"Fußball Manager 06" Einmal Uli Hoeneß schlagen

Anpfiff für Electronic Arts' fünfte virtuelle Managersimulation: Ausgestattet mit der exklusiven Bundesligalizenz und hochglanzpoliert mit einer vorbildlichen Benutzerführung macht der "Fußball Manager 06" in allen Ligen eine gute Figur.

EA Sports hat die Stimmen aus der Fankurve ernst genommen: Einer der größten Kritikpunkte an der 2005er-Version des "Fußball Manager" war die haarsträubend unübersichtliche Menüführung, die selbst hartgesottene Nachwuchs-Magaths zur Verzweiflung brachte. Im aktuellen Ableger der Serie sieht die digitale Fußballwelt ganz anders aus. Selten präsentierte sich ein Genre-Vertreter aufgeräumter und übersichtlicher als der "Fußball Manager 06". Kenner des Vorgängers mögen vielleicht den Verlust des Manager-Büros als zentrale Schaltstelle beklagen. Aber die Umgestaltung der Menüführung hat dem Spielfluss in jeder Hinsicht gut getan.

Lizenzen, soweit das Auge reicht

EA Sports hat sich zum Jahr der Weltmeisterschaft besonders mächtig ins Zeug gelegt, um dem "Fussball Manager 06" jede Menge Atmosphäre zu verpassen. Vertreten sind nicht nur die erste und zweite deutsche Bundesliga, sondern auch eine ganze Reihe anderer internationaler Ligen - von Ägypten bis Zypern. Die einzelnen Clubs präsentieren sich mit Vereinsemblem und Historie, mehr als 6.000 der integrierten Kicker sind sogar mit Porträtfoto vertreten. Jeder Fußballer wird durch insgesamt 42 verschiedene Werte und Eigenschaften charakterisiert.

Beim Vereinsmanagement bekommt der Spieler in der aktuellen Version noch mehr Handlungs- und Kontrollmöglichkeiten an die Hand. Anders als im Vorgänger kann man nun auch einen eigenen Verein gründen und diesen mühsam vom Bezirksligisten zum Profi-Verein hochpäppeln. Darüber hinaus deckt der "Fußball Manager 06" all jene Bereiche ab, die von einem Titel dieses Genres erwartet werden dürfen: Man kümmert sich um die Jugendarbeit, organisiert Trainingslager, baut nach und nach das Stadion aus, lässt Talentscouts ausschwärmen, studiert den Transfermarkt, verhandelt mit Sponsoren und jongliert mit den Vereinsfinanzen.

"Fußball Manager 06"

Hersteller/Vertrieb

Electronic Arts

Genre

Wirtschafts- simulation

Plattform

PC

Preis

50 Euro

Altersfreigabe

ohne Beschränkung

Virtuelle Helfer

Kein Manager kann sich wirklich um alles kümmern. Sobald genügend Geld vorhanden ist, sollten fähige Mitarbeiter eingestellt und ein Teil der anfallenden Aufgaben an diese delegiert werden. Unterstützung bietet diesmal allerdings auch das Spiel selbst mit nützlichen Tools wie einer Kalkulationshilfe zum optimalen Ausschöpfen der finanziellen Ressourcen.

Kommt es nach umfassender Vorarbeit zu den eigentlichen Matches gegen andere Vereine, hat der User die Wahl zwischen traditionellem Textmodus und einer 3D-Darstellung der Ereignisse auf dem Spielfeld. Beide Modi wurden kräftig überarbeitet: Ersterer bekam von den Entwicklern zusätzliche 4.000 Zeilen spendiert, während die neue 3D-Engine nun in der Lage ist, wesentlich mehr Taktiken getreu den Vorgaben des virtuellen Managers umzusetzen. Damit werden die Begegnungen auf dem Rasen realistischer, abwechslungsreicher und spannender. Der 3D-Modus erlaubt zudem neben der Darstellung einer gesamten Partie auch das Herausfiltern von Highlights wie beispielsweise Torszenen.

Im Web

Ein Editor zum Bearbeiten der Teams wird unter www.fm2006.de angeboten.

Spielanalyse leicht gemacht

Selbstverständlich kann man als Trainer auch vom Spielfeldrand ins Geschehen eingreifen. Während eines Matches lassen sich zahlreiche taktische Anweisungen erteilen oder Spieler austauschen. Ein umfassendes Match-Analyse-Tool erlaubt im Nachhinein eine komplexe Auswertung der Partien und liefert somit wichtige Informationen für die folgenden Begegnungen.

Alles in allem hat der "Fussball Manager 06" gegenüber seinem Vorgänger und diversen Mitbewerbern kräftig zugelegt und belegt damit klar Platz eins der aktuellen Manager-Tabelle. Mit edlem Menü-Styling, guten 3D-Sequenzen und einer Flut von Originaldaten ist der "Fußball Manager 2006" die ideale Simulation, um sich bereits jetzt auf die WM im kommenden Jahr einzustimmen.

Herbert Aichinger/Teleschau TELESCHAU

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