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Forderung nach Verkehrswende "Block Friday statt Black Friday" – Klimaaktivisten seilen sich von etlichen Autobahnbrücken ab

Protestaktion an der Autobahn 2
Wie hier an der A 2 in Braunschweig seilten sich Aktivistinnen und Aktivisten von an mehreren Autobahnbrücken in Deutschland ab
© Cornelia Steiner / Braunschweiger Zeitung / DPA
Mitten im Berufsverkehr seilen sich Protestierende von zahlreichen Autobahnbrücken in Deutschland ab. Streckensperrungen der Polizei sorgen für lange Staus. Die Aktivistinnen und Aktivisten fordern ein Umdenken in der Verkehrspolitik.

"Die A7 Flensburg – Hamburg ist zwischen Schleswig-Schuby und Jagel wegen eines Polizeieinsatzes gesperrt, dadurch Stau in beiden Richtungen." – die Verkehrsnachrichten im Radio waren an diesem Freitagmorgen voll von solchen und ähnlichen Meldungen.

Grund für die Polizeieinsätze waren Protestaktionen von Klimaaktivistinnen und -aktivisten an etlichen Autobahnbrücken in mehreren Bundesländern.

Proteste gegen Autobahnbau

Die Protestierenden seilten sich von Brücken ab und zeigten Transparente, auf denen Forderungen wie "Mit Vollgas in die Klimakatastrophe ...? Jetzt umsteuern!" oder "Verkehrswende statt Klimakrise" zu lesen waren.

Neben der A7 in Schleswig-Holstein sollten nach Angaben von Aktivistengruppen auch die A7 bei Kassel, die A485 bei Gießen, die A2 bei Braunschweig und Hannover, die A4 bei Dresden und Jena sowie die A20 bei Tribsees in Mecklenburg-Vorpommern von der konzertierten Aktion betroffen gewesen sein. Die Polizei sperrte die entsprechenden Autobahnabschnitte zur Sicherheit zeitweilig ab, es bildeten sich Staus. Teils unterstützten Feuerwehr oder Spezialkräften bei der Beendigung der Blockaden. Zu möglichen Festnahmen gab es zunächst keine offiziellen Angaben. Die Polizei in Schleswig-Holstein sprach in einer ersten Mitteilung von einem "friedlichen" Verlauf.

Für den Protest unter dem Motto "Block Friday statt Black Friday" seien mehrere unabhängig voneinander agierende Aktionsgruppen verantwortlich, teilte eine Gruppe namens "Aktion Autofrei" mit. Unter anderem solle durch die Blockaden Forderungen nach einer klimafreundlichen Verkehrswende und einem Stopp des Ausbaus der A49 und der damit einhergehenden Rodungen im Dannenröder Forstes in Hessen Nachdruck verliehen werden, hieß es (Lesen Sie dazu: "Juristisches Hickhack und eine Zerreißprobe für die Grünen? Darum geht's bei der Besetzung des Dannenröder Forstes").

Für den Verlauf des Freitags waren weitere öffentlichkeitswirksame Protestaktionen angekündigt. Unter anderem sollte die Verkehrsader Köhlbrandbrücke im Hamburger Hafen zum wiederholten Mal besetzt werden, auch ein Standort des Versandkonzerns Amazon in München und das Bundesverkehrsministerium in Berlin sollten Ziele der Proteste werden.

Im Oktober hatte es auf der A3 in Hessen einen schweren Unfall gegeben, der mittelbar mit einer vergleichbaren Abseilaktion in Zusammenhang stand. Ein 29-Jähriger hatte das Ende des entstandenen Staus offenbar zu spät bemerkt und fuhr in einen in einen Lkw. Der Mann wurde schwer verletzt.

Quellen: "Aktion Autofrei", Polizeipräsidium Nordhessen, Polizeidirektion Flensburg, Nachrichtenagentur AFP

wue

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