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VERKEHR: 50 Jahre Strafen, Punkte und Akten

Am dritten August feiert das Kraftfahrt-Bundesamt seinen 50. Geburtstag. Einige Autofahrer würde es mit Sicherheit sehr gerne sehen, wenn es auch gleichzeitig der letzte Geburtstag wäre.

Am dritten August feiert das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg seinen 50. Geburtstag. Einige Autofahrer würde es mit Sicherheit sehr gerne sehen, wenn dieses Wiegenfest auch gleichzeitig der letzte Geburtstag der Behörde wäre. Sind die Beamten doch die Hüter über die sogenannte »Verkehrssünderkartei«, in der sämtliche Vergehen im Straßenverkehr durch Punkte erfasst und archiviert sind. , besteht seit einem halben Jahrhundert. Die riesige Registratur von Zahlen und Fakten rund ums Auto, Fahrzeugführer und Straßenverkehr hatte am 4. August 1951 - dem Tag des Inkrafttretens der Gesetzesgrundlage - die Arbeit aufgenommen.

44 Millionen Personenwagen

Das KBA ist eine Oberbehörde des Bundesverkehrsministeriums in Berlin. »Vor fünfzig Jahren konnte niemand abschätzen, dass sich die Summe der motorisierten Fahrzeuge von damals 2,5 Millionen auf jetzt über 55 Millionen erhöht«, sagt KBA-Präsident Wolfgang Barth. Rund 44 Millionen dieser Fahrzeuge seien Personenwagen. Der 59-jährige Diplomingenieur leitet die Behörde mit 1150 Beschäftigen seit 1989.

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Ursprung in Berlin

Auch historisch ist das KBA mit der deutschen Hauptstadt verbunden: Beim Berliner Polizeipräsidenten wurde 1910, knapp 25 Jahre nach dem Bau der ersten fahrtüchtigen Benzinkutschen in Deutschland, eine »Sammelstelle für Kraftfahrzeugführer« eingerichtet. Seinerzeit rollten rund 50 000 Autos und Motorräder auf den Straßen.

Flensburg?

Die amtliche Erfassung des Straßenverkehrs mit all seinen Auswirkungen hielt stets mit der rapide wachsenden Motorisierung Schritt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Bielefeld von den alliierten Besatzungsbehörden der zweite KBA-Vorläufer installiert, die »Sammelstelle für Nachrichten über Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugführer«. Aus strukturpolitischen Gründen entschied sich die damals junge Bundesrepublik dann für Flensburg als Sitz der Behörde.

Beitrag zur Verkehrssicherheit

Außer der reinen statistischen Datenerfassung und -auswertung trägt das KBA generell zur Verkehrssicherheit bei. Alle Fahrzeugtypen und -bauteile werden dort auf ihre technische Funktionalität geprüft, indem sie mit einer Betriebserlaubnis abgesegnet werden. Das geschieht großteils auch in der seit 1992 bestehenden KBA-Außenstelle in Dresden. Auch Unfallforschung steht auf dem Programm.

Spektakulär war 1958 die Installierung des Verkehrszentralregisters (VZR). Dies ist ein Sicherheitsinstrument, das sich nach KBA-Angaben als höchst wirksam erweist. 1974 wurde das VZR durch das so genannte Mehrfachtäterpunktsystem ergänzt. In dieser Datei, im Volksmund Verkehrssünderkartei genannt, stehen gegenwärtig fast 6,7 Millionen Namen mit zusammen mehr als 25 Millionen Punkten. Vor zehn Jahren waren es 4,8 Millionen. Gesondert werden seit November 1986 auch die Fahranfänger auf Probe sowie seit 1997 die Führerscheinbesitzer mit der neuen EU-Fahrerlaubnis erfasst. In der Führerscheindatei stehen nun rund sieben Millionen Personen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.