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Portland Mit Helmen und Schildern: "Mauer aus Müttern" schützt Demonstrierende bei US-Protesten

Die weltweiten Proteste gegen Rassismus und Diskriminierung gehen weiter – teils gewaltsam, wie Ausschreitungen in Portland im US-Bundesstaat Oregon zeigen. Hier haben sich lokale Mütter zusammengetan, um Protestierende vor Polizeiangriffen zu schützen.

Auch wenn sie vielleicht nicht mehr so sehr im Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit stehen, gibt es, ausgelöst vom gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd, weltweit nach wie vor regelmäßig große Proteste gegen Rassismus und Diskriminierung

In der Stadt Portland im US-Bundesstaat Oregon, wird laut Medienberichten bereits seit rund 50 Tagen jeden Abend protestiert. Die Regierung hat zahlreiche Bundesbeamte abgestellt, die aus diesem Grund patrouillieren – eine Tatsache, die Gouverneurin Kate Brown im Gespräch mit dem Radiosender "National Public Radio" als "Benzin im Feuer" beschrieb. Laut dem US-Nachrichtenportal "Buzzfeed News" sollen nun auch seitens des Präsidenten Agenten eingesetzt werden, die in nicht markierten Vans zu den Protesten fahren und Protestierende teils gewaltsam und ohne Angabe triftiger Gründe festnehmen.

Proteste in Portland: "Schießt nicht, ich bin Mutter"

Um ihrem Unmut über diese Umstände Ausdruck zu verleihen, hat sich nun eine neue Gruppe Protestierender zusammengeschlossen, die sich "Wall of Moms", also Mauer aus Müttern, nennen. Bilder, die tausendfach auf Twitter geteilt werden, zeigen eine Gruppe Frauen, die sich, teils mit Helmen geschützt, an den Armen eingehakt vor die Protestierenden stellen und sie somit mit ihren Körpern vor Angriffen der Beamten schützen – eine von ihnen scheint hochschwanger zu sein. Auf ihren Schildern stehen Dinge wie "Lasst die Finger von unseren Kindern", "Die Mamas sind sauer" und "Schießt nicht, ich bin Mutter".

Laut Zeugenberichten sollen sie teilweise über Stunden so auf der Straße stehen und "Feds aus dem Weg, die Moms sind hier" skandieren. "Es geht uns darum, das Recht friedlicher Bürger zu protestieren, zu verteidigen", so Bev Barnum, eine 35-jährige zweifache Mutter zu "Buzzfeed News". Sie habe sich zu dem Protest entschlossen, nachdem sie ein Video gesehen habe, in dem zwei bewaffnete Beamte aus einem nicht markierten Van gesprungen seien und eine Person gepackt hätten.

In einem Facebook-Post schrieb sie: "Lasst uns das tun, was wir am besten können – Menschen beschützen. Wir Mütter werden häufig unterschätzt. Aber wir sind stärker als man es uns zutraut. Also, was sagt ihr, kommt ihr mit? Helft ihr mir, eine Mauer aus Müttern zu bauen?"

Dem Nachrichtenportal erklärte sie: "Wir wollten aussehen, als würden wir in den Supermarkt gehen, wie ganz normale Menschen." Sie hätten gehofft, dass diese harmlose Aufmache ihnen dabei helfen könne, die Protestierenden zu schützen. Sie seien jedoch zu einem späteren Zeitpunkt von Bundesbeamten mit Tränengas attackiert worden.

In einem weiteren Facebook-Post schrieb Barnum später, dass vier der Mütter wegen ihres friedvollen Protestes verhaftet worden seien: "Denkt darüber mal nach."

Quellen: "National Public Radio", "Buzzfeed News", Facebook-Event, Facebook Bev Barnum

jgs

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