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Logitech Harmony Elite im Test: Wasserkocher, Playstation, Lampen: Diese Fernbedienung steuert einfach alles

Universal-Fernbedienungen gibt es viele. Die Logitech Harmony Elite steuert aber nicht nur Fernseher und Anlage, sondern gleich das ganze Haus. Auf Wunsch sogar automatisch. Wir haben sie ausprobiert.

Logitech Harmony Elite im Test

Die Logitech Harmony Elite macht auch auf dem Couch-Tisch eine gute Figur. Ladeschale und die Schaltzentrale Harmony Hub sind auch dabei.

Wer auch nur eine moderate Menge an Unterhaltungstechnik besitzt, kennt das Problem: Auf dem Couch-Tisch stapeln sich die Fernbedienungen. Fernseher, Anlage, Blu-ray-Player. Im Zweifel kommen auch noch Spielkonsole, Sat-Receiver und Sky-Box dazu. Schön ist das nicht. Hat der Tisch keine eigene Schublade, bleibt kaum Platz für das Feierabendbier. Universal-Fernbedienungen, die die Sammlung verkleinern sollen, gibt es viele. Doch kaum eine ist so mächtig wie Logitechs neue Harmony Elite. Denn die kann viel mehr, als nur die TV-Lautstärke herunterzuschrauben. Wir haben sie ausprobiert.

Die Fernbedienung selbst liegt gut in der Hand und ist dabei angenehm schwer. Sie besitzt eine ganze Reihe herkömmliche Tasten und am oberen Bereich einen Touchscreen. Statt regulärer Batterien läuft sie mit einem Akku, der leider etwas zu häufig geladen werden muss. Ganz so schlimm wie bei einem Smartphone ist es zwar nicht. Seine Fernbedienung einmal die Woche ans Kabel zu hängen, fühlt sich trotzdem nicht besonders gut an. Zum Glück legt Logitech eine passabel aussehende Ladeschale bei, in die man die Harmony Elite stellen kann. Platziert man die neben dem Fernseher und gewöhnt sich einfach an, sie nach der Benutzung hineinzustellen, ist das dauernde Aufladen kein echtes Problem.

Die Wlan-Fernbedienung

Neben dem Akku ist auch die Verbindungsmethode ungewöhnlich. Die Fernbedienung selbst funkt nämlich überhaupt nicht an TV und Co., sondern an einen kleinen Kasten namens Harmony Hub. Der steht einfach unter dem Fernseher oder in der TV-Bank und übernimmt die Steuerung sämtlicher Geräte über Wlan, Bluetooth oder ganz klassisch über Infrarot. Die Fernbedienung nutzt Wlan, um den Hub anzufunken. Das hat einen ganz entscheidenden Vorteil: Findet man mal die Fernbedienung nicht, kann man sämtliche Geräte auch einfach über eine App auf Smartphone oder Tablet steuern.

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Sonos ist der Pionier in Sachen Multiroom. Die hochpreisigen Geräte zeichnen sich durch ein schlichtes, edles Design, hervorragendem Sound und einfacher Bedienung aus. Alle Sonos-Boxen können über eine Smartphone-App miteinander drahtlos vernetzt werden und so ganze Häuser beschallen, entweder mit einer Musikauswahl oder in jedem Zimmer mit einem unterschiedlichen Musikprogramm. Das neuste Modell ist der Play:5 (2015 Edition). Er hat ein moderneres Design und besseren Klang - kostet mit 579 Euro aber auch eine ordentliche Stange Geld. Den vollständigen Test finden Sie hier.

Und das beschränkt sich nicht nur auf Anlage, TV und so weiter, die man über die herkömmliche Infrarot-Knipse steuern kann. Nahezu alle Geräte, die über Wlan oder Bluetooth ansteuerbar sind, lassen sich auch mit der Harmony Hub verbinden. Das reicht von der Playstation über den PC oder die smarte Lampe Philips Hue bis zu Wlan-Steckdosen. Dazu hat die Fernbedienung sogar eigene Tasten, die sich so belegen lassen, dass sie etwa immer die schlaue Lampe in ein romantisches Rot umschaltet. Oder aus Versehen den Wasserkocher einschaltet, der an der smarten Steckdose hängt, wenn man mal die falsche Taste erwischt. Weiß man auf die Schnelle nicht mehr, welche Taste was tut, kann man sich auch sämtliche Funktionen des Gerätes auf dem Touchscreen anzeigen lassen und gleich dort auswählen.

Fordernde Einrichtung, dann intuitiv

Im Alltag funktioniert das alles recht gut. Die Einrichtung ist am Anfang etwas fordernd, die knappe Anleitung hilft nicht besonders. Hat man Hub und Fernbedienung aber in Betrieb genommen, wird es deutlich einfacher. Denn der Hub erkennt automatisch verbindbare Geräte, man muss sie dann nur noch bestätigen. Sogar ein Satelliten-Receiver einer kleineren Marke und ein fast 10 Jahre alter LG-Fernseher wurden problemlos erkannt und ließen sich von da ab problemlos steuern.

Einige Geräte wie das aktuelle Apple TV sind noch nicht kompatibel, hier verspricht Logitech aber baldige Besserung. Das ist dringend nötig, denn hat man sich erst einmal daran gewöhnt, nur noch die schicke Fernbedienung zu benutzen, ist die Suche nach der passenden Knipse für die nicht angeschlossenen Gerätschaften noch nerviger.

Logitech Harmony Elite im Test

Die Logitech Harmony Elite hat nicht nur jede Menge Tasten zu bieten, sondern am oberen Ende auch einen kleinen Touchscreen.

Automatisiertes Heimkino

Komplizierter wird es wieder, wenn man sich an so genannte Programme wagt. Dabei verbindet man verschiedene Geräte miteinander, etwa Receiver und Fernseher. Nun kann man festlegen, dass man etwa den Sound über den Fernseher, den Kanal aber über den Receiver steuern möchte. Gibt man dann noch an, an welchem HDMI-Anschluss der Receiver hängt, schaltet der Hub bei Wahl des Programms stets beide zusammen ein - und wechselt auch gleich auf den richtigen Kanal. Das klappt tatsächlich ganz gut, manchmal hat das System kleine Aussetzer, etwa wenn man vom Programm "Fernsehen" auf das Playstation-Programm wechseln will, der Fernseher also schon eingeschaltet ist. Dann hakt der Hub ab und an und weigert sich, auf den HDMI-Anschluss der Playstation zu wechseln. Oft kommt das allerdings nicht vor.

Wer es noch komplizierter mag, kann so sein halbes Haus automatisieren. Das Hub ist auch mit Smarthome-Systemen wie dem von der Telekom stammenden Qivicon kompatibel und wird so zur Schaltzentrale des ganzen Hauses. Die Programme lassen sich auch mit Uhrzeiten versehen, man kann etwa jeden Morgen mit einem frischem Kaffee und Musik aus der Anlage geweckt werden. Dazu werden dann die gewünschten Lampen eingeschaltet. Gedämpft, versteht sich. Man will ja morgens nicht gleich blind werden.

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Der Samsung SUHD TV JS9590 kann gut eine Milliarde Farben wiedergeben

Eine Milliarde Farben - Samsung SUHD TV JS9590

Samsung setzt bei der 4K-Auflösung wie viele andere Hersteller noch zusätzliche Techniken für die Bildverbesserung ein. So vermag der SUHD JS9590 weit mehr, als nur den bislang üblichen Farbraum von 8 Bit pro Farbkanal darzustellen. Statt  16,7 Millionen Farben zeigt er mit seinem 10-Bit-Display bisher kaum vorstellbare 1,07 Milliarden Farben. Nano Crystal Color Technologie nennt das Samsung. 

Die kleinen Kristalle verfeinern sozusagen die Hintergrundbeleuchtung der blauen Leuchtdioden und geben zusätzlich rotes und grünes Licht hinzu. Aus allen Farben zusammen kann der Fernseher dann mehr Töne mischen, als wenn übliche weiße Leuchtdioden das Licht erzeugten. Selbst in der Bilddiagonale von 2,22 Metern dieses "Kleinkinos" sind einzelne Pixel oder Farbtreppen nicht mehr zu sehen. Mit fast 20.000 Euro in der größten Ausführung ist das Modell allerdings kein Schnäppchen.

stern-online

Toller Einstieg ins Smarthome

Für Bastler ergeben sich so Unmengen von Möglichkeiten. Bei der Vorstellung in einem Hamburger Hotel waren etwa Sensoren, die eigentlich anzeigen, ob Fenster geschlossen sind, in einer Schublade verbaut. In der befand sich die DVD-Sammlung. Öffnete man nun die Schublade, erkannte der Hub das und wusste, dass nun eine DVD abgespielt werden sollte. Also fuhr der Blu-ray-Player schon mal den DVD-Einschub aus. Das ist mal wirklich smarte Technik.

Ein letztes Feature hat allerdings noch gefehlt. Wenn man nämlich nur noch eine Fernbedienung hat, wird die Suche danach besonders nervig. Warum man sie dann nicht einfach wie ein Telefon über die Basis zum Piepen oder Vibrieren bringen kann, um auf sich aufmerksam zu machen, bleibt wohl Logitechs Geheimnis.

Fazit: Mehr als eine TV-Fernbedienung

Die Harmony Elite kann deutlich mehr als den Berg aus Fernbedienungen einzuschrumpfen. Durch die Programme und die Unterstützung von Smarthome-Geräten erweitert sich der Einsatz enorm, die Harmony automatisiert ganz nebenbei den Haushalt. Dass man etwa in der Küche auch einfach das Smartphone zücken kann, statt die Fernbedienung holen zu müssen, macht die Fernbedienung unglaublich flexibel.

Nur an der Zuverlässigkeit muss Logitech noch arbeiten. Die Aussetzer beim Wechsel zwischen Programmen trüben die Freude. Sie sind zwar selten, dann aber besonders störend. Wer sich nicht angewöhnt, die Fernbedienung abends in die Schale zu stellen, dürfte auch vom zu häufigen Laden schnell genervt sein.

Für den reinen Einsatz als TV-Knipse ist sie völlig überdimensioniert - und auch zu teuer. Knapp 300 Euro muss man aktuell für die Harmony Elite bezahlen. Als reine Fernbedienung ist das klar zu viel. Will man sich aber langsam in die Welt des schlauen Zuhauses einarbeiten, könnte die Harmony genau die richtige Investition sein. Sie bringt anders als viele Einstiegssysteme sofort praktischen Mehrwert, bietet aber noch jede Menge Raum für Erweiterungen. Dann überlegt man doch schnell, sich vielleicht noch eine Wlan-Steckdose zuzulegen. Und die smarte Lampe. Eigentlich waren auch die Fenstersensoren wirklich praktisch. Und plötzlich ist das Zuhause smart.