Trotz aktuell schwieriger wirtschaftlicher Lage sieht Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig insgesamt eine positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. "Die Lage in der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt ist robust", sagte die SPD-Politikerin zum Auftakt des traditionellen Arbeitsmarktfrühstücks, zu dem die Arbeitsagentur Nord einmal im Jahr Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und von Gewerkschaften nach Schwerin einlädt.
Für die Landesregierung sei es die wichtigste Aufgabe, die Wirtschaft zu stärken und Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen, betonte die Regierungschefin. Dabei setze man auf eine enge Zusammenarbeit von Regierung, Wirtschaft, Gewerkschaften und Arbeitsverwaltung im Rahmen des Zukunftsbündnis MV.
Wirtschaft in MV gegen Bundestrend gewachsen
Schwesig verwies auch auf die schwierige wirtschaftliche Lage. Amtlichen Zahlen zufolge schrammte die deutsche Wirtschaft 2025 knapp am dritten Jahr ohne Wirtschaftswachstum in Folge vorbei, die Wirtschaftsleistung legte real um 0,2 Prozent zu. In diesem Jahr soll die deutsche Wirtschaft aus der Flaute kommen und nach jüngster Prognose der Bundesregierung um 1,0 Prozent wachsen.
Dennoch sei die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Jahren gegen den Bundestrend gewachsen, betonte Schwesig. Auch die Arbeitslosigkeit sei im Laufe des vergangenen Jahres zurückgegangen. Das Land profitiere von vielversprechenden Unternehmensansiedlungen, etwa im Industriepark Schwerin. Auch die gezielte Unterstützung in der Gesundheitswirtschaft bringe Arbeitsplätze, so Schwesig.
Prien kündigt Bildungsoffensive an
Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) kündigte in Schwerin den Beginn einer bundesweiten Qualifizierungsoffensive für die berufliche Bildung an. "Die moderne Arbeitswelt ist geprägt von Innovationen und neuen Technologien – das erfordert neue Qualifikationen und die Bereitschaft, sich ständig weiterzubilden", sagte sie. Prien betonte, es gehe darum, sich im Bereich der beruflichen Orientierung zu verbessern. Erfahrungen zwischen Bund, Ländern und den sogenannten Bildungsketten sollen besser genutzt werden.
Die Qualifizierungsoffensive setzt demnach bei der Berufsorientierung junger Menschen an. Neben Perspektiven für Aufstieg und Qualifizierung soll zudem Menschen ohne jeglicher beruflichen Ausbildung der Einstieg in einen Beruf mittels Fort- und Weiterbildungen ermöglicht werden. "Bildung ist der Schlüssel für fast alle Probleme, die wir in unserem Land haben", sagte die Bundesministerin.
Schwesig begrüßte die Offensive. "Das ist auch ein Schwerpunkt für uns im Zukunftsbündnis mit Wirtschaft und Gewerkschaften, dass wir die berufliche Bildung stärken."
Nord-Chef der Bundesagentur für Arbeit optimistisch
Der Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Markus Biercher, blickt angesichts der durch Bund und Land geschaffenen finanziellen Grundlagen optimistisch auf das laufende Jahr. "2026 kann und wird besser werden", sagte er. Investitionen in Infrastruktur, Transformation und in zukunftsfähige Arbeitsplätze stärke Wachstum und Beschäftigung. Die Sicherung der Fachkräfte bleibe die zentrale Aufgabe. "Der demografische Wandel macht hier keine Pause. Deshalb müssen wir die Ausbildung weiter stärken und den Übergang von der Schule in den Beruf verlässlich begleiten", betonte Biercher.
Zudem schaffe Weiterbildung – im bestehenden Job als auch aus der Arbeitslosigkeit heraus – Perspektiven und sichere Betrieben die dringend benötigten Kompetenzen, sagte er. Auch Migration sollte laut Biercher aktiv genutzt werden. "Wer arbeiten will und kann, muss schnell integriert werden – das ist eine Chance für unser Land."
Unterstützung für unter 25-jährige Schweriner
Biercher wies auf den heterogenen Arbeitsmarkt in MV hin. Es gebe deutliche Unterschiede etwa zwischen den kreisfreien Städten, zwischen den ländlichen Räumen und den saisonal geprägten Regionen. In der Landeshauptstadt Schwerin gebe es Probleme. Um der hohen Jugendarbeitslosigkeit dort konsequent entgegenzuwirken, erarbeitete das Zukunftsbündnis MV den sogenannten Schweriner Jobturbo für unter 25-Jährige, wie Biercher sagte. "Wir wollen fürsorglich belagernd jedem jungen Menschen ein Angebot machen", sagte der Nord-Chef der Bundesagentur.