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Raketen-Jäger: Messerschmitt Me 163 – Hitlers „Wunderwaffe“ wurde im Riesenscanner durchleuchtet

Ein Exemplar Me 163 wurde aufwendig gescannt, um das Innenleben des Raketenjägers zu erkunden. Die „Komet“ zählt zu den sogenannten „Wunderwaffen“ des Reiches – dabei war sie eine klare Fehlentwicklung.

Start eines Prototypen. 

Start eines Prototypen. 

Picture Alliance

Die Messerschmitt Me 163 ist das einzige Jagdflugzeug mit einem Raketenantrieb, welches in Serie gefertigt wurde und außerdem einen Kampfeinsatz gesehen hat. Ein Exemplar der seltenen Maschine steht im Deutschen Museum in München. Diese Me 163 Komet wurde nun im XXL-Scanner des Fraunhofer-Entwicklungszentrum Röntgentechnik durchleuchtet. So konnte man Erkenntnisse über den inneren Aufbau der Maschine bekommen, ohne das einzigartige Exemplar in Kleinteile zerlegen zu müssen.

Aufschlüsse über den internen Aufbau

Für den Scan mussten die Flügel demontiert werden, in vier Durchgängen wurde die Maschine dann durchleuchtet. Der Scan liefert exakte Aufschlüsse über den Aufbau des Exemplars im Museum. Es gelangte nach Kriegsende als Versuchsmaschine in England. "Das Flugzeug tauchte einfach in Biggin Hill auf und kam dann 1964 als Geschenk des britischen Air Ministry nach München, wo es 1965 durch das Museum äußerlich stark restauriert wurde". 

Messerschmitt Raketenjäger: Me 163 – The "Bat out of Hell"
Im Steven Udvar-Házy Center des National Air and Space Museum steht ein weiteres Exemplar der Me 163.

Im Steven Udvar-Házy Center des National Air and Space Museum steht ein weiteres Exemplar der Me 163.

stern

Mit den Daten lassen sich interne Schäden feststellen. Man hofft auch, erkennen zu können, welche Bauteile noch original sind und welche im Laufe der Zeit ersetzt worden sind. Aus den Scans können später genaue dreidimensionale Modelle konstruiert werden.

Entzauberung der Wunderwaffe

Erklärtermaßen möchten die Kuratoren Andreas Hempfer und Felix Wander nebenbei den Mythos der Wunderwaffe demaskieren. Der "Flugrevue" sagte Hempfer, die "Me 163 hat sich als militärisch unwirksam erwiesen und war sogar lebensgefährlich für die eigenen Piloten." Der Impetus der Forscher, den Mythos der Wunderwaffe zu entzaubern, kommt daher, dass diese die "Wunderwaffen of the Luftwaffe" in zahlreichen Computerspielen abgefeiert werden. Den Kuratoren geht es darum, die Mythen über die Fortschrittlichkeit der deutschen Flugzeuge und Flugkörper aus der Endphase des Zweiten Weltkriegs zu widerlegen.

Flut an Entwicklungen

Wie kam es überhaupt zu der großen Anzahl von zumindest teilweisen visionären Flugzeugkonzepten? Die deutsche Luftwaffe startete mit dem Jäger Messerschmitt Me 109 in den Zweiten Weltkrieg. Die 109 war das herausragende Jagdflugzeug der späten 1930er Jahre. Doch im Krieg begegneten ihr Flugzeuge, die der Messerschmitt ebenbürtig und sogar klar überlegen waren. Etwa die britischen Spitfire-Maschinen.

Daraufhin wurde von den Deutschen eine Vielzahl von Projekten angestoßen, die erneut die Lufthoheit erringen sollten. Typisch für das Dritte Reich war es, dass sehr viele konkurrierende Ideen verfolgt wurde. Man vermochte es nicht, die geringen Kapazitäten auf einige aussichtsreiche Modelle zu konzentrieren. Hinzu kam, dass mit großer Energie Konzepte entwickelt wurden, die man als geniale Vision bezeichnen kann, die jedoch keinerlei Chance auf ein zeitnahe Frontreife hatten. Dazu zählen Nurflügler H IX der Brüder Horton oder die Science-Fiction-Idee eines Stratosphärenbombers. Die Personen, die an diesen Projekten arbeiteten, kannten die Probleme, wollte sie aber nicht lösen. Ihre angeblich kriegswichtige Tätigkeit bewahrte sie und ihre Mitarbeiter schließlich vor dem Fronteinsatz.

Einsatz in der Spätphase des Krieges

Die Me 163 Komet gehörte zu den Flugzeugen, die sogar im Kampfeinsatz standen. Möglich wurde das, weil die Entwicklung der 163 enorm verkürzt wurde und die Sicherheit der eigenen Piloten zweitrangig war. Was war nun das Besondere? Dank ihres Raketentriebwerks war die Me 163 enorm schnell. Sie erreichte über 1000 km/h – das waren etwa 300 km/h mehr als die schnellsten alliierten Jagdmaschinen. Bewaffnet war der kleine Jäger mit zwei MK 108 – gewaltigen Maschinenkanonen im Kaliber 30 Millimeter, die auch die schwersten Bomber zerfetzen konnte. Experimentiert wurde sogar mit dem Einbau einer automatisch ausgelösten Rakete, der SG 500 Jägerfaust. Einzigartig war auch die extreme Steigrate der Maschine, sie war zehn Mal so hoch wie die von Propellermaschinen.

So gesehen war die Me 163 ein genialer Abfangjäger. Innerhalb kürzester Zeit konnte die Komet die Angriffshöhe der alliierten Bomberverbände erreichen, sie dann mit überlegenen Geschwindigkeit angreifen und mit schweren Waffen unter Feuer nehmen.

Untaugliches Konzept

In der Theorie hört sich das fantastisch an, in der Wirklichkeit machten der Me 163 zahlreiche Probleme zu schaffen. Zuerst einmal kam sie erst zum Einsatz, als der Krieg schon entschieden war. Der erste Einsatz fand am 16. August 1944 statt, nach der erfolgreichen Invasion in der Normandie und nachdem die Rote Armee die Heeresgruppe Mitte in der Bagration-Offensive vollständig aufgerieben hatte. Neben zahlreichen logistischen Problemen zeigten sich die Nachteile des Konzepts "Raketenflugzeug". Die Me 163 wurde zwar wie eine Rakete in die Höhe geschossen. Doch der überdies sehr gefährliche Treibstoff reichte nur für etwa sieben Minuten Schub.

Die Piloten mussten sich von ihrem Antrieb in eine Höhe weit über die angreifenden Bomber tragen lassen, dort brannte der Antrieb aus. Der eigentliche Angriff musste im Gleitflug geschehen, bei reduzierter Geschwindigkeit. Pro Einsatz konnte es daher nur eine Attacke geben, schoss der Pilot daneben, konnte er nicht wenden und einen zweiten Angriff fliegen. Er sank im Gleitflug zu Boden und musste versuchen, auf einer Gleitkufe zu landen. Auch bei der Landung gab es nur eine Chance und keinen zweiten Versuch.

Selbst Hanna Reitsch stürzte ab

Überdies war die Me 163 ziemlich tückisch. Die Maschine wurde von der berühmtesten Pilotin des Reiches getestet. Hanna Reitsch war eine begnadete Fliegerin, aber auch zeit ihres Lebens eine besonders fanatische Nationalsozialistin. Vielen dürfte ihre Rolle aus dem Film "Der Untergang" bekannt sein. Sie flog das letzte Flugzeug in den Belagerungsring um den Führerbunker. Aber selbst Hanna Reitsch verletzte sich schwer, bei der Landung ihrer 163. Sie schrieb zu ihrem Erlebnis:

"Als ich kurz vor der Landung vielleicht in hundert Meter Höhe war und noch vielleicht 270 km Geschwindigkeit Fahrt hatte, sackte sie derart beim Slip durch, dass sie hinunter stürzte, und zwar nicht mit der Spitze nach unten, sondern insgesamt mit hoher Geschwindigkeit durchsackte und auf dem Acker aufschlug."

Reitsch wunderte sich danach, dass ein "Blutstrom vom Gesicht herunter lief. Und als ich dem Blut mit der Hand nachging, merkte ich, dass ich keine Nase mehr hatte. Also ich will es kurz machen, ich hatte mir bei dem Sturz einen vierfachen Schädelbasisbruch geholt, die Nase war weg, und ich hatte außerdem einen zweifachen Gesichtsschädelbruch ..."

Aussichtsreichere Entwicklungen

Selbst wenn es gelungen wäre, die Kinderkrankheiten der Maschine zu lösen und die Wartung des Antriebs einfacher zu gestalten, war das Einsatzspektrum der Komet im Vergleich zu den zeitgleich entwickelten Düsenjägern wie der Me 262 sehr gering. Ihre Fähigkeiten im Angriff litten durch den fehlenden Antrieb. Weit zukunftsweisender in der Raketentechnik als die Me 163 war die Entwicklung der sogenannten Wasserfallrakete. Sie kann man als Vorläufer aller späteren Luftabwehrraketen bezeichnen.

Die Wasserfallwaffe besaß keinen Piloten, ihre Reichweite betrug 48 Kilometer. Der Sprengkopf von 300 Kilogramm war so stark, dass eine oder gar mehrere Explosionen einen alliierten Bomberpulk auseinandergesprengt hätten. Ebenfalls typisch für das Dritte Reich war, dass diese weit praktikablere Waffe nicht weiterentwickelt wurde.

Quelle: Flug Revue

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Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.