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Syrien: Putin rüstet Assad weiter auf – moderne MiG-29 übergeben

Regelmäßig wird spekuliert, ob Moskau das Assad-Regime fallen lassen könnte. So sieht es nach den neuesten Waffenlieferungen nicht aus. Assad hat moderne Kampflugzeuge vom Typ MiG-29 erhalten. Sie sollen vermutlich vor allem den Luftraum des Landes verteidigen.

Eine MiG-29SMT mit Bewaffnung auf einer Luftfahrtmesse bei Moskau.

Eine MiG-29SMT mit Bewaffnung auf einer Luftfahrtmesse bei Moskau.

Commons

Seitdem Russland an der Seite des Machthabers Assad in den syrischen Bürgerkrieg eingegriffen hat, hat sich das Blatt gewendet. Kämpften Assads Truppen zuvor mit dem Rücken zur Wand in den Vororten von Damaskus, so widerstehen die Rebellen heute nur noch in der Region Idlib den Regierungstruppen. Deren Vormarsch dort wird mehr von den politischen Rücksichten Moskaus auf die Türkei bestimmt, als von der Widerstandskraft der einst so mächtigen Rebellengruppen. In dem Krieg wurden Assads Truppen von Moskau großzügig mit Kriegsmaterial ausgerüstet. Nur nicht mit den kriegsentscheidenden Flugzeugen. Lediglich eine Lieferung von Su-24M2 Fencer Frontkampfbombern erfolgte.

 Die Folgen waren nicht zu übersehen. Assad verfügt über veraltete Jets, doch an modernen Kampfjets mangelt es. ("Suchoi-22 – Das alte Schlachtross ist immer noch gefährlich") Das ist für das syrische Regime vor allem schmerzlich, da mehrere Länder mit ihren Flugzeugen im syrischen Luftraum operieren. Der Mangel zeigte sich erst vor Kurzem, als hochauflösende Videos von syrischen MiG-29s Kampfflugzeugen am "Tag der Märtyrer" Anfang Mai auftauchten. Eigentlich sollten diese Aufnahmen die Kampfstärke der syrischen Luftwaffe beweisen. Aber das Portal "The Warzone" analysierte die Bilder. Dabei stellte sich heraus, dass die gezeigten Jets schon von außen sehr mitgenommen und zusammengeflickt aussahen. Bei dem Zustand von Hülle und Cockpit ist es unwahrscheinlich, dass die empfindliche Technik des Jets besser erhalten ist.

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Moderne Kampfjets

Doch nun hat Moskau moderne Kampfjets des Typs MiG-29 auf dem Stützpunkt Hmeimim in Latakia übergeben, so die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Dabei soll es sich bereits um die zweite Lieferung gehandelt haben. "Im Rahmen der militärischen und technischen Zusammenarbeit zwischen Russland und Syrien übergab die russische Seite Syrien während einer Zeremonie auf dem Stützpunkt Hmeimim das zweite Los fortschrittlicher und modernisierter MiG-29-Kampfflugzeuge", zitiert Sana eine Militärquelle. Schon zuvor wurden auf dem Stützpunkt MiG-29-Jets ohne russische Markierungen bemerkt.

Der genaue Typ der Maschinen wurde nicht genannt, aber vermutlich handelt es sich um Modelle der Variante MiG-29SMT, über deren Lieferung seit Jahren verhandelt wird. Die MiG-29 wird seit fast 40 Jahren gebaut, die SMT ist eine deutlich verbesserte Version. Sie ist mit hochpräzisen Luft-Luft- und Luft-Boden-Waffen ausgestattet, um eine hohe Effizienz gegen Luft-, Boden- und Seeziele zu erreichen. Sie verfügt über eine verbesserte Cockpit- und Avionik, zusätzliche Treibstofftanks, ein modernisiertes Triebwerk und eine erhöhte Waffentransportkapazität. Die verstärkte Struktur hat ein altes Problem der MiG-29 gelöst, die kurze Reichweite. Nun beträgt die Reichweite des Flugzeugs 1800 km. Mit einem Abwurftank kann sie auf bis auf bis zu 2400 km und mit drei Abwurftanks auf bis zu 3000 km erhöht werden. Die die maximale Geschwindigkeit beträgt beachtliche 1500 km/h in Bodennähe und steigt auf 2400 km/h in großer Höhe. In Syrien ist vor allem die Aufgabe des Multifunktionskampfflugzeugs interessant. Sie wird primär nicht darin liegen, Bodenstellungen der Rebellen mit teuren Lenkwaffen auszuschalten. Der vergleichsweise kampfstarke Jet zielt eher auf andere Staaten, deren Flugzeuge im syrischen Luftraum operieren.

Quelle: Sana 

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