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Bekenntnisse einer Rabenmutter: Unerträgliche Schmerzen bei der Geburt? Nicht mit mir!

Geburten verursachen höllische Schmerzen - ob nun auf natürlichem Weg oder per Kaiserschnitt. Dabei gibt es doch so feine Mittelchen dagegen. Die nimmt nur keiner. Unsere Gastautorin Marike Frick hält das für einen riesigen Fehler.

Von Marike Frick

Kurz nach der Geburt

Kurz nach Geburt sind die Schmerzen vergessen - oder?

Gleich vorweg: Ich hatte einen Kaiserschnitt. Einen geplanten, medizinisch notwendigen. Ich kann also nicht mitreden, wenn es um PDA geht, um Hypnobirthing oder Atemtechniken. Ich kann nur sagen: Auch ein Kaiserschnitt tut verdammt weh.
Halt, stopp, Korrektur!

Ein Kaiserschnitt KANN verdammt weh tun – wenn man das Pech hat, eine dieser Hebammen zu erwischen, die die Meinung vertreten, "dass es halt weh tut, war eben eine OP". Als wollten sie dich abstrafen dafür, dass du nicht "normal" geboren hast. Die anderen Frauen haben schließlich auch Schmerzen, glaubst du etwa, du kämest ohne davon?

Schmerz, lass nach!

Ein solches Hebammen-Exemplar stand nach der Geburt meines ersten Sohnes an meinem Bett und sah mir ungerührt dabei zu, wie ich versuchte, mich aus der Rückenlage hochzuhieven, zu drehen und mit den Beinen nach unten sitzend auf der Bettkante anzukommen.

Marike Frick

Marike Frick ist Journalistin, Medien-Beraterin und zweifache Mutter. Sie lebt mit ihrer deutsch-spanischen Familie in Genf. Auf ihrem Blog wasjournalistenwollen.de hilft sie Unternehmern und Selbstständigen, bessere Pressearbeit zu machen.

Es schien mir schier unmöglich. Jedes Mal, wenn ich eine Drehbewegung versuchte, rammte mir irgendwer ein sehr spitzes Messer in den Unterbauch – so fühlte es sich zumindest an.

Als mein Mann mir helfen wollte – Achtung, jetzt kommt’s! – sagte die Hebamme nur trocken: "Nein, das muss sie allein schaffen." Was mir dann auch gelang. Unter Schmerzen, die mich nur eines denken ließen: "Nie. Wieder. Ein. Kind." Als ich mich wenig später zurück ins Bett schleppte und wieder in die Rückenlage musste, ging das nur mit der beherzten Hilfe dieser Hebamme. Ich schrie auf vor Schmerz. Ich fing an zu weinen. Ich bekam in diesem Moment eine Ahnung davon, wie es ist, die Kontrolle zu verlieren.

So muss das also sein, wenn man natürlich gebirt, dachte ich. Dass das Schreien einfach über einen kommt.

Das "Nie wieder" in meinem Kopf wurde immer größer.
Mein Mann stand währenddessen fassungslos am Kopfende. Er hatte mich noch nie vor Schmerzen weinen sehen. Ich bin generell nicht sehr wehleidig, sondern eindeutig die Härtere von uns beiden. Hier mal die Hintergrundinfo: Sie hatten mir den Bauch aufgeschnitten, und zwar mehrere Schichten. Sie hatten mich zugenäht. Und dann hatten sie mir Paracetamol auf den Nachtschrank gestellt, alle sechs Stunden neu.
Paracetamol! Das nehme ich, wenn ich Kopfschmerzen habe!
Als ich um mehr Schmerzmittel gebeten hatte, hatte die Hebamme den Kopf geschüttelt.

Dabei war mir noch nicht mal die Milch eingeschossen, stillen war also noch gar kein Thema! Warum also ließ man mich leiden?
Ich sage es Ihnen: Weil in Deutschland Schmerz verherrlicht wird. Irgendwo habe ich mal ein Interview mit einer in der Türkei ausgebildeten Hebamme gelesen, die überrascht feststellte, dass es in Deutschland als erstrebenswert gilt, Schmerzen aushalten zu können.

Muss man Schmerzen immer aushalten?

Als Folge teilen mir befreundete Mütter kurz nach ihrer Geburt mit, sie hätten es ja glücklicherweise ohne Schmerzmittel geschafft.
Und ich denke nur: Liegt diesem Stolz auf die eigene Härte irgendein archaischer Kult zugrunde? Wenn es doch vermeidbar ist, warum muss man Schmerzen aushalten? Ich will nicht einsteigen ins Philosophieren rund ums Für und Wider der PDA. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass das Verlangen nach Schmerzmitteln hierzulande gleichgesetzt wird mit Versagen.

Leute, macht euch doch bitte mal locker!

Denn stellt euch mal vor: In der Schweiz, wo ich meinen zweiten Kaiserschnitt erleben durfte, geben sie Morphin nach der OP. Ja, MORPHIN. Ich konnte es schneller wieder absetzen, als meine Drüsen den ersten Tropfen Milch produzieren konnten – und hatte nicht eine Sekunde Schmerzen. Denn die gängige Frage des Personals lautete: „Brauchen Sie noch mehr Schmerzmittel?“ Es war ein Traum.

Und ich weiß jetzt, dass ich mich damals in Deutschland einfach hätte durchsetzen sollen.

Niemand sollte Schmerzen "aushalten" müssen, wenn es auch anders geht. Schwangere dieser Nation, lasst euch bitte nichts Anderes einreden!

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.