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Syrischer Jagdbomber: Suchoi-22 – Assads altes Schlachtross ist immer noch gefährlich

Die USA haben in Syrien einen Oldtimer der Lüfte abgeschossen. Gegenüber der amerikanischen F/A-18 hatte der syrische Jagdbomber keine Chance. Dennoch spielt das alte Schlachtross eine wichtige Rolle in dem Konflikt.

Eine syrische Su-22 auf einem Stützpunkt bei Homs.

Eine syrische Su-22 auf einem Stützpunkt bei Homs.

Im Krieg in Syrien setzt die syrische Luftwaffe uralte Flugzeuge ein, so wie die die Suchoi Su-22. So ein Oldtimer ist am Sonntag von einem US-Jet über syrischem Gebiet abgeschossen worden. Die Su-22 ist eine Entwicklung der UDSSR und wurde 1976 in Dienst gestellt. Sie basiert auf der noch älteren Su-17. Bei der Su-22 handelt es sich um einen klassischen Jagdbomber. Ein Flugzeug, welches dafür gebaut wurde, mit hoher Geschwindigkeit Bodenziele anzugreifen. Wegen der Form und der schnellen Flugeigenschaften unterscheidet sich die Su-22 merklich von reinen Schlachtfliegern bzw. Erdkampfflugzeugen wie der Fairchild-Republic A-10 - dem "Warzenschwein" der US-Luftwaffe.


Klassisches Jagdbomber-Konzept

Die Su-22 erreicht in einigen Varianten Mach 2 Geschwindigkeit und kann bis zu 18.000 Meter Höhe erreichen. Je nach Variante kann die sogenannte Dienstgipfelhöhe aber auch niedriger sein. Mit niedrigerer Höhe und geringerer Geschwindigkeit steigt allerdings die Waffenzuladung. Die SU-22 kann je nach Modell zwischen vier und neun Tonnen Waffen transportieren. Zum Vergleich: Die Fliegende Festung, die B-17G, konnte im Zweiten Weltkrieg auf Langstreckenmissionen zwei Tonnen transportieren. Assads Luftwaffe hat etwa 50 Jets besessen, etwa 30 sollen jetzt im Einsatz sein.

Syrien Krieg Kämpfer Bombeneinschlag


Jets wurden reaktiviert

Der Großteil dieser Flugzeuge wurde schon vor dem Krieg in den Ruhestand abgeschoben, dann aber reaktiviert. Die Su-22 soll mithilfe des Irans modernisiert worden sein. Ausrüstung mit Waffen und Ersatzteilen sollen aus Weißrussland stammen. Auch wenn der Jet alt ist, bringt er doch tödliche Waffen ins Ziel. Das alte Schlachtross hat gewaltige Zähne und ist nicht auf improvisierte Sprengsätze angewiesen. Zum Arsenal gehören 500 Kilogramm schwere Freifallbomben (OFZAB-500), ebenso thermobarische Bomben vom Typ ODAB-500ShL und ungelenkte Raketen mit dem Kaliber 240 Millimeter. Mit russischen Systemen zur verbesserten Zielführung ungelenkter Bomben wie der SVP-24 dürften die Jets allerdings nicht ausgestattet sein.

Bei gutem Wetter absolviert jede Su mindestens eine Mission am Tag. Im November kamen die Su-22 auf bis zu 34 Einsätze am Tag. Das beweist, dass die Flugzeuge trotz ihres Alters eine hohe Einsatzbereitschaft erreichen.

Tödliche Waffe im Bürgerkrieg

In Kriegen wie in Syrien wird der Oldtimer der Lüfte weiter eingesetzt. Mit seiner Marschflughöhe ist er für Eisenflak und tragbare Luftabwehrraketen unerreichbar. Über weitreichende Luftabwehrsysteme verfügen die Rebellen nicht. Nur im Bereich des unmittelbaren Angriffs ist der Jet verwundbar, in diesem kurzen Moment kann er sich durch Täuschkörper schützen, die tragbare Flugabwehr-Raketen (Manpad) ablenken. Durch die hohe Angriffsgeschwindigkeit hält sich die Su-22 ohnehin nur kurz im Wirkungsbereich solcher Abwehrraketen auf.

Tornado-Kampfjets

Wehrlos und blind im Luftkampf

Ein Nachteil des Konzepts war allerdings schon immer, dass der Jagdbomber gegenüber gegnerischen Jägern praktisch wehrlos ist. Für den Luftkampf müssten nicht nur spezielle Raketen mitgeführt werden, die Su-22 verfügt über kein Radar für Luftkämpfe, sondern über ein anderes System, um Ziele am Boden zu identifizieren und anzugreifen. Ohne den Schutz durch Begleitjäger ist die Su-22 ein einfaches Ziel. Hinzu kommt, dass sie heute technisch hoffnungslos veraltet ist. Für die F/A-18 der USA war der syrische Jet kein Gegner.

Wie kann Russland reagieren?

Fragt sich nur, ob das so bleibt. Es ist nicht das erste Mal in den letzten Wochen, dass die USA syrische Regierungstruppen direkt angreifen, um Rebellen, die den USA nahestehen, beziehungsweise deren Zonen, zu schützen. Mit seiner bescheidenden und veralteten Luftwaffe hat Assad den USA kaum etwas entgegenzusetzen. Einen Luftkampf kann er weder wagen noch gewinnen.

Denkbar wäre es allerdings, dass russische Jäger in Zukunft Begleitschutz fliegen. Oder gar russische Jets die Rebellen in kritischen Zonen attackieren. Dann bliebe abzuwarten, ob die Trump-Regierung den militärischen Einsatz weiter erhöht und das russische Militär direkt angreift. 

Die wahrscheinlichere Variante ist, dass Russland mehr und bessere Luftabwehrsysteme an die syrischen Truppen ausliefert. Das muss nicht die gewaltige S-400 sein. Das können Manpads mit vergleichsweise großer Reichweite sein. Die russische 9K333 Verba wird von Experten für das derzeit weltweit gefährlichste schultergestützte Raketensystem gehalten.

Hinzu könnten moderne Kurzstrecken-Abwehrsysteme wie die Panzir-S1 kommen. Sollten derartige Waffen in größerer Zahl in Syrien auftauchen, müssten sie nicht einmal abgefeuert werden. Ihre Präsenz allein würde die Lufteinsätze der US-Koalition sehr kompliziert machen.

Weltweit wird mit Oldtimern gekämpft

Der Einsatz uralter Flugzeuge in den verworrenen Kriegen der Gegenwart ist keine Besonderheit Syriens. In den Kämpfen auf den Philippinen hat das Militär die IS-Rebellen in Marawi mit leichten Bodenangriffsflugzeugen vom Typ OV-10 Bronco attackiert - dieses Flugzeug wurde in den 60er Jahren im Vietnamkrieg von den USA eingesetzt.

Die alten Kisten lassen sich meist einfach an frontnahen Flugplätzen warten. Die richtigen Verbündeten vorausgesetzt, lassen sich Ersatzteile und alte Jets meist einfach und billig aus eingemotteten Beständen beziehen. Außerdem gibt es keinen Mangel an Piloten. Weltweit werden ehemalige Piloten als Söldner angeheuert. In Syrien ist es eher typisch, dass auf Veteranen zurückgegriffen wird, die Erfahrungen mit den Maschinen haben. Viele Piloten haben graue Haare und sind genau so alt wie ihre Maschinen.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.