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Zahlenchaos: Nur 189.000 deutsche Autos vertragen keinen Biosprit

Gestern waren es noch Millionen, plötzlich müssen nur 189.000 Autos deutscher Hersteller wegen der geplanten neuen Biosprit-Quote ab 2009 auf teure Super-Plus-Kraftstoffe umsteigen. Unklar ist weiterhin, wie viele Importfahrzeuge die Beimischung nicht vertragen.

Diese Zahl übermittelte der Verband der Automobilindustrie am Donnerstag offiziell dem Umweltministerium in Berlin. Das Ministerium wollte die Angaben auf AP-Anfrage zunächst nicht kommentieren. Man warte weiter auf die Zahlen des Verbands der Fahrzeugimporteure VDIK. Unter den rund zwölf Millionen Importfahrzeugen in Deutschland wird eine weit höhere Zahl von Autos vermutet, die die Beimischung von bis zu zehn Prozent Bioethanol im Benzin nicht vertragen. Es sollen nach Angaben der Autobranche bis zu drei Millionen sein.

Deutsche Hersteller stolz auf ihr Ergebnis

Umweltminister Sigmar Gabriel will die Pläne für eine höhere Biosprit-Quote stoppen, falls mehr als eine Million Fahrzeuge nicht mit dem neuen Gemisch fahren können. Der VDA betonte hingegen, die deutschen Hersteller hätten ihre Zusage eingehalten, dass nicht mehr als 375.000 Fahrzeuge nicht mit dem neuen Kraftstoff fahren könnten. Die genannten 189.000 Autos sind nach VDA-Angaben nur diejenigen, die 2009 auf teuren Super-Plus umsteigen müssten. Hinzu kommen nach Angaben des Verbands 170.000 weitere Benziner, für die diese Sorte bereits heute empfohlen sei. Die deutschen Hersteller hätten ihre Flotte intensiv auf die Frage geprüft, ob sie die neue Sorte vertrügen, erklärte der Autoverband. "Die deutsche Automobilindustrie hat auch in diesem Bereich ihre Hausaufgaben gemacht und Wort gehalten", betonte VDA-Präsident Matthias Wissmann. "Insgesamt können über 98 Prozent der rund 21 Millionen Fahrzeuge deutscher Hersteller mit Benzinmotor mit der neuen Kraftstoffsorte (E10) betankt werden.

AP

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