HOME
Test

Smartphone: Sony Xperia XZ Premium im Test: Aus Alt mach Neu

Mit dem Xperia XZ Premium will Sony wieder in der Smartphone-Oberklasse mitmischen. Dafür setzen die Japaner auf jede Menge Technik - und ein altbackenes Design. Unser Test verrät, wie sich das Spiegel-Handy im Alltag schlägt.

Die spiegelnde Rückseite ist ein Hingucker

Die spiegelnde Rückseite ist ein Hingucker

Premium. Allein der Namenszusatz an Sonys neuestem Smartphone verrät, dass die Japaner in diesem Jahr wieder ganz oben mitmischen wollen. Dafür sind sie auch bereit, ungewöhnliche Wege zu gehen. Etwa beim Gehäuse: Statt mattem Aluminium kommt eine stark spiegelnde Rückseite zum Einsatz. Die ist definitiv ein Hingucker, zumindest solange man das Gerät nicht in die Hand nimmt. Das XZ Premium zeigt vorne wie hinten jeden einzelnen Fingerabdruck. Wirklich jeden! Ständig hat man das Verlangen, mit dem Putztuch darüber zu wischen.

Beim restlichen Gehäuse-Design geht dagegen auf Nummer sicher: Das Xperia XZ Premium ist toll verarbeitet, sieht aber dem Dutzend Vorgängern zum Verwechseln ähnlich. Ein großer Pluspunkt: Das Gehäuse ist gegen eindringendes Wasser geschützt und kann ohne Sorgen im Regen verwendet werden. Der Fingerabdrucksensor ist am Seitenrand in den An/Aus-Schalter eingelassen und funktioniert zuverlässig.

Doch während die Konkurrenz zunehmend auf dünne Geräte mit schmalen Rändern setzt, wirkt das Xperia mit einer Breite von 77 Millimetern und einem Gewicht von 191 Gramm ziemlich wuchtig. Vor allem durch die breiten Ränder ober- und unterhalb des Bildschirms ist eine Einhandbedienung schwierig, wenn man nicht gerade Klitschko-Pranken hat.

Die Rahmen um das Display ist relativ groß

Die Rahmen um das Display ist relativ groß

Toller Bildschirm mit kleinem Haken

Apropros Bildschirm: Nach dem Z5 Premium verbaut Sony zum zweiten Mal einen 4K-Screen mit einer Auflösung von 3840 x 2160 Bildpunkten. Farben und Kontraste können sich sehen lassen, der Bildschirm ist sehr blickwinkelstabil - Inhalte sind also auch von der Seite gut erkennbar, wenn auch etwas dunkler. Weil solche hochauflösenden Displays aber noch selten sind, unterstützen derzeit nur wenige die 4K-Auflösung (etwa Youtube oder Sonys Video-Player). Games werden meist auf Full-HD herunterskaliert.

Ähnlich sieht es bei HDR (High Dynamic Range) aus. Die Technik kennt man von modernen Spitzen-Fernsehern, sie ermöglicht besonders satte Farben und Kontraste. Doch auch hier sind passende Apps Mangelware: Amazon Prime Video hat bereits HDR-Inhalte, Netflix aber noch nicht (läuft derzeit nur auf dem LG G6). Derzeit haben Käufer trotz des tollen Displays also kaum nennenswerte Vorteile gegenüber anderen .

Technisch hat Sony in das Xperia XZ Premium beinahe alles gesteckt, was gut und teuer ist: Der eingebaute Prozessor vom Typ Snapdragon 835 ist einer der schnellsten überhaupt und steckt auch im Galaxy S8. Der Chip liefert genug Rechenpower für alle Anwendungen, Apps starten blitzschnell. Auch Bluetooth 5 und LTE Cat.16 sind an Bord - mehr geht derzeit nicht.

Die Kamera auf der Rückseite steht nicht spürbar aus dem Gehäuse hervor.

Die Kamera auf der Rückseite steht nicht spürbar aus dem Gehäuse hervor.

Kamera mit 960 Bildern pro Sekunde

Das wichtigste Feature für viele Kunden ist die . Sony setzt diesmal auf eine 19-Megapixel-Knipse mit f/2.0-Blende. Bei vorherigen Generationen kam eine 23-Megapixel-Kamera zum Einsatz. Bei gleicher Sensorgröße ergeben sich durch die reduzierte Auflösung größere Pixel, die mehr Licht aufnehmen können. Auf eine Dualkamera wie beim iPhone 7 Plus wird verzichtet.

Bei Tageslicht schießt das Xperia XZ Premium gute Fotos mit realitätsgetreuen Farben, die nicht so bonbonbunt sind wie beim Galaxy S8. Der automatische Weißabgleich gelingt dem Smartphone in den meisten Fällen gut, der Autofokus arbeitet auch bei schlechten Lichtbedingungen sauber und schnell. Gelegentlich kommt die Kamera ins Straucheln, wenn auf dem Motiv große Helligkeitsunterschiede sind (gleißende Sonne und große Schatten), dann wird das Bild generell abgedunkelt und die hellen Stellen wirken überzeichnet.

In puncto Detaildichte kommt Sony aber nicht an das Galaxy S8 heran, das allerdings auch eine lichtstärkere Blende verwendet. Zoomt man in die Bilder hinein, wirken Details verschwommen wie bei einem Aquarell. Das ist nicht mehr ganz so störend wie bei vorherigen Generationen, Sony ist also auf dem richtigen Weg. Fotografiert man nicht mit der voreingestellten "Intelligenten Automatik", sondern im manuellen Modus, gelingen bessere Fotos. Das dürfte für viele aber zu umständlich sein. Für die absolute Kamera-Spitzenklasse reicht es deshalb noch nicht.

Die Kamera-App bietet viele Funktionen und ist übersichtlich aufgebaut, einzig die 4K-Videoaufnahme ist etwas zu tief in den Einstellungen versteckt. Wie bei Sony-Smartphones üblich gibt es einen dedizierten Kameraknopf.

Zoomt man in Fotos hinein, erkennt man eine Art Aquarell-Effekt

Zoomt man in Fotos hinein, erkennt man eine Art Aquarell-Effekt

Eine Besonderheit ist die Slow-Motion-Kamera: Sie nimmt kurze Clips mit bis zu 960 Bildern pro Sekunde auf - bei normalen Videos sind es 30 oder 60 Bilder pro Sekunde. Die Auflösung wird allerdings auf HD beschränkt. Der Modus ist eine nette Spielerei, mehr aber auch nicht. Zum einen ist das Timing schwierig, weil der Zeitlupenmodus nur einen kurzen Moment aufnimmt. Zudem ist man auf sehr gute Lichtverhältnisse angewiesen. In Innenräumen sind die Aufnahmen oft zu dunkel und verrauscht.

Die Frontkamera knipst mit 13 Megapixeln, für Selfies und Videotelefonie ist das auf jeden Fall ausreichend. Wer bessere Bilder will, kann dank der spiegelnden Rückseite mit etwas Übung auch die Rückkamera für Selbstporträts nutzen.

Mittelmäßige Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit im Xperia XZ Premium ist mittelmäßig. Die eingebaute Batterie (Kapazität: 3230 Milliamperestunden) ist für das große 4K-Display beinahe unterdimensioniert. Konkurrenten wie Huawei verbauen bei ähnlicher Größe weit mächtigere Akkus. Bei durchschnittlicher Nutzung ist ein Tag locker drin, wer nur selten zum Smartphone greift dürfte auch länger ohne Steckdose auskommen. Heavy-User sollten unterwegs aber besser eine Powerbank einstecken.

Das Xperia XZ Premium unterstützt die aktuelle Schnellladetechnik (QuickCharge 3), damit ist das Handy schnell aufgeladen.

Geladen wird das Xperia XZ Premium via USB-C

Geladen wird das Xperia XZ Premium via USB-C

Fazit: Guter Allrounder, aber zu teuer

Das Xperia XZ Premium hat einen tollen Bildschirm, der sein volles Potenzial noch gar nicht ausreizen kann. Die technische Ausstattung - Prozessor, LTE, Bluetooth 5 - ist absolute Oberklasse. Das Design ist mit seiner Spiegelrückseite elegant, wirkt durch die breiten Rahmen aber etwas altbacken. Eine optische Frischzellenkur ist dringend nötig. Und auch bei der Akkulaufzeit sollte Sony nachbessern.

Das Sony Xperia XZ Premium kostet 699 Euro. Angesichts der Marktsituation dürfte der Preis nicht lange zu halten sein: Samsungs Galaxy S8 bekommt man bereits für rund 500 Euro, das Huawei P10 Plus gibt es ab 600 Euro. Ein angemessener Preis für das Xperia XZ Premium dürfte daher bei 500 bis 550 Euro liegen.

Update 13. Juli 2017: In der ersten Version des Artikels hieß es, ein Quickcharge-Netzteil sei nicht im Lieferumfang enthalten. Die entsprechende Passage wurde korrigiert.

Vorteile

Nachteile

toller Bildschirm …

… der seine Stärken noch nicht voll ausspielen kann

schneller Prozessor

Automatik-Modus der Kamera mit Schwächen

ungewöhnliche Gehäusefarbe

breiter Rahmen um das Display

aktuelle Android-Version 7.1

mittelmäßige Akkulaufzeit

Bluetooth 5 und LTE Cat.16

 

Weitere Tests:


Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.