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Luxushotel The Fontenay: Streit im Sternerestaurant: "Er hat viel zu teuer eingekauft" – so verteidigt sich der Spitzenkoch

Cornelius Speinle hat fürs Luxushotel "The Fontenay" in Hamburg einen Michelin-Stern erkocht. Der Gault-Millau hat ihn ebenso hoch ausgezeichnet. Doch jetzt ist damit Schluss. Der Chef gibt an, der Sternekoch habe zu teuer eingekauft. Der wiederum verteidigt sich mit den Worten, er habe nur Wert auf Qualität gelegt.

Cornelius Speinle The Fontenay

Spitzenkoch Cornelius Speinle hat in 18 Monaten einen Michelin-Stern im Hamburger Luxushotel "The Fontenay" erkocht. Jetzt schmeißt er hin. Gründe seien Sparmaßnahmen des Chefs.

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Es ist ein bizarrer Streit: Der Spitzenkoch Cornelius Speinle hat 18 Monate das Restaurant "Lakeside" im Hamburger Luxushotel "The Fontenay" geführt - und das mit Erfolg. Zumindest, wenn man sich die Auszeichnungen ansieht. Das Restaurant wurde in kurzer Zeit mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet, der Gault-Millau hat das Restaurant mit 17 von 20 möglichen Punkten bewertet. Das sind Höchstleistungen. Jetzt hat der Küchenchef hingeschmissen. Das Restaurant ist momentan ohne Küchenchef. Was ist passiert? 

Die Auszeichnungen waren dem Eigentürmer Klaus-Michael Kühne wohl nicht genug, er erhob schwere Vorwürfe gegen Speinle, wie das "Abendblatt" berichtet. "Der Sternekoch Speinle hat uns enttäuscht, nicht der Qualität wegen, die exzellent war, sondern weil es ihm nicht gelang, die Küche personell stabil zu halten und wirtschaftlich auszurichten."

Spitzenkoch Speinle verteidigt sich: Seine Ausrichtung liege hauptsächlich auf der Qualität der Zutaten, sein Team habe er selbst zusammengestellt. "Ich lege höchsten Wert auf die Qualität der Produkte, die ich in der Küche verarbeite. Natürlich hat hochwertige Ware ihren Preis. Die Gäste, die viel Geld für ein Menü bezahlen, haben auch ein Anrecht darauf, dass ihnen ein hohes Niveau geboten wird", so Speinle. HSV-Investor Kühne wirft dem Sternekoch dagegen vor, dass er "viel zu teuer eingekauft" habe.

Spitzenkoch wollte nicht an der Qualität sparen

Kühne soll ihm nahegelegt haben, Personal- und Produktkosten zu sparen. Er wolle eine Umstrukturierung im Hotel. "Ich sollte lieber filetierten Fisch zubereiten als einen frischen ganzen. Das mache ich aber nicht! Ich bin Handwerker, meine Seele liegt auf dem Teller. Es war auch anders abgesprochen", sagte Speinle gegenüber der "Bild".

In einer Mitteilung des Hotels heißt es, dass die Leitung des Restaurants ab Mitte November nicht mehr in Speinles Händen liegen würde. Dafür soll der Küchenchef Stefan Wilke antreten. Daraus ist bislang nichts geworden. Zur Zeit bereiten Gast-Köche aus Mallorca die Speisen zu.

Und wie geht's für den Schweizer Spitzenkoch Speinle weiter? Der 33-Jährige ist auf der Suche nach einem anderen Arbeitgeber. Den wird er sich wohl aussuchen können. Und das "The Fontenay" könnte weitere Mitarbeiter verlieren. "Viele aus meinem Team im Lakeside stehen schon in den Startlöchern und würden gerne wieder mit mir an meiner neuen Wirkungsstätte zusammenarbeiten."

Quellen: "Hamburger Abendblatt", "Bild"