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Spione im Wohnzimmer?: FBI warnt vor smarten Fernsehern - und erklärt, wie man sich schützt

Nahezu jeder aktuelle Fernseher ist irgendwie smart. Das kann auch gefährlich sein, mahnt nun die US-Bundespolizei FBI. Und gibt Tipps, wie man sich dagegen schützen kann, dass der TV gehackt wird.

Sky PayTV Unique Pairing Ärger

Wenn man nicht aufpasst, wird der Smart-TV schnell zur Gefahr (Symbolbild)

Getty Images

Smarte Fernseher sind enorm praktisch. Sie verbinden sich direkt mit dem Internet, streamen Serien, Filme und vieles mehr direkt und ohne Zusatzgeräte ins Wohnzimmer. Und manche lassen sich sogar einfach per Sprachsteuerung nutzen. Doch genau diese praktischen Features bergen auch Gefahren.

Davor warnt die US-Bundespolizei in einem kurz vor dem Black Friday veröffentlichten Text. Das Timing ist natürlich kein Zufall: In den USA wie auch hierzulande gehören Fernseher zu den beliebtesten Anschaffungen am Schnäppchen-Tag. Und viele holen sich so einen Spitzel ins Haus, warnt das FBI. Denn während den Kunden die Gefahren bei Computern und Smartphones noch bewusst sind, sind viele bei ihrem Fernseher erstaunlich blauäugig. Dabei bieten sie Hackern jede Menge Angriffspunkte. 

Gefahren wie am PC

Vor allem die in vielen Geräten verbauten Mikrofone und Kameras sind den Beamten ein Dorn im Auge. Sie würden es zwar ermöglichen, den Fernseher per Zuruf zu steuern und per Videotelefonat die Oma auf die Glotze zu holen. Im Gegenzug bringen sie die Nutzer aber in Gefahr: Nicht nur die Hersteller, sondern auch App-Entwickler und Hacker könnten sich Zugriff auf die Aufnahmegeräte verschaffen und die Nutzer so aushorchen und in intimen Momenten filmen. Das ist keine rein theoretische Gefahr: Ein britisches Paar entdeckte Sex-Videos von sich auf Porno-Seiten - aufgenommen von ihrem gehackten TV.

Ein weiteres Risiko: Die Fernseher sind oft unzureichend gegen Angriffe gesichert. Sie zu hacken ist daher oft ungleich einfacher als bei Geräten, die mit Antiviren-Software geschützt sind. Einmal im System, können sich die Angreifer dann auch im Netzwerk ausbreiten und über den Router weitere Geräte ins Visier nehmen.

Diese Tipps gibt das FBI

  • Man sollte sich genau bewusst sein, welche Features der TV hat, und wie man sie ausschaltet. Grundsätzlich sollte man etwa die Modell-Nummer mit "Kamera" und "Privatsphäre" googeln
  • Voreinstellungen reichen bei der Sicherheit nicht aus. Man sollte jedes Passwort ändern, alle Schnüffelfunktionen abstellen. Ist das nicht möglich, sollte man sich ein anderes Gerät kaufen. Eine Kamera könnte man auch per Tape abkleben
  • Ebenfalls wichtig ist die Update-Politik des Herstellers: Schlampte er in der Vergangenheit bei Updates und Sicherheitspatches, sollte man Alternativen suchen
  • Zu guter Letzt sollte man auch die Datensammelei des Herstellers und der genutzten Streaming-Anbieter prüfen. Tatsächlich gaben schon Hersteller zu, ihre Kunden direkt auszuhorchen und die Daten zu verkaufen.

Grundsätzlich ähneln die Sicherheitsmaßnahmen also denen beim Kauf eines Smartphones oder Computers. Bei einem Punkt gehen manche Hersteller sogar weiter: Samsung empfahl im Sommer, auf den eigenen Smart-TVs sogar ein Antivirenprogramm zu installieren.

Quelle: FBI Oregon