Digitales Antennenfernsehen DVB-T startet im Norden und im Ruhrgebiet


In den Ballungsräumen um Hamburg, Lübeck und Kiel sowie in Düsseldorf und dem Ruhrgebiet ist das digitale Antennenfernsehen DVB-T auf Sendung gegangen. Wer sich nicht vorbereitet hat, sieht nur noch Schnee auf dem Fernseher.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) und Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Birgit Schnieber-Jastram (CDU) haben den Startschuss für das digitale Antennenfernsehen im Norden gegeben. Mit der neuen Technik ist es möglich, mit Hilfe einer DVB-T-Box und einer digitalen Antenne 24 Kanäle zu empfangen.

"Nachdem wir unser Ziel mit der Einführung erreicht haben, hoffen wir auf eine große Marktakzeptanz", sagte Simonis. Bis 2010 soll jeder zweite Haushalt in Deutschland digitales Fernsehen empfangen. "Für die Zukunft wünschen wir uns mindestens 300 Programme, damit man abends mal weiß, was man tun kann, wenn man mal gar nicht mehr weiß, was man tun kann", sagte Simonis. Bis zu 200 Euro kosten neue Antenne und DVB-T-Box. Dafür verbessern sich Bild- und Tonqualität.

Nach Berlin-Brandenburg ist Norddeutschland gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen die zweite deutsche Region, in der das digitale Antennenfernsehen (DVB-T) eingeführt wird. "Der Süden beeilt sich derzeit, den Vorsprung Norddeutschlands aufzuholen", sagte Schnieber- Jastram.

Schluss mit analog

Die acht Prozent der Hamburger Haushalte, die an ihrem analogen System festhalten wollen, werden zumindest bei den privaten TV- Kanälen mit dem Start des digitalen Antennenfernsehens nur noch "Schnee" auf ihren Schirmen sehen. Nur die öffentlich-rechtlichen Kanäle werden für eine Übergangsfrist (bis März 2005) noch mit der analogen Antenne zu empfangen sein. Dagegen ändert sich für die Nutzer von Kabel- und Satellitenfernsehen nichts.

Ein Vorteil der Digitalisierung ist die räumlich ungebundene Fernsehnutzung. Fernsehen kann man demnächst auch im Auto und beim Spazierengehen. "Gespannt bin ich auch auf den zusammenrollbaren Fernsehschirm, den man wie ein Handtuch unter den Arm klemmen und mit zum Badesee nehmen kann", sagte der Verwaltungsdirektor vom ZDF, Hans Joachim Suchan, am Montag.

Einwohnerstärkste Region kommt dazu

Nach den Regionen Berlin/Brandenburg, Nordwestdeutschland, dem Rhein-Main-Gebiet und der Köln/Bonner Region geht mit dem Raum Düsseldorf und dem Ruhrgebiet auch die einwohnerstärkste Region Deutschlands ans Netz. Zum Start stehen mit dem so genannten Überall-Fernsehen 20 bis 24 Programme über Antenne zur Verfügung.

Allein in Nordrhein-Westfalen können rund 14 der 18 Millionen Menschen die neue Übertragungstechnik nutzen. Das Interesse am so genannten DVB-T (Digital Video Broadcast - Terrestrial) sei sehr groß, sagte Joachim Bareiß, Leiter des Projekts in NRW. "Im Fachhandel ist richtig was los." Mit der Umschaltung wird das analoge Signal zunächst nur noch eingeschränkt und künftig gar nicht mehr gesendet.

In NRW rechnen die Verantwortlichen jedoch auch mit Beschwerden aus ländlichen Regionen. Schätzungsweise zwischen 200.000 und 500.000 Menschen nutzen dort weder Satellitenschüssel noch Kabel, können aber möglicherweise nicht auf Digitalempfang über Antenne umsteigen. Bis spätestens 2010 soll der Umstieg von der analogen auf die digitale Übertragungstechnik, der im August 2003 mit Berlin/Brandenburg begonnen hatte, bundesweit komplett vollzogen sein.

DPA DPA

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