Absatzprobleme Playstation 3 wird billiger - bald


Sony will den Preis für seine neueste Spielkonsole Playstation 3 senken. Der Chef des japanischen Elektronikkonzerns Howard Stringer sagte, bis zum kommenden Weihnachtsgeschäft fielen die Preise. Nintendo lässt unterdessen die Konkurrenz weiter hinter sich.
von Henning Jess und Aline van Duyn

Damit zieht Sony die Konsequenzen aus seinem bisher schlechten Geschäft mit der Spielkonsole. So war das Ziel für die PS3-Auslieferungen im vergangenen Jahr um eine halbe Million Geräte verfehlt worden. Dagegen ist die Wii-Konsole von Nintendo etwa in Japan fast ausverkauft. Sony leidet darunter, dass der Verkaufspreis für die PS3 im Gegensatz zu Konsolen der Konkurrenz zu hoch ist. Zudem stehen nur wenige Spiele für das neue Modell zur Verfügung. Das drückt den Umsatz mit der PS3.

"Das Geschäft Nintendos mit der Spielkonsole Wii ist aufgrund des niedrigen Preises erfolgreicher", lobte selbst Stringer den Rivalen. Er glaube aber, dass sich die beiden Spielkonsolen PS3 und Wii auf dem Markt ergänzten. Zum Weihnachtsgeschäft seien zudem weit mehr Spiele für die neueste Konsole verfügbar, betonte Stringer.

Der Verkaufspreis der PS3, die mit einem DVD-Laufwerk der neuesten Generation, dem Blu-Ray-Format, ausgestattet ist, liegt bei zirka 600 Euro. Nintendos Wii kostet rund 250 Euro. Analysten hatten längst angemahnt, dass Sony den Preis senken müsse, um nicht noch mehr Marktanteile zu verlieren. Vor etwa zwei Monaten kündigte Sony wegen des schwachen Geschäfts einen Jobabbau an, auch in Europa.

Gewinn frühestens 2008/2009

Sonys Spielesparte hatte im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr einen Betriebsverlust von 232 Mrd. Yen (1,42 Mrd. Euro) eingefahren und wird wohl frühestens im Geschäftsjahr 2008/2009 Gewinn schreiben. Dagegen hat Nintendo wegen der starken Nachfrage nach seinen Konsolen den Gewinn im abgelaufenen Jahr mehr als verdoppelt. Das Betriebsergebnis zog um 150 Prozent auf 226 Mrd. Yen an.

Nintendo hat auch seine Spitzenposition im Markt für Spielkonsolen ausgebaut. Nach einer Analyse des Marktforschers NPD Group hat Nintendo im Mai 338.000 Wii-Konsolen abgesetzt, Sony nur 81.000 seiner Geräte. Microsoft setzte sich mit 155.000 Konsolen an Platz zwei.

Rückendeckung erhielt Stringer jedoch vom Spielentwickler Sega. Scott Steinberg, Vizechef der Sega-Marketing-Abteilung bezweifelte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass der Siegeszug der Spielkonsole Wii anhalte. Bereits 2008 sei deren Höhenflug beendet. Die neuartige Steuerung und der niedrige Preis würden ihre Anziehungskraft verlieren, sagte er. Dann könnte Wii wegen veralteter Grafik ins Hintertreffen zu den rivalisierenden Konsolen geraten.

FTD

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