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Streamingdienste: Tauschbörsen gehen ein: Wie Netflix die Raubkopie killte

Sind Streaming-Dienste die effizienteste Waffe gegen Raubkopien? Eine Untersuchung aus den USA scheint das zu belegen: Seit dem Boom von Netflix gehen Tauschbörsen-Downloads massiv zurück.

Netflix killt Raubkopien

Streamingdienste wie Netflix und Amazon Prime Instant Video verdrängen Filesharing-Raubkopien.

Wenn es nur eine gute Alternative gebe, so behaupteten Raubkopierer oft und gerne, würde man nicht so viele Filme, Musikalben und Serien herunterladen. Doch weil legale Angebote oft nicht nur teurer, sondern meist auch unbequemer und komplizierter waren, sprossen illegale Portale wie Unkraut aus dem Boden. Dass an der Behauptung viel Wahres dran ist, beweist eine neue Untersuchung des Analysediensts Sandvine. Demnach haben moderne Streamingdienste wie Netflix, Amazon Prime Instant Video, Watchever oder Sky Online dafür gesorgt, dass der Download von Raubkopien in den letzten Jahren massiv zurückgegangen ist.

Der Untersuchung zufolge entfallen 70 Prozent des gesamten nordamerikanischen Download-Kontingents auf sogenannte Echtzeit-Unterhaltung. Netflix ist der unangefochtene King of Traffic in den USA: Mehr als ein Drittel der nordamerikanischen Bandbreite (37 Pozent) geht über deren Server. Kein Wunder: In den USA sind Streamingdienste längst im Mainstream angekommen, allein Netflix hat dort 40 Millionen zahlende Abonnenten.

Raubkopien weit abgeschlagen

Auf dem zweiten Platz landet mit 17,85 Prozent Youtube, mit 3,11 Prozent landet Amazon auf Platz drei der Streamingportale. Weit abgeschlagen sind Bittorrent-Dienste: Die Tauschbörsen sind nur noch für ein Zwanzigstel des Downloads (2,67 Prozent) verantwortlich. Zum Vergleich: 2011 lag Bittorrent noch bei 21 Prozent. Rechnet man auch noch den Upload hinzu - hier führt Bittorrent noch mit 28,56 Prozent -, beträgt der Gesamtanteil am US-Traffics auch nur magere 4,35 Prozent.

Die Zahlen lassen sich nicht eins zu eins auf den europäischen oder deutschen Markt übertragen. Netflix ist hierzulande erst vor anderthalb Jahren gestartet, dementsprechend dürfte der Anteil nicht so groß sein wie in den USA. Auch berücksichtigen die Zahlen nicht Raubkopien, die über diverse Filehoster heruntergeladen werden - dieser Traffic dürfte in dem Bericht unter der Kategorie "HTTP" zusammengefasst sein. Mit 6 Prozent am Gesamt-Traffic dürfte aber auch dieser Anteil vernachlässigbar sein.

Die Zahlen zeigen: Obwohl die Internetanschlüsse heute schneller sind als je zuvor und Raubkopien in wenigen Minuten auf der Festplatte sein könnten, ist ein Großteil der Nutzer bereit, für legale Inhalte Geld auszugeben - solange die Dienste bequem und sicher sind. Mit etwa 10 Euro pro Monat sind die meisten Streamingdienste aber auch deutlich billiger als viele Portale vor fünf Jahren.