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Gerätetest: Kühlkombis bei Warentest – alle kleinen Geräte enttäuschen

Kühlen und Einfrieren mit nur einem Gerät, das überzeugt viele Haushalte. Bei den "guten" Geräten gibt es enorme Preisunterschiede. Die kleineren Kombis fallen durch – sie haben alle den gleichen Schwachpunkt.

Kleine Kombis sind günstig, haben aber Mängel (Symbolfoto).

Kleine Kombis sind günstig, haben aber Mängel (Symbolfoto).

Getty Images

Kühlkombis sind besonders praktisch. Neben dem Kühlraum bieten sie Platz für Eingefrorenes. Die Stiftung Warentest hat 27 freistehende Geräte unter die Lupe genommen. Sie teilen sich in zwei Größenklassen – mannshohe Geräte und Kombis bis 150 Zentimeter Höhe. Die kompakten Kühler sind in kleineren Haushalten besonders beliebt. Das Kühlgut ist leicht zu erreichen und auf der Oberfläche kann noch ein Küchengerät abgestellt werden. Leider kommt kein einziges kleines Gerät über ein trübes "Ausreichend" hinaus. Das schlechte Abschneiden liegt am Unterpunkt "Verhalten bei Störungen" – hier kassieren alle kleinen Kombis ein "Mangelhaft". Diese Geräte haben keine Alarmfunktion, die warnt, wenn die Tür offenbleibt oder der Strom ausfällt. 

Knapp kalkuliert

Warum spendieren die Hersteller ihren kompakten Kombis keine Alarmfunktion? In diesem Segment sind die Kunden sehr preissensibel – die Verkaufshitlisten werden von Geräten der 300-Euro-Klasse dominiert. Erstaunlich offen erklärt Hersteller Bomann das Problem: "Die Mehrkosten in der Herstellung für einfache Alarmfunktionen liegen in der Regel bei 9 Euro bis hin zu 30 Euro für die aufwendigeren Systeme. In der Praxis bedeutet das eine Erhöhung des Endverbraucherpreises von ca. 25 bis 75 Euro je nach Alarmsystem." Und das ist den Kunden zu teuer. Wer ein kleines Gerät sucht, muss mit dem Mangel leben. Ohne Alarm aber ansonsten mit guten Funktionen empfehlen die Tester die Exquisit KGC 270/45-4.4 für 288 Euro, in früheren Tests schnitt auch das Ikea-Gerät Lagan vergleichbar ab. Lagan gibt es zum Schnäppchenpreis von 199 Euro. Im letzten Jahr wurden ebenfalls Gefrierkombis getestet: "Warentest prüft Gefrierkombis: Ein Hersteller kann auf ganzer Linie punkten"

Teurer, größer, besser

Die großen Kühlkombis verfügen über einen Alarm, sie sind aber mehr als doppelt so teuer wie die kleinen Geräte. Dafür sind sie häufig effizienter, über 15 Jahre gerechnet brauchen viele weniger Strom als die Kleingeräte. Hier erreichen viele Geräte ein "Gut". Aber es gibt auch Patzer.

AEG etwa versagt beim Einfrieren, Hanseatic sogar beim Kühlen und beim Einfrieren. Bei den Zwei-Meter-Schränken siegt der Liebherr KG 2060-3 B für imponierende 1220 Euro mit der Note 1,6. Er verfehlt das "Sehr Gut" nur knapp. Wenn große Mengen auf einmal eingefroren werden sollen, erhöht sich die Temperatur des sonstigen Kühlguts zu sehr. Die Testanordnung hat es aber auch in sich: Hier wurden 20 Kilogramm auf einen Schlag ins Tiefkühlfach getan. Die Tester verlangen meist mehr als die gesetzlichen Normen, doch manchmal gerät die Realität dabei außer Sicht. 20 Kilogramm einfrieren - das mag bei Jägern und Metzgern vorkommen, dem Supermarkteinkäufer passiert das in der Regel im ganzen Leben nicht.

Manche sind noch breiter 

Gleich gut, nämlich mit 1,6 schnitt der Bosch KGE49VW 4A ab. Diese Kombi kostet nur 715 Euro – das ist deutlich billiger. Dazu stellt das Bosch-Gerät einen sehr großen Innenraum bereit, allein das Kühlteil fasst 211 Liter – die meisten Konkurrenten liegen bei etwa 80 Litern. Allerdings ist das Bosch-Gerät auch zehn Zentimeter breiter als üblich. Das Trumm muss also auch in die Küche passen.

Überhaupt sollte man sich Gedanken über den Aufstellort machen. In die Ecke stellen – das mögen Kühlkombis nicht. Ihre Türen öffnen über die Breite des Geräts hinaus. Auf der Anschlagseite muss also noch Raum sein – häufig benötigt die Tür weitere 30 Zentimeter. In Einzelfällen noch mehr.

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