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Love from Hell: Maßlos auf Malle - "All inclusive"-Cluburlaub für "Adults Only"

Henriette Hell unterwegs – diesmal: Aqua Zumba und Handtuch Origami mit den "Adult’s Only"-Rentnern von Santa Ponsa. SPOILER: Sex im Pool gab‘s trotzdem ...

Immerhin: Für Kaja gab es eine kurze aber heftige Sommerliebe.

Immerhin: Für Kaja gab es eine kurze aber heftige Sommerliebe.

Getty Images

Neulich habe ich gelesen, dass die Abenteuerlust bei den meisten Menschen ab 34 stark abnimmt. Ich bin zwar erst 32, aber in diesem Sommer habe ich mich nach einer anstrengenden Stressphase trotzdem von meiner Freundin Kaja dazu überreden lassen, meinen Sommerurlaub in einem Clubhotel zu verbringen. Meine Eltern haben das früher immer gemacht. Fand ich als Kind schon stressig: Der Kampf um die besten Liegen am Pool, nervige Animateure, gruseliges Abendprogramm (Musicals!). So kam es, dass ich als Erwachsene ein Faible für minimalistische Rucksackreisen durch abenteuerliche, exotische Gefilde entwickelte. Aber man wird ja auch nicht jünger.


Eigentlich wollten Kaja und ich diesen Sommer einen Städtetrip machen. Aber dann waren wir beide so erledigt von anstrengenden Wochen im Job, dass wir nur noch eins wollten: Eine Woche lang auf der Liege in der Sonne brutzeln und uns mit Pina Colada zulaufen lassen. Also buchten wir uns spontan in einem luxuriösen Clubhotel & Spa auf Mallorca ein. Adult's Only. Ein Kick der besonderen Art ...


Wenn man den ganzen Tag mit Rentnern und Schwangeren am Pool abhängt, ist die Männerauswahl überschaubar. Neben den üblichen Verdächtigen (Kellner, Surflehrer) machte eine Gruppe junger Männer auf sich aufmerksam. Alle trugen dieselben pinkfarbenen Badehosen und weiße Shirts, auf denen das Logo eines Versicherungsunternehmens gedruckt war. Bürohengste auf Dienstreise! Und die ließen nichts anbrennen. Gleich am ersten Tag luden sie Kaja und mich (die einzigen weiblichen Singles unter 60) "großzügig" auf ein paar Drinks ein, denn die Jungs hatten im Gegensatz zu uns "All Inclusive" auf Firmenkosten. Damit waren sie unsere neuen besten Freunde.


Einer von ihnen war Hobby-Hypnotiseur! ("Das hab ich mir mit YouTube selbst beigebracht!").

Ich stellte mich aus Neugier als Versuchskaninchen zur Verfügung. "Zunächst ein paar rhetorische Fragen: Bist du Single? Was ist deine Lieblingsstellung? Hattest du schon mal einen Dreier?"


Da ergriff ich lieber schnell das Weite.


Auch sonst waren die Bagger-Skills der Boys eher schlicht. Aber Kaja gab irgendwann auf, als sich ein attraktiver Muskelprotz vor ihr aufbaute und sie aufforderte, ihm den Rücken einzuschmieren. Der Beginn einer kurzen aber heftigen Sommerliebe. Die beiden machten Liebe im Pool, während Deutschland von Südkorea vom Platz gefegt wurde und sämtliche Hotelgäste vor der Leinwand in der Lobby litten. Kaja war an jenem Nachmittag die einzige Deutsche, die laut jubelte,


Auch einen Zugang zum VIP-Bereich hatten die Boys. Mit privaten Jacuzzis und Champagner satt! Damit hatte ich Kaja für immer verloren.


So blieb mir nichts anderes übrig, als an den zahlreichen skurrilen Freizeitaktivitäten teilzunehmen, über die ich mich am ersten Tag noch lustig gemacht hatte. "Lass dich einfach drauf ein", sagte ich zu mir selbst, während ich beim Aqua Zumba auf einer bunten Schlange ritt und mit den anderen Hotelgästen eine Polonaise durch den Pool tanzte. Und was soll ich sagen? Es machte tatsächlich ... Spaß. Ich fühlte sich plötzlich wie ein Kind. Oder ein Burn-Out-Patient in der Geschlossenen, dem seichte Beschäftigungstherapie verordnet worden war. So lernte ich in den darauffolgenden Tagen nicht nur wie man Schwäne aus Handtüchern faltet sondern stellte auch selbst Seife und Sushi her. Voll schön!


Ach so, und einen Hauch von Abenteuern gab‘s am Ende dann doch noch, als Kaja und ich infolge eines Fluglotsenstreiks von meiner Lieblingsfluggesellschaft Ryanair (mal wieder) zu einer Woche "Zwangsurlaub" verdammt wurde und sehen mussten, wo wir bleiben. Aber zum Glück hatte "Bauchi" noch ein Zimmer frei. Also, wenn ihr mich sucht ...

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.