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Sprachlautsprecher: Echo Spot im Test: Warum Amazons smarte Uhr nicht in meinem Schlafzimmer landet

Amazon bringt mit dem Echo Spot einen neuen Sprachlautsprecher in Form einer Kugel auf den Markt. Konzipiert ist er als smarter Radiowecker. Doch im Schlafzimmer unseres Autors landet das Gerät nicht.

Der Echo Spot zeigt permanent die Uhrzeit an

Der Echo Spot zeigt permanent die Uhrzeit an

Es ist gerade einmal drei Jahre her, seit Amazon den ersten Echo vorstellte. Doch seitdem ist viel passiert: In Dutzenden Geräten, vom Kühlschrank bis zum Auto, steckt Sprachassistentin Alexa mittlerweile. Millionen Geräte brachte der Konzern allein zum letzten Weihnachtsfest an den Mann. Sprachsteuerung ist salonfähig geworden, die Stimme wird zum Interface der Welt. Alltags-Geräte ohne Sprachsteuerung dürften bald ähnlich altbacken wirken wie Bildschirme ohne Touch-Steuerung.

Doch nur Reden und Hören, das ist Amazon nicht genug. Jetzt sollen die -Geräte auch sehen und gesehen werden. Seit vergangenem Sommer gibt es mit Echo Show (hier unser Test) einen Lautsprecher mit eingebautem Bildschirm und Kamera. Der erinnert an einen Röhrenfernseher im Miniaturformat und wirkt ziemlich klobig. Für viele Menschen wohl zu klobig, denn diese Woche bringt Amazon mit dem Echo Spot das mittlerweile fünfte Modell nach Deutschland. Dabei handelt es sich um einen Sprachlautsprecher, so groß wie eine Schneekugel, in den vorne ein winziges Display eingebaut ist.

Musik-Player von Amazon mit Songtexten

Der Funktionsumfang des Spot ist identisch mit denen der anderen Echo-Geräte, schließlich teilen sich alle dieselbe cloudbasierte . Der 2,5 Zoll große Bildschirm bietet aber einige Vorteile im Vergleich zum herkömmlichen Echo: Fragt man nach dem Chefkoch-Rezept des Tages, bekommt man es nicht nur vorgelesen, sondern auch angezeigt. Will man einen Nachrichtenüberblick, wird die Tagesschau in 100 Sekunden als Video abgespielt. Theoretisch kann man auch Filme aus Amazons Streamingdienst Prime Video darauf schauen, Spaß macht das auf dem Mini-Bildschirm jedoch nicht.

Der Echo Spot ermöglicht dank eingebauter Kamera Videotelefonie

Der Echo Spot ermöglicht dank eingebauter Kamera Videotelefonie


Deutlich cooler: Hört man über Amazon Music, werden einem parallel die Songtexte angezeigt. Perfekt fürs Karaoke! Angesichts der kompakten Maße (es handelt sich um einen 36-Millimeter-Hochtonlautsprecher) ist der Klang in Ordnung, vom Hocker haut er einen aber nicht. Dafür ist er zu leise, Bässe gibt es nicht. Immerhin kann man externe Lautsprecher sowohl per Kabel als auch per Bluetooth anschließen.

Klingt eigentlich nach einem runden Paket. Dennoch dürfte es das Gerät aus mehreren Gründen schwer haben. Da ist zum einen der Preis. 130 Euro sind viel Geld für einen Echo Dot mit Mäusekino-Display. Den Dot bekommt man regelmäßig für 35 Euro, also ein Viertel des Preises. Wer einen besseren Sound will, greift ohnehin zum normalen Echo oder zum Sonos One. Und für 100 Euro Aufpreis liefert das Display (noch) nicht genügend Mehrwert. In einem Jahr sieht das womöglich wieder ganz anders aus, wenn die Künstliche Intelligenz noch schlauer und die Skills (Erweiterungen wie MyTaxi oder Chefkoch) besser auf das Display angepasst sind. Stand jetzt ist es aber nur ein Gimmick.

+++ Lesen Sie hier: Warum Alexa der Traum der Geheimdienste ist +++

Wäre da nicht die Kamera …

Und dann sind da noch die Privatsphäre-Bedenken. Viele Menschen haben sich gerade erst damit arrangiert, aus Komfortgründen ein dauerhaft aktiviertes Mikrofon in ihre eigenen vier Wände zu stellen - vor 20 Jahren wäre man dafür noch ausgelacht worden -, da stopft Amazon noch eine hinein. Die ist praktisch für Videoanrufe, schürt aber auch neue Bedenken. Als der Autor dieses Textes den Echo Spot im Schlafzimmer aufstellen wollte, wurde er sofort von seiner Frau in die Schranken gewiesen. "Ins Schlafzimmer kommt das Ding nicht", damit war die Sache für sie erledigt. Dabei würde der Spot eigentlich einen vorzüglichen Radiowecker abgeben. Am Ende landete er in der Küche. Wie es besser geht, zeigt etwa Somfy mit seiner Überwachungskamera, bei der sich die Kameralinse mechanisch zuklappt.

Man kann die Bedenken verstehen. In einer stern-Umfrage sagten fast 70 Prozent, dass sie Sprachlautsprecher "unheimlich" finden und "nicht belauscht werden möchten". Der Konzern verweist auf Nachfrage auf seine hohen Sicherheitsstandards und betont, dass er die Privatsphäre seiner Nutzer schützen will. Zur Wahrheit gehört aber auch: Welche Daten Amazon alles sammelt und wer auf diese Zugriffe hat, dazu schweigt der Konzern. Mehr dazu können Sie hier nachlesen. 

Die Angst vor Hackern ist außerdem nicht ganz unbegründet. In der Vergangenheit knackten Cyberkriminelle sogar Smart TVs und filmten so Paare beim gemeinsamen Liebesspiel (mehr dazu hier). Bislang gab es so einen Fall allerdings noch nicht bei einem Echo.

Fazit: Man sollte noch warten

Der Echo Spot ist ein interessanter Kompromiss: Er ist kleiner als der Echo Show und findet in beinahe jeder Ecke Platz. Zugleich kann er durch den Bildschirm mehr als ein herkömmlicher Echo. Trotzdem fühlt es sich noch an, als würde das Produkt zwischen den Stühlen sitzen: Der Klang ist mau, das Display liefert noch nicht genug Mehrwert. Youtube wird gar nicht unterstützt, externe Messenger wie Whatsapp ebenfalls nicht. Viele Skills sind noch nicht vernünftig angepasst. Wer häufig Video-Chats nutzt, dürfte damit zufrieden sein. Als Mini-Fernseher ist das Produkt nicht empfehlenswert. Eine Steckdose wird immer benötigt, ein Akkubetrieb wird nicht unterstützt.

Wer Bedenken wegen der Kamera hat, dem bleibt nichts weiter übrig, als sie abzukleben. Der Preis von 129 Euro erscheint uns zu hoch. Vermutlich wird der Echo Spot bei einem von Amazons Aktionstagen deutlich im Preis gesenkt werden. Wer Interesse hat, sollte sich bis dahin gedulden.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.