Johannes Oerding (44) führt bereits zum sechsten Mal durch "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" (13. Staffel ab 14. April, 20:15 Uhr, VOX). Der Wahlhamburger übernahm die Moderation der beliebten Musikshow ab der achten Staffel im Jahr 2021 von Michael Patrick Kelly (48). Zwei Jahre zuvor war er selbst als Teilnehmer dabei. Der Sänger und Songwriter entdeckte bereits früh die Musik - hat aber auch noch andere Interessen.
Erster Plattenvertrag mit 17
Oerding spielte schon als Jugendlicher in einer Schülerband namens Groovekeller. Bühnenpraxis sammelten die Nachwuchsmusiker bei lokalen Auftritten in ihrer Heimat Geldern. 1999, als er gerade einmal 17 Jahre jung war, wurde er bei einem Band-Auftritt auf einem Stadtfest von einem Musikproduzenten entdeckt und unterschrieb seinen ersten Plattenvertrag bei Sony Music in Hamburg. Bevor er sich ganz auf die Musik konzentrierte, studierte er aber nach dem Abitur erstmal Betriebswirtschaft und Internationales Marketing im niederländischen Venlo.
Kelly-Family-Fan
Als Jugendlicher war er riesiger Kelly‑Family‑Fan und traf mit 13 Jahren sein Idol Michael Patrick Kelly, was für ihn damals ein absoluter Fan‑Moment war und ihn zusätzlich motivierte, selbst Musik zu machen. Viele Jahre später standen die beiden dann tatsächlich als Kollegen bei "Sing meinen Song" gemeinsam vor der Kamera, was die Geschichte zu einem persönlichen Kreis schließt.
Faible für Hüte
Oerdings Kleidungsstil ist meist lässig - aber ein Hut muss sein. 2019 wurde er deshalb sogar offiziell zum "Hutträger des Jahres" gekürt. "Der Hut ist sein Markenzeichen. Am liebsten trägt Johannes Oerding Pork Pie, stylish vorne hoch getragen", begründete die Gemeinschaft Deutscher Hutfachgeschäfte in ihrer Pressemitteilung. Er gebe dem Modestück "ein sympathisches Gesicht". Der Musiker erklärte damals: "Ich finde es total schmeichelhaft, dass ich für ein Accessoire, das ich gerne trage, einen Preis erhalte. Ich werde den Award in Ehren halten und in die Welt hinausgehen als Vertreter aller Hutträger."
Großer Fußballanhänger
Johannes Oerding ist leidenschaftlicher Fußballfan und oft im Stadion des FC St. Pauli anzutreffen. Dort besitzt er eine Dauerkarte. "Die gebe ich nie wieder her", sagte er gegenüber "TAG24". Zu dem Sport kam er ebenfalls schon früh: "Ich bin ja so ein Dorfkind. Als Kind auf dem Dorf gab's ja nur den Fußballverein. Da habe ich von morgens bis abends gespielt und das zog sich dann einfach immer so durch mein Leben." Er stand auch schon oft bei Promi-Benefizturnieren auf dem Platz.
Passionierter Pfadfinder
Der Sänger, der im katholischen Glauben aufwuchs, war als Messdiener und Pfadfinder aktiv. Sein Vater gründete im Heimatdorf einen Pfadfinderstamm, in dem Oerding Gemeinschaft und Lagerfeuer‑Atmosphäre zu schätzen lernte. Er wurde später selbst Gruppenleiter. "Das hat mich sehr geprägt. Ich bin bis heute Pfadfinder!", betonte er 2023 in einem Interview mit dem Magazin "Bene" des Bistums Essen. Zwar ist er inzwischen aus der Kirche ausgetreten, hält aber die Deutsche Pfadfinderschaft für "eine großartige Organisation für junge Leute", in der grundlegende Werte wie Toleranz, Loyalität und Solidarität vermittelt würden. "Es gilt der Grundsatz: Die Starken helfen den Schwachen. Das finde ich gut."
Ereignisreiches Sabbatjahr
2024 gönnte sich der vielbeschäftigte Musiker ein Sabbatjahr. "Ich musste einfach raus und Abstand von Termindruck, Routinen und ständiger Präsenz gewinnen", zitierte ihn sein Plattenlabel Sony Music in einer Pressemitteilung. In seiner Auszeit reiste er durch die USA, Mexiko, Neuseeland und Japan. Dabei traf er auf Freunde, aber fand sich auch in der Stille wieder. Und die Musik spielte schneller wieder eine Rolle, als er es wohl geglaubt hatte: Denn eigentlich wollte er keine Gitarre anfassen, kaufte sich dann unterwegs nach zwei Monaten wieder eine. "Das war für mich ein total schöner Moment." Er habe gemerkt, dass er wieder einen Song schreiben könne - "von Anfang bis Ende, mit einem guten Text, bei dem ich wirklich mit jeder Zeile und jedem Wort zufrieden bin".