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Kitchen Impossible: Mälzer ist Fluch und Segen – das muss nächste Staffel anders laufen

"Kitchen Impossible" bedeutet großartige Food-Aufnahmen, gewaltiger Sound und grandiose kulinarische Geschichten. Die dritte Staffel hatte tolle Momente. Trotzdem sollte sich nächste Staffel etwas ändern. 

Tim Mälzer Kitchen Impossible

Kitchen Impossible: So war die dritte Staffel, das muss sich in der nächsten ändern

Episch, bildgewaltig, grandioser Sound, herausragende Dramaturgie, Spitzenküche und Köche an ihren Grenzen: Das ist "Kitchen Impossible". Die Erwartungen an die dritte Staffel waren groß, aber konnte sie an die erfolgreichen vorangegangenen Episoden anknüpfen? Jein. Zuerst das Positive:

1) Die Kontrahenten

Konstantin Fillipou, Duc Ngo, Tohru Nakamura, Peter Maria Schnurr, Johannes King, Mario Lohninger und Christian Bau. "Kitchen Impossible" hatte von acht Folgen sieben Neuzugänge. Sie alle haben spannende kulinarische Lebensläufe, und zwar nicht nur in der Sternegastronomie. Duc Ngo beispielsweise ist ein Self-Made-Koch, der sich Kochen als Autodidakt beigebracht hat. Aber auch Christian Bau, der seit zehn Jahren drei Sterne hält, ist im Portrait kennenzulernen.

2) Die Aufgaben

Die kulinarischen Geschichten kamen nicht zu kurz: Ob Fish and Chips in England, brutal lokal in Berlin, Burger in den USA, Eintopf in Ghana oder Sommerrollen in Vietnam. An Kulinarik wurde in der dritten Staffel nicht gespart.

3) Der Look und der Sound

Die Leidenschaft und die Liebe fürs Format spürt man in der Auswahl der Musik, in der Kameraführung und im Schnitt. Fürs Format wurden keine Kosten und Mühen gescheut. Die Spielfilmoptik ist gewollt und verleiht der Sendung ihre hohe Wertigkeit. Der Produzent sagte im Gespräch mit dem stern, dass eine Folge 90 Tag in den Schnitt geht und 12 Tage gefilmt wird. Das ist enorm für eine Kochshow.

4) Tim Mälzer

"Kitchen Impossible" steht und fällt mit Tim Mälzer. Er ist Motor und Antrieb der Sendung. Zwar versucht es die Produktion auch mit anderen Protagonisten, die Show funktioniert auch ohne Mälzer. Aber nicht so gut wie mit Mälzer. Der TV-Koch polarisiert. Zu Gute kam ihm, dass er anfangs unterschätzt wurde. Mittlerweile weiß man: Mälzer kann Kochen und hat ein großes Gespür für Kulinarik.

Kitchen Impossible Tim Mälzer Christian Bau

Was weniger gut lief und sich in der nächsten Staffel ändern muss:

1) Die KontrahentINNEN

Nur eine Frau, Maria Groß, duellierte sich in der dritten Staffel mit Tim Mälzer. Im Gespräch mit dem stern sagt der TV-Koch, dass er das Gefühl habe, Frauen würden diesen Wettbewerb nicht schätzen. Sie fragen viele an, die meisten aber sagen ab. Das sollte sich für Staffel vier ändern. In der Kochwelt gibt es genug Frauen, vielleicht wenige in der Sternegastronomie, aber was spricht eigentlich gegen eine Unternehmerin in der Gastronomie oder gegen eine Kuchenbäckerin? Und der große Wunsch von vielen Kitchen-Fans: Jamie Oliver als Kontrahenten. Mal sehen, was die nächste Staffel bringt.

2) Die Aufgaben

Nach zwei Staffeln war klar: Mälzer sollte man nicht unterschätzen. Deshalb wurden Mälzer extra schwere Aufgaben gestellt, die mitunter fast schon künstlich wirkten. Leider geht dadurch der Charme der Sendung etwas verloren. Der Spaß beim Kochen wird Mälzer beispielsweise in Japan geraubt, er muss Sushi zubereiten. Auch hier wird sein Ehrgeiz nicht mal im Ansatz geweckt, weil er zu viel Respekt vor der Aufgabe hat ("Weil ich es anmaßend finde, wenn Menschen in Japan einerseits sieben Jahre für eine Ausbildung zum Sushi-Meister brauchen und dieses Wissen dann andererseits für uns aus dem Kontext rausgeholt und nur noch als Rezept gesehen wird.")

Was hinzukommt: Die Auswahl der Aufgaben war zu gewöhnlich. Es fehlten diesmal Elemente wie Kochen im Erdloch oder das Verköstigen einer Schiffsmannschaft. Ungewöhnliche Aufgaben, die fernab von "normalen" Küchen sind, tun dem Format einfach gut.

3) Tim Mälzer

Dass Mälzer ein Wörterbuch für Fäkalausdrücke herausgeben könnte, ist nichts Neues. Dennoch ist die Schimpfworttirade, die er über seine Kontrahenten ergehen lässt, irgendwann doch zu viel. Ein bisschen weniger fluchen, ein bisschen mehr respektvollere Worte. Es wäre ein Anfang, wenn jedes zweite "Der F***er" gestrichen werden würde.