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Smart-Bildschirm Portal: "Ich habe gleich 5 gekauft" - So peinlich preisen Facebook-Mitarbeiter ihre Produkte bei Amazon

Eigentlich ist es bei Amazon verboten, eigene Produkte oder die vom Arbeitgeber zu bewerten. Einige Facebook-Mitarbeiter überschütteten den neuen Smart-Bildschirm Portal trotzdem regelrecht mit Lob. Bei anderen Kunden kommt er deutlich schlechter weg.

Es ist eine einfache Regel: Wer ein Produkt selbst hergestellt hat oder für den Hersteller arbeitet, darf es nicht bei Amazon bewerten. Warum das so ist, kann man gut an den Bewertungen von Facebooks smartem Bildschirm Portal beobachten: Der wird nämlich von einigen regelrecht bejubelt - vor allem von Facebooks eigenen Mitarbeitern.

Dabei war die erste Reaktion auf Portal eher verhalten. Ähnlich wie der Echo Show verbindet Portal eine Kamera mit Bildschirm und Mikrofon, die fest an einem Ort platziert werden. Anders als der Echo hat Portal vor allem eine Funktion: Videotelefonie mit anderen Facebook Nutzern. Dabei folgt die Kamera auch Bewegungen. Angesichts des Daten-Skandals im Frühjahr hatte Facebook Portals Vorstellung zunächst verschoben -  weil viele die Vorstellung, eine Facebook-Kamera im Haus zu haben, als gruselig empfanden.

"Ich habe gleich 5 gekauft"

In den Amazon-Rezensionen klingt das ganz anders. "Eigentlich nutze ich Facebook und andere soziale Netzwerke nicht so oft. Aber ich habe es einfach mal ausprobiert und vier Portal und einen Portal Plus für meine Familie gekauft. Wir haben eine großartige Zeit mit Videotelefonie und hängen gleich mehrere Stunden am Stück miteinander herum", preist etwa Amazon-Nutzer Tim Chappell die Geräte an, die immerhin über 200 Dollar das Stück kosten. Portal sei einfach viel besser als ein Anruf. Als ob Facebook gerade die Videotelefonie erfunden hätte.

Eine solche Begeisterung eines Kunden wäre an sich nun natürlich gar kein Problem - wenn Tim Chappell nicht zufällig auch ein hochranginger Manager bei Facebook wäre. Das entdeckte Kevin Roose, der bei der "New York Times" über Tech-Themen schreibt. Und er fand auch weitere Facebook-Mitarbeiter, unter deren Namen Jubel-Bewertungen verfasst worden waren. "Die Kamera ist FANTASTISCH. Endlich kann ich freihändig mit meiner Familie sprechen", schreibt etwa Oren Hafif, der bei Facebook als Sicherheits-Techniker arbeitet.

+++ Lesen Sie auch: Der Alexa-Chef erzählt, wie viel Amazon Echo wirklich lauscht - und wer Zugriff auf die Aufnahmen hat +++

Nur 21 Prozent echte Bewertungen?

Viele weitere, unter Pseudonym verfasste Rezensionen lesen sich ebenfalls, als ob jemand gezielt einzelne Features der Geräte hervorheben wollte. Der Eindruck wird auch von Profis geteilt: Das Tool "Fakespot", das falsche Rezensionen erkennen soll, gibt der Produktseite von Portal eine geradezu vernichtende Kritik. Es gäbe eine hohe Anzahl Rezensionen mit Täuschungs-Merkmalen, gerade einmal 20,9 Prozent der Bewertungen werden als zuverlässig bewertet, so der Dienst.

Eine Strategie von Seiten Facebooks soll aber nicht dahinterstecken, erklärte ein Manager des Unternehmens, Andrew "Boz" Bosworth. "Das ist weder koordiniert, noch von der Firma angeordnet", schrieb er bei Twitter. "Wir wollen einstimmig nicht, dass unsere Angestellten Reviews für die Produkte schreiben, die wir bei Amazon verkaufen", zitiert er aus einem internen Post, der während des Launches erschienen sein soll. Man werde die Mitarbeiter auffordern, die Bewertungen zu löschen.

Fanatische Mitarbeiter

Ob Facebook tatsächlich hinter den Bewertungen steht oder die Mitarbeiter sie in ihrer Begeisterung selbst gepostet haben, ist letztlich nicht nachzuprüfen. Tatsächlich gab es in der Vergangenheit bereits häufiger Geschichten, nach denen Facebooks Mitarbeiter eine solch starke Loyalität zu dem Unternehmen fühlten, dass sie auf eigene Faust Vorhaben umsetzten, von denen sie sich einen Vorteil für ihren Arbeitgeber erhofften.

Schaut man sich die hämischen Gifs an, die bei Twitter in Reaktion auf Bosworth Ansage gepostet wurden, scheinen ihm die meisten Nutzer aber ohnehin nicht zu glauben.

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