HOME

Neue EU-Regelung: Datenschutz absurd: Wie die DSGVO selbst Visitenkarten zum Problem macht

Mit der Datenschutz-Grundverordnung der EU sollen die Bürger mehr Kontrolle über ihre Daten bekommen. Im Arbeitsalltag führt das aber zu zahlreichen Problemen - und betrifft selbst Offline-Daten wie Visitenkarten.

DSGVO Datenschutz Grundverordnung Visitenkarte

Durch die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) werden auch Visitenkarten zu problematischen Daten

Getty Images

Eigentlich hat die Datenschutz-Grundverordnung - kurz DSGVO - eine edle Grundidee: Weil immer mehr Firmen Geld mit unseren Daten verdienen, sollen Bürger endlich die Kontrolle darüber zurückbekommen. Leider gibt es auch Nebenwirkungen an Stellen, wo man das nicht vermutet hätte. Ausgerechnet die Nutzung von Visitenkarten könnte ungleich komplizierter werden.

Eigentlich sind die Karten gar nicht von der Regelung betroffen. Die Daten werden offline weitergegeben, zudem übergibt man seine Karte in der Regel mit dem Wunsch, kontaktiert zu werden. Beides ist auch nach der verstärkten Durchsetzung ab dem 25. Mai eigentlich unproblematisch. Der Ärger droht erst später - wenn mit der Karte gearbeitet werden soll, warnt der Wirtschaftsverband Bitkom.

Was passiert mit den Daten

"Bei strenger juristischer Auslegung kann man zu dem Schluss kommen, dass ein Unternehmen bei der Übergabe einer Visitenkarte direkt informieren muss, was es mit den Kontaktdaten machen wird", sagte die für den Bereich Datenschutz und Sicherheit  verantwortliche Geschäftsleiterin Susanne Dehmel gegenüber der "Welt".

Nur weil man die Daten weitergegeben hat, ist damit nicht automatisch die Erlaubnis verbunden, Kontaktdaten wie Adressen, Rufnummern oder den Name auch zu verarbeiten. Genau das passiert nach dem DSGVO aber bereits, wenn man die Daten in eine Kundendatei oder ein digitales Adressbuch überträgt, bestätigte ein Sprecher der Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit der Zeitung.

Fehlende Rechtssicherheit

Die entsprechende Genehmigung kann zwar theoretisch auch mündlich beim Überreichen der Karte gegeben werden. Das ist aber kaum nachweisbar - und bietet daher keine Rechtssicherheit. Weil bei der Umsetzung des Datenschutzes im DSGVO die Beweislastumkehr gilt, drohen Firmen ohne schriftliche Genehmigung hier harsche Folgen, wenn ein Kunde die einstige Einwilligung irgendwann vergisst oder gar böswillig leugnet.

Frau Dehmel von der Bitkom rät daher dazu, vor der Übernahme der Daten per Mail den Empfang der Visitenkarte zu bestätigen und dabei gleich um die schriftliche Nutzungsgenehmigung zu bitten. Auch der Hinweis zur Möglichkeit eines Widerspruchs kann so unkompliziert untergebracht werden. Wie die Mitarbeiter des Verbandes selbst mit den Karten umgehen sollen, ist übrigens noch nicht geklärt, schreibt die "Welt".

Fieser Nebeneffekt

Das DSGVO wurde ursprünglich beschlossen, um den Internetriesen und ihrem selbstverständlichen Geschäft mit unseren Daten Kontra bieten zu können. Die Verordnung ist bereits seit zwei Jahren in Kraft, erst ab dem 25. Mai wird sie aber auch durchgesetzt. Dann drohen Firmen bei Verstößen im Extremfall Millionenstrafen. Kurz vor dem Termin zeigt sich nun, dass viele Problemfälle bisher noch nicht erkannt wurden. Auch eine berufliche Nutzung von Messengern wie Whatsapp kann dadurch praktisch unmöglich werden. Ob die befürchteten Probleme aber tatsächlich auftreten, wird sich erst im Laufe der Zeit - und durch Gerichtsentscheidungen - endgültig zeigen.

Themen in diesem Artikel
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.