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Quelle in Doha: Flug soll 200 Ausländer von Kabul außer Landes bringen

Mitarbeiter warten auf den Einlass in den Flughafen von Kabul
Mitarbeiter warten auf den Einlass in den Flughafen von Kabul
© © 2021 AFP
Erstmals nach dem endgültigen Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan sollen Ausländer aus Kabul ausgeflogen werden.

Erstmals nach dem endgültigen Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan sollen Ausländer aus Kabul ausgeflogen werden. Der Flug bringe rund 200 Ausländer, darunter auch US-Bürger, nach Doha, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag von einer mit dem Vorgang vertrauten Quelle in der katarischen Hauptstadt. "Es gibt US-Bürger in der Gruppe, die aus Kabul nach Doha aufbrechen", hieß es.

Der katarische Sender Al-Dschasira zeigte Frauen und Kinder, die auf dem Kabuler Flughafen darauf warteten, ausgeflogen zu werden. "Wir sind den Katarern sehr dankbar", sagte ein Mann, bei dem es sich dem Bericht zufolge um einen kanadischen Passagier handelte.

Katar ist in der Afghanistan-Krise ein wichtiger Akteur. In dem Golf-Staat fanden 2020 die Verhandlungen zwischen den radikalislamischen Taliban und der US-Regierung über einen Truppenabzug aus Afghanistan statt. Später wurden in Katar zudem die Verhandlungen zwischen der Miliz und der damaligen afghanischen Regierung geführt. Katar steht den USA nahe, unterhält aber auch enge Beziehungen mit dem Iran. Anfang der Woche hatte US-Außenminister Antony Blinken in Doha Gespräche zu Afghanistan geführt.

Die nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban gestarteten Evakuierungsflüge aus Kabul waren Ende August eingestellt worden. Am Montag reisten nach Angaben eines US-Regierungsvertreters vier US-Bürger auf dem Landweg aus Afghanistan aus. Die EU hat die ungehinderte Ausreise ihrer Staatsbürger aus Afghanistan zu einer der Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit mit den Taliban und weitere Hilfen für das Land gemacht.

Über die internationale Luftbrücke waren binnen weniger Wochen etwa 123.000 Menschen aus Afghanistan ausgeflogen worden. Aber nicht alle ausreisewillige Ausländer schafften es rechtzeitig außer Landes. Zurückgelassen wurden auch zahlreiche Dolmetscher und andere afghanische Ortskräfte der ausländischen Truppen. Viele von ihnen fürchten nun Rache-Aktionen der Taliban.

AFP

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