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Apples iPhone 3G: Runter mit dem Preis, raus in die Welt

Bei der neuen Version des iPhones hat Apple viele Mängel des Vorgängers ausgemerzt und ihm UMTS, GPS und ein Softwareupdate spendiert. Apple will mit dem Smartphone nun die ganze Welt erobern. Wichtigste Waffe: ein reduzierter Preis. Fraglich ist, ob die Kunden davon profitieren werden.

Von Karsten Lemm, San Francisco

Das große Warten dauerte 59 Sekunden; das kleine nur 21. Dann stand fest: Das neue iPhone lädt Internetseiten über das Mobilnetz fast dreimal so schnell wie sein Vorgänger - dank 3G-Technik, Mobilfunk der jüngsten Generation, der Online-Surfen auch unterwegs so flott machen soll, wie man das von zu Hause gewohnt ist. "Es ist verblüffend flink", kommentierte Apple-Chef Steve Jobs den Tempo-Test und versprach Geschwindigkeiten, "die an WLan heranreichen". Seine Zuhörer im Moscone Center in San Francisco, die sich zum Auftakt der Apple-Entwicklerkonferenz eingefunden hatten, klatschten und johlten vor Begeisterung, denn endlich hatte auch für sie das Warten ein Ende - das Warten auf ein iPhone, das nicht mehr durch seine gemächliche Mobilfunkverbindung ausgebremst wird.

Fast genau ein Jahr nach dem schlagzeilenträchtigen Debüt seines Edelhandys nimmt Apple Anlauf, mit der zweiten, äußerlich nahezu unveränderten Version die Welt zu erobern: Schneller, besser und vor allem billiger soll alles werden, wenn das neue iPhone 3G am 11. Juli in den Handel kommt - zeitgleich in 22 Ländern, darunter auch Deutschland. Umfragen hatten Apple gezeigt, was keine Überraschung sein konnte: Die meisten Menschen finden bis zu 499 Euro für ein Mobiltelefon reichlich happig, selbst wenn es nebenher musizieren, e-mailen, im Internet surfen und einiges mehr kann. "Wir mussten das iPhone erschwinglicher machen", räumte Jobs bei seiner Rede ein, und so kostet das Multitalent künftig nur noch 199 Dollar in einer Version mit 8 Gigabyte Speicher und 299 Dollar mit 16 Gigabyte. "Wir glauben, damit kann sich nun praktisch jeder das iPhone leisten", sagte der Apple-Chef und versicherte, diese Preise seien "rund um die Welt die Obergrenze".

T-Mobile äußert sich noch nicht

Das würde in Europa maximal 130 Euro (plus Mehrwertsteuer) bedeuten. Doch wie viel deutsche Käufer künftig zahlen, wollten Apple und sein deutscher Exklusiv-Partner T-Mobile am Montag nicht sagen. Details würden "später bekanntgegeben", hieß es in einer Pressemitteilung. In den USA verlangt AT&T von neuen iPhone-Kunden jetzt 10 Dollar mehr als bisher: Der billigste iPhone-Vertrag beginnt dort bei 30 statt bisher 20 Dollar im Monat - zusätzlich zu mindestens 40 Dollar für den Basistarif. Bei einer Laufzeit des Vertrags von zwei Jahren bedeutet das Mehrkosten von 240 Dollar; so gerechnet wird das neue iPhone am Ende etwas teurer als das alte.

Hintergrund der Preisänderungen ist eine radikale Kehrtwende: Anders als in der Branche üblich, ließ Apple den Preis seines Handys bisher nicht subventionieren, sondern kassierte stattdessen einen monatlichen Anteil des Umsatzes, den seine Partner mit dem iPhone machen. Damit ist nun Schluss. Künftig halten die Kalifornier gleich zu Anfang die Hand auf, wie alle anderen auch, und anschließend nicht mehr. Das hat wohl auch damit zu tun, dass schleppende Verhandlungen mit Netzbetreibern, die sich zierten, lange die Verbreitung des Apple-Smartphones bremsten. Bisher war das Gerät in nur sechs Ländern erhältlich - und mehr als eine Million der bisher sechs Millionen verkauften iPhones wurde nicht offiziell aktiviert, sondern geknackt und in alle Welt exportiert.

Hinaus in die Welt

Nun soll das Handy bis Jahresende in 70 Ländern zu haben sein, in Zwergstaaten wie Liechtenstein und Malta ebenso wie den Riesenmärkten Brasilien, Indien und Japan. Damit entfalle "der wichtigste Anreiz zum Entsperren", sagt iPhone-Marketingchef Greg Joswiak. "Niemand muss mehr ungewöhnliche Anstrengungen unternehmen." Außer vielleicht in Russland und China, denn diese beiden Länder bleiben vorerst weiße Flecken auf Apples Weltkarte. Dennoch glauben Beobachter, dass die Firma kein Problem haben wird, in diesem Jahr - wie angekündigt - 10 Millionen iPhones zu verkaufen. "Die Hürde wird Apple mit Leichtigkeit nehmen", sagt Tim Bajarin voraus, Präsident der Unternehmensberatung Creative Strategies. "Der Preis von 199 Dollar dürfte die Nachfrage enorm ankurbeln."

Klar ist, dass Apple seine Ambitionen nicht nur geografisch ausweitet: Mit einer neuen, deutlich leistungsfähigeren Version der iPhone-Software nimmt die Firma, die ihr Geld bisher hauptsächlich mit Privatkunden verdient, nun auch ganz gezielt Unternehmen ins Visier. Bisher zögern viele Großfirmen, das iPhone einzusetzen, weil es sich nicht mit Microsofts "Exchange"-Servern versteht - Netzwerkrechnern, die dafür sorgen, dass E-Mails, Kalendereinträge und Adressbuchdaten automatisch mit Mobiltelefonen abgeglichen werden. Künftig kann das auch das iPhone und fordert damit den Marktführer Blackberry heraus. "In mancher Hinsicht ist das iPhone dem Blackberry haushoch überlegen", urteilt Bajarin und verweist auf den größeren Bildschirm, der besseres Internetsurfen erlaube, und die höhere Flexibilität bei Anwendungen. "Das iPhone ist eher ein Hosentaschen-PC als ein Mobiltelefon."

Endlich: ein Shop für iPhone-Programme

Zum Tausendsassa wird das smarte Phone vor allem dank des neuen "App Store", der ebenfalls am 11. Juli seine Pforten öffnet: Dort können iPhone-Nutzer weltweit Programme herunterladen, die ihrem Handy ganz neue Tricks beibringen. Das gilt auch für bisherige iPhones, die mit einem kostenlosen Software-Update auf den neuesten Stand gebracht werden können, und den iPod Touch. Der Taschenspieler, der einem iPhone ohne Telefon ähnelt, soll durch eine neue Software-Version für sein Betriebssystem ebenfalls Zugang zum "App Store" bekommen. Zehntausende von Entwicklern werden in dem Software-Laden die Möglichkeit haben, ihre Programme anzubieten - gratis oder gegen Gebühr.

Das Auktionshaus Ebay etwa will eine kostenlose Software anbieten, mit der iPhone-Besitzer von unterwegs mitsteigern können; die Spielefirma Sega arbeitet an einer iPhone-Version des beliebten Spiels "Super Monkey Ball", bei der die Figuren durch Drehen und Kippen des Telefons gesteuert werden; und die Start-up-Firma Loopt zeigt iPhone-Nutzern, welche Freunde in der Nähe sind, wo man sich treffen könnte und wie man am einfachsten dort hinkommt. Möglich wird das unter anderem durch einen GPS-Chip im iPhone 2.0, der Loopt sagt, wer sich gerade wo befindet.

"Es ist großartig, wir sehen endlich, was es bedeuten kann, wenn Computer wirklich mobil werden", lobt Cees van Dok, Kreativdirektor der Agentur Frog Design. Die Sensoren machten ganz neue Anwendungen möglich, und die höhere Geschwindigkeit im UMTS-Netz erlaube "ein viel flüssigeres Arbeiten" mit Internetdiensten. Nicht zufällig nutzte Steve Jobs die Vorstellung des iPhone 3G, um gleich noch Apples Vorstoß in den Markt mit Web-Anwendungen zu präsentieren: Für eine Abogebühr von 79 Euro im Jahr erlaubt es der "Mobile Me"-Service, E-Mail-Nachrichten, Adressbuchkontakte und Kalenderdaten zentral im Internet zu verwalten und mit diversen Geräten abzugleichen - egal ob Macintosh-Rechner, Windows-PCs oder iPhones. E-Mails stellt der Dienst sofort in dem Moment zu, in dem sie eingehen (im Fachjargon "push e-mail" genannt), und jede Änderung der Daten, etwa ein Kalendereintrag, findet sich automatisch auf "www.me.com" und in allen vernetzten Geräten wieder.

"Mobile Me" ersetzt ".mac"

"Es ist die perfekte Ergänzung für alle, die ein iPhone oder einen iPod Touch benutzen", pries Steve Jobs den Dienst, der den bisherigen "Dot-Mac"-Service ersetzt. Beobachter sehen darin einen direkten - wenn auch nicht kostenlosen - Konkurrenten zu Yahoo, Microsoft und Google, die alle mit ähnlichen Angeboten um Nutzer und ihre persönlichen Informationen buhlen. "Apple gelingt es oft am besten, komplizierte Technik einfach zu machen", sagt Nathan Brockwood, Präsident der Unternehmensberatung Insight64. "Das Konzept ist sehr leistungsfähig, und der Dienst funktioniert nicht nur mit Macintosh-Rechnern, sondern auch unter Windows - er könnte ein großer Erfolg werden."

Skeptischer zeigt sich Brockwood bei Apples Ambitionen, eingefleischte E-Mail-Nutzer für das iPhone zu gewinnen. Da das Apple-Handy keine eingebaute Tastatur hat, sondern einen berührungsempfindlichen Bildschirm, eigne es sich nicht für Vielschreiber: "Man kann nicht so schnell tippen wie bei anderen Geräten, etwa einem Blackberry", sagt Brockwood, "und für viele Leute ist das ein Problem." Frog-Direktor Cees van Dok stimmt zu. "Eingefleischte Blackberry-Nutzer wird das iPhone kaum in Versuchung führen", sagt er. Dennoch glaubt er, dass Apple das richtige Konzept verfolgt. "Meist ist es wichtiger, dass man E-Mails auch unterwegs lesen kann, und wenn man von einem Mobilgerät antwortet, gilt es nicht mehr als unhöflich, sich kurz zu fassen."

Manch Simples fehlt immer noch

Greg Joswiak bestreitet ohnehin, dass die Softwaretastatur iPhone-Nutzer ausbremst. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, argumentiert der iPhone-Marketingchef, lasse sich darauf "schneller schreiben als auf einem Blackberry". Dass sich Word-Dateien und andere Dokumente auf dem Gerät zwar ansehen, aber nicht bearbeiten lassen, sei ebenfalls kein großer Verlust: "Das wird extrem selten nachgefragt", erklärte der Apple-Manager in einem Gespräch mit Journalisten am Rande der Entwicklerkonferenz. Ähnliches gelte für das Kopieren, Ausschneiden und Einsetzen von Text, etwa in E-Mails und SMS-Nachrichten - ein Trick, den selbst manches Billighandy beherrscht, der aber beim iPhone weiter fehlt. "Wir haben sehr aktiv neue Funktionen hinzugefügt", sagte Joswiak. Seit Einführung des Geräts vor einem Jahr seien durch Software-Aktualisierungen etwa einhundert Verbesserungen hinzugekommen.

Mit Version 2.0 des Betriebssystems werden Anfang Juli auch bisherige iPhones eine Suchfunktion für das Adressbuch und erweiterte Möglichkeiten für die eingebaute Kamera bekommen. Allerdings kann das iPhone, egal ob alt oder neu, auch künftig nur Fotos aufnehmen, keine Videos. Zum Grund hielt Joswiak sich bedeckt. "Es geht uns nicht darum, eine Checkliste abzuarbeiten", sagte er. "Wenn wir nicht das Gefühl haben, dass wir etwas vernünftig umsetzen können, dann lassen wir es lieber bleiben." Aber das muss ambitionierte YouTube-Filmer nicht entmutigen - mit einem künftigen Software-Update kann sich alles ändern. "Wir sind noch lange nicht fertig", verspricht Joswiak. Schließlich geht es darum, die Welt zu erobern.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.