Harvey Weinstein Gericht weist Antrag auf neues Verfahren ab

Der schwer gezeichnete Harvey Weinstein am Donnerstag vor Gericht.
Der schwer gezeichnete Harvey Weinstein am Donnerstag vor Gericht.
© Steven Hirsch-Pool/Getty Images
Harvey Weinstein scheitert mit seinem Antrag auf ein neues Verfahren. Im März muss er sich erneut vor Gericht verantworten.

Harvey Weinstein (73) ist mit seinem Versuch gescheitert, eine Verurteilung wegen sexueller Nötigung aufheben zu lassen. Richter Curtis Farber wies den Antrag des früheren Filmproduzenten am Donnerstag an einem Gericht in Manhattan zurück. Das berichtet unter anderem der "The Hollywood Reporter". Die Vorwürfe der Verteidigung, wonach zwei Geschworene während der Beratungen unter Druck gesetzt worden seien, ließ der Richter nicht gelten.

Die Anwälte des gefallenen Filmmoguls hatten argumentiert, das Urteil im Fall der ehemaligen TV-Produktionsassistentin Miriam Haley sei durch Fehlverhalten in der Jury zustande gekommen. Zwei Geschworene hätten erklärt, sie seien eingeschüchtert worden, Weinstein für schuldig zu befinden. Das Gericht sah das anders: Hitzige Diskussionen und Spannungen innerhalb einer Jury seien Teil normaler Beratungen und kein Grund, ein Urteil aufzuheben.

Dritter Prozess im März angesetzt

Damit bleibt die Verurteilung vom vergangenen Juni bestehen. Weinstein war damals der sexuellen Nötigung an Haley für schuldig befunden worden. In einem weiteren Anklagepunkt wurde er freigesprochen, in einem dritten - dem Vorwurf der Vergewaltigung der Schauspielerin Jessica Mann - konnte sich die Jury nicht einigen.

Genau dieser ungeklärte Punkt wird nun erneut verhandelt. Richter Farber setzte den Prozessauftakt auf den 3. März an. Es ist bereits der dritte Anlauf in diesem Fall: Weinstein war 2020 wegen der Vergewaltigung von Mann verurteilt worden, doch das Urteil wurde 2024 wegen Verfahrensfehlern aufgehoben.

Harvey Weinstein erwägt Schuldbekenntnis

Ob es tatsächlich zu einem weiteren Prozess kommt, ist allerdings offen. Verteidiger Arthur Aidala kündigte nach der Anhörung an, Verhandlungen über ein mögliches Schuldbekenntnis aufnehmen zu wollen. Der Richter gab der Verteidigung zwei Wochen Zeit für eine Entscheidung.

Ein Geständnis im Fall Mann würde Weinstein keine zusätzliche Haftzeit einbringen, da die Strafe parallel zur bereits bestehenden Verurteilung laufen würde. Bislang hatte der 73-Jährige ein Schuldbekenntnis in diesem Fall abgelehnt - er wolle seinen Kindern gegenüber "sauber bleiben", so sein Anwalt. Nun scheint Weinstein seine Position zu überdenken.

Im Gerichtssaal meldete sich der gesundheitlich schwer angeschlagene Ex-Produzent selbst zu Wort. "Ich weiß, dass ich untreu war. Ich weiß, dass ich mich falsch verhalten habe. Aber ich habe niemanden sexuell angegriffen", sagte Weinstein. Er bat den Richter um "eine zweite Chance". Seine Zeit im Gefängnis auf Rikers Island bezeichnete er als "seelenerdrückend" und sprach von einem "langsamen Marsch in den Tod". Richter Farber zeigte sich davon unbeeindruckt: "Sie hatten einen fairen Prozess", entgegnete er.

Weitere Haftstrafe in Kalifornien

Weinsteins Anwalt Aidala kritisierte, dass der Vergewaltigungsvorwurf nun zum dritten Mal vor Gericht verhandelt werden soll. Er verwies auf das Alter und die Gesundheitsprobleme seines Mandanten. "Wenn sein Name nicht Harvey Weinstein wäre, wäre der Fall längst erledigt", sagte der Verteidiger. Die Staatsanwaltschaft wies das zurück: "Es geht nicht um seinen Namen. Es geht um Sexualverbrechen."

Neben dem New Yorker Verfahren muss Weinstein noch eine 16-jährige Haftstrafe in Kalifornien verbüßen. Dort war er 2022 in einem separaten Prozess ebenfalls wegen Vergewaltigung verurteilt worden. Auch gegen dieses Urteil hat seine Verteidigung Berufung eingelegt.

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