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News zur Coronavirus-Pandemie Massenproteste in Brasilien gegen Corona-Politik Bolsonaros

Brasilien, Rio De Janeiro: Demonstranten nehmen an einem Protest gegen den brasilianischen Präsidenten Bolsonaro teil
Brasilien, Rio De Janeiro: Demonstranten nehmen an einem Protest gegen den brasilianischen Präsidenten Bolsonaro teil. Tausende Brasilianer haben in Dutzenden brasilianischen Städten gegen den Präsidenten Bolsonaro und die Corona-Politik seiner Regierung protestiert.
© Bruna Prado / DPA
RKI registriert 3852 Neuinfektionen – Inzidenz bei 35,2 +++ Vietnam berichtet von neuer Variante des Coronavirus +++ Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie im stern-Ticker. –

Massenproteste in Brasilien gegen Corona-Politik Bolsonaros

Mit Massenkundgebungen im ganzen Land haben Zehntausende in Brasilien gegen Präsident Jair Bolsonaro und dessen Corona-Politik protestiert. In mehreren Dutzend Städten gingen Demonstranten am Samstag auf die Straßen - vom feucht-heißen Amazonasgebiet im Norden bis zum herbstlich-kühlen Süden. Zu ihren Forderungen gehörten die sofortige Amtsenthebung des rechtspopulistischen Staatschefs sowie mehr Impfstoffe gegen das Virus und die Erhöhung der Sozialhilfe in Zeiten der Pandemie.

Verlässliche Angaben zu den Teilnehmerzahlen gab es nicht. Dem Sender Globo zufolge wurde aber in sämtlichen 26 Bundesstaaten und auch dem Hauptstadtdistrikt Brasília demonstriert. BBC Brasil sprach von Kundgebungen in mindestens 180 Städten, auch von Brasilianern im Ausland. Gegen Bolsonaro gibt es schon lange Vorwürfe, die Pandemie zu verharmlosen. Der Präsident hat derzeit die schlechtesten Zustimmungswerte seit Beginn seiner Amtszeit im Januar 2018/19.

Ministerium: Auch in Bayern Betrugsverdacht bei Corona-Teststelle

Auch in Bayern ermitteln Behörden wegen des Verdachts auf Abrechnungsbetrug bei Corona-Tests. Dem Gesundheitsministerium sei "konkret ein Fall bekannt, in dem die Behörden ermitteln", sagte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag in München. Um welche Teststelle es sich handelt, wollte er "wegen des laufenden Ermittlungsverfahrens und der noch geltenden Unschuldsvermutung" nicht sagen.

Zuvor waren Ermittlungen in Nordrhein-Westfalen wegen des Verdachts auf Abrechnungsbetrug bekannt geworden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte daraufhin "stichprobenartig mehr Kontrollen" an. "Egal ob bei Masken oder beim Testen - jeder, der die Pandemie nutzt, um sich kriminell zu bereichern, sollte sich schämen", schrieb der Minister im Kurznachrichtendienst Twitter.

Notizblock

Polizei räumt nach illegaler Rave-Party das Schanzenviertel

Die Polizei hat nach einer illegalen Rave-Party das Hamburger Schanzenviertel geräumt und abgeriegelt. Nach Angaben eines Reporters der Deutschen Presse-Agentur hatten sich in einem Park rund 1300 Menschen am Samstagabend zu einer Feier mit lauter Musik eingefunden. Da dabei von einer Großzahl der Menschen gegen die Abstände und Maskenpflicht aufgrund der Corona-Schutzordnung verstoßen wurde, wurde die Party von der Polizei aufgelöst. Daraufhin strömten die Menschen ins Schanzenviertel und feierten dort weiter. Als die Polizei auch dort gegen die Feiernden durchgriff, kam es zu Flaschenwürfen auf die Beamten. Die Identitäten mehrerer Menschen wurden festgestellt. Geschäfte und Restaurants im Schanzenviertel mussten darüber hinaus schon um 23 Uhr anstatt um Mitternacht schließen.

RKI registriert 3852 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 35,2

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3852 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.03 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 6714 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Sonntagmorgen mit bundesweit 35,2 an (Vortag: 37,5; Vorwoche: 64,5).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 56 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 82 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.679.148 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.478 600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 88.406 angegeben.

Die Meldungen von Samstag, 29. Mai 2021:

Vietnam berichtet von neuer Variante des Coronavirus

 In Vietnam ist nach offiziellen Angaben der Regierung eine neue Variante des Coronavirus entdeckt worden. Der Gesundheitsminister des kommunistisch regierten Landes, Nguyen Thanh Long, sagte nach Berichten von staatlichen Medien, die neue Variante weise sowohl Eigenschaften der bisher bekannten britischen Form als auch der indischen Form auf. Sie sei sehr leicht übertragbar, vor allem über die Luft.

"Das Gesundheitsministerium würde die neue Coronavirus-Variante auf der globalen Genomkarte bekanntgeben", zitierte die Zeitung "VnExpress" in ihrer Online-Ausgabe den Minister. In Vietnam gibt es im Vergleich zu vielen anderen Ländern extrem wenige Erkrankungen. Bisher wurden in dem südostasiatischen Land 6396 Corona-Fälle registriert, davon aber mehr als 3000 seit Ende April. 47 Menschen starben an oder mit dem Virus. Vietnam hat annähernd 100 Millionen Einwohner.

Herzogin Kate erhält erste Corona-Impfung

Die britische Herzogin Kate hat ihre erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Der Kensington-Palast twitterte am Samstag ein Bild, auf dem ein Mitarbeiter des Nationalen Gesundheitsdiensts (NHS) der 39-Jährigen eine Spritze in den linken Oberarm setzt.

"Gestern habe ich meine erste Dosis des Corona-Impfstoffs im Science Museum in London bekommen", lautete der Text dazu. "Ich bin allen äußerst dankbar, die eine Rolle beim Impfprogramm spielen - danke für alles, das Ihr tut."

Kates Ehemann Prinz William, 38, hatte seine erste Impfdosis bereits vor gut einer Woche erhalten, ebenfalls in dem Wissenschaftsmuseum. Menschen über 38 Jahren wie William und Kate sind seit dem 13. Mai in England zu einer Impfung berechtigt, mittlerweile können alle über 30-Jährigen einen Termin vereinbaren.

Tschechien lässt geimpfte Touristen aus Deutschland wieder einreisen

Tschechien lässt Urlauber aus Deutschland, die gegen Corona geimpft sind, von Dienstag an wieder ins Land - auch ohne vollständigen Schutz. Voraussetzung ist, dass die erste Spritze mindestens drei Wochen zurückliegt. Dies geht aus einer neuen Verordnung des Gesundheitsministeriums hervor, die am Samstag in Prag veröffentlicht wurde. Der Impfnachweis muss in englischer Sprache vorliegen. Zudem muss die Einreise online angemeldet werden. Die neuen Regeln gelten auch für Touristen aus Kroatien, Ungarn, Polen, Österreich, der Slowakei und Slowenien.

Für Ungeimpfte bleibt die Einreise ohne triftigen Grund untersagt, mit Ausnahme des sogenannten kleinen Grenzverkehrs. Tschechien gehörte zeitweise zu den von der Pandemie am stärksten betroffenen Ländern weltweit. Inzwischen hat sich die Lage sehr gebessert. Nach Angaben des Gesundheitsministerium von Samstag gab es 454 registrierte Neuinfektionen binnen eines Tages - der niedrigste Wert seit Ende August. Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche - lag am Samstag bei 32.

Deutschland stuft Tschechien dennoch als Risikogebiet ein und hat eine Reisewarnung ausgesprochen.

5426 Neuinfektionen registriert – Inzidenz sinkt auf 37,5

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter auf 37,5 Fälle pro 100.000 Einwohner gesunken. Wie das Robert-Koch-Institut am Samstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter meldete, wurden 5426 Neuinfektionen und 163 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus innerhalb eines Tages registriert. Am vergangenen Samstag waren 7082 Fälle gemeldet worden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz geht derzeit stetig zurück. Am Mittwoch war sie erstmals seit Oktober auf unter 50 gefallen und hatte bei 46,8 gelegen. Der Wert ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. 

Die Gesamtzahl der seit Beginn der Pandemie registrierten Corona-Infektionen in Deutschland liegt jetzt bei 3.675.296. Die Zahl der Todesopfer liegt bei 88.350.

Niederlande und Irland lockern Corona-Maßnahmen

Angesichts sinkender Infektionen mit dem Coronavirus werden die Corona-Beschränkungen in immer mehr europäischen Ländern gelockert. Das "Ende des Lockdowns" verkündete am Freitag der niederländische Regierungschef Mark Rutte. Ab dem 5. Juni würden die Innengastronomie, Museen und Kinos wieder geöffnet, kündigte er an. Auch in Irland sollen Restaurants und Pubs in den kommenden Wochen wieder öffnen. 

Auch nach dem ab Samstag kommender Woche geltenden Öffnungsschritt bleiben in den Niederlanden Einschränkungen bestehen. So dürften Restaurants keine Spiele der Fußball-EM auf Leinwänden übertragen, sagte Rutte. Für Museen gilt das Prinzip ein Gast pro Quadratmeter.

Noch bis zum 7. Juni müssen sich die Betreiber von Pubs, Bars und Restaurants in Irland gedulden - dann dürfen sie ihre Außenbereiche wieder öffnen, wie Premierminister Micheal Martin am Freitag ankündigte. Knapp einen Monat später, am 5. Juli, soll auch die Innengastronomie wiederöffnen dürfen. Ebenfalls ab dem 7. Juni wieder erlaubt werden in Irland der Besuch von Fitnessstudios, Kinos und Theatern. 

Die Meldungen von Freitag, 28. Mai 2021:

Vier Tote bei Brand in Corona-Trakt in Brasilien

Bei einem Feuer in einem Flügel für Covid-19-Patienten eines Krankenhauses in Brasilien sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. 35 Patienten seien zudem in Windeseile in Sicherheit gebracht worden, berichteten brasilianische Medien unter Berufung auf Behörden von Aracaju, der Hauptstadt des nordöstlichen Bundesstaates Sergipe. Demnach ist die wahrscheinlichste Ursache für den Brand ein Kurzschluss im Kühlsystem des Städtischen Hospitals Doutor Nestor Piva in der Nordzone der Stadt.

Brasilien ist eines der am meisten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder. Mehr als 16,3 Millionen Menschen haben sich nach Daten des Gesundheitsministeriums mit dem Virus infiziert, über 456.000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

EU-Kommission genehmigt deutsche Zehn-Milliarden-Corona-Hilfe

Die EU-Kommission hat eine mit zehn Milliarden Euro ausgestattete Regelung zur Entschädigung von deutschen Unternehmen in der Corona-Krise genehmigt. Deutschland werde damit Unternehmen aus allen Branchen - zumindest teilweise - für die Einbußen wegen Hygienemaßnahmen entschädigen können, teilte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager mit. Es gehe um Beschränkungen, die im Zeitraum 16. März 2020 bis 31. Dezember 2021 galten oder noch in Kraft sein werden. Die Entschädigungen in Form direkter Zuschüsse können den Angaben zufolge 100 Prozent der entstandenen Einbußen abdecken, dürften aber erst gewährt werden, nachdem der Schaden entstanden sei.

Hamburger Senat erlaubt Hotelübernachtungen und Hafenrundfahrten

Nach sieben Monaten Corona-Lockdown öffnet sich Hamburg wieder für Übernachtungsgäste. Hotels, Hostels und Pensionen dürfen ab Dienstag mit eingeschränkter Kapazität öffnen, wie Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bekannt gab. Auch zahlreiche Sport- und Freizeitaktivitäten können wieder stattfinden. Unter den üblichen Hygieneauflagen werden etwa Hafen- und Stadtrundfahrten erlaubt. Kreuzfahrtschiffe sollen ab 11. Juni wieder ablegen dürfen. Bis zu 20 Erwachsene dürfen im Freien gemeinsam Sport treiben. Getestete, genesene und vollständig geimpfte Bürger dürfen auch in Fitnessstudios trainieren oder Yogastudios besuchen.

EMA empfiehlt Zulassung für Biontech/Pfizer-Impfstoff für Kinder ab 12 Jahren

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht gegeben für die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Hersteller Biontech und Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren. Das teilte die EMA in Amsterdam mit. Es ist der erste Impfstoff in der EU, der auch für Menschen unter 16 empfohlen wird. "Wir haben Daten, die zeigen, dass die Anwendung bei Kindern sicher ist", sagte der EMA-Direktor für Impfstrategien, Marco Cavalleri.

Der zuständige Experten-Ausschuss der EMA hatte in einer außerordentlichen Sitzung über den Antrag des deutschen Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer beraten. Diese hatten Studien vorgelegt, die nach Angaben der EMA die sehr gute Wirksamkeit und gute Verträglichkeit bei 12- bis 15-Jährige belegen. Die EU-Kommission muss der Erweiterung der Zulassung noch zustimmen. Das aber gilt als Formsache.

Großbritannien erteilt Corona-Vakzin von Johnson & Johnson Zulassung

Nach den USA und der EU hat auch Großbritannien den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson zugelassen, von dem eine Dosis für den Impfschutz reicht. Die britische Arzneimittelbehörde MHRA gab grünes Licht für das Vakzin des US-Unternehmens. "Dies ist ein weiterer Schub für das enorm erfolgreiche Impfprogramm des Vereinigten Königreichs", kommentierte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock die Entscheidung. Premierminister Boris Johnson schrieb im Onlinedienst Twitter, die Zulassung sei eine "gute Nachricht". Seine Regierung hat 20 Millionen Dosen des J&J-Vakzins bestellt. 

Fälschung des Impfpasses steht künftig unter Strafe

Wer einen Impfpass fälscht oder ein solches Dokument benutzt, macht sich künftig strafbar. Das ist im neuen Infektionsschutzgesetz festgelegt, das der Bundesrat heute gebilligt hat. Es sieht für die wissentlich falsche Dokumentation einer Impfung bis zu zwei Jahren Haft vor, für die Nutzung eines entsprechenden Ausweises bis zu ein Jahr Haft.

In dem Gesetz ist außerdem geregelt, dass für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 16 Jahren in Bus und Bahn künftig die einfachen OP-Masken reichen. Die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske entfällt. Zudem bestimmt das Gesetz, dass Flugpassagiere bei der Einreise nach Deutschland – etwa per Test – darlegen müssen, dass sie nicht mit dem Coronavirus infiziert sind. 

Bundesregierung entschärft Reisebeschränkungen für Niederlande und Polen

Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen entschärft die Bundesregierung die Einreisebeschränkungen für mehrere weitere EU-Länder. Die Niederlande und Zypern werden am Sonntag vom Hochinzidenz- zum Risikogebiet heruntergestuft, wie das Robert-Koch-Institut in Berlin bekanntgab. Damit wird die generelle Quarantänepflicht für Einreisende aus diesen Ländern aufgehoben. Durch einen negativen Coronatest bei Einreise kann man dann zehn Tage Isolation umgehen.

Drei weitere Mitgliedsstaaten der EU werden ganz von der Liste der Risikogebiete gestrichen: Polen, Ungarn und Bulgarien, ebenso wie Liechtenstein und Monaco. Auch einzelne spanische Regionen fallen aus der Liste. Konkrete Auswirkungen hat das für Reisende, die auf dem Landweg nach Deutschland kommen. Sie sind dann auch von der Testpflicht nach Einreise befreit. Flugreisende aus diesen Ländern müssen dagegen weiter einen negativen Coronatest vorweisen können.

Coronakrise bremst Tariflöhne und West-Renten

Im Zeichen der Coronakrise sind die Tariflöhne in Deutschland zuletzt nur noch langsam gestiegen. Im ersten Quartal 2021 lagen sie einschließlich der vereinbarten Sonderzahlungen 1,3 Prozent über dem Niveau ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die gleich hohe Steigerung der Verbraucherpreise konnte damit ausgeglichen werden, aber Reallohnzuwächse gehören damit zunächst der Vergangenheit an. Eine derart geringe Steigerungsrate war zwar auch im dritten Quartal 2020 beobachtet worden, davor aber über viele Jahre hinweg nicht.

Wegen der Pandemie bleiben in diesem Jahr auch die sonst üblichen Rentenerhörungen aus. Der Bundesrat billigt heute eine Verordnung, mit der die bereits angekündigte Nullrunde bei den Altersbezügen im Westen umgesetzt wird. Die Ost-Renten steigen zum 1. Juli minimal um 0,72 Prozent, aber auch nur wegen der schrittweisen Anpassung an das Westniveau. Wegen der rückläufigen Lohnentwicklung in der Pandemie müssten die Altersbezüge eigentlich sogar sinken, was durch die Rentengarantie aber verhindert wird.

Milliardenschwere EU-Corona-Aufbauhilfen nehmen wichtige Hürde

Die 750 Milliarden Euro schweren Corona-Aufbauhilfen der EU haben eine entscheidende Hürde genommen. In allen 27 EU-Staaten sei jetzt die nötige parlamentarische Ratifizierung der Haushaltsbeschlüsse abgeschlossen, teilte EU-Haushaltskommissar Johannes Hahn auf Twitter mit. Er sei zuversichtlich, dass alle verbliebenen Schritte noch im Mai vollzogen werden könnten. Dann könnte die EU-Kommission im Juni anfangen, die ersten Mittel für das Milliardenprogramm an den Finanzmärkten aufzunehmen, schrieb der Österreicher.

Bundesweite Inzidenz sinkt weiter auf unter 40

Deutschlandweit ist die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen auf 39,8 Fälle pro 100.000 Einwohner gesunken. Wie das Robert-Koch-Institut unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter meldete, wurden 7380 Neuinfektionen und 192 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus innerhalb eines Tages registriert. Am vergangenen Freitag waren 8769 Fälle gemeldet worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Die Gesamtzahl der seit Beginn der Pandemie registrierten Corona-Infektionen in Deutschland liegt jetzt bei 3.669.870. Die Zahl der Todesopfer liegt bei 88.187.

Erste Urlaubsgäste in Mecklenburg-Vorpommern – Neustart für Tourismus

Nach siebenmonatiger Zwangspause startet der Tourismus im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern neu. Von diesem Freitag, 28. Mai an, dürfen Hotels, Pensionen, Ferienhaus- und Zeltplatzbetreiber wieder Gäste aufnehmen. Das gilt zunächst nur für Urlauber aus dem eigenen Bundesland. Die umstrittenen Einreisebeschränkungen für Zweitwohnungsinhaber, Dauercamper und Bootsbesitzer entfallen. Eine Woche später, zum 4. Juni, öffnet sich das Land auch wieder für den bundesweiten Übernachtungstourismus. Vom 11. Juni an dürfen zudem Tagestouristen wieder einreisen. Grund für den vorgezogenen Neustart waren die deutlich zurückgegangen Corona-Infektionszahlen. Mit knapp 20 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner wies der Nordosten zuletzt die geringste Sieben-Tage-Inzidenz aller Bundesländer auf.

Rekordzahl an Corona-Neuinfizierten in Argentinien – trotz Lockdown

Trotz restriktiver Ausgangsbeschränkungen haben sich in Argentinien mehr Menschen als jemals zuvor seit Beginn der Pandemie vor über einem Jahr mit dem Coronavirus infiziert. Am Donnerstag registrierte das südamerikanische Land 41.080 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Buenos Aires mitteilte. Der bisherige Spitzenwert von 39.652 Neuinfektionen war vor gut einer Woche erreicht worden.

WHO: Afrika benötigt 20 Millionen Astrazeneca-Dosen binnen sechs Wochen

Afrika benötigt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den kommenden sechs Wochen mindestens 20 Millionen Impfstoffdosen des Astrazeneca-Vakzins, um die rechtzeitige Verabreichung von Zweitimpfungen sicherzustellen. "Afrika braucht jetzt Impfstoff", sagte die WHO-Afrika-Direktorin Matshidiso Moeti. Um eine Immunisierung gegen das Coronavirus zu gewährleisten, sei es zentral, dass das Impf-Intervall von sechs bis zwölf Wochen eingehalten werde. Zusätzlich zu den 20 Millionen Astrazeneca-Dosen für die bereits Erstgeimpften würden in den afrikanischen Staaten insgesamt 200 Millionen Corona-Impfstoffdosen benötigt, um bis September dieses Jahres zehn Prozent der afrikanischen Bevölkerung gegen den Covid-19-Erreger zu impfen, hieß es in der WHO-Erklärung weiter. Auf dem gesamten afrikanischen Kontinent wurden bis Mitte dieser Woche 4,7 Millionen Corona-Infektionen und knapp 130.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 nachgewiesen.

Die Meldungen von Donnerstag, 27. Mai 2021:

Bericht: Größerer Corona-Ausbruch bei Deutscher Bahn in Fulda

An einem Standort der Deutschen Bahn in Fulda hat es einem Medienbericht zufolge einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Wie "Buzzfeed News" berichtete, wurden mehr als 60 der rund 600 Mitarbeiter positiv getestet. Der Ausbruch soll sich in den vergangenen 14 Tagen in einem Werk zur Fahrzeuginstandhaltung ereignet haben. Dort werden demnach vor allem Bremsteile repariert.

Die Deutsche Bahn bestätigte gegenüber "Buzzfeed News", dass "ein Anstieg von positiv getesteten Mitarbeitenden schnell aufgefallen sei". Die Mitarbeiter seien daher täglich auf das Coronavirus getestet worden, "weshalb äußerst rasch die betroffenen Mitarbeitenden identifiziert und direkt in häusliche Isolation geschickt wurden". Mehr als die Hälfte der Infizierten sei mittlerweile wieder genesen. Der Landkreis Fulda erklärte dem Bericht zufolge, dass es in den vergangenen Wochen in vier Unternehmen höhere Corona-Fallzahlen gegeben habe. In drei der vier Unternehmen habe sich die Lage wieder beruhigt. Die Hygienemaßnahmen seien bei allen Unternehmen "im Wesentlichen sehr gut" gewesen. Zu Infektionen sei es vor allem in den Pausen oder durch Fahrgemeinschaften gekommen, erklärte die Pressestelle des Gesundheitsamtes.

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Impf-Programm Covax fehlen viele Millionen Dosen Corona-Impfstoff

Für die dringend nötigen Corona-Impfkampagnen in ärmeren Ländern fehlen dem Impfprogramm Covax zufolge bis Ende Juni 190 Millionen Impfdosen. Das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitgegründete Programm appellierte an reiche Länder, mehr Impfdosen zu spenden. "Wenn wir gegen den derzeitigen akuten Mangel nichts tun, können die Folgen katastrophal sein", warnte Covax. Das Programm wurde 2020 gegründet, um allen Ländern der Welt zügig Zugang zu Corona-Impfstoffen zu verschaffen.

Die USA und europäische Länder, darunter Deutschland, hätten zusammen 180 Millionen Dosen versprochen, aber das reiche nicht. Die reichen Länder müssten nach einer Analyse der Stiftung von Bill und Melinda Gates in der Lage sein, bis Ende des Jahres zusammen eine Milliarde Dosen zur Verfügung zu stellen, so Covax. Sie hätten dann immer noch genügend Impfstoff, um 80 Prozent ihrer Bevölkerung zu impfen. Außerdem fehlen Covax noch zwei Milliarden Dollar (rund 1,7 Milliarden Euro) für weitere Impfstoffkäufe. Das Geld müsse bis Anfang Juni eingehen, um weitere Bestellungen aufgeben zu können.

Drosten: Schwierige Pandemiephase für politische Entscheidungen

Angesichts einer zunehmend schwierigen Deutung der Pandemie-Entwicklung hat der Berliner Virologe Christian Drosten für vorsichtiges politisches Handeln plädiert. Vorhersagen würden angesichts zunehmender Impfungen immer schwieriger, die Politik müsse mit gewissem Augenmaß und gewisser Vorsicht fahren, sagte der Leiter der Virologe an der Charité bei einer Anhörung im Parlamentarischen Begleitgremium Covid-19-Pandemie des Bundestags. Maßnahmen der Kontaktreduktion seien wirksam, man solle aber nicht zu viel auf einmal zurücknehmen. "Das kann sonst zurückschlagen."

Bei wieder steigenden Inzidenzen (Fallzahlen pro 100 000 Einwohner) stelle sich künftig die Frage, was das bedeutet - denn die dahinterstehende Krankheitslast in der Bevölkerung werde mit der Zeit durch die zunehmenden Impfungen immer weiter reduziert. "Das ist jetzt eigentlich eine der schwierigsten Phasen überhaupt für die Politik, das Ganze zu navigieren", sagte Drosten.

Spahns Ministerium rechnet sechs Millionen Dosen für Impfung Minderjähriger ein

Das Bundesgesundheitsministerium rechnet für die Erst- und Zweitimpfung von Kindern und Jugendlichen gegen Corona mit einem Bedarf von insgesamt mehr als sechs Millionen Impfdosen des Herstellers Biontech. Dies geht aus Unterlagen hervor, die das Ministerium von Jens Spahn (CDU) den Ländern zur Vorbereitung des Impfgipfels zugesandt hat. Der Altersgruppe von zwölf bis 18 Jahren - insgesamt 5,3 Millionen Menschen - soll demnach bis Ende August mindestens eine Erstimpfung ermöglicht werden. Der Bund wolle den Ländern die erforderlichen Impfdosen "schrittweise aus den Gesamtliefermengen für Juni, Juli und August zusätzlich zur Verfügung stellen", heißt es in einer der Vorlagen.

Das Ministerium macht den Start der Impfungen für Kinder und Jugendliche von einer Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA abhängig. Die EMA will am Freitag mitteilen, ob sie den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren zulässt. Er ist bereits ab 16 Jahren zugelassen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland berät derzeit über ihre Empfehlung zu Corona-Impfungen bei Kindern und Jugendlichen.

Corona-Folgen: Wert von Top-Fußballclubs um 15 Prozent gesunken

Auch die wertvollsten Fußballvereine haben die Corona-Pandemie zu spüren bekommen. Laut einer Studie der Wirtschaftsberatungsgesellschaft KPMG sank der Unternehmenswert der 32 Top-Vereine im Jahr 2020 um 6,1 Milliarden auf 33,6 Milliarden Euro. Das entsprach einem Rückgang von 15 Prozent. KPMG veröffentlichte die sechste Auflage des Reports mit dem Titel "The European Elite 2021- Football Clubs' Valuation: Dribbling around COVID-19".

Den heftigsten Einbruch erlebte Bundesliga-Absteiger FC Schalke 04. Der Wert der Königsblauen fiel um 38 Prozent auf aktuell 502 Millionen Euro, Schalke blieb aber auf dem 15. Platz im Ranking der wertvollsten Clubs. An der Spitze liegt weiter Real Madrid (2,909 Milliarden Euro) vor dem FC Barcelona (2,869 Milliarden) und Manchester United (2,661 Milliarden). Diese drei Clubs gehörten auch zu den zwölf Vereinen, die mit ihrem Versuch einer Super League gescheitert waren. Der FC Bayern ist nach einem Wertverlust von nur neun Prozent mit 2,621 Milliarden Euro weiter Vierter, der Pokalsieger BVB ist nach einem Minus von fünf Prozent mit 1,220  Milliarden Euro Zwölfter.

Biden: US-Geheimdienste sollen Ursprung der Corona-Pandemie aufklären - Ärger mit China droht

US-Präsident Joe Biden hat amerikanische Geheimdienste beauftragt, dem Ursprung der Corona-Pandemie auf den Grund zu gehen. Die bisherigen Untersuchungen hätten unterschiedliche Einschätzungen ohne abschließende Folgerungen geliefert, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme Bidens. Daher habe er die Geheimdienste angewiesen, ihre Bemühungen zu verstärken und binnen 90 Tagen einen weiteren Bericht dazu vorzulegen. China reagierte darauf mit einem heftigen Protest. Biden offenbarte, dass das Szenario eines möglichen Laborunfalls in China - ein Vorwurf, den sein Vorgänger Donald Trump lautstark verbreitet hatte - zumindest in Teilen des US-Geheimdienstapparates für möglich gehalten wird.

Spahn will mehr Impfungen vor Supermärkten und in Kirchen und Moscheen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will in der Impfkampagne verstärkt sozial benachteiligte Menschen in den Blick nehmen. Für diese Menschen müsse es mehr niedrigschwellige Impfangebote geben, etwa "vor Supermärkten, auf Marktplätzen oder auch in Kirchen oder Moscheen", sagte Spahn in Berlin. Es gebe Menschen, "für die ist es eine Hürde, beim Arzt anzurufen oder beim Impfzentrum sich per Telefon anzumelden oder online". Auch diesen Menschen müsse ein Impfangebot gemacht werden.

Am Nachmittag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder über den Fortgang der Impfkampagne beraten. "Es ist ein Gipfel der Zwischenbilanz, und wir können eine gute Zwischenbilanz ziehen", sagte Spahn. Die Impfkampagne habe an Geschwindigkeit gewonnen, inzwischen seien mehr als 40 Prozent der Bürger mindestens einmal geimpft.

RKI meldet weiter sinkende Inzidenz und 6313 Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut binnen eines Tages 6313 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 12.298 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Morgen mit bundesweit 41 an (Vortag: 46,8; Vorwoche: 68). An Feiertagen wie Pfingstmontag suchen weniger Menschen einen Arzt auf, wodurch auch weniger Proben genommen werden und es weniger Laboruntersuchungen gibt. Daher werden weniger Neuinfektionen gemeldet.

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 269 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 237 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.662.490 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.450.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 87.995 angegeben. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 0,71 (Vortag: 0,78).

Erster Millionengewinn bei Impflotterie im US-Staat Ohio vergeben

Im US-Bundesstaat Ohio hat eine Bürgerin als Belohnung für ihre Corona-Impfung eine Million US-Dollar (820.000 Euro) gewonnen. Abbigail Bugenske war die erste Gewinnerin der von dem Bundesstaat als Impfanreiz ausgelobten Lotterie. Der Jugendliche Joseph Costello gewann zudem ein volles Universitätsstipendium, wie die Initiative mitteilte. "Glückwunsch an Abbigail und Joseph", schrieb Gouverneur Mike DeWine auf Twitter. Schon nächste Woche würden die nächsten Gewinner ausgelost.

Bis Montag hatten sich bereits knapp drei Millionen Bürger für die Verlosung des Geldpreises und des Stipendiums registriert. Die Preise sollen jeweils noch in den kommenden vier Wochen ausgelost werden, um mehr Menschen dazu zu bringen, sich impfen zu lassen. Gewinnen kann jeder Bewohner, der schon mindestens die erste Impfung erhalten hat.

In Indien entdeckte Corona-Variante laut RKI kaum in Deutschland verbreitet

Die in Indien entdeckte und inzwischen in vielen Ländern weltweit verbreitete Corona-Variante B.1.617 bleibt nach Daten des Robert-Koch-Instituts in Deutschland recht selten. In der dritten Woche in Folge bewegt sich der Anteil dieser Mutante an den untersuchten Proben demnach im Bereich von rund zwei Prozent. Die aktuellsten Daten stammen aus der Woche vom 10. bis 16. Mai.

Bei der Variante unterscheiden Fachleute mehrere Untervarianten. Das RKI spricht von einem langsamen, aber kontinuierlichen Anstieg der Anteile von Untervariante B.1.617.2 - auf nun 2,2 Prozent. In absoluten Zahlen geht es noch um relativ geringe Werte: Für die 19. Kalenderwoche sind 40 Nachweise im Bericht ausgewiesen.

Weil kritisiert Impfkommission und fordert Impfangebot für Kinder

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat mit Unverständnis auf Signale der Ständigen Impfkommission (Stiko) reagiert, möglicherweise vorerst keine generelle Impf-Empfehlung für Kinder auszusprechen. "Kinder und Jugendliche können sich infizieren und das Virus weitergeben, deshalb müssen sie ein Impfangebot bekommen – sofern eine Zulassung vorliegt, bei der Nutzen und Risiken abgewogen wurden", sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Dass die ständige Impfkommission nun plötzlich den Sinn einer flächendeckenden Impfung von Schülerinnen und Schülern grundsätzlich in Frage stellt, irritiert mich und auch viele andere Menschen."

Das Thema Corona-Impfungen für Kinder wird heute auch beim erneuten "Impfgipfel" von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten zur Sprache kommen. Angestrebt wird, bis Ende August allen Über-12-Jährigen Impfangebote zu machen. Zuvor muss jedoch die EU-Arzneimittelbehörde EMA voraussichtlichmorgen über eine entsprechende Zulassung für den bisher ab 16 Jahren zugelassenen Impfstoff von Biontech und Pfizer entscheiden.

 

Die Meldungen von Mittwoch, 26. Mai 2021:

Verschiebungen bei Impfstoff-Lieferungen von Biontech

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland verschieben sich geplante Lieferungen des wichtigsten Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer. Wie das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, wird die zugesagte Liefermenge nach Angaben von Biontech in den ersten beiden Juni-Wochen reduziert. Die Differenz solle dann erst in den beiden Wochen vom 21. Juni und vom 28. Juni zusätzlich geliefert und damit ausgeglichen werden. Insgesamt werde damit die Lieferzusage für das laufende Quartal eingehalten.

Auf die Lieferungen an die Impfzentren der Länder soll die Verschiebung laut Ministerium keine Auswirkungen geben. Zu den Praxen erklärte das Ministerium, dass anstehende Zweitimpfungen dort gesichert seien. Auch Erstimpfungen solle es weiterhin geben.

 

Ex-Berater: Johnson hat zweiten Lockdown um Wochen verzögert

Wegen der Weigerung des britischen Premierministers Boris Johnson ist nach Aussage seines früheren Top-Beraters ein zweiter Corona-Lockdown um Wochen verzögert worden. Dominic Cummings sagte am Mittwoch vor Parlamentsabgeordneten, er habe Mitte September 2020 gemeinsam mit wissenschaftlichen Beratern bei Johnson mit Nachdruck für einen mindestens zweiwöchigen Lockdown geworben. Doch der Premier habe nicht gehandelt. Erst Ende Oktober verhängte die Regierung neue Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen.

Auch nach dem Entschluss zu neuen Beschränkungen im Herbst habe Johnson noch gegen Schließungen des öffentlichen Lebens gewettert. Medienberichten zufolge sagte Johnson damals, lieber nehme er in Kauf, dass sich "die Leichen zu Tausenden auftürmen". Cummings bestätigte die Aussage, die der Premier wiederholt dementiert hat.

Gegner werfen Cummings, der einst als mächtigster Mann in der Regierung von Johnson galt, vor, sich dafür zu rächen, dass er die Downing Street im November 2020 im Streit verlassen musste.

Frankreich: Regierung kritisiert mutmaßliche Kampagne gegen Impfstoff

Frankreichs Regierung hat mutmaßliche Versuche einer Schmierkampagne gegen den Impfstoff von Biontech/Pfizer kritisiert. Alle in Frankreich zugelassenen Impfstoffe seien sicher und wirksam, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch. Wer versuche, das Gegenteil zu behaupten, spiele gegen die gesundheitlichen Interessen der Franzosen.

Medienberichten zufolge hatten französische Influencer zuvor von einer Kommunikationsagentur Geld angeboten bekommen, um sich negativ über den Impfstoff zu äußern. Attal sprach von einem "groben Manöver". Auch Gesundheitsminister Olivier Véran hatte entsprechende Angebote gegenüber dem Sender BFMTV "erbärmlich" und "gefährlich" genannt. Biontech/Pfizer wollten die Berichte nicht kommentieren. Von wem die Anfragen stammten, war zunächst unklar. 

Belgien setzt Impfung mit Johnson & Johnson für Unter-41-Jährige aus

Der Corona-Impfstoff des US-Unternehmens Johnson & Johnson wird in Belgien zunächst nur noch Menschen ab 41 Jahren gespritzt. Das entschied die Regierung, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Hintergrund sei der Tod einer Unter-40-Jährigen, der womöglich mit einer Impfung mit dem Präparat von Johnson & Johnson in Verbindung stehe. Die Europäische Arzneimittelagentur sei um eine Untersuchung gebeten worden.

EU gegen Astrazeneca: Streit über fehlenden Impfstoff vor Gericht

Nach der Klage der EU-Kommission gegen Astrazeneca wegen fehlender Impfstofflieferungen haben beide Seiten ihren Streit vor einem Brüsseler Gericht ausgetragen. Die Richter sollen über eine von der EU-Kommission beantragte einstweilige Verfügung entscheiden. Ziel ist nach Angaben der Brüsseler Behörde die schnelle Lieferung von Millionen weiterer Impfdosen. Wann das Gericht entscheidet, war zunächst offen.

Laschet warnt vor Engpässen bei Impfstoff-Lieferungen

CDU-Chef Armin Laschet hat den Bund aufgefordert, ausreichend Impfstoff für den Sommer zu beschaffen. Die Impfkampagne laufe nur so lange weiter, wie für Nachschub gesorgt werde, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident nach dem Besuch eines Impfzentrums in Düsseldorf. Der Bund müsse "alles dafür tun, damit es im Sommer keine Dellen oder Ausfälle gibt."

Zum Beginn der Corona-Schutzimpfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren sagte Laschet: "Wenn Impfstoff knapp wird und man eine Gruppe priorisiert, fehlt er woanders." Zunächst aber müsse die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Hersteller Biontech/Pfizer durch die EU-Arzneimittelbehörde EMA und die Empfehlung der Ständigen Impfkommission abgewartet werden.

Bund legt milliardenschweres Corona-Hilfsprogramm für Kulturbranche auf

Mit einem Hilfsprogramm im Volumen von 2,5 Milliarden Euro will die Bundesregierung die von der Corona-Pandemie besonders betroffene Kulturbranche unterstützen. Der Sonderfonds für Kulturveranstaltungen sei "das größte Kulturförderprogramm seit Gründung der Bundesrepublik", sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). Damit sollen Konzerte, Theateraufführungen, Kinovorstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen nach der pandemiebedingten Zwangspause wieder anlaufen können.

Der geplante Sonderfonds hat zwei Säulen: Zum einen sollen die Zahlungen an Veranstalter gehen, die wegen der Corona-Auflagen nur eine reduzierte Zahl von Zuschauern zulassen dürfen. Wegen dieser Einschränkung wären viele Kultur-Events eigentlich unwirtschaftlich - etwa Konzerte, Theateraufführungen und Kinovorstellungen. 

Curevac schreibt wegen Forschungskosten rote Zahlen

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac schreibt aufgrund hoher Forschungskosten weiter rote Zahlen. Der Verlust vor Steuern lag im ersten Quartal bei 112,2 Millionen Euro, wie ein Sprecher am Mittwoch mitteilte. Die Verluste gehen demnach vor allem auf Forschungs- und Entwicklungskosten für den Corona-Impfstoff CVnCov zurück. Im ersten Quartal des Vorjahres hatte der Verlust noch bei 23,9 Millionen Euro gelegen. Angaben zum Ergebnis nach Steuern machte Curevac zunächst nicht.

Schweiz öffnet Restaurants innen – Geimpfte reisen ohne Auflage ein

Die Schweiz lockert weitere Corona-Maßnahmen. Ab kommender Woche können Restaurants wieder Gäste in Innenräumen bewirten, gab Gesundheitsminister Alain Berset am Mittwoch bekannt. Terrassen waren bereits seit Mitte April wieder geöffnet. Es sei beruhigend, dass die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen trotz der Öffnungsschritte seit März weiter sinke, sagte Berset. Nach den neuen Plänen sollen ab 20. August auch wieder Fußballspiele mit großem Publikum möglich sein: Bei Anlässen mit Sitzplätzen soll die Höchstzahl der Besucher aufgehoben werden.

Frankreich kündigt Quarantäne für Reisende aus Großbritannien an

Wegen der Ausbreitung der sogenannten indischen Corona-Variante will Frankreich eine verpflichtende Quarantäne für Reisende aus Großbritannien einführen. Weitere Details sollten bald angekündigt werden, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch nach einer Regierungssitzung unter Vorsitz von Präsident Emmanuel Macron. Eine derartige Vorschrift zur Isolierung gilt wegen der Corona-Varianten bereits für etliche Länder - darunter Brasilien, die Türkei, Sri Lanka, Argentinien oder Indien. Rückkehrer müssen sich für zehn Tage isolieren.

Youtube löscht "Querdenken 711"-Kanäle wegen Fehlinformationen

Die Video-Plattform Youtube hat den Kanal der umstrittenen Gruppierung "Querdenken 711" gelöscht. "Querdenken 711" sei in einem ersten Schritt wegen des Hochladens von Inhalten, die gegen die Youtube-Richtlinien für Fehlinformationen verstoßen hätten, abgemahnt worden, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Danach sei der Kanal zunächst gesperrt worden, so dass die Kritiker der staatlichen Corona-Maßnahmen keine weiteren Videos in dem Kanal mehr hochladen konnten. "Während dieser Suspendierung versuchten sie, die Vollstreckung zu umgehen, indem sie einen anderen Kanal benutzten, und als Ergebnis wurden beide Kanäle gelöscht." "Querdenken 711" hatte zuletzt rund 75.000 Abonnenten.

EU-Behörde entscheidet wohl Freitag über Impfstoff für Kinder

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA wird voraussichtlich am Freitag über die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Hersteller Biontech/Pfizer für Kinder ab zwölf Jahre entscheiden. Der zuständige Experten-Ausschuss werde am Freitag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenkommen, teilte die EMA in Amsterdam mit. Anschließend wolle die Behörde das Ergebnis bekannt geben. Eine Zulassung gilt als wahrscheinlich.

Der deutsche Hersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten die Erweiterung der Zulassung des Impfstoffes auch für 12- bis 15-Jährige beantragt. Bisher ist das Mittel nur für Menschen ab 16 Jahre in der EU zugelassen.

Ex-Berater: Johnson wollte sich Coronavirus spritzen lassen

Der britische Premierminister Boris Johnson hat nach Aussagen seines ehemaligen Beraters Dominic Cummings das Coronavirus zu Beginn der Pandemie völlig unterschätzt. Der Regierungschef habe sich mit Corona infizieren lassen wollen, um zu zeigen, dass das Virus nicht gefährlich sei, sagte Cummings am Mittwoch vor Parlamentsabgeordneten in London. Johnson infizierte sich später tatsächlich mit dem Virus und musste tagelang auf einer Intensivstation behandelt werden.

Cummings sagte aus: "Im Februar (2020) dachte Boris Johnson, es sei nur eine Gruselgeschichte. Er dachte, das sei die neue Schweinegrippe." Weiter behauptete er, Johnson habe gesagt: "Ich werde (den medizinischen Chefberater) Chris Whitty dazu bringen, mir das Coronavirus live im Fernsehen zu injizieren, damit jeder merkt, dass es nichts ist, vor dem er Angst haben muss."

Umfrage: Mehrheit der Deutschen hält Impf-Zeitplan für Kinder für unrealistisch

Zwei Drittel der Deutschen hält laut einer Umfrage ein Impfangebot für alle älteren Kinder und Jugendlichen bis zum Ende der Sommerferien für unrealistisch. 66 Prozent der 1765 Befragten seien dieser Ansicht, ergab die repräsentative Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov. 23 Prozent halten das demnach für umsetzbar. Der Rest machte keine Angabe.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern streben an, Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren bis Ende August ein Impfangebot zu machen - über die Umsetzung wollen an diesem Donnerstag auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten beraten. Bisher ist in Europa noch kein Impfstoff für die Impfung von Kindern und Jugendlichen zugelassen. Die Europäische Gesundheitsbehörde EMA prüft gerade das Vakzin von Biontech. Nach einer Zulassung würde die Ständige Impfkommission (Stiko) prüfen, ob sie für Deutschland eine Empfehlung zur Impfung von älteren Kindern und Jugendlichen ausspricht - dass es eine allgemeine Empfehlung für alle gibt, wird wegen der geringen Datenlage inzwischen aber bezweifelt.

Spahn will Jugendliche auch ohne Stiko-Empfehlung in Impfkampagne einbeziehen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für eine Einbeziehung von Jugendlichen in die Impfkampagne auch bei einer ausbleibenden Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) ausgesprochen. In diesem Fall könnten Eltern und ihre Kinder gemeinsam mit ihren Ärzten trotzdem eine individuelle Entscheidung treffen, sagte Spahn am Mittwoch in der Sendung "Frühstart" der Sender RTL und ntv. Das Stiko-Festlegung sei eine "Empfehlung".

Der Minister verwies zugleich darauf, dass ein Vakzin bei einer positiven Entscheidung durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA für Jugendlichen ab zwölf Jahren für diese dann auch völlig regulär zugelassen wäre. Die EMA prüft derzeit die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biotech und Pfizer für die Altersgruppe der Zwölf- bis 15-Jährigen. Eine Entscheidung wird in den kommenden Tagen erwartet. Für Menschen ab 16 Jahren ist er schon zugelassen.

Die deutsche Stiko berät parallel über eine Empfehlung. Berichten zufolge ist das unabhängige Fachgremium skeptisch hinsichtlich einer allgemeinen Impfempfehlung für alle Kinder. Hauptargument ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis für die Betroffenen. Es gebe das Risiko von Nebenwirkungen, ohne dass klar sei, in welchem Ausmaß die Kinder selbst von der Impfung profitierten. Das Ziel einer Herdenimmunität solle hingegen durch die Impfung von Erwachsenen erreicht werden.

Inzidenz erstmals seit Oktober unter 50 – RKI registriert 2626 Neuinfektionen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz hat erstmals seit Oktober vergangenen Jahres wieder den politisch relevanten Wert von 50 unterschritten. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) lag die Zahl binnen sieben Tagen gemeldeter Neuinfektionen je 100.000 Einwohner am Mittwoch bundesweit bei 46,8 (Vortag: 58,4; Vorwoche: 72,8). Zwar hatte sich die Sieben-Tage-Inzidenz Mitte Februar kurzzeitig schon einmal im Bereich knapp über 50 bewegt. Doch dann kam die dritte Welle. Zuletzt unterhalb der 50er-Schwelle hatte der Wert im Herbst gelegen: bei 48,6 am 20. Oktober 2020.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 2626 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.23 Uhr wiedergeben. Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 270 neue Todesfälle verzeichnet. 

Schottland und Wales wollen "Corona-Gipfel" mit Johnson verschieben

Die Regierungschefs von Schottland und Wales haben den britischen Premierminister Boris Johnson zur Verschiebung eines "Corona-Gipfels" der vier Landesteile aufgefordert. "Wir möchten, dass das Treffen zu einer aussagekräftigen Diskussion mit inhaltlichen Ergebnissen wird und nicht nur eine PR-Übung", schrieben die Schottin Nicola Sturgeon und der Waliser Mark Drakeford in einem gemeinsamen Brief. Sie seien zu Gesprächen über die Bekämpfung der Pandemie bereit. Nötig sei aber eine bessere Vorbereitung.

Das Treffen, an dem auch Nordirland vertreten sein soll, ist für diesen Donnerstag geplant. Die beiden Regierungschefs kritisierten jedoch, Johnsons Büro habe erst am Montag eine "sehr grobe" Tagesordnung vorgeschlagen. Unklar sei zudem, welches Ergebnis erzielt werden solle. "Weitere Gespräche zwischen unseren Mitarbeitern (...) ermöglichten eine viel aussagekräftigere Veranstaltung", hieß es weiter. Ansonsten bestehe das Risiko, "dass es sich nur um eine PR-Übung oder ein Abhaken handelt".

Karliczek hofft auf Rückkehr zu Normalbetrieb an Schulen nach Sommerferien

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat zu weiteren Bemühungen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus aufgerufen, um nach den Sommerferien eine Rückkehr zum normalen Schulbetrieb zu ermöglichen. Wenn die Bürger es nun "mit den letzten Kräften" schafften, die Infektionszahlen weiter zu senken, dann werde "umso mehr Normalität nach den Sommerferien einkehren", sagte Karliczek am Mittwoch den Sendern RTL und n-tv. 

Das Gebot der Stunde sei: "Vorsichtig bleiben - und trotzdem so viel Normalität wie möglich", mahnte sie. Für die Schüler sei nicht nur die Teilnahme am Unterricht ist wichtig, gab die Ministern zu bedenken. "Es ist ja auch wichtig, dass die Kinder einfach wieder die Gelegenheit kriegen sich zu treffen." Hier gehe es um Kontakte, um Persönlichkeitsentwicklung und um Teamgeist. 

Stiko-Mitglied: Vorerst wohl keine Impfempfehlung für alle Kinder

In der Ständigen Impfkommission (Stiko) wird derzeit wohl eher nicht damit gerechnet, dass das Gremium eine allgemeine Impfempfehlung für alle älteren Kinder und Jugendlichen abgeben wird. Das Kommissionsmitglied Rüdiger von Kries sagte am Dienstagabend in der Sendung "RBB-Spezial", momentan wisse man kaum etwas über die Nebenwirkungen von Corona-Impfungen bei Kindern. "Bei unklarem Risiko kann ich zur Zeit noch nicht vorhersehen, dass es eine Impfempfehlung für eine generelle Impfung geben wird."

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern streben an, Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren bis Ende August ein Impfangebot zu machen – über die Umsetzung wollen am Donnerstag auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten beraten. Der Hersteller Biontech/Pfizer hat eine Zulassung seines Präparats ab zwölf Jahren bei der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) beantragt. Die Ständige Impfkommission (Stiko) behält sich aber eigene Klärungen für eine mögliche Impfempfehlung vor.

Corona-Studie: Kinder verbreiten viel weniger Aerosole als Erwachsene

Kinder verbreiten beim Sprechen und Singen viel weniger der für eine Übertragung von Coronaviren relevanten Aerosole als Erwachsene. Das hat eine Untersuchung der Charité und der TU Berlin unter Federführung des Phoniaters Dirk Mürbe ergeben. "Kinder im Grundschulalter emittierten beim Sprechen eine Anzahl von Partikeln in der Größenordnung wie Erwachsene beim Atmen, und beim Singen emittierten sie ähnlich viele Partikel wie Erwachsene beim Sprechen", sagte Mürbe, Direktor der Klinik für Audiologie und Phoniatrie an der Charité, der Deutschen Presse-Agentur. Die Anzahl der Aerosole hänge dabei stark von der Lautstärke ab. Der Befund könne nicht nur bei der Entscheidung für Präsenzunterricht an Schulen eine Rolle spielen, sondern auch für die Arbeit von Kinderchören.

WHO: Indische Corona-Variante in 53 Ländern und Gebieten gemeldet

Die erstmals in Indien entdeckte Corona-Variante B.1.617.2 ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO bereits in 53 Ländern und Gebieten registriert worden. Das teilte die Organisation am Mittwoch in Genf mit. Aus nicht offiziellen Quellen seien Infektionen mit der Mutante darüber hinaus aus sieben weiteren Gebieten gemeldet worden. 

Die Mutante B.1.617.2 wird von der WHO als "besorgniserregend" eingestuft. Sie habe sich als ansteckender als die bisher bekannten Virus-Varianten erwiesen. Ob sie auch schwerere Krankheitsverläufe verursache, werde noch untersucht.

Kinderärzte warnen vor Impfungen in Schulen und indirekter Impfpflicht

Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) warnt vor Impfungen in den Schulen, wie Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sie fordert. "Von Impfungen in der Schule halte ich nichts", sagte der Kinderarzt und BVKJ-Sprecher Axel Gerschlauer der "Rheinischen Post". "Meine größte Sorge ist, dass Frau Karliczek damit auch eine Impfpflicht durch die Hintertür einführt." 

Der Schulbesuch dürfe nicht an eine Corona-Impfung geknüpft werden, sagte der Arzt der Zeitung. "Hier muss die Politik Wort halten." Im Übrigen sei eine Impfpflicht für Kinder auch nicht nötig. "Kinder sind keine Corona-Infektionstreiber, und das Risiko, schwer zu erkranken, ist für sie – anders als bei Masern – gering", sagte Gerschlauer.

Verband: Corona-Impfstoffe zweiter Generation vielleicht schon 2021

Erste weiterentwickelte Corona-Impfstoffe könnten nach Einschätzung des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (vfa) im Erfolgsfall noch in diesem Jahr zugelassen werden. "Eine Reihe von Herstellern und Instituten arbeiten an Impfstoffen und Impfschemata, die auch gegen solche neue Varianten von Sars-CoV-2 wirksam sein sollen, bei denen die Impfstoffe der ersten Generation bisher nur einen schwächeren Schutz bieten", teilte ein vfa-Sprecher mit.

Zentralinstitut: Impfstoff jetzt noch nicht für Schüler reservieren

Das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung bewertet den Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kritisch, Biontech-Impfdosen für Schüler zu reservieren. "Der Vorstoß ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht nachvollziehbar", sagte Institutschef Dominik Stillfried dem "Handelsblatt" (Mittwoch). "Ein Zurückhalten des Biontech-Vakzins für Jüngere würde die Impfkampagne rechnerisch um rund zwei Wochen zurückwerfen."

Finanztest hat 90 Tarife von Auslandskrankenversicherungen geprüft.

Kritisch sei das deswegen, weil Schülerinnen und Schüler ein niedrigeres Risiko hätten, an Corona schwer zu erkranken als die Impfgruppen, die noch ausstehen, sagte Stillfried. Diese Gruppen würden dann erst bis Mitte September eine Erstimpfung erhalten haben, sofern nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) geimpft würde. Die hatte entschieden, nur die Mittel von Biontech und Moderna für die unter 60-Jährigen zu empfehlen.

 Die Meldungen von Dienstag, 25 Mai 2021:

Türkische Gemeinde und Albanien kritisieren Spahn scharf

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Kritik auf sich gezogen mit der Aussage, dass Verwandtschaftsbesuche in der Türkei und auf dem Balkan zu einem Anstieg der Corona-Zahlen im vergangenen Sommer geführt hätten. Albaniens Ministerpräsident Edi Rama und die Türkische Gemeinde in Deutschland zeigten sich empört.

"Es ist ein Skandal, dass ein deutscher Minister den Balkan öffentlich anprangert und damit auch Menschen mit Migrationshintergrund abwertet", sagte Ministerpräsident Rama der "Bild". "Ich werde nicht zulassen, dass Albanien als Risikobereich für Urlaubsreisen dargestellt wird, es gibt keine Zahlen, die dies belegen." Spahn wolle so nur "eine offensichtlich schlechte Bilanz" verteidigen.

Der stellvertretende Vorsitzende der Türkischen Gemeinde, Serhat Ulusoy, sagte, Spahn stelle "ganze Bevölkerungsgruppen unter Generalverdacht" und öffne "Stigmatisierungen Tür und Tor". Er wolle "Wahlkampf um jeden Preis und auf dem Rücken von Menschen" machen. "Die zweite Welle ist hausgemacht und gutes Corona-Management sieht anders aus."

Moderna: Corona-Impfstoff bei Kindern und Jugendlichen höchst wirksam

Der Corona-Impfstoff des US-Unternehmens Moderna ist nach Firmenangaben auch bei Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren höchst wirksam. Das Vakzin habe bei einer klinischen Studie mit Teilnehmern im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren nach geläufiger Krankheitsdefinition eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt, erklärte Moderna am Dienstag.

Der Impfstoff sei zudem sicher und werde von Kindern und Jugendlichen gut vertragen. In der Altersgruppe wurden demnach "keine bedeutsamen Sicherheitsbedenken identifiziert". Moderna will deswegen Anfang Juni bei der US-Arzneimittelbehörde FDA und bei Behörden weltweit Anträge für eine Zulassung des Impfstoffs für diese Altersgruppe stellen. Das Moderna-Vakzin hat in den USA und in der EU bislang eine Notfallzulassung für Erwachsene.

Fast jeder zweite erwachsene Europäer hat Corona-Erstimpfung bekommen

Deutschland liegt im Vergleich mit den anderen EU-Staaten im Impf-Durchschnitt. Wie die letzten Vergleichsdaten vom 21. Mai zeigten, waren an diesem Tag sowohl in Deutschland als auch im Rest der EU rund 40 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) sowie aus Angaben von Impfstoffherstellern und Daten der EU-Gesundheitsbehörde ECDC hervor.

Bis Ende des Monats sollen insgesamt 46 Prozent der Europäer - 170 Millionen Menschen - eine Erstimpfung erhalten haben. Das erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach Angaben aus EU-Kreisen am Dienstag beim EU-Gipfel in Brüssel.

In Deutschland haben nach RKI-Angaben vom Dienstag (Stand: 10.05 Uhr) 33,6 Millionen Menschen (40,4 Prozent) eine Erstimpfung erhalten, 11,9 Millionen (14,4 Prozent) sind vollständig geimpft. Am Montag wurden 287 574 Menschen in der Bundesrepublik immunisiert, 158 451 davon bekamen nun ihren vollen Impfschutz. Der Feiertag hatte die Zahl der Impfungen damit im Vergleich zur Vorwoche deutlich gedrückt, sieben Tage zuvor wurden mit 543 637 weitaus mehr Impfdosen verabreicht.

Österreich stoppt wegen Corona-Variante Flüge aus Großbritannien

Österreich verhängt ab Juni ein Landeverbot für Flugzeuge aus Großbritannien. Die Maßnahme soll das Einschleppen der sogenannten indischen Coronavirus-Variante verhindern, wie das Gesundheitsministerium in Wien erklärte. Der Flugstopp soll vorerst vom 1. bis 20. Juni gelten.

Die Virusvariante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.617.2 war im Oktober zuerst in Indien entdeckt worden. Sie hat sich auch in Großbritannien stark ausgebreitet. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist diese ansteckendere Variante schon in fast allen westeuropäischen Ländern aufgetreten. Die deutsche Bundesregierung hatte einen ähnlichen Schritt bereits am Freitag vollzogen.

Tausende für Häftlinge bestimmte Corona-Impfdosen in Indonesien gestohlen

Wegen des Handels mit gestohlenen Corona-Impfdosen sind in Indonesien vier Verdächtigte festgenommen worden. Sie werden beschuldigt, den eigentlich für Häftlinge bestimmten Impfstoff weiterverkauft zu haben, wie die Polizei  mitteilte. Demnach hatten sie mehr als tausend Impfdosen aus Lieferungen an Gefängnisse abgezweigt und Käufern in der Hauptstadt Jakarta und auf der Insel Sumatra für umgerechnet je 14 Euro pro Stück angeboten. 

Unter den Festgenommenen sind ein Gefängnisarzt aus der Stadt Medan auf Sumatra und ein Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden. Den vier Verdächtigen droht im Falle einer Verurteilung eine lebenslange Haftstrafe. In Indonesien wurden bislang mehr als 1,7 Millionen Corona-Infektionen und fast 50.000 Todesfälle registriert. Impfungen gegen das Coronavirus sind in dem Land mit seinen 270 Millionen Einwohnern eigentlich kostenlos. Millionen von Menschen konnten sich wegen der Impfstoff-Knappheit aber noch nicht impfen lassen. 

Mecklenburg-Vorpommern zieht Tourismus-Start vor

Nach monatelangen Zwangsschließungen sollen Hotels und Pensionen in Mecklenburg-Vorpommern nun doch schon zum kommenden Wochenende wieder öffnen dürfen. "Gesundheits- und Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) und ich schlagen gemeinsam vor, dass wir den ersten Schritt, also die Beherbergung von Gästen aus MV, bereits zum 28. Mai umsetzen", sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) der "Ostsee-Zeitung" (Bezahinhalt). Wie im Vorjahr sollen dann eine Woche später auch Gäste aus anderen Bundesländern wieder Urlaub im Nordosten machen dürfen. Eine Belegungsquote sei hingegen nicht geplant. Ursprünglich sollte der Neustart im Tourismus erst Mitte Juni erfolgen. Der rasche Rückgang der Corona-Infektionen ermögliche aber, Öffnungsschritte vorzuziehen.

Britische Regierung verschärft lokale Abstandsregeln

Die Regierung in Großbritannien hat die Abstandsregeln in einzelnen englischen Bezirken mit hohem Auftreten der zuerst in Indien entdeckten Coronavirus-Variante wieder verschärft - allerdings ohne öffentliche Ankündigung. Wie die BBC berichtete, wurde die Regierungswebseite bereits am vergangenen Freitag für landesweit acht Bezirke aktualisiert. Demnach werden die Menschen dort aufgerufen, ihre Bezirke nicht zu verlassen, zwei Meter Abstand zu anderen zu halten und sich nicht in Innenräumen zu treffen.

Auf der Liste stehen unter anderem Gebiete im Nordwesten des Landes, in Mittelengland und auch ein Londoner Bezirk. Am stärksten betroffen ist der Bezirk Bolton im Großraum Manchester. Dort wurden zuletzt rund 450 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen registriert. Experten gehen davon aus, dass sich die sogenannte indische Variante B.1.617.2 schneller ausbreitet als die bislang vorherrschende britische Corona-Mutante B.1.1.7.

Die Abgeordnete für Bolton South West, Yasmin Qureshi, von der Labour-Partei zeigte sich von der Änderung der Abstandsregeln überrascht. "Sie (die Regierung) macht so eine wichtige Bekanntgabe und hat nicht einmal den Anstand, das uns und den Bürgern zu sagen", sagte sie der BBC. Viele Menschen hätten wahrscheinlich Reisepläne für das kommende Wochenende gemacht, fuhr Qureshi fort.

Altmaier stellt Ende der Homeoffice-Pflicht in Aussicht 

Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat Unternehmen und Beschäftigten schrittweise Lockerungen der Homeoffice-Pflicht in Aussicht gestellt. "Ich glaube, dass die Idee, dass man zur Normalität zurückkehrt, sicherlich auch bedeutet, dass man dann dort, wo es Sinn macht, auch wieder vor Ort arbeiten kann", sagte der CDU-Politiker am Dienstag im "Bild"-Talk "Die richtigen Fragen". Es werde "Schritt für Schritt weniger Vorschriften" zum Homeoffice geben.

Zugleich glaube er aber, dass viele Beschäftigte trotzdem weiter von zuhause arbeiten könnten, sagte Altmaier. Viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer arrangierten sich und machten flexiblere Arbeitsmodelle möglich. Das sei eine der positiven Lektionen aus der Corona-Krise.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte ein Ende der Homeoffice- und Testpflicht in den Betrieben. Der Impffortschritt müsse mit einer Rückkehr in einen normalen Geschäftsbetrieb verbunden sein, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Positionspapier, das an die Bundesregierung gerichtet ist. Der BDI sprach sich für einen Stufenplan aus, der festlegt, wie Corona-Maßnahmen in den Betrieben verringert und abgeschafft werden können.

Stiko: Schulöffnung nicht entscheidend für Impfung von Kindern

Die Rückkehr zum Präsenzunterricht ist nach Ansicht der Ständigen Impfkommission (Stiko) kein entscheidender Grund für die Corona-Impfung von Kindern. Im Vordergrund müsse die Frage stehen, wie hoch die Gefährdung der Kinder durch eine Infektion mit dem Coronavirus sei, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens am Dienstag im Deutschlandfunk. Auch Privatleben oder Urlaub mit den Eltern seien sekundäre Argumente, "die für sich alleine genommen keine ausreichende Begründung liefern, um jetzt alle Kinder zu impfen".

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuletzt Schülerinnen und Schülern in Aussicht gestellt, bis Ende August ein Impfangebot zu erhalten. Die Europäische Gesundheitsbehörde EMA prüft, ob sie den Impfstoff von Biontech für ältere Jugendliche empfiehlt. Die Stiko behält sich vor einer Empfehlung noch eine Prüfung vor. Mertens rechnet innerhalb der nächsten 10 bis 14 Tage mit einem Ergebnis der Beratungen. "Es kann sein, dass die Stiko den Vorstellungen der Politik nicht in allen Punkten nachkommen kann, da die Ergebnisse das unter Umständen nicht hergeben", so Mertens.

Union Berlin droht Nachspiel wegen Fan-Party am Stadion

Die Fan-Party nach dem Einzug in die Conference League hat Konsequenzen für den 1. FC Union Berlin. Der Regierende Bürgermeister der Hauptstadt, Michael Müller (SPD), kündigte beim Sender Radio Eins des RBB "mit Sicherheit ein Nachspiel" an. Der Verein habe nicht dafür gesorgt, dass es keine Party gebe und sei daher "mitverantwortlich".

Mehrere Tausend Fans hatten am Samstag nach dem 2:1 am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga über Vizemeister RB Leipzig die Mannschaft von Trainer Urs Fischer auf dem Platz vor dem Stadion An der Alten Försterei gefeiert. Die Abstandsregeln, die während der Corona-Pandemie gelten, wurden von den euphorisierten Anhängern dabei nicht eingehalten.

"Uns war am Donnerstag und Freitag klar, dass es diese Bilder geben wird. Wir haben versucht, es zu organisieren", hatte Union-Präsident Dirk Zingler die Party tags darauf verteidigt.

Berlins Stadtoberhaupt Müller stellte auch das Modellprojekt infrage, demzufolge 2000 Zuschauer die Partie im Stadion hatten verfolgen dürfen. Man müsse sehen, ob so etwas auch in Zukunft möglich sei, "wenn sie so aus dem Ruder laufen".

Millionen ungenutzter Corona-Impfdosen könnten in Hongkong im Müll landen

In Hongkong könnten wegen der geringen Impfbereitschaft Millionen Corona-Impfdosen bald im Müll landen. Bei der ersten Charge des Biontech-Vakzins werde in drei Monaten das Verfallsdatum erreicht, teilten die Behörden der chinesischen Sonderverwaltungszone mit. Hongkong hatte sich genügend Corona-Impfstoff gesichert, um alle 7,5 Millionen Einwohner zu immunisieren. 

Misstrauen gegenüber der Regierung, Falschinformationen im Netz und die entspannte Corona-Lage haben aber zu einer niedrigen Impfbereitschaft in der Millionenmetropole geführt. Zurzeit gilt Hongkong als nahezu Corona-frei. Die kommunalen Impfzentren, in denen das Präparat von Biontech/Pfizer verabreicht wird, sollen nach derzeitigen Planungen im September schließen. Bislang erhielten lediglich 19 Prozent der Menschen in Hongkong eine erste Impfung, während 14 Prozent vollständig geimpft sind. Gut zwei Millionen Biontech-Impfdosen, die sechs Monate haltbar sind, wurden bislang nicht verbraucht. Einige Politiker in Hongkong hatten daher in den vergangenen Wochen vorgeschlagen, die ungenutzten Impfdosen zu exportieren.

RKI registriert 1911 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 58,4

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1911 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 06.05 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 4209 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 58,4 an (Vortag: 62,5; Vorwoche: 79,5). An Feiertagen wie Pfingstmontag suchen weniger Menschen einen Arzt auf, wodurch auch weniger Proben genommen werden und es weniger Laboruntersuchungen gibt. Daher werden weniger Neuinfektionen gemeldet.

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 33 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 221 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.653.551 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Bildungsministerin hält klassenweises Impfen von Schülern für denkbar

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hält ein klassenweises Impfen von Schülerinnen und Schülern für denkbar. "Dann muss man eben im Vorfeld die Genehmigung der Eltern einholen und dann ist das natürlich eine Möglichkeit, das in der Schule zu organisieren", sagte sie am Montagabend im Politiktalk "Die richtigen Fragen" der "Bild"-Zeitung. Wichtig sei es, nach den Sommerferien wieder einen regulären Präsenzunterricht zu ermöglichen. Die Ministerin appellierte im Vorfeld des Impf-Gipfels an die Bundesländer, Impfkampagnen für Schüler konkret vorzubereiten: "Man kann sich jetzt systematisch mit den Kinder- und Amtsärzten überlegen: Wie will man eine Impfkampagne gerade für die Jüngeren fahren?", sagte sie. 

Knapp zwei Drittel der Bürger für Rückkehr zu Präsenzunterricht

Knapp zwei Drittel der Bundesbürger sind unter Einhaltung von Test- und Hygienekonzepten für eine sofortige Rückkehr der Schulen zum Präsenzunterricht. 65,2 Prozent sind einer Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Civey im Auftrag der FDP-Bundestagsfraktion auf jeden Fall oder eher dafür. Die Umfrage liegt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor. 24,7 Prozent sind auf jeden Fall oder eher dagegen. Jeder Zehnte ist unentschieden. Die Mehrheit für die sofortige Rückkehr zum Präsenzunterricht reicht von 78,3 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern bis 55 Prozent in Bremen.

Kritik an Spahn wegen Ziel einer Inzidenz unter 20

Aus FDP- und Linksfraktion kommt Kritik an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), weil er als Zielmarke für einen unbeschwerten Sommer eine Corona-Inzidenz von unter 20 genannt hat. "Mit seinen Spekulationen verbreitet Herr Spahn nur öffentliche Verunsicherung", sagte der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Michael Theurer der "Welt". "Die Intensivbetten leeren sich, die schweren Verläufe werden deutlich seltener. Die Gefährdungslage aus einer spezifischen Zahl, sei es 20, 35, 50 oder 100, ist inzwischen eine ganz andere, als das noch Anfang des Jahres der Fall war." Linksfraktionschefin Amira Mohamed Ali sagte: "Konkrete Problemlösung anstatt schwurbeliger Ankündigungen wäre jetzt dringend geboten." Als Probleme nannte sie ineffektive Testsituationen in Schulen, Wechselunterricht und Impfstoffmangel.

Spahn hatte der der "Bild am Sonntag" zur Sieben-Tage-Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner gesagt: "Im vergangenen Sommer lag sie unter 20. Das sollten wir wieder anstreben. Vorsicht und Umsicht gelten weiterhin." Am Montagmorgen gab das RKI die Sieben-Tage-Inzidenz mit bundesweit 62,5 an (Vortag: 64,5; Vorwoche: 83,1).

EU-Gipfel berät am zweiten Tag über Corona und Klimapolitik

Die EU-Staats- und Regierungschefs setzen am Dienstag (9.30 Uhr) ihren Gipfel in Brüssel fort. Nach den Beratungen zu Belarus und weiteren außenpolitischen Themen am Montagabend geht es nun um die Klimapolitik und die Corona-Pandemie. Im Kampf gegen Covid-19 wollen die Staats- und Regierungschefs angesichts der Ausbreitung ansteckenderer Virus-Varianten zur Vorsicht aufrufen und sich gleichzeitig bei der Aufhebung von Reisebeschränkungen innerhalb der EU abstimmen. 

Geplant ist auch eine Zusage, bis Jahresende mindestens 100 Millionen Dosen Impfstoff an ärmere Länder zu spenden. In der Klimafrage geht es um die Umsetzung des verschärften EU-Ziels bei der CO2-Reduzierung bis zum Jahr 2030. Die EU-Kommission will hier im Juli konkrete Gesetzesvorschläge vorlegen. Vor allem osteuropäische Länder warnen Brüssel vor zu einschränkenden Maßnahmen.

Die Meldungen von Pfingstmontag, 24 Mai 2021:

Indisches Hochzeitspaar umgeht Corona-Regeln im Flugzeug

Ein indisches Paar hat Corona-Regeln umgangen und in einem gecharterten Flieger geheiratet. Ein Reisebüro habe den Flug gebucht und dabei angegeben, dass es sich um einen Trip nach einer Hochzeit handle, sagte ein Sprecher der Billigfluggesellschaft SpiceJet der Deutschen Presse-Agentur. Doch dann hätten die Gäste einfach während des Flugs eine Hochzeitszeremonie abgehalten. Der Sprecher sagte, dass seine Firma überlege, Schritte gegen die Hochzeitsgesellschaft zu unternehmen.

Der Sprecher betonte, dass die Passagiere vor der Reise von der südindischen Stadt Madurai zum indischen Sillicon Valley Bengaluru am Sonntag über Corona-Richtlinien informiert worden seien und sie keine Erlaubnis für Aktivitäten an Bord erhalten hätten. In einem Video, das indische Medien verbreiteten, sieht man ein Paar und eine Hochzeitsgesellschaft, die eng beieinander und ohne Masken feiert.

Merkel warnt bei WHO-Tagung vor nächster Pandemie

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor neuen Pandemien gewarnt und die Welt aufgerufen, sich besser dafür zu wappnen. "Diese Pandemie ist noch nicht bewältigt; und sie wird auch nicht die letzte sein", sagte Merkel in einer Videobotschaft, die am Montag zum Auftakt der virtuellen Jahrestagung der 194 Mitgliedsländer der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingespielt wurde. "Nach der Pandemie ist vor der Pandemie", sagte Merkel. "Auf die nächste sollten wir möglichst gut vorbereitet sein." Deutschland ist seit Beginn der Pandemie zum derzeit größten Beitragszahler der WHO aufgestiegen, vor der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung.

Ab Herbst keinerlei Distanzunterricht mehr in New York

In der Millionenmetropole New York soll es im kommenden Schuljahr nach den Corona-Einschränkungen der vergangenen Monate keinerlei Distanzunterricht geben. Ab September sollen alle Schüler aller Klassen wieder vor Ort unterrichtet werden, sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Montag dem TV-Sender MSNBC. "Man kann keine komplette Genesung haben, ohne dass die Schulen wieder auf voller Stärke laufen - mit allen wieder in den Klassenzimmern und lernenden Kindern. Es ist an der Zeit. Es ist wirklich an der Zeit, wieder auf voller Stärke zu laufen."

Die meisten Schulen in New York bieten schon wieder Unterricht vor Ort an. Rund zwei Drittel der mehr als eine Million Schüler an öffentlichen Schulen in der Stadt sind aber nach eigener Entscheidung derzeit weiter im Distanzunterricht, unter anderem aus gesundheitlichen Bedenken. Ursprünglich hatte die Stadt geplant, auch in Zukunft eine Option für Distanzunterricht beizubehalten. Das wurde nun aber ausgeschlossen.

Nordirland lockert Corona-Regeln – Schottland impft über 18-Jährige

Als letzter Landesteil des Vereinigten Königreichs hat auch Nordirland zahlreiche Corona-Regeln gelockert. Pubs, Restaurants und Cafés dürfen seit Montag wieder Gäste auch in geschlossenen Räumen empfangen. Hotels und Museen haben geöffnet. Bis zu sechs Menschen dürfen sich in Innenräumen treffen und bis zu 15 in privaten Gärten, an Veranstaltungen im Freien dürfen bis zu 500 Gäste teilnehmen. Anders als in den übrigen Landesteilen bleiben aber soziale Abstandsregeln in Kraft, Umarmungen und Begrüßungsküsse sind also weiterhin untersagt. Die Gesundheitspolitik ist im Vereinigten Königreich Sache der Regionalregierungen.

In Schottland dürfen sich nun alle über 18-Jährigen für eine Corona-Impfung anmelden. "Bitte tut es - es ist der beste Weg, sich und andere zu schützen und uns alle wieder auf den Weg zur Normalität zu bringen", twitterte Regierungschefin Nicola Sturgeon am Montag.

Bericht: Drei Labor-Mitarbeiter in Wuhan mussten im November 2019 ins Krankenhaus

Ein US-Medienbericht hat den Mutmaßungen über einen Laborunfall in China als Ausgangspunkt der Corona-Pandemie neuen Auftrieb gegeben. Das "Wall Street Journal" berichtet unter Berufung auf einen US-Geheimdienstbericht, im November 2019 seien drei Mitarbeiter des Instituts für Virologie in der Stadt Wuhan so schwer erkrankt, dass sie ein Krankenhaus aufgesucht hätten. Allerdings machten derzeitige und frühere US-Regierungsvertreter gegenüber dem "Wall Street Journal" unterschiedliche Angaben darüber, wie belastbar die zugrunde liegenden Informationen sind. 

Das US-Außenministerium hatte im Januar - zum Ende der Amtszeit von Präsident Donald Trump - erklärt, es gebe Anlass zu der Annahme, dass mehrere Mitarbeiter des Labors in Wuhan im Herbst 2019 und damit vor den ersten offiziellen Corona-Fällen erkrankt seien. Sie hätten Symptome gehabt, "die sowohl mit Covid-19 als auch mit gewöhnlichen saisonalen Erkrankungen übereinstimmen".

Singapur lässt Corona-Schnelltest per Atemanalyse vorläufig zu

Die ungeliebten Corona-Schnelltests durch Abstriche in Nase oder Rachen könnten demnächst vielleicht der Vergangenheit angehören: In Singapur haben die Gesundheitsbehörden einen neuartigen Atemtest vorläufig zugelassen, der das Virus "akkurat innerhalb einer Minute" nachweisen soll, wie die National University of Singapore (NUS) mitteilte. Der Test wurde von der Firma Breathonix entwickelt.

WHO-Schätzung: Weltweit 115.000 Pflegekräfte an Corona gestorben

Mindestens 115.000 Pflegekräfte sind nach einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit in Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion ums Leben gekommen. "Es gibt nur spärliche Berichte, aber wir schätzen, dass mindestens 115.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheits- und Pflegedienste mit dem Leben für ihren Dienst an anderen bezahlt haben", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus zum Auftakt der Jahrestagung der 194 WHO-Länder in Genf.

Britische Studie: Hunde erschnüffeln Corona-Infizierte

Trainierte Hunde können einer britischen Studie zufolge Corona-Infizierte am Geruch erkennen. Sechs Hunde hätten Proben von Infizierten mit einer Genauigkeit von 82 bis 94 Prozent erschnüffelt, teilte die London School of Hygiene and Tropical Medicine (LSHTM) am Montag mit. Das Ergebnis betätigt frühere Studien unter anderem aus Deutschland. Die britischen Forscher nutzten Socken von 400 Probanden. 200 der Menschen waren infiziert, hatten aber keine oder allenfalls leichte Symptome, 200 waren in der Kontrollgruppe.

Bislang gab es mehrere derartige Hunde-Studien. So war ein Forscherteam um Holger Volk von der Tierärztlichen Hochschule Hannover zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Etwa in Helsinki und Dubai kommen Corona-Spürhunde schon am Flughafen zum Einsatz.

Indien überschreitet Schwelle von 300.000 Corona-Toten

Indien hat die symbolische Schwelle von 300.000 Corona-Toten überschritten. Die Gesundheitsbehörden des Landes registrierten 4454 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden, damit steigt die Gesamtzahl der Toten auf 303.720. Seit Pandemiebeginn wurden zudem über 26,7 Millionen Infektionen verzeichnet. Indien ist das dritte Land nach den USA und Brasilien, das diese traurige Marke überschritten hat. 

RKI registriert 2682 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 62,5

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 2682 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Morgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.13 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 5412 Ansteckungen gelegen. Die 7-Tage-Inzidenz gab das RKI am Morgen mit bundesweit 62,5 an (Vortag: 64,5; Vorwoche: 83,1). Am Sonn- und Feiertagen sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil dann weniger getestet wird.

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 43 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 64 Tote gewesen. 

Karliczek fordert Fahrplan für Impfungen von Kindern und Jugendlichen

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek fordert einen Fahrplan für Impfungen von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren in allen Bundesländern. Dieser solle bezwecken, dass den Kindern und Jugendlichen möglichst bis zum Beginn des kommenden Schuljahres ein Impfangebot gemacht werden könne, sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Ich möchte, dass vor allem nach den Sommerferien überall der Schulbetrieb wieder relativ normal beginnen kann. Dafür wäre es sehr hilfreich, wenn möglichst viele Schülerinnen und Schüler geimpft wären." Nach dem Willen der Ministerin soll sich der Impfgipfel von Bund und Ländern in der kommenden Woche mit dem Thema befassen. 

US-Behörde untersucht Fälle von Herzmuskelentzündungen nach Corona-Impfung

Die US-Behörden untersuchen eigenen Angaben zufolge mehrere Fälle von Herzmuskelentzündungen bei jungen Menschen in Verbindung mit einer Corona-Impfung. Es handle sich um eine geringe Anzahl an Fällen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die mit mRNA-Vakzinen der Hersteller Pfizer und Biontech oder Moderna geimpft wurden, erklärte die US-Gesundheitsbehörde CDC. "Die meisten Fälle scheinen mild zu verlaufen, eine Nachverfolgung der Fälle ist im Gange".

Israel will ab Juni Corona-Maßnahmen aufheben

In Israel sollen ab Juni alle im Kampf gegen die Corona-Pandemie verhängten Beschränkungen aufgehoben werden. "Zum ersten Mal seit dem Ausbruch der Pandemie werden alle Restriktionen auf israelischem Staatsgebiet ab dem 1. Juni aufgehoben", teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Gleichzeitig sollen jedoch Beschränkungen für Touristen aus dem Ausland in Kraft bleiben und womöglich sogar verschärft werden, um ein Einschleppen von Virusvarianten zu verhindern. 

Ohne Maske in der Menge: Bolsonaro lässt sich von Anhängern feiern

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat die Gesundheitsvorschriften von Rio de Janeiro missachtet und sich ohne Maske von zahlreichen Menschen feiern lassen. Der rechte Staatschef nahm am Sonntag ohne Mund-Nasen-Schutz an einer Motorradrundfahrt durch die Millionenmetropole teil und hielt eine Rede vor seinen Anhängern. Damit verstieß er gegen die örtlichen Vorschriften im Kampf gegen die Corona-Pandemie, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete. Einige Demonstranten zeigten Transparente, auf denen die Justiz kritisiert und ein Militärputsch gefordert wurde.

mad / mod / sve / tkr / fs / luh AFP DPA

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