltminister Norbert Röttgen, nachdem es im Vorfeld des Treffens auch Forderungen zum Stopp der Biosprit-Strategie des Bundes gegeben hatte. "Es ist keine Lösung, in der Abhängigkeit von Öl zu verharren." Der Verband der Automobilindustrie (VDA) betonte, es sei garantiert, dass die von den Autoproduzenten für E10 freigegebenen Fahrzeuge dieses auch vertrügen.

"Dilettantische Veranstaltung"

Scharfe Kritik äußerte der Bundesverband Verbraucherzentralen, der ebenfalls zum Gipfel geladen war. Energie-Experte Holger Krawinkel sprach von einer "dilettantischen Veranstaltung", die die Verunsicherung nicht beheben werde. Die Infokampagne könne man sich schenken, damit werde man die Autofahrer nicht überzeugen können, sagte er. "Dann wird E10 scheitern."

Eine direkte Information vom Kraftahrzeug-Bundesamt an alle Autofahrer sei vom Verkehrsministerium für möglich gehalten worden. "Es scheiterte daran, dass keiner dort die Portokosten von 15 bis 20 Millionen Euro übernehmen wollte."

Auch die Grünen bemängelten, aus dem Chaos sei nichts gelernt worden. "E10 ist nicht der heilige Gral des Automobilverkehrs in Zeiten des Klimawandels und steigender Ölpreise", sagte Parteichef Cem Özdemir. "Die bessere Strategie wäre, auf verbrauchsarme Autos, Elektromobilität, Tempolimit und öffentlichen Nahverkehr zu setzen."

Info-Offensive an den Tankstellen

E10 hat einen Anteil von bis zu 10 Prozent Bioethanol. Die Mineralölwirtschaft ist verpflichtet, dieses Jahr 6,25 Prozent an Biosprit mit dem herkömmlichen Treibstoff zu verkaufen. Die Motoren von knapp zehn Prozent der Autos auf deutschen Straßen verträgt die Sorte allerdings nicht. Aus Verunsicherung tanken aber viele Autofahrer E10 nicht, während der übrige Super-Kraftstoff knapp wird.

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle sagte, man habe sich im engen Schulterschluss auf die Linie verständigt, gemeinsam an den Tankstellen stärker zu informieren. Neben der Mineralölindustrie, der Industrie und der Landwirtschaft stünden auch Automobilclubs wie der ADAC hinter E10. "Das ist der richtige Weg", sagte der FDP-Politiker. Umweltminister Röttgen (CDU) betonte: "Es ist ein politischer Konsens in Deutschland und Europa, Biokraftstoffe einzuführen."

Röttgen verwies darauf, dass bereits das bisherige Super-Benzin einen Anteil von 5 Prozent Ethanol enthalten habe. Jetzt soll im nächsten Schritt dies auf 10 Prozent gesteigert werden. "Das muss nicht über Nacht und im Hauruck-Verfahren geschehen." Immerhin 40 Prozent der Autofahrer, die E10 tanken könnten, nutzten dieses auch schon. Dennoch nehme er die Verunsicherung der Verbraucher ernst. "Die Tankstelle ist der Ort, wo der Verbraucher Klarheit haben muss." Daher sollten dort künftig die Listen mit den E10-tauglichen Autos ausliegen.

joe/Reuters / Reuters

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.