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Videospiel-Pionier: Nintendo-Chef Iwata stirbt an Krebs

Unter seiner Führung entstand die erfolgreiche Spielekonsole Wii: Im Alter von 55 Jahren ist Nintendo-Chef Satoru Iwata an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben.

Nintendo-Chef Satoru Iwata ist gestorben

Seit 13 Jahren stand Satoru Iwata an der Spitze des japanischen Konsolenriesen Nintendo. Am Samstag ist er an einer Krebserkrankung gestorben.

Satoru Iwata, der Chef des japanischen Spiele-Spezialisten Nintendo, ist im Alter von 55 Jahren an Gallengangskrebs gestorben. Der aus Sapporo stammende Manager war bereits vor rund einem Jahr an dem Tumor operiert worden. Als interimistische Nachfolger sollen zunächst die Top-Manager Shigeru Miyamoto und Genyo Takeda Nintendo weiterführen, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

Iwata, der seine Karriere als Programmierer begonnen hatte, wurde 2002 der erste Präsident, der nicht zur Nintendo-Gründerfamilie Yamauchi gehörte. Sein größter Wurf war die 2006 gestartete Spielekonsole Wii. Sie lockte mit ihrer bewegungsempfindlichen Steuerung viele Gelegenheitsspieler an und verkaufte sich deutlich besser als die technisch überlegenen Konsolen von Sony und Microsoft. Der Absatz des Nachfolgemodells Wii U blieb jedoch weit hinter den Erwartungen zurück, was Nintendo Verluste einbrachte.

Konkurrenz durch Smartphone-Apps

Vor die größte Herausforderung stellte Nintendo jedoch die vom iPhone begonnene Ära moderner Touchscreen-Smartphones. Der Konzern hatte mit dem Gameboy noch in den 80er Jahren die erste erfolgreiche mobile Spielekonsole herausgebracht, und Iwata konnte an die Erfolge zunächst mit dem klappbaren Modell DS mit zwei Bildschirmen anknüpfen. Doch die Konkurrenz durch kostenlose oder sehr günstige Games auf Smartphones wurde immer größer. Die Verkäufe des aktuellen Nintendo 3DS mit einem 3D-Display sind unter Druck.

Im Frühjahr leitete Iwata angesichts sich verschlechternder Unternehmensergebnisse eine Abkehr von der Haltung ein, allein auf Spielkonsolen zu setzen. Sein Plan für die Zukunft von Nintendo sah vor, das Unternehmen mit einem noch streng geheim gehaltenen Gerät ins Gesundheitsgeschäft zu bringen. Bisher wurde nur bekannt, dass das Projekt mit der Bezeichnung "Quality of Life" kein Fitness-Tracker ist, wie ihn viele Unternehmen anbieten.

Nintendo war im abgelaufenen Geschäftsjahr in die Gewinnzone zurückgekehrt. Zum Bilanzstichtag am 31. März war unterm Strich ein Gewinn von 41,8 Milliarden Yen (310 Mio Euro) angefallen. Im vergangenen Jahr hatte noch ein Verlust von 23,2 Milliarden Yen in den Büchern gestanden.


jho / DPA
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