Was macht eigentlich ... ... Shona Fraser?


Die englische Journalistin behauptete sich ab 2002 in den ersten beiden Staffeln von Deutschland sucht den Superstar gegen ihre männlichen Jurykollegen - vor allem Dieter Bohlen.

Miss Fraser, Ende Januar startet die neue Staffel von "Deutschland sucht den Superstar". Sind Sie gespannt?

Nein. Höchstens professionell: Wie sieht das Studio aus, was macht die Regie, welche Ideen sind neu? Von der letzten Staffel habe ich nichts mitbekommen, da war ich für zwei Monate auf einer Insel vor Malaysia - ohne deutsches Fernsehen ...

... aber mit neuer Liebe?

Ja. Er heißt Simon, kommt aus Südafrika und arbeitete - wie ich - auf der Insel für das Projekt "Survivor". Er als Art-Direktor für das südafrikanische Team, ich als Producer für Pro Sieben. Jetzt wird fleißig gependelt. München–Südafrika–München. Auch Silvester habe ich in Kapstadt verbracht. In einer einsamen Bucht, umringt von Hunderten Pinguinen.

Aber Sie bleiben in Deutschland?

Klar. Ich lebe in München. Die Stadt ist genau so, wie uns in der Schule Deutschland beschrieben wurde: schöne Häuser, saftige Wiesen und Männer in Lederhosen. Toll. Schon mein Großvater, der als englischer Journalist im Dritten Reich als Erster über deutsche KZs berichtete, liebte trotz schlimmer Zeiten Land und Leute. Nur deutsche Schlager, bayerische Weißwurst und Sauerkraut brauche ich nicht. Grauenhaft! Das hält mein Magen nicht aus.

Das sagt eine Engländerin, die mit britischer Küche groß geworden ist!

Da nehmen Deutschland und England sich kaum etwas. Die auffälligste Gemeinsamkeit scheint mir die öffentliche Akzeptanz von Erfolg: Er muss das Ergebnis harter, erkennbarer Arbeit sein. Da muss geschwitzt, gelitten, geackert werden. Sonst zählt es nicht.

Aber es wird doch auch Unterschiede geben?

Klar! Die Deutschen sind fleißiger. In England ist Fleiß eher oberflächlich, oft vorgetäuscht. Hier wird mehr und intensiver gearbeitet. Auch beim Humor gibt es große Unterschiede. Schwarzen Humor kennt man hier kaum. Deutscher Witz ist direkter, klarer - oft auch platter. Der typisch britische Humor ist gemeiner. Die größten Unterschiede zwischen Engländern und Deutschen aber erlebe ich im persönlichen Umgang.

Geben Sie uns ein Beispiel!

Bist du unpünktlich, fragt man in England: "Meine Liebe, hatte der Zug etwa Verspätung?" In Deutschland heißt es: "Warum bist du zu spät?" Mit dieser Direktheit klarzukommen fiel mir anfangs schwer. Bei DSDS wurde meine Kritik durch die Blume oft nicht verstanden.

Wie war denn das Verhältnis zu Ihren DSDS-Kollegen in der Jury?

Mit Dieter Bohlen kann man gut streiten. Und das muss man auch! Vor allem, wenn ihm der wohlgeformte Klangkörper einer Kandidatin wichtiger war als deren Stimme. Der Kontakt zu Thomas Stein ist weiterhin gut und immer noch eng.

Vor drei Jahren starb Ihr Lebensgefährte Sascha , der bei RTL Kameramann war, nach Dreharbeiten in China. Hatten Sie damals überlegt, nach England zurückzugehen?

Nein, auch wenn es die Hölle war. Das kam so überraschend, er war gesund, hatte aber nächtliche Atemaussetzer. Nicht nur ich, sondern meine Familie und nahezu alle Freunde wurden von einigen Pressevertretern regelrecht terrorisiert. Ich bin heute noch dankbar, dass ich mich da auf jeden verlassen konnte, alle dicht- und damit zu mir gehalten haben. Mit Simon jetzt ist alles frisch, neu und spannend. Wunderbar - aber leider wieder eine dieser Fernbeziehungen, die ich nie, nie wieder haben wollte. Aber vielleicht klappt es ja, und er kommt nach München. Am Platz wird es nicht scheitern: Ich sortiere gerade schweren Herzens viele meiner 300 Schuhe aus und kaufe mir auch keine neuen mehr ...

Interview: Thomas Kralicek

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