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Jugend oder Alter? Neurowissenschaftler verrät, in welchem Alter wir am glücklichsten sind

Mit 54 Jahren steigt die Zufriedenheit, ermittelte ein Neurowissenschaftler
Mit 54 Jahren steigt die Zufriedenheit, ermittelte ein Neurowissenschaftler
© Getty Images
Wann sind Menschen am glücklichsten – in jungen Jahren, wenn sie vor Kraft strotzen? Wenn sie Kinder bekommen? Oder wenn sie im Ruhestand sind? Ein Neurowissenschaftler will die Antwort gefunden haben.

Die Knie schmerzen, man wird vergesslicher und kommt schneller aus der Puste: Das Altwerden hat ohne Frage seine Tücken. Und doch zeigen Studien immer wieder, dass ältere Menschen glücklicher sind als jüngere. Das Phänomen ist auch bekannt als "Paradox des Alterns": Der Körper mag abbauen, doch der Seele geht es mit jedem Lebensjahr besser, eine gewisse Leichtigkeit scheint einzuziehen.

Der Glücks-Höhepunkt kommt mit 82

Das bestätigt auch der Neurowissenschaftler und Autor Daniel Levitin. In seinem Buch "The Changing Mind" schreibt er, dass in den 30ern die Zufriedenheit konsequent abnimmt - und erst mit 54 Jahren wieder anzieht. Am glücklichsten ist man seiner Ansicht nach mit 82 Jahren.

Für die höhere Zufriedenheit gibt es eine Reihe von Gründen: Einerseits verändert sich im Alter die Neurochemie, also die chemischen Vorgänge im Nervengewebe. Aber auch die Psychologie hat viel mit dem Glücksempfinden zu tun. Mit 82 realisiere man, dass man zahlreiche Dinge überstanden hat, die einen zuvor gestresst haben. Im Alter werden die "zu hohen Erwartungen" der Jugend neu justiert, und man erkennt, "dass das Leben ziemlich gut ist".

Daniel Levitin, der als Jahrgang 1957 noch knapp zwei Jahrzehnte bis zum Glücks-Höhepunkt vor sich hat, hat für seine Untersuchung Daten der Weltgesundheitsorganisation aus mehr als 60 Ländern und Hunderte Studien - unter anderem aus Harvard und Journals wie "Nature" - ausgewertet.

Ja, es gibt eine Midlife-Crisis

Eine weitere Studie zeigte übrigens, in welchem Alter wir am unglücklichsten sind. Der etablierte Wirtschaftswissenschaftler David G. Blanchflower schrieb, dass die Menschen in jungen Jahren sehr glücklich seien, dies im Laufe des Alters aber immer weiter abnehme, bis etwa im Alter von 47 Jahren der Tiefpunkt erreicht wird. Ab dann steigt das eigene Glücksgefühl mit zunehmendem Alter wieder an, erklärt der Autor der Studie. Diese Kurve sei weltweit zu beobachten, so Blanchflower. Er hatte Umfragen von 500.000 Menschen aus 132 Staaten zum Glücksgefühl ausgewertet.

Quelle: "The Sunday Times"
 

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