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M.Beisenherz - Sorry, ich bin privat hier: 44 Begriffe, die wir 2019 gelernt haben und 2020 noch gebrauchen können

Das Jahr 2019 hatte für den lernwilligen, gleichsam bräsig-desinteressierten Mitteleuropäer ein paar schöne, neue Begriffe parat. Und wenn schon nicht neu, dann so nachhaltig, dass sie uns auch in diesem frisch aufgebrühten Jahrzehnt* beschäftigen werden, weiß Micky Beisenherz.

Micky Teaser
DPA / Picture Alliance

Deshalb:

44 Begriffe, die wir 2019 gelernt haben und 2020 noch gebrauchen können:

(Nicht nach Bedeutung geordnet)


Ibiza: Rückzugsort für Alt-Hippies, Partyhochburg, mediterraner Führerbunker, in der sich FPÖ-Strache selbst die Kugel gab. Zumindest politisch.


E-Scooter: Elektrische Sackkarre für Touristen und lauffaule Shisha-Baristi. Überschwemmen zu Millionen die Bürgersteige von Köln bis Berlin, sodass Hunde nicht mehr wissen, wo sie hinscheißen sollen. Beliebtes Weitwurftool für betrunkene Jugendliche auf dem Heimweg vom Club und Nemesis aller Versicherungen. Nach allem was man weiß, immer noch die beste Leistung von Anderes Scheuer. Und das will was heißen.


Boomer: Beliebtes Verhöhnungstool, um Menschen ab 30 aufwärts im Diskurs möglichst schnell mit einem Begriff abwürgen zu können, wenn einem "alter, weißer Mann" zu lang oder abgegriffen ist.

Alexandria Ocasio-Cortez teilt auf Instagram gegen die Generation der Babyboomer aus.

Schalker Ehrenrat: Gremium, zusammen gekommen, um festzustellen, dass rassistische Aussagen nicht so schlimm sind, wenn sie von jemandem kommen, von dem der Verein, deren Mitglieder im Gremium sitzen abhängig ist. Vgl dazu auch:


Tönnies, Clemens: Ostwestfälischer Fleischbaron mit dem Look des jungen Helmut Kohl, auffällig geworden durch rassistische Aussagen über "Afrikaner". Vom Schalker Ehrenrat in eine Art dreimonatiges Rassismus-Abklingbecken geschickt. Jetzt geläuterter Knappen-Bono, der in "Afrika" Gutes tun will. "Ich will im Stillen helfen". Weil still aber eben auch sehr leise ist, hat er es sicherheitshalber in der BILD verkündet.

  

Menstruationstasse: Gibt es nicht im Morgenmagazin zu gewinnen, wird aber dafür- wie alle Periodenprodukte — ab 2020 nicht mehr wie ein Luxusartikel besteuert. Was gut ist. Und konsequent. Die Periode wird nur von den allerwenigsten Frauen als Luxus empfunden.


Rezo: Internet-Star mit Digitalkompetenz, der mit auffälliger Farbwahl auf dem Kopf Sascha Lobos Key Selling Point abgraben will. Recherchiert allerdings deutlich schlampiger. Schaffte es mit einem knapp einstündigen gerappten Leitartikel der Kategorie "Palina meets FAZ", die komplette CDU über Wochen hinweg in den Ausnahmezustand zu versetzen und nachhaltig die Führungsstärke von Annegret Kramp-Karrenbauer in Zweifel zu ziehen.

Jung, hip, von den Alten sträflich unterschätzt. Bekam daraufhin eine eigene Kolumne im ZEIT-Magazin. Das hat er nun davon.


Hitler: Immer gerne benutzt, wenn es darum ging, abweichende Meinungen und Positionen zwischen Höcke, Nuhr und Bartsch möglichst negativ zu etikettieren. Hitler selbst zumindest hatte das Privileg, nicht bei jeder Aussage gleich mit Hitler verglichen zu werden.


Saudi Arabien: Sympathischer Golf-Staat, dessen Machthaber Mohammed Bin-Salman nicht nur ein großer Reformer ist, sondern sich auch erfolgreich angestrengt hat, den Mord am Journalisten Kashoggi aufzuklären und die Täter zu bestrafen. Recht so!


Werte-Union: Deutsche Tea-Party. Politische Heimat für Menschen, denen die AfD zu offen rechtsradikal und die NPD zu Asi ist.


SPD: Lothar Matthäus unter den Parteien. Alleine die Namensnennung reicht schon, um in Kabarettsendungen einen veritablen Lacher zu erzielen.


Twitter: Einst coole, hippe Plattform, um die aktuellsten News einzuholen und mit smarten Kommentaren eingeordnet zu wissen. Nunmehr zunehmend zur Meinungskloake und digitalem Volksgerichtshof verkommen, dem man entnehmen darf, wer heute wieder "weg kann" oder Berufsverbot bekommen sollte. Spielt den Doppelpass mit Online-Medien, zitiert sich pausenlos selbst und schafft es so, selbst Nullthemen wie #OmaUmweltsau in die Print-Medien zu befördern. Ist wie der Nacktmull, der sich von seiner eigenen Scheiße ernährt. Begünstigt die Sehnsucht nach der gnadenvollen Dummheit von Instagram.


Europa-Hoodie: Hippes Fashion Item, das in der Jahresmitte alle zu tragen hatten, die sich gerade mal wieder zugehörig fühlen und ohne größere Kosten Haltung beweisen wollten. Immerhin noch besser, als mit einem Tampon im Mund herum zu rennen. Gebracht hat’s allerdings auch nichts.


Merz, Friedrich: Ultra-Boomer der CDU, Anti-Kühnert und Sehnsuchtsfigur von Konservativen. Hat die Revolution mehrfach angedeutet und bislang zielsicher entweder verkackt oder gekniffen. Lauert wie eine alte Muräne in ihrer Höhle auf seinen Moment, zuzubeißen. Die Welt macht solange einfach mal weiter.


Hafermilch: Flüssiges Gold und lactosefreie Milch-Alternative, auf die sich global alle einigen können. Die Barista-Edition im grauen Tetra Pak wird zwischen Los Angeles und Cottbus heißer gehandelt als Bitcoins.


Wendler, der: Trümmer-Barde mit aufgemaltem Glööckler-Bart . Beweist eindrucksvoll, dass man Kind und Karriere sehr wohl verbinden kann.


Medienkompentenz: Das Internet und seine Dymaniken sind nicht nur für den normalen User mehr Neuland, als bislang angenommen, sondern auch für die großen Häuser. Frag nach bei CDU bis Deutsche Bahn.


Greta: Wahlweise Erlöser- oder Hassfigur, mächtigste Frau der Welt oder 16-jähriges Mädchen. Laut TIME Magazine wichtigste Person des Jahres. Jeder, der Zweifel daran hat, kann gerne von sich selbst ein Foto am Boden eines ICE der Deutschen Bahn posten und sehen, welche Wellen das (nicht) schlagen wird.


Doppelspitze: Absoluter Popularitätsbooster. Wenn man auf die Namen Baerbock/Habeck hört.

Heißt man Esken/Walter-Borjans- eher nicht so.

Nichts jedes Erfolgsmodell lässt sich ohne Weiteres kopieren.


Avocadotoast: Herabwürdigungsattribut. Zutreffend für alle aus der Hafermilch-Blase um die 30 und abwärts. Boomer-Opposition.


Kühnert, Kevin: Greta der SPD- Linken. Guter Rhetoriker. Leider Bayern-Fan. Für Konservative irgendwas zwischen Omen-Damian und "Carrie, des Sozis jüngste Tochter" mit drohenden Enteignungs-Exzessen. Soll erstmal zuende studieren, bevor er sich äußert!!!!


Rentner: Medial schwer gebeutelte Bevölkerungsgruppe. Erst von Luke Mockridge im ZDF-Fernsehgarten verhöhnt, dann von frechen Klima-Kids via Twitter zum baldigen Versterben animiert und final in brutaler WDR-Satire als #Umweltsau herabgewürdigt. Zurecht völlig sauer. Statt Gelbwesten- sind Cargowestenproteste nur noch eine Frage von Tagen.


Klima: Wir sind alle gespannt, wann das wieder weg geht!

Trump: für den wird es aber jetzt auch wirklich so RICHTIG ENG!


Deutsche Bahn: Selbst im italienischen Transportwesen lacht man über uns. Schafft es, als zentraler Bestandteil der Mobilitätswende, sogar die Beförderung der wichtigsten Klimaaktivistin der Welt medial kapital zu versemmeln.

Wir haben gelernt: Ein ICE, der ausfällt, kann nicht unpünktlich sein.

Und doch: Das beste aller Verkehrsmittel. Wenn es denn funktioniert.


Amthor, Philipp: 72jähriger Christdemokrat, gefangen im Körper eines Achtjährigen. Als skuriller, gleichsam unterhaltsamer Talkshow-Gast auf dem besten Wege, Germany next Bosbach zu werden.

Einer der wenigen Lichtblicke in der intellektuell mächtig ausgedünnten Entertainment-Diaspora Bundestag.


Empörung: Deutsche Kernkompetenz neben Dauerbeleidigtsein. Der Einstiegssatz "Für Empörung im Netz sorgte…." Ist ein zielsicherer Anreiz, beim Nachrichtenstudium direkt zum nächsten Artikel zu wechseln.


Cybertruck: Prestigeobjekt des Elektromobilitäts-Kanye, Elon Musk. Design wie eine schlampig geschälte Kohlrabi. Wird womöglich bald in Brandenburg gefertigt. Im neuen Tesla-Werk. Würde man die Abfertigungshalle vom BER in eine Fabrikhalle umbauen, könnte man sich auch endlich den peinlichen Quatsch mit den Eröffnungsterminen sparen.


Klartext!: Wird immer dann benutzt, kurz bevor einer der üblichen Verdächtigen zu irgendeiner populistischen Scheiße ansetzt. Vornehmlich in der BILD, abgesetzt von den üblichen Verdächtigen auf der Kurzwahltaste: Wendt, Merz, Buschkowsky.


Etikett: Hat schon lange den Diskurs abgelöst. Hilft bei der Orientierung und vermeidet, lagerübergreifende Auseinandersetzung mit den Inhalten der jeweiligen Opposition. Vgl dazu "Ökofaschismus", "Nazi", "Linksgrün versifft", "AfD-Jünger".


Nuhr, Dieter: Allein die Erwähnung in der Programmzeitschrift reicht, um Twitter für Stunden zu beschäftigen.


… for Future: Beliebtes Anhängsel, das jede Aktion automatisch als richtig und gut ausweist, weil: Ist ja für die Zukunft. Und Zukunft ist für alle gut.


Jugend: Hing bis for Kurzem faul auf der Couch rum, spielte Playstation oder guckte Klum. Geht jetzt auf die Straße, um "für´s Klima" zu protestieren. Is auch wieder nicht in Ordnung.


Flugscham: Aufgekommen irgendwann Mitte 2019. Jetzt beliebtes Mittel zur Gängelung Anderslebender, um "ein Bewusstsein zu schaffen".

#Meatshaming und weitere Denunziations-Hashtags werden folgen. Denn wenn eines sich immer bewährt hat, dann Verhöhnung, Verspottung und Beleidigung anderer, um sie eines Besseren zu belehren.


Verbote: Tiefe Angst von Christian Lindner und Co. Wenig erbaulich, darüber nachzudenken. Andererseits: Würde man nur auf Vernunft und Eigenverantwortung der Bürger setzen, würden wir unsere alten Kühlschränke immer noch im Wald vergraben.


Misstrauen: Grundmuster jeglicher gesellschaftlicher Auseinandersetzung. Die tiefe Sehnsucht, in der Position des jeweiligen Gegenübers die größtmögliche Niedertracht zu erkennen.  


Greenfluencer: Freshe, woke Influencer, die den Schwerpunkt Klimaschutz für sich entdeckt haben- und schnell genug waren, die letzten 8634 Travel-Blog- Pics von den Bali-, Dheli und Los Angeles- Trips bei Instagram zu löschen.


Impeachment: Amtsenthebungsverfahren. Angestrebt von Demokraten aus nachvollziehbaren Gründen. Wird am Ende nur Trump helfen im Sinne von "Guckt! Sie müssen es auf die Art versuchen, weil sie keinen anständigen Gegenkandidaten haben!"

Und mit Letzterem hat er sogar recht. So scheint es.


Trump2020: Das einzige, das die Wiederwahl von Trump unrealistisch erscheinen lässt, ist, dass alle sie voraussagen. Das wäre dann das erste Mal, dass eine Prognose stimmt.


Junge Union: Wer 72 Jungfrauen sehen will, der muss sich nicht für Allah in die Luft sprengen. Ein besuch im Clubheim von Kuban und Co. Sollte reichen.


Tik Tok: Coole Social Media-Plattform mit dem Schwerpunkt Video, auf der sich junge, Hippe Mover und Shaker tummeln. Und die von der Tagesschau.


AKK: Innerparteilicher Flurschaden von der Größe des Saarlandes. Genialer Move von Angela Merkel, eine Nachfolgerin einzusetzen, die sie vermissen lässt, während sie noch da ist.


Bingen: Früher der Nachname von Hildegard von, jetzt beliebter Couch-Vollzeitjob, um das Streamingangebot zumindest halbwegs wegarbeiten zu können. Bei dem gnadenlosen Überangebot von Netflix und Co ist die Orientierungslosigkeit so groß, dass die ersten sich zurück in die Arme von Pilawa flüchten, weil man bei dem zumindest weiß, wann er kommt.


Wohlwollen: Wünschenswerte Geisteshaltung für 2020.



*jaja, es ist noch keines, ich weiß.

rös
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.