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Rezensionen: Neue DVDs im September

Von sehr guten DVDs bis zu unannehmbarem Schrott: Carsten Scheibe hat sich 17 neue Filme bis zum bitteren Ende angesehen und zieht Bilanz.

Kill Bill 2

Wenn Quentin Tarantino eine Geschichte erzählt, dann nimmt er keine Rücksicht. Weder auf die Befindlichkeiten seines Publikums noch auf die Spiellänge eines typischen Films. So musste sein neues Epos "Kill Bill" gleich in zwei Teile zerschnitten werden, um es überhaupt ins Kino zu schaffen. Im ersten Teil des Films, der erst ab 18 Jahren freigegeben war, lernten wir die "Braut" (Uma Thurman) kennen. Sie wurde während ihrer Hochzeit und dann auch noch hochschwanger von ihrem alten Liebhaber Bill und seiner Killerbande niedergemetzelt. Unglaublich, aber wahr: Die "Braut" überlebte das Massaker und nimmt nun nach und nach Rache an allen Beteiligten.

Während im ersten Teil die Kampf- und Blutszenen überwogen, bringt der zweite Teil des Films mehr Tiefe in das Geschehen. Zwar springt er erneut heftig von der Gegenwart in die Vergangenheit, nimmt sich aber dieses Mal die Zeit, die Personen und ihre Geschichte besser zu charakterisieren. Besonders imposant wirkt David Carradine als zugleich charismatischer als auch Furcht einflößender und skrupelloser Bill, der genau weiß, dass am Ende nur einer überleben kann - die Braut oder er. Bis es zum Showdown kommt, stehen aber erst noch der abgewrackte Budd (Michael Madsen) und die fiese Elle Driver (Daryl Hannah) auf der Todesliste der Braut.

Tarantino legt mit "Kill Bill" ein Werk vor, das man nur zutiefst verehren oder ablehnen kann. Unzählige Genre-Zitate gerade beim Martial-Arts-Kino, perfekt choreographierte Dialoge, exzellente Spitzen der Grausamkeit und viele kleine Szenen, die man nie wieder vergessen wird, zeichnen den zweiten Teil aus. Dazu passt auch der Musik-Score.

Die DVD bietet passend zum Film ein Making of, eine zusätzliche Szene und einen Bandauftritt von Chingon bei der Premiere des Films. Verleih: Buena Vista
Ton: DD 5.1 + DTS
Bild: 1:2,35
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 131 Minuten
Preis: ca 20 Euro

Hidalgo

Viggo Mortensen hat sich als Aragorn im "Herrn der Ringe" in den Hollywood-Olymp gespielt. Dass er als Schauspieler wirklich etwas auf dem Kasten hat, zeigt er auch in "Hidalgo". Der Film brachte Buena Vista zwar nicht den erwarteten Umsatz an der Kinokasse, zeigt aber spätestens im Heimkino, dass er zu den Filmen gehört, die jeder Kinofreund einmal gesehen haben muss.

Mortensen spielt dort den Wildwest-Kurierreiter Frank T. Hopkins, der mit seinem ungewöhnlich gescheckten Mustangpferd Hidalgo jedes Pferderennen gewinnt. Als er aber um 1890 herum mit ansehen muss, wie die Indianer von den Weißen abgeschlachtet werden, verzweifelt er. Als versoffenes Wrack zieht er fortan mit Buffalo Bill durch die Lande und zehrt vom alten Ruhm. Doch Buffalo Bills Werbespruch, den schnellsten Reiter der Welt zu präsentieren, verärgert die Araber. Ein Scheich (wunderbar gespielt von Omar Sharif) lädt Hopkins als ersten Amerikaner dazu ein, am legendären Wüstenrennen teilzunehmen. 3.000 Meilen geht es durch die arabische Wüste, und nur die wenigsten Reiter erreichen lebendig das Ziel.

Was sich zunächst nur mäßig spannend anhört, gerät auf der Leinwand zu großem Kino. Frank bekommt es mit arroganten Arabern, brutalen Wüstendieben, tödlichen Sandstürmen, einer Grashüpferplage und am Ende auch noch mit der Liebe zu tun. Der Film funktioniert auf vielen Ebenen und bietet spannende Stunts, gelungene Charaktere, geglückte Dialoge und tolle Schauspieler bis in die Nebenrollen. Regisseur Joe Johnston muss ferner dafür gedankt werden, dass er sich immer wieder die Zeit dafür nimmt, atemberaubende Naturszenen mit in den Film einzubinden, die im extremen 16:9-Format einfach nur bombastisch aussehen. Leider bestehen die Extras nur aus einem Making-of. Verleih: Buena Vista
Ton: DD 5.1 + DTS
Bild: 1:2,35
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 131 Minuten
Preis: ca 20 Euro

School of Rock

Hollywood huldigt fast immer nur den Schönen. Julia Roberts und George Clooney geben das Schönheitsideal im modernen Kino vor. Das geht auch in Ordnung. Trotzdem ist es eine wahre Freude, wenn es doch mal einem Schauspieler gelingt, auch mit nicht ganz so ansehnlicher Physiognomie als Hauptschauspieler in einem Film bestehen zu können. Jack Black ist klein, viel zu dick, extrem behaart und zugleich alles andere als schön. Trotzdem hat er etwas. Eine anarchistische Energie, die es zu einem Vergnügen macht, diesem Halbirren zuzuschauen.

Der Film "School of Rock" wurde Jack Black auf den feisten Leib geschrieben - von Mike White, mit dem der Schauspieler lange Zeit in einer WG zusammen gelebt hat. In der erfolgreichen Komödie spielt Jack Black einen gealterten Gitarrenrocker namens Dewey Finn, dessen Soli niemand mehr hören möchte und der beim Stagediving von niemandem mehr aufgefangen wird. Als ihn auch noch die von ihm selbst gegründete Band vor die Tür setzt, ist Dewey am Ende. Dank eines fehlgeleiteten Telefonats bekommt Dewey aber auf einmal einen Aushilfsjob als Lehrer in einer Eliteschule.

Dewey wirft Mathe und Englisch sofort vom Lehrplan und unterrichtet von nun an nur noch eins - Rock. Die verzogenen Kids lernen AC/DC, Black Sabbath und Deep Purple kennen. Schon bald rocken sie selbst, was das Zeug hält. Es ist herrlich mit anzusehen, wie Jack Black abrockt und sich ganz seiner Musikleidenschaft für die hingibt. Leider geht Regisseur Richard Linklater den Weg nicht konsequent zu Ende und bietet neben den wirklich gelungenen Musikszenen nur harmlosen familien-kompatiblen 08/15-Humor. So bleibt "School of Rock" trotz seiner Revoluzzer-Ideen leider viel zu harmlos.

Gelungen sind die vielen Extras, darunter ein Audiokommentar von Jack Black und ein Videotagebuch der Kinder. Verleih: Paramount
Ton: DD 5.1
Bild: 16:9
FSK: ab 6 Jahren
Laufzeit: 105 Minuten
Preis: ca 20 Euro

Was das Herz begehrt

Jack Nicholson, bringt der es eigentlich noch als Schauspieler? Und ob! In der Komödie "Was das Herz begehrt" zieht er noch einmal alle Register seines Schauspielerkönnens und wickelt die Zuschauer mit seinem einzigartigen Lächeln um den kleinen Finger. Er spielt Harry Sanborn, einen ewigen und vor allem gealterten Junggesellen, der aus Prinzip nur mit Frauen ins Bett geht, die seine Töchter sein könnten. Mit seiner neuesten Flamme Marin (Amanda Peet) plant Harry ein romantisches Wochenende im Strandhaus der Mutter auf Long Island. Es kommt, wie es kommen muss: Die Mutter Erica (Diane Keaton) erwischt die beiden in flagranti. Das ist anscheinend zu viel für den armen Harry: Er bekommt prompt einen Herzinfarkt.

Die erfolgreiche Autorin und Regisseurin Nancy Myers mutet dem armen Harry in ihrem neuesten Film so einiges zu. Er darf mit seinem Herzinfarkt nämlich nicht transportiert werden und muss deswegen im Strandhaus der Mutter bleiben, die hier an einem neuen Theaterstück arbeitet.

Wunderbar verschrobene Szenen, herrliche Dialoge und eine unglaubliche Situationskomik sorgen dafür, dass der Zuschauer gar nicht anders kann, als staunend um Harry und Erica zu kreisen, die erst zwangsweise aufeinander hocken müssen und dann plötzlich zarte Gefühle füreinander entdecken. Es gibt wirklich tolle Momente im Film. Etwa wenn Harry den Ärzten auf dem Behandlungstisch beichten muss, gerade erst Viagra genommen zu haben. Oder wenn er zum ersten Mal aus Versehen Erica ohne Kleidung sieht und im Schock ausstößt, noch nie zuvor eine so alte Frau nackt gesehen zu haben. Bis am Ende dann doch noch alles gut ausgeht wird der Zuschauer bestens und auf höchstem Niveau unterhalten. Ein perfekter Pärchenfilm.

Die DVD bietet mehrere Kommentare u.a. von Diane Keaton, nicht verwendete Szenen, Trailer und eine Originaldokumentation zum Film. Verleih: Warner
Ton: DD 5.1
Bild: 1:1,85
FSK: ohne Angabe
Laufzeit: 123 Minuten
Preis: ca 20 Euro

Last Samurai

Captain Nathan Algren (Tom Cruise) hat im amerikanischen Bürgerkrieg viel Schreckliches gesehen. 1876 hängt er an der Flasche, hat keine Aufgabe mehr und vergeht im Selbstmitleid. Da kommt dem Waffenexperten ein Söldnerangebot aus Japan gerade Recht. Er soll die Soldaten des Kaisers mit modernen Gewehren vertraut machen. Sie sollen die alte Kaste der Samurai bekämpfen, die an ihren alten Traditionen festhalten und gegen den Kaiser rebellieren. Das Unterfangen gerät zum Fiasko, als Algrens noch längst nicht fertig ausgebildete Soldaten auf die Samurai stoßen, die mit dem Schwert sowie mit Pfeil und Bogen einen beeindruckenden Sieg herauskämpfen. Schwer verletzt wird Nathan Algren von den Samurai verschleppt und gesund gepflegt. Algren ist fasziniert vom Ehrenkodex und der Lebensweise der Samurai - und wechselt die Seiten. Noch einmal kann er mit wahrer Überzeugung in einen Kampf gehen.

Tom Cruise überrascht mit den Rollen, die er annimmt. "Last Samurai" ist ein ebenso brutaler wie schöner Film, der zwar alle Register eines Hollywood-Films zieht, zugleich aber auch versucht, ein authentisches Bild der Samurai zu zeichnen. Während es Tom Cruise wieder einmal nicht ganz schafft, sich der Sympathien des Zuschauers zu versichern, hinterlässt der Samurai-Führer Katsumoto (Ken Watanabe) einen erheblich stärkeren Eindruck. Der Schauspieler wurde für seine Darstellung sogar mit einer Oscar-Nominierung ausgezeichnet. Das Drehbuch stammt übrigens von John Logan, der auch den "Gladiator" geschrieben hat.

Mit 148 Minuten Spieldauer ist "Last Samurai" nicht eben kurz. Hinzu kommen noch zahlreiche Extras auf zwei DVDs. Zu diesen Extras zählen ein Tagebuch von Tom Cruise, ein Kommentar von Regisseur Edward Zwick, ein Original-Produktionstagebuch, nicht verwendete Szenen und zahlreiche Dokumentationen etwa zu den Kostümen oder zum historischen Hintergrund.

Verleih: Warner
Ton: DD 5.1
Bild: 1:2,40
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 148 Minuten
Preis: ca 20 Euro

Die Geistervilla

Der arme Eddy Murphy. Immer häufiger floppen seine Filme. "Die Geistervilla" startete zwar an den Kinokassen durch und bescherte dem Komiker endlich wieder einen Box-Office-Erfolg. Verdient hat es der Gruselstreifen allerdings nicht. Was nicht Eddy Murphys Schuld ist, sondern am völlig blutarmen Drehbuch liegt.

Murphy spielt hier den Immobilienmakler Jim Evers, der nie Zeit für seine Familie hat, weil immer und überall noch ein Extra-Deal darauf wartet, abgeschlossen zu werden. So muss er auch auf einem Familienausflug einen kleinen Abstecher zu einem alten Herrenhaus unternehmen, um sich dessen Verkaufsauftrag noch rasch unter den Nagel zu reißen. Ein Fehler: Im Herrenhaus sind nur noch fiese Geister zugegen, die einem alten Fluch folgend Jims Frau entführen, um sie mit dem untoten Schlossherren zu verheiraten. Eddy Murphy muss zusammen mit seinen Kindern und einigen guten Geistern alles geben, um die entführte Mama zu befreien.

"Die Geistervilla" ist nach "Fluch der Karibik" der zweite Disney-Film, der auf einer real existierenden Disneyworld-Einrichtung basiert. Im Gegensatz zum Piratenfilm ist die "Geistervilla" aber ein Film ohne Witz und Fleisch. Regisseur Rob Minkoff setzt zu 99 Prozent auf Spezialeffekte aus dem Computer. In der Tat sehen die Monster, Mumien und Mutationen im Film sehr überzeugend aus. Da das Drehbuch aber so extrem flach ist und nicht einmal kleine Kinder der flauen Geschichte folgen möchten, verpuffen die Effekte einfach. Ohne Eddy Murphy, der mit seinen Grimassen und Sprüchen wenigstens ein bisschen Fun in den Film hineinbringt, könnte man den Familiengruseler glatt vergessen.

Viele Extras auf der DVD richten sich an den Fan, der doch noch mehr erfahren möchte. Dazu zählen witzige Pannen vom Dreh, entfallene Szenen, Audiokommentare und eine virtuelle DVD-Geisterbahn. Verleih: Buena Vista
Ton: DD 5.1
Bild: 1:2,35
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 85 Minuten
Preis: ca 20 Euro

Wyatt Earp

Warner legt mit "Wyatt Earp" einen Film vor, den der Kinofreund einfach gesehen haben muss, wenn sein Herz für den Wilden Westen schlägt. Der von Kevin Kostner produzierte und von Lawrence Kasdan inszenierte Streifen erzählt das Leben der Legende Wyatt Earp in epischer Länge. Dass dabei kein einziges Detail ausgelassen wird, zeigt die Länge des Spielfilms: Der Zuschauer wird satte drei Stunden lang ans Heimkino gefesselt.

Zugegeben: Es ist ein hartes und faszinierendes Leben, das Kevin Kostner als Wyatt Earp da so überzeugend auf der Leinwand verkörpert. Nach dem Tod seiner schwangeren Frauen innerlich total verhärtet versucht Earp immer wieder, im Westen sein Glück zu machen. Er stiehlt Pferde und bestiehlt rechtschaffende Bürger, jagt Bisons und nimmt schließlich dank der guten Bezahlung einen Job als Marshall an. Dabei traut er nur seinen Brüdern, die er als Sheriffs einstellt. Die Erfolge der Earps sprechen sich schnell herum: In Dodge City traut sich schon bald niemand mehr mit Waffen in den Saloon. Doch Wyatt Earp ist auch berüchtigt: Seine übertriebene Gewaltbereitschaft spricht sich schnell herum.

Kostner spielt den Wyatt Earp mit vielen Kanten und mit überzeugender Tiefe. Es ist nicht unbedingt ein sympathischer Mann, der da gezeigt wird. Es ist aber ein Mann mit einer realen Geschichte - und es tut gut, sie einmal so gut erzählt zu bekommen. Der Film ist dabei bis in die Nebenrollen perfekt besetzt. Gene Hackman, Mark Harmon, Michael Madsen, Bill Pullman, Isabella Rosselini und Tom Sizemore gehören zu den Schauspielern, die im Film auftauchen. Der heimliche Star im Film ist und bleibt Dennis Quaid als Doc Holliday, der den Suff sucht, um sein tuberkulösen Sterben zu vergessen.

Ärgerlich ist, dass der Film auf einem Flipper ausgeliefert wird, der auf halber Strecke im Laufwerk umgedreht werden muss. Verleih: Warner
Ton: DD 5.1
Bild: 1:2,40
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 182 Minuten
Preis: ca 20 Euro

Pura Vida Ibiza

Deutsches Kino, das muss ab und zu auch einmal ganz derbe unter die Gürtellinie gehen. In diese Kategorie gehört zweifelsohne auch der absolut hirnlose Prollfilm "Pura Vida Ibiza" vom "Ballermann-6"-Regisseur Gernot Roll.

Teenager Ben (Kristian Erik Kiehling) himmelt seine große Liebe Carola an, säuft sich aber eines Abends in Deutschland deutlich zu viel Mut an, um ihr anschließend seine Gefühle zu gestehen. Diese emotionale Offenbarung geht leider völlig in die Hose. Ben wird gedemütigt und lässt sich von seinen Freunden Felix (Tom Wlaschiha) und Nick (Michael Krabbe) recht schnell davon überzeugen, zum Entspannen nach Ibiza zu fliegen. Um sich diesen Trip ins Vergnügen allerdings leisten zu können, heuern die Jungs bei einem fünftklassigen Ferienclub als Animateure an.

Durchaus kurzweilig feiert der Film alle nur erdenklichen Klischees ab. Die drei Jungs werden frei nach dem Eis-am-Stil-Vorbild in die Kategorien romantischer Grübler, notgeiler Mädchen-Popper und jungfräuliches Geistesgenie eingeteilt - und leben ihre Rollen auch heftigst aus. Hinzu kommen schon bald jede Menge Schnapsleichen, rauflustige Engländer, willige Girls und lüsterne Ferienopas. Nach den ersten Quickies im Klo, festsitzenden Vakuumpumpen und extrem tumben Sprüchen weiß der Zuschauer jedenfalls schon ganz sicher, dass er das Klein- und Großhirn für die kommenden anderthalb Stunden ausschalten kann. Mit ein paar Flaschen Bier und grölenden Kumpels an der Seite kann der Film trotzdem noch einen lustigen Abend untermalen. Was der Zuschauer nur gerne wissen würde, ist, was Luxusweib Katja Flint als Domina-Clubleiterin in diesem drittklassigen Film zu suchen hat.

Zur DVD gehören einige Extras. Dazu zählen ein Making of, Aufnahmen vom Set, Interviews, Informationen zu den Schauspielern und eine Fotogalerie. Verleih: Concorde
Ton: DD 5.1 + DTS
Bild: 1:1,85
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 89 Minuten
Preis: ca 20 Euro

Das Geheimnis von Green Lake

Ein äußerst ungewöhnlicher Film ist diese Umsetzung des Kinderbuchs "Holes" von Louis Sachar. Der junge Stanley (Shia LaBeouf) wird zu Unrecht beschuldigt, ein paar teure Turnschuhe geklaut zu haben. Vor Gericht wird er zu 18 Monaten Straflager im Camp Green Lake verurteilt. Das ist ein staubiges Kaff in der Wüste. Hier wacht die eiskalte und unerbittliche Campleiterin Miss Walker (Sigourney Weaver) über die Kids. Sie zwingt die Jugendlichen dazu, in der Wüste so lange Löcher zu buddeln, bis sie wie ein Schweizer Käse aussieht. Stanley landet in der Gruppe "Zelt D". Seine Lagergenossen Durchblick, Deo, Zero, ZigZag und Magnet erklären ihm schon bald: "Das zweite Loch ist immer das Schwerste".

"Das Geheimnis von Green Lake" ist ein überaus spannender und ungewöhnlicher Jugendfilm, bei dem es nebenbei auch um eine Schatzsuche, um eine küssende Wildwest-Heldin, um eine alte Hexe, um giftige Eidechsen und um ein Mittel gegen Fußgeruch geht. Zahlreiche Geschichten greifen hier auf intelligente Weise zusammen und zeigen am Ende doch nur auf, dass die Freundschaft das wichtigste Gut ist.

Der Film setzt bei den Kids auf völlig neue und unverbrauchte Gesichter, was eine kluge Entscheidung war. So kann sich der Zuschauer ganz auf die vielseitige Schatzsuche konzentrieren. Bei den Erwachsenen können immerhin noch Jon Voight und Tim Blake Nelson als dusselige Wärter überzeugen. Die schöne Patricia Arquette spielt in den Vergangenheitsepisoden die Pistolenbraut Kissing Kate, die all ihren toten Opfern einen roten Kuss auf die Stirn verpasst und ihren Schatz in der Wüste verbuddelt hat.

Wer Spaß an der sinnlosen Buddelei auf dem Schirm hat, freut sich über viele DVD-Extras. Sie bieten zusätzliche Szenen, viele Gag-Ausschnitte, einen Audiokommentar der Darsteller und ein Musikvideo der D-Zelt-Jungs mit dem Titel "Dig It".

Verleih: Disney
Ton: DD 5.1
Bild: 1:1,85
FSK: ab 6 Jahren
Laufzeit: 113 Minuten
Preis: ca 15 Euro

Young Guns SE

Aus dem Jahr 1988 stammt dieser ziemlich harte Western. Damals spielten die beliebtesten Jungschauspieler Hollywoods im Film mit und sorgten so für einen Generationenwechsel in diesem Genre. Konsequent erzählt der Streifen dann auch die blutige Geschichte von Billy the Kid.

"Young Guns" spielt im Jahr 1878. In Lincoln County nimmt sich ein englischer Rancher all der Jungs an, deren Leben aus dem Tritt gekommen ist und die nun kurz vor dem Galgen stehen. Er gibt ihnen Arbeit, bringt ihnen das Lesen bei und sorgt für gute Sitten. Die Jungs danken es ihm und würden alles für ihren Chef tun. Doch der Farmer ist der mächtigen Santa-Fe-Gruppe ein Dorn im Auge. Eiskalt schießen sie den Mann zusammen. Die sechs Revolverhelden, die längst Freunde geworden sind, schwören Rache. Als Outlaws und "Young Guns" beginnen sie mit blutigem Ernst damit, alle Bandenmitglieder über den Haufen zu schießen, die am Mord beteiligt waren.

Der Film huldigt den Outlaws und macht aus ihrer brutalen Rache ein Actionspektakel, das moralisch zwar äußerst fragwürdig ist, sich im Heimkino aber sehr gut macht. Emilio Estevez spielt als Billy the Kid die Rolle seines Lebens. Er legt den Billy ein wenig hysterisch, wahnsinnig und todesverachtend an. Kein Wunder, dass ihm die anderen "Young Guns" (u.a. Charlie Sheen, Kiefer Sutherland, Lou Diamond Phillips) so bereitwillig folgen. Es ist besser, diesen Billy the Kid zum Freund zu haben denn als Feind.

Spektakulär und sehr brutal bereitet Regisseur Christopher Cain das finale Shoot-out vor, das sich über endlose Minuten erstreckt und spannend wie schon lange keine Western-Schießerei mehr ist.

Die Special Edition bietet endlich die ungekürzte Version des Films. Zu den DVD-Extras gehören eine 30-minütige Dokumentation über den wahren Billy the Kid und ein Audiokommentar mit den Hauptdarstellern. Verleih: Concorde
Ton: DD 5.1
Bild: 1:1,85
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 102 Minuten
Preis: ca 20 Euro

Blind Date vol. 1-4

Die beiden Comedians Anke Engelke und Olli Dittrich haben für das ZDF ein Experiment gewagt, das von den Kritikern hoch gelobt und mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde. Für das Projekt "Blind Date" haben sich beide unabhängig voneinander einen neuen Charakter ausgedacht und sich entsprechend verkleidet. Ohne weitere Vorbereitung trafen sich Engelke und Dittrich dann an einem Drehort, der vom Team vorgegeben wurde. Vor Ort prallten die beiden Charaktere dann erstmals zusammen. Während die Kamera ohne Schnitt und Wiederholung auf die beiden Comedians fokussierte, mussten Engelke und Dittrich eine halbe Stunde lang improvisieren.

Das Ergebnis dieses Experiments weiß voll und ganz zu überzeugen, wie diese DVD beweist, die die ersten vier Sendungen dieses Formats enthält. Hier teilen sich die beiden Top-Comedians etwa ein Taxi nach Schweinau, bleiben gemeinsam im Fahrstuhl stecken oder treffen sich in einem Zugabteil. Gewagt ist an "Blind Date", dass die Aufzeichnung nicht nur improvisiert ist, sondern auch außerhalb eines Studios stattfindet. Die Zugepisode "London-Moabit" spielt im Abteil eines echten Zuges. Der Zuschauer kann dabei sogar aus dem Fenster schauen und die vorbeiziehende Landschaft bestaunen.

Es tut gut, dass so ein hochwertiges Format wie "Blind Date" auf DVD konserviert wird. Viele interessierte Zuschauer haben einzelne Folgen sicherlich nur aus Zufall gesehen und andere dafür verpasst. Jetzt lässt sich das Fernsehereignis jederzeit noch einmal neu auf den Schirm holen.

Zu den Extras der DVD gehören Interviews, ein kurzes Making-of, eine Fotogalerie und diverse Hintergrundinformationen. Hier hätte sich der Zuschauer noch ein wenig mehr Material gewünscht, so etwa einen noch intensiveren Blick hinter die Kulissen. Trotzdem: Eine Scheibe mit Tiefgang, die in keinem DVD-Regal fehlen sollte.

Verleih: BMG Ton: DD 2.0 Bild: 4:3 FSK: ohne Beschr. Laufzeit: 297 Minuten Preis: ca 20 Euro

Peanuts 5+6

Unter dem Titel "The Complete Episodes" veröffentlicht der Baumhausverlag alle Peanuts-Trickfilme, die in den letzten Jahrzehnten für das amerikanische Fernsehen entwickelt wurden. Insgesamt gilt es 32 "Specials" zu verarbeiten, die allesamt etwa 20 Minuten lang sind und Kinder wie Erwachsene bestens unterhalten können. Die Trickfilme vertiefen den Kinderkosmos, den sich der Zeichner Charles M. Schulz in den späten 40er Jahren ausgedacht hat. Die Comicstrips der Peanuts werden aber sogar heute noch von 355 Millionen Menschen in 75 Ländern gelesen, auch wenn nach dem Tod des Zeichners keine neuen Strips mehr erscheinen. Auch die Kinder der Postmoderne können noch herzhaft lachen, wenn Charlie Brown nur Pech im Leben hat, die grantige Lucy wieder loszickt oder der arme Linus nicht von seiner Schmusedecke lassen kann.

Inzwischen liegen die DVDs 5 und 6 mit neuen Folgen vor. Die Episoden stammen aus dem Ende der Sechziger und den Anfängen der Siebziger Jahre. Die Trickfilme wurden mühsam aufgebretzelt, sodass die Farben wieder leuchten und nicht so matt sind, wie das bei den TV-Ausstrahlungen oft beklagt wurde. Neben der deutschen Synchronisation lässt sich auch das englische Original abspielen. So können sich Schulkinder auf spannende Weise mit der Fremdsprache vertraut machen.

Vier Episoden gibt es auf jeder DVD, darunter Klassiker wie "Der Sommer war sehr kurz", in dem Charlie Brown einen Aufsatz über seinen verkorksten Urlaub im Sommercamp schreibt. Bei zahlreichen Wettbewerben gegen die Mädchen vom Nachbarcamp ziehen die Jungs immer wieder den Kürzeren. Toll ist auch die Folge "Du bist auserwählt, Charlie Brown". Hier kämpfen Charlie, Lucy und Linus um die Präsidentschaft in der Schule.

Auf jeder DVD gibt es auch noch eine Bonusfolge und ein paar kleine Extras. Die Scheiben werden in der besonders Platz sparenden Super Jewelcase ausgeliefert.

Verleih: Baumhausverlag
Ton: DD 2.0
Bild: 4:3
FSK: ohne Angabe
Laufzeit: je 150 Minuten
Preis: ca 30 Euro

Tom und Jerry Classic 3

Seit mehreren Jahrzehnten ist der Kater Tom bereits hinter der pfiffigen Maus Jerry her - ohne sie jemals ernsthaft zu erwischen. Warner sammelt nun endlich einige Dutzend der besten Zeichentrickfilme, die rund um "Tom und Jerry" veröffentlicht wurden, auf den DVD der "Classic Collection". Jede Scheibe präsentiert etwa ein Dutzend Trickfilme, die im Schnitt fünf bis zehn Minuten lang sind.

Klarer Fall: Pädagogisch gesehen sind die Filme eine echte Katastrophe. Im Grunde genommen passiert in den Filmen nämlich nichts anderes, als dass Tom blutrünstig hinter Jerry herwetzt und versucht, die arme Maus vom Leben in den Tod zu befördern. Dabei läuft Tom allerdings in so üble Fallen hinein, dass er beinahe sekündlich gevierteilt, gehäutet, abgefackelt, mörderisch verprügelt oder von den verschiedensten spitzen Gegenständen gestochen wird, wenn ihm nicht gerade explodierende Bomben das Fell vom Katzenkörper schälen.

Den Kindern ab sechs Jahren ist das freilich völlig egal. Sie lieben den brutalen Humor der Zeichentrickfilme, zumal alle Blessuren nach einem Augenzwinkern schon wieder vergessen sind. Auf der dritten DVD gibt es wieder einmal zwölf Folgen, darunter Klassiker wie "Tom macht Ferien", "Die unsichtbare Maus" oder "Tom als Saubermann". Der Film "Tom gibt ein Konzert" liegt außerdem als Bonus bei.

Alle Episoden können einzeln im Menü ausgewählt oder im Ganzen gestartet werden. Obwohl die Filme bereits sehr alt sind, weisen sie eine sehr hohe Qualität auf. Satte 90 Minuten Spaß lohnen nicht nur den Kauf dieser DVD, sondern auch der fünf anderen Scheiben, die inzwischen bei Warner erschienen sind. Der Zuschauer muss nur aufpassen, dass er nicht zusätzlich eine andere Tom&Jerry-Kollektion wie etwa "Ihre größten Jagdszenen" einkauft. Einzelne Folgen liegen in der "Classic Collection" und auf den Best-of-DVDs gleichermaßen vor.

Verleih: Warner
Ton: DD 2.0
Bild: 4:3
FSK: ab 6 Jahren
Laufzeit: 94 Minuten
Preis: ca 15 Euro

Duck Tales: Der Film

Für die im Fernsehen ausgestrahlte Zeichentrickfilmserie "Duck Tales" wurde der Entenhausen-Kosmos komplett auf den Kopf gestellt. Zur reichsten Ente Dagobert Duck gesellen sich zwar wieder die pfiffigen Großneffen Tick, Trick und Track. Ihre Freundin Webby und der Bruchpilot Quax sind aber Figuren, die nur in den "Duck Tales" vorkommen.

Die "Duck Tales" kommen frischer, peppiger und mit frecheren Sprüchen daher als die klassischen Disney-Trickfilme. Auch die Erzählweise ist moderner. Der große Erfolg der Fernsehepisoden gibt den Machern Recht. Während viele Kids noch darauf warten, dass die Fernsehfilme endlich auf DVD veröffentlicht werden, legt Disney mit "Der Film" einen abendfüllenden Streifen vor, der den Kindern eine 70 Minuten lange Geschichte mit dem Titel "Jäger der verlorenen Lampe" erzählt.

In bester Indiana-Jones-Tradition begeben sich die Ducks auf eine Schatzsuche. Im Morgenland fahnden sie nach dem Schatz des Collie Baba. Doch wie so oft, so versuchen auch hier wieder Bösewichter von der guten Spürnase des Dagobert Ducks zu profitieren. Der fiese Zauberer Merlock und sein Gehilfe Dijon verfolgen Onkel Dagobert und nehmen ihm den frisch gefundenen Schatz gleich wieder weg. Immerhin können die Entenhausener Glücksritter eine Wunderlampe inklusive Flaschengeist retten. Mit der Hilfe des Geistes sollte es nun kein Problem mehr sein, mit den Bösewichtern abzurechnen.

Der "Duck-Tales"-Film bietet Spannung pur und nimmt die Kinder auf eine Schatzsuche mit, wie sie aufregender nicht sein könnte. Da der böse Zauberer Merlock aber ziemlich fies aussieht und leicht Alpträume bei den Kids verursachen könnte, sollte die DVD nur von Kindern ab sechs Jahren gesehen werden. Zu den Extras der DVD gehören ein interaktives Abenteuerspiel und eine Trailershow. Schade: Eine zusätzliche Bonus-Episode hätte der Scheibe bestimmt gut getan. Verleih: Disney
Ton: DD 2.0
Bild: 1:1,66
FSK: ohne Angabe
Laufzeit: 71 Minuten
Preis: ca 15 Euro

Die Drei Musketiere

Zu den großen Traditionen der Disney-Company gehört es, bewährte Geschichten der Weltliteratur mit den eigenen Figuren frei nachzuerzählen. Keine Frage: So wurden bereits Schneewittchen oder Dornröschen zu ganz großen Kinohits. Der Film "Die Drei Musketiere" hat es zwar nicht auf die große Kinoleinwand geschafft - er wurde gleich für die DVD-Vermarktung gezeichnet. Trotzdem bietet auch dieser Film eine Stunde lang viel Spaß.

Die Macher orientieren sich nur ganz grob an der Buchvorlage von Dumas und nutzen lieber die Gelegenheit, die altbewährte Geschichte von den drei Musketieren ihren eigenen Disney-Helden auf den Leib zu schreiben. Im sehr schön gezeichneten Trickfilm lernen wir die drei Loser Micky Maus, Donald und Goofy kennen. Sie würden nur allzu gerne degenschwingende Musketiere werden. Bis dahin ist es allerdings ein weiter Weg. Vorerst dürfen sie aber nur das Quartier der Musketiere ausfegen.

Der Musketierhauptmann Carlo plant den Staatsstreich und die Entführung der Königin Minnie. Damit ihm das auch wirklich gelingt, ernennt er unsere drei Freunde - die er für Trottel hält - ganz schnell zu Musketieren und anschließend zur Leibgarde der Königin. Doch der fette Carlo hat die Rechnung ohne die drei Musketiere gemacht. Mit viel Mut und bedingungsloser Treue machen sie dem Intriganten einen Strich durch die Rechnung. Das Wort "Einer für alle - alle für einen" bekommt hier eine ganz neue Bedeutung. Am Ende geht natürlich alles gut aus und Mickey darf seine Minnie anschmachten.

Der Trickfilm überzeugt mit tollen Actionszenen und einem treffsicheren Witz. Die Kinder sind völlig begeistert von der Geschichte, da sie den Kinofilm in der Regel ja gar nicht kennen. Wirkungsvoll ist übrigens auch die klassische Musik, mit der der Film unterlegt wurde. Stücke von Beethoven, Strauss und Grieg kommen hier zum Einsatz. Viele Extras runden die DVD ab.

Verleih: Disney
Ton: DD 5.1
Bild: 1:1,78
FSK: ohne Angabe
Laufzeit: 65 Minuten
Preis: ca 15 Euro

Chip & Chap: Lustige Streiche

Chip und Chap gehören bereits seit den späten Vierzigern zum festen Inventar des Walt-Disney-Kosmos. Für das eigene DVD-Programm hat Disney nun die alten Zeichentrickfilm-Episoden noch einmal ausgegraben und sie auf zwei Silberscheiben veröffentlicht. Acht Filmchen mit jeweils drei bis vier Minuten Länge passen dabei auf eine DVD. Da die Scheiben mit jeweils knapp 50 Minuten noch nicht ansatzweise ausgelastet sind, hätte man sich hier allerdings gewünscht, statt zwei DVDs nur eine kaufen zu müssen, die dann gleich hundert Minuten lang beste Unterhaltung für Kinder in jedem Alter bietet.

Chip und Chap sind zwei Streifenmäuse, die frech wie Bolle, zugleich aber auch zum Knuddeln süß sind. Das kommt bei den Kindern natürlich bestens an. In kurzen Filmepisoden wie "Donald und die Riesennuss", "Ein Baum fällt selten allein" und "Happy Camping" haben die Hörnchen in der Regel nur Blödsinn im Kopf. Generell geht es ihnen nur darum, Nüsse und anderes Futter einzusammeln. Dabei kennen die beiden Nager keine Skrupel und null Hemmungen - vor allem mit dem cholerischen Donald Duck legen sie sich nur allzu gerne an.

Die einzelnen Folgen sind äußerst fantasievoll umgesetzt und machen nicht nur den Kindern viel Spaß, sondern werden auch von den Erwachsenen gerne angeschaut. In "Nicht maßstabsgetreu" baut Donald etwa eine Spielzeugeisenbahn im Garten auf - und ist ganz und gar nicht begeistert davon, dass sich die Hörnchen in den Miniaturhäusern einrichten. Auch Pluto kommt nicht ungeschoren davon. In der Folge "Kampf um jede Nuss" versteckt der arme Hund seinen Knochen nämlich dummerweise im Vorratsbaum von Chip und Chap. Die Hörnchen unternehmen in der Folge natürlich alles, um Pluto von ihrem Baum fernzuhalten. Dabei möchte der nur seinen Knochen zurückerhalten.

Extras werden auf der DVD leider nicht angeboten. Verleih: Disney
Ton: DD 2.0
Bild: 4:3
FSK: ohne Angabe
Laufzeit: 51 Minuten
Preis: ca 15 Euro

Petzi und seine Freunde 1-6

Viele Eltern sind entsetzt, wenn sie ihre Kinder einmal für eine halbe Stunde vor den Fernseher setzen. Die einzelnen Sender bringen nur noch hektisch geschnittene Actionabenteuer ohne reale Inhalte, dafür aber mit viel Gewalt. Als Betthupferl vor dem Schlafengehen sind die modernen Cartoons jedenfalls nicht geeignet. Viele Eltern denken da mit viel Nostalgie an alte Klassiker wie "Biene Maja", "Der kleine Maulwurf" oder "Wickie, der Wikinger" zurück, um sie dann für den eigenen Nachwuchs auf DVD anzuschaffen. Wenn das Fernsehen schon nicht das passende Programm bereitstellen kann, dann muss das der Anwender eben selbst erledigen.

Warner Vision stellt nun auf sechs DVDs einen weiteren Klassiker fürs Heimkino vor: Petzi. Die 1953 von Carla und Vilhelm Hansen erfundenen Geschichten um den Bären Petzi und seine Freunde haben bereits in vielen Generationen die Kinder begeistert - entweder als Vorlesebuch, als Bildercomic, als Hörspiel oder als Fernsehepisode. Die DVDs sammeln jeweils acht vom WDR produzierte Trickfilme, die jeweils nur drei, vier Minuten lang sind. So eignen sich die Episoden perfekt als Gute-Nacht-Geschichten vor dem Einschlafen, da sie schnell vorbei sind, keine Gewalt zeigen und spannende Geschichten aus dem Alltag erzählen.

Petzi zieht in jeder Folge mit dem Schiff Mary aus, um neue Länder zu erforschen. Mit an Bord sind stets der gemütliche Seebär, der Pelikan Pelle und der quirlige Pinguin Pingo. Die Freunde kämpfen gemeinsam gegen die Frühjahrsmüdigkeit von Vetter Kurt, befreien das Schweinchen Karsten aus dem selbst angerührten Mörtel oder gehen in den Dschungel, um hier die hoffnungslos in den Lianen verknoteten Verwandten von Walburga zu retten. Nebenbei finden Petzi und seine Freunde neue Hufeisen für die Pferdedame Helga, versorgen den Briefträger Andreas mit neuer Post oder kämpfen gegen eine unbekannte Pflanze, die nach und nach die ganze Mary überwuchert.

Alle Geschichten steuern sehr schnell auf den jeweiligen Höhepunkt zu. Petzi und seine Freunde lösen das Problem und fahren dann in jeder einzelnen Episode am Ende wieder nach Hause zu Petzis Mutter, die bereits einen riesigen Berg Pfannkuchen gebacken hat.

Trotz der kurzen Spielzeit der Episoden, der schlichten Grafik und der Vorhersehbarkeit des Endes schaffen es die Petzi-Folgen immer wieder, das Publikum zu fesseln. Dreijährige, Grundschulkinder und sogar die Eltern können davon gar nicht genug bekommen. Der Grund? Die Geschichten sind so extrem einfallsreich und mit schräger Fantasie erzählt, dass man nur gebannt zuschauen kann. Deswegen sind die sechs DVDs eine lohnende Investition. Immerhin liegen zusammengenommen sage und schreibe 52 Geschichten vor.

Neben den Episoden bieten die DVDs übrigens einen umfangreichen Computer-Part mit Bastelvorlagen, Rätseln, Malen-nach-Zahlen-Bildern und kleinen Spielen. Verleih: Warner Vision
Ton: DD 2.0
Bild: 4:3
FSK: ohne Angabe
Laufzeit: je ca. 50 Minuten
Preis: ca. 10 Euro

Carsten Scheibe
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo