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Diäten: Mit Köpfchen gegen den Bauch

Millionen wollen abspecken, aber nur wenige schaffen es, tatsächlich schlanker zu werden und zu bleiben. Dabei sind die Hürden nicht unüberwindbar.

Schluss mit lustig. Millionen Deutsche starten dieser Tage einen kollektiven Selbstversuch: Sie wollen die Pfunde, die sie sich über die Feiertage angefuttert haben, wieder loswerden. Manche wollen sich der Glyx-Diät verschreiben oder auf Trennkost umsteigen. Andere werden zu den Weight-Watchers pilgern oder Slimfast schlürfen.

Anlass zum Abnehmen gibt es genug. Jeder zweite Deutsche ist übergewichtig. Nach einer Faustregel zählen dazu alle Frauen, die mehr als 88 Zentimeter, und alle Männer, die mehr als 102 Zentimeter Taillenumfang haben.

Schlimm genug, dass sich die Beleibten in ihrer Haut nicht wohlfühlen, sich frustriert von Freunden und Kollegen zurückziehen oder gar depressiv werden. Das überschüssige Fett schadet, jeder weiß es, auch dem Körper: Diabetes kommt bei deutlich Übergewichtigen bis zu achtmal so oft vor wie bei Normalgewichtigen, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen sind viermal häufiger.

Globaler Diätmarkt

Weltweit hat sich ein Diätmarkt entwickelt, der Lebensmittelherstellern, Buchverlagen, Fitness-Studios und Pharmakonzernen Milliarden einbringt. Unentwegt werden neue Blitzdiäten und Wundermittel angepriesen, die schnell und bequem zum ersehnten Ziel führen sollen. Aber die Versprechungen des Marketing wecken nicht selten völlig "utopische Erwartungen", wie Christiana Einig vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam erklärt: Schon wer fünf Prozent abnehmen und den Erfolg auf Dauer halten kann, übertrifft den Abspeckdurchschnitt.

Wirklich gesund abnehmen und schlank bleiben kann nur - da sind sich die Fachkundigen einig -, wer mehr ändert als den täglichen Speiseplan. Und unabhängig von der Methode, für die man sich entscheidet, gilt es, bestimmte Fallen zu umgehen - physiologische und psychologische.

Der Stoffwechsel

Wer mit einer Diät beginnt, sieht bald die ersten Pfunde purzeln. Denn immer, wenn der Körper weniger Energie durch Nahrung aufnimmt, muss er an seine Reserven gehen. Der radikalste Ansatz nach diesem Prinzip ist die so genannte Nulldiät: Sie erlaubt keine einzige Nahrungskalorie; statt zu essen soll der Reduktionswillige täglich mindestens drei Liter Wasser trinken. Damit, so die Idee, werde der Körper gezwungen, seinen Energiebedarf ausschließlich aus den Speckpölsterchen zu beziehen. Und tatsächlich zeigt die Waage bei den so Kasteiten erst mal jeden Tag 300 bis 450 Gramm weniger. Zwar gilt die Nulldiät inzwischen als überholt. Doch auch heute noch basieren etliche der vielen Wunderdiäten, die besonders schnellen Abnehmerfolg versprechen, allein darauf, dass man sehr wenig Kalorien zu sich nimmt. Dabei kann man den Körper nicht einfach überlisten, so die Ernährungswissenschaftlerin Ursel Wahrburg, Professorin an der Fachhochschule Münster: Wird die Kalorienzufuhr allzu rigide reduziert, schaltet der Organismus sofort auf Sparflamme. Er drosselt seinen Energieverbrauch für elementare Funktionen wie Atmung, Herztätigkeit und Stoffwechsel um bis zu 40 Prozent.

Ein Schutzmechanismus, der dem Homo sapiens in früheren Jahrtausenden das Überleben sicherte - und modernen Stadtmenschen reichlich zu schaffen macht. Viele Diätwillige stellen nach ein paar Tagen strikter Disziplin und ersten Anfangserfolgen fest, dass sich der Zeiger der Waage auf einmal nicht mehr nach unten bewegt - und verlieren die Lust.

Dagegen hilft nur eines: Geduld. Gute Abnehmkonzepte, betont Wahrburg, sind so konzipiert, dass man im Schnitt etwa ein halbes Kilo pro Woche verliert. Nur wer langsam Abschied von den Pfunden nimmt, kann die demotivierende Stoffwechselfalle umgehen. Auch mit drei bis fünf Kilo weniger ist schon viel gewonnen. Wer es schafft, das neue Gewicht über längere Zeit zu halten, erzielt einen deutlichen Effekt, sagt Einig. "Viele Übergewichtige stellen dann fest, dass sie plötzlich ganz auf Medikamente gegen Bluthochdruck oder Diabetes verzichten können."

Der Glücksfaktor

Bei den einen ist es der Ärger im Job, bei den anderen Einsamkeit, Frust in der Partnerschaft, Angst vor einer neuen Aufgabe oder schlicht Langeweile - fast jeder, der sich vorgenommen hat abzunehmen, kennt Situationen, in denen er dem Sog von Kartoffelchips oder Schokoriegeln einfach nicht widerstehen kann.

Kein Wunder, sagt der Neurobiologe Gerald Hüther von der Universität Göttingen. Denn Fettes und Süßes erhöhen im Blut die Konzentration der Aminosäure Tryptophan, die das Gehirn zur Produktion der körpereigenen "Glücksdroge" Serotonin benötigt. Nach einer Tüte Kartoffelchips oder zwei Stücken Sahnetorte können die Nervenzellen des so genannten serotonergen Systems den stimmungsaufhellenden Botenstoff viel leichter freisetzen. In der Tat haben die meisten von uns schon als Kleinkinder gelernt, dass bestimmte Nahrungsmittel die Laune heben. Wer schlechter Stimmung ist, entwickelt oft eine große Lust auf kohlenhydrat- oder fettreiche Snacks oder auf solche, die - wie etwa der Klassiker Schokolade - gleich beides enthalten.

Damit jemand zum Eis- oder Kuchen-Junkie wird, braucht es jedoch mehr, wie Hüther betont. "Viele Menschen leiden unter Stimmungsschwankungen. Alles, was die Laune hebt, besitzt für sie daher große Anziehung." Doch erst, wenn man sich immer und immer wieder mit Pommes Frites, Nüssen oder Pralinen tröstet, gräbt sich die Verknüpfung zwischen Essen und Labsal so tief ins Unterbewusstsein ein, dass daraus ein regelrechter Zwang werden kann.

Achtung Schlemmerfallen!

Abhilfe schafft eine nüchterne Bestandsaufnahme der eigenen Schlemmerfallen. Esse ich trotz aller guten Vorsätze aus Langeweile und Einsamkeit, wenn ich abends allein vor dem Fernseher sitze? Überkommt mich die Knabberlust, wenn ich im Job unangenehme Arbeiten vor mir herschiebe? Erst wenn man genau weiß, wann Fette und Kohlenhydrate Frust bekämpfen sollen, kann man versuchen, seine Psyche auf figurfreundlichere Weise wieder ins Lot zu bringen. Etwa, indem man sich während der Abnehmphase zu Kinobesuchen verabredet, statt allein in der Nähe seines Kühlschranks auszuharren. Indem man sich angewöhnt, ungeliebte Arbeiten gleich anzupacken, statt das Problem unter Zuführung von Kalorien zu verschieben.

Hilfreich ist es häufig auch, regelmäßig Stress abzubauen. Denn: "Wer unter Druck steht, isst mehr", sagt der Ernährungspsychologe Joachim Westenhöfer von der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften. In extremen Fällen kann das heißen, entsprechende Kurse zu belegen. Die Mannheimer Psychotherapeutin und Buchautorin Doris Wolf rät zudem, sich am Anfang einer Diät mit einer Liste von möglichst vielen Aktivitäten zu wappnen, die einem gut tun, die Spaß machen und die man bei kulinarischen Gelüsten statt Essen aufs Programm setzen kann. Beispielsweise: Musik hören, ein entspannendes Bad nehmen, einen Spaziergang machen, eine Freundin anrufen, sich einen Blumenstrauß kaufen. Oder Holz hacken, eine Tour mit dem Motorrad fahren, in den Billardsalon gehen, ein Computerspiel machen. Wichtig ist, dass man sich solche Lösungen überlegt, wenn man nicht gerade in einer Stresssituation steckt, betont Wolf. Dann ist der Kopf freier für gute Ideen - und man hat sie im Notfall schon parat.

Das Angebot

So merkwürdig es klingen mag: Das Gefühl von Hunger hat - zumindest in Gesellschaften mit Nahrungsüberfluss wie der unseren - nur selten mit einem echten Energiemangel des Körpers zu tun, konstatiert der kanadische Biopsychologe John Pinel von der University of British Columbia. Noch vor einigen Jahren gingen die meisten Wissenschaftler davon aus, dass die Lust auf Nahrung vor allem dadurch ausgelöst wird, dass die Energiereserven des Körpers unter einen Sollwert absinken. Doch diese Theorie hat zwei Schönheitsfehler: Sie kann weder die gewaltige Zunahme von Übergewichtigen in den westlichen Industrieländern in den vergangenen Jahre erklären, noch stimmt sie mit experimentellen Befunden überein.

Zum Beispiel jenen klassischen Konditionierungsversuchen, die Forscher in den achtziger Jahren an Laborratten vornahmen. In einem dieser Versuche setzten Wissenschaftler den Tieren zunächst elf Tage lang in unregelmäßigen Zeitabständen Mahlzeiten vor, die jeweils durch ein Ton- und Lichtsignal angekündigt wurden. Während der darauf folgenden Testphase war ständig Nahrung im Käfig verfügbar. Die meiste Zeit des Tages ließen die Tiere das Futter unberührt. Doch jedes Mal, wenn die Forscher das Ton- und Lichtsignal gaben, begannen sie zu fressen - sogar dann, wenn sie kurz zuvor reichlich Nahrung zu sich genommen hatten.

Dieser Trainingseffekt, der dazu führt, dass allein die Erwartung von Nahrung Hunger auslöst, funktioniert auch beim Menschen, sagt der Suchtforscher Walter Zieglgänsberger vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München. "Im Großen und Ganzen", sagt John Pinel, "wird Essen ganz ähnlich kontrolliert wie das Sexualverhalten. Wir werden nicht deshalb sexuell aktiv, weil wir ein inneres Defizit haben, sondern weil uns die erwarteten angenehmen Effekte dazu verlocken." Anders ausgedrückt: Je stärker die Anreize, desto kräftiger langen wir zu.

Die Anbieter von Nahrungsmitteln haben das längst erkannt und verstehen es bestens, auf der Klaviatur unserer Sinne zu spielen. In den Schaufenstern der Dönerläden lockt der Anblick saftiger Fleischspieße, durch Supermärkte weht der Duft frisch gebackener Brötchen.

Außerdem setzen die Lebensmittelhersteller zunehmend auf "Super-Sizing": So ist die gewöhnliche Gummibärchentüte in den vergangenen Jahren von 100 Gramm in mehreren Schritten bis auf 250 oder 300 Gramm gewachsen. Die Kartoffelchips futtert der preisbewusste Kunde statt aus der Tüte aus der Partytonne. Auch in Kinos und Fast-Food-Restaurants hat die neue Großzügigkeit Einzug gehalten. Coca-Cola und Fanta werden dort oft literweise serviert. Und Popcorn in Bechern, die auch als Putzeimer durchgehen würden.

Verlangen nach dem Snack-Kick

Fatal daran ist nicht nur, dass man ständig verleitet wird, viel zu viel zu essen. Die in Cola und Keksen, Pizza und Pommes enthaltenen Kohlenhydrate erzeugen im Körper auch ein Verlangen nach mehr. Denn sie sind bereits so stark aufgeschlossen, dass sie besonders schnell verdaut werden und binnen kürzester Zeit als Zucker ins Blut gelangen. Nach einer Junk-Food-Mahlzeit kommt es daher zu einem schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels, dem eine ebenso schnelle Insulinausschüttung ins Blut folgt. Dem starken Ausschlag des Pendels in eine Richtung folgt kurz darauf eine ähnlich heftige Gegenreaktion: Der Blutzuckerspiegel sinkt drastisch, das Gehirn verlangt nach dem nächsten Kick durch einen Snack.

Aber man kann dem Zickzackspiel entgehen. Als Faustregel gilt: Wer sich an weitgehend unverarbeitete Lebensmittel wie frisches Obst und Gemüse hält, gerät nur selten in Gefahr - also Pellkartoffeln statt Pommes frites, mageres Schweinefleisch statt Mettwurst, Tomatensalat statt Ketchup. Wie bei Süßigkeiten oder Junk-Food schüttet der Körper zwar auch nach einer Vollwertmahlzeit vermehrt Insulin aus. Doch der Anstieg ist so moderat, dass der Körper nicht schon nach kurzer Zeit wieder das Signal "Hunger" sendet.

Was die Größe der Portionen betrifft, helfen nur Nachdenken und Selbstbeherrschung: Wer weiß, dass er es ohnehin nie schafft, eine angebrochene Chipstüte aufzubewahren, tut sich auch mit der verhältnismäßig günstigen Großpackung keinen Gefallen. Im Restaurant, wo man sich die Portionsgröße meist nicht aussuchen kann, gilt: Wer nichts liegen lassen kann, weil "man ja schließlich den Teller leer essen muss", sollte sich dieses Verhaltensmuster langsam, aber sicher abgewöhnen.

"Das Beste zuerst", lautet die Devise der Mannheimer Psychotherapeutin Doris Wolf. "Wann immer Sie ein Gericht vor sich stehen haben, essen Sie zuerst diejenigen Teile des Gerichts, auf die Sie am meisten Lust haben und die Ihnen am besten schmecken." Sättigen Sie sich dann vorwiegend mit dem, was Ihnen am meisten Spaß und Genuss bringt. Wenn Sie satt sind, bleibt der Rest liegen.

Die Unkenntnis

Ich muss Süßigkeiten nur ansehen - schon nehme ich zu." Wer kennt diesen verzweifelten Ausruf mancher Übergewichtiger nicht? Dass die Pfunde nicht vom Anschauen kommen, ist den Betroffenen natürlich klar. Viele Menschen, die abnehmen wollen, ahnen jedoch tatsächlich nicht, dass eine Schale Milchkaffee 120 bis 160 Kalorien hat. Dass Mozzarella auf 255 Kalorien pro 100 Gramm kommt. Schon täglich 50 Kalorien zu viel lassen den Rettungsring schwellen - das entspricht zwei Keksen. Wer es gar auf 100 Extrakalorien täglich bringt, hat bereits nach einem Jahr sieben Kilogramm mehr auf den Hüften.

Um sich erst einmal darüber klar zu werden, wo die eigenen Schwachstellen liegen und wo man am besten überschüssige Nahrungsenergie einsparen kann, raten Experten, ein Ernährungstagebuch (mit ungefähren Kalorienangaben) zu führen. Vielleicht ist ja die zweite Scheibe Käsebrot am Abend gar nicht nötig. Oder aber das Croissant zum Frühstück, das sich - auch ohne großen Verzicht - durch ein Vollkornbrot mit magerem Schinken ersetzen lässt.

Die Ess-Unkultur

Viele von uns sind es gewöhnt, mittags einfach etwas vor dem Computer zu essen. Wer glaubt, er könne abnehmen, indem er den schnell zwischendurch verzehrten Burger durch einen schnell zwischendurch verzehrten Becher Magerjoghurt ersetzt, hat jedoch kaum eine Chance, lange durchzuhalten.

Der Grund: Der Genuss bleibt beim hastigen Snacken auf der Strecke, sagt der Ernährungspsychologe Joachim Westhöfer von der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Irgendwann verlangt es uns dann doch nach "etwas Richtigem". Der Forscher empfiehlt deshalb, dreimal am Tag zu essen und sich dabei wirklich nur den Mahlzeiten zu widmen, sie schön anzurichten, sich Zeit zu nehmen - auch, weil es 20 Minuten dauert, bis der Körper Sättigung registriert.

Allerdings müssen viele Übergewichtige erst wieder lernen, was es heißt, satt zu sein. Sie hören gewöhnlich erst dann auf zu essen, wenn sie ein Völlegefühl spüren. Ihnen kann es etwa helfen, bei einer Diät das Besteck nach jedem Bissen abzulegen, um diesen ganz bewusst zu genießen.

Die Trägheit

Joggen! Viele Übergewichtige nehmen sich vor zu laufen, um ihr Gewicht nach einer erfolgreichen Diät endlich einmal zu halten. Doch nach kurzer Zeit sind all die guten Vorsätze meist dahin, weil ständig etwas dazwischenkommt. "Gerade Laufen ist für viele Quälerei", sagt der Mediziner Jens Kleinert vom Psychologischen Institut der Sporthochschule Köln.

Keine Frage: Ohne regelmäßige Bewegung gelingt es kaum, Gewichtsprobleme dauerhaft zu lösen. Denn Bewegung normalisiert den Stoffwechsel, senkt den Blutzuckerspiegel und damit auch die Konzentration von Insulin im Blut. Gerade der letzte Punkt ist fürs Abnehmen entscheidend. Denn erst wenn die Insulinmenge im Blut dauerhaft niedrig bleibt, beginnt der Körper, zur Versorgung seiner Zellen körpereigenes Fett zu verbrennen.

Außerdem hilft regelmäßiger Sport, den Muskelverlust beim Abnehmen so gering wie möglich zu halten. Wie viel das ausmachen kann, belegen Studien, in denen man zwei Gruppen von Testpersonen untersuchte: Ein Teil der Probanden wurde nur auf Diät gesetzt, die anderen absolvierten zusätzlich ein Sportprogramm. Die "Sportler" hatten am Ende nur zehn Prozent ihrer Muskelmasse verloren, bei der Vergleichsgruppe ohne Bewegungskurse waren die Muskeln dagegen um bis zu 25 Prozent geschrumpft. Und der Schwund ist keineswegs nur eine Schönheitsfrage, sondern macht seinerseits das Abnehmen schwerer. Denn Muskeln haben eine hohe Stoffwechselaktivität und verbrauchen selbst in Ruhe beträchtliche Mengen an Energie. Je mehr Muskulatur deshalb bei einer Diät übrig bleibt, desto weniger sinkt der Grundumsatz und desto mehr Kalorien "verheizt" man selbst dann, wenn man nur vor dem Fernseher oder Computer sitzt.

Trotzdem: Kein Mensch muss sich mit Joggen oder Krafttraining kasteien, sagt Kleinert. "Die einzig schlank machende Sportart gibt es nämlich nicht." Entscheidend ist, die zum individuellen Lebensstil am besten passende Form der Bewegung zu finden. Egal ob Radfahren, Wandern, Tanzen oder Trampolin hüpfen - "Hauptsache, es macht Spaß und man bleibt auf Dauer dabei".

Allzu viel schweißtreibende Aktivität muss auch gar nicht sein. Ideal ist es zwar, wenn man es schafft, sich mindestens eine halbe oder gar eine ganze Stunde pro Tag körperlich zu betätigen. Doch wer lange Zeit keinen Sport getrieben hat, der kann schon von einem 15-Minuten-Spaziergang jeden zweiten Tag eine Menge profitieren. Kleine Schritte sind allemal besser, als sich viel vorzunehmen und dann am Ende alles aufzugeben.

Um dauerhaft aktiv zu bleiben, ist es hilfreich, Bewegung - ähnlich wie Zähneputzen - als Selbstverständlichkeit in den Alltag einzubauen: den fixen Basketballtermin am Mittwochabend, die Tennis-verabredung mit dem Kollegen für das Wochenende oder den flotten Spaziergang nach dem Abendessen. Irgendwann ist die Gewohnheit so stark, dass man sich nicht mehr aufraffen muss.

Die Gruppendynamik

Es ist wie verhext. Gerade hat man die ersten Tage der Diät geschafft, und dann das: Die Eltern feiern goldene Hochzeit, die Freunde machen eine Einweihungsparty, der Partner hat Geburtstag. Und da soll man sich nun alles Leckere verkneifen?

Nein. Jüngere Studien haben nämlich gezeigt, dass sich Verbotssätze wie "Nie wieder Süßes!" als kontraproduktiv erweisen. Wer sich Lebensmittel verbietet, der wird ständig an genau diese Lebensmittel denken - und bekommt so erst richtig Lust darauf. Sind die guten Vorsätze dann durchbrochen, folgt auch noch der Frust über das Versagen - und ganz schnell der Rückfall zur unkontrollierten Fresserei.

Besser fährt, wer sich Genuss mit Augenmaß gönnt und flexibel kalkuliert. Das heißt: Steht am Abend eine Feier an, sollten Sie am Mittag nur eine kleine Portion zu sich nehmen. Lockt auf der Party dann ein üppiges Büfett oder versucht der Gastgeber, Ihnen noch eine Portion aufzudrängen, helfen manchmal schon einfache kleine Tricks: Je langsamer Sie essen, desto leichter fällt es, dem zweiten oder dritten Nachschlag zu entgehen. Wer zudem stets einen kleinen, aber deutlichen Rest auf dem Teller übrig lässt, muss sich nicht ständig gegen Überredungsversuche wehren. Wer allerdings generell Probleme mit dem Neinsagen hat, sollte Unterstützung und Hilfestellung bei anderen suchen - sei es bei einem Ernährungsberater oder aber in einer Gruppe von Gleichgesinnten wie etwa den Weight Watchers.

Der Jo-Jo-Effekt

Endlich geschafft, freut sich so mancher, der nach ein paar Wochen Diät um ein paar Kilogramm leichter ist. Zu früh, wie sich oft schon kurze Zeit später zeigt. Denn der Körper hat die Entbehrungen der letzten Zeit noch lange nicht vergessen und arbeitet vorläufig weiter im Energiesparmodus. Wer jetzt einfach in seine alten Essgewohnheiten zurückfällt, nimmt zu - eine Erfahrung, die schon Zweidrittel der für den stern befragten Diätjünger gemacht haben. "Die Kalorienmenge, mit der man vor der Diät das Gewicht halten konnte", erläutert Ursel Wahrburg, "ist jetzt bereits zu viel." Dieser Überschuss wird umgehend ins Fettgewebe eingelagert. Zwar fährt der Körper den Grundumsatz nach einer Weile wieder in die Höhe. Aber für die ersten Kilos ist das meist schon zu spät.

Die Folge: Der Körper kehrt mindestens zu seinem Ausgangsgewicht zurück, nicht selten wiegt man bald nach der Diät sogar mehr als vorher. Also plant man bald schon die nächste Diät. Wird dieses Auf und Ab mehrfach wiederholt, kommt der Organismus mit der Zeit mit immer weniger Energie aus, und das Abnehmen wird immer schwerer.

Wie man es auch dreht und wendet: Wer sein Gewicht wirklich reduzieren und auch halten will, hat nur eine Chance, wenn er dauerhaft auf eine gesündere Ernährung umsteigt, sein Essverhalten ändert und sich mehr bewegt. Solche Umstellungen sind, wie jede Veränderung, die man im Leben bewerkstelligen muss, "richtig Arbeit", räumt die Psychotherapeutin Doris Wolf ein, die früher selbst längere Zeit mit Übergewicht kämpfte und ihr Gewicht jetzt seit Jahren im Griff hat. "Wenn die neue Lebensweise aber erst einmal Gewohnheit geworden ist, wird einem irgendwann bewusst, dass man ja nichts verloren, sondern ein gutes Stück Lebensqualität dazu gewonnen hat."

Cornelia Stolze

Mitarbeit: Anika Geisler, Werner Hinzpeter, Eva Lehnen, Karolin Leyendecker

Mehr zum Thema Bauch weg finden Sie auch bei unserem Partner fitforfun.de und Menshealth.de

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CO2-Paket2019
Habe mir gerade mal die heutige Koalitionsregelung durchgelesen. GAS soll angeblich bepreist werden, wie Flüssig- & Feststoff-Energien. Frage A: ERD-GAS soll laut früheren Aussagen KEIN bzw. KAUM "Abgase" erzeugen. Erdgas-Auto-Anlagen-Werbe-Slogan: "unser Abgas ist reines Wasser" Frage B: Wir haben Fernwärme (angeblich zu 100% aus RUSSEN-ERD-GAS) ZUDEM sind "unsere" Genossenschafts-Wohnbauten (angeblicher "Neubau" in 1989/90/91 (Erstbezug-Timeline 1991 bis 1992) und voll nach WEST-Standard gedämmt und entsprechend baurechtlich von Westbehörden abgenommen worden. Die Balkondämmungs-VOB-Baugewähr lief bspw. in "unserem" Block in 2006 ab. Die Anzahl der Blocks "unserer" Wohn-Genossenschaft beträgt rund 10 Blocks, die "zusammen in den NK abgerechnet werden" (und auf die m2 der Einzelnen Wohnungen "anteilmäßig umgelegt" werden). FAKTUM: Die jährlichen Heizkosten-VERBRÄUCHE liegen "bei uns" rund 50% niedriger als bei der Landeseigenen-Wohngesellschaft., auf der gegenüber liegenden Straßenseite. Diese haben zur Außen-Sanierung nur "dick Farbe" auf die "dünn verputzten" Kieselstein-Fertigplattenbauten (aus gleicher Bauzeit) aufgetragen. Die Heizkostenstatistik stammt von den Grundsicherungsämtern, die die Miet- & NK von "Bedürftigen" ersatzweise übernehmen. Die Landes-Wohnbaugesellschaften gelten als Treiber der Miet- & NK. Hiermit wurde der Mietspiegel (laut Zahlen der BBU) "preistreibend beeinflusst". FRAGE C: Diese "neue Preistreiberei" NUN, mit der CO2-Bepreisung ab 2019 sowie die "Sanierung der früheren Minmal-Sanierung" wird auch "unseren Mietspiegel" drastisch weiter manipulieren, obwohl es 1. bei "uns" gar keinen "frischen" Handlungsbedarf gibt ! (vollsaniert, GAS-Fernwärme) 2. wir auch den Anbieter NICHT wechseln können, weil der wir Ferngas-Heizung-bestimmt sind, durch Baurecht. 3. weil die Landes-Wohnbausgesellschaft, das, was im eigentlichen Sinn KEINE Sanierung darstellt, als solche definiert (und auf den deren Mietpreis umlegt) ... (Unsinnsbeispiel): so schaffen die gerade die Müllschächte ab und kassieren dafür einen "WohnWerte-Aufschlag" bei den NK, der den Mietspiegel fürden gesamten Nahbereich anhebt. ... (Sanierungs-spielchen): ein Bekannter von mir musste, weil lediglich seine Block-Außenwände "bunt saniert" wurden, 400 Euro (Erstbezug nach Sanierung) für die selbe Wohnung monatlich mehr bezahlen. Er widersprach der Mieterhöhung und es ging vor Gericht. Das Gericht folgt der Landes-Wohnbaugesellschaft und deren Argument, der Bekannte würde schließlich "massiv Enegie einsparen" !!! .... das traf natürlich bis heute (5 Jahre später) niemals zu. Neben den Mietzusatzkosten (KM) sowie den Heizkostensteigerungen (NK) - bei gleichem, extrem hohen Verbrauch - wurde er doppelt bestraft. ... und der Mietspiegel sagt, der "graue" Ghetto-Bezirk sei nun ein "buter und gut sanierter" Luxus-Wohnbestandsbereich ! FRAGE D: demnach macht es auf KEINEN Sinn mehr, ERD-GAS-Taxen & -Busse einzusetzen, nur Wasserstoff- oder E-KFZ ????? SCHLUSSFRAGE: was passiert, wenn diese hohen NEUKOSTEN für die Verbraucher, durch die CO2-Bepreisung wieder einmal ein TEURER NULLEFFEKT -- ohne unabhängige Kontrolle und ohne Strafbewehrung wird ?? Ein 50 Milliarden-Märchen ... das bereits in Stufe 1 (bis 2022) scheitert ?? Vermutlich werden wieder die PRIVATEN Wohnanbieter und PRIVAT-Organisierten Wohn-Genossenschaften die LOOSER sein. Sowie die Verbraucher als Ganzes.
Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.