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Frankreichs Luftwaffe bombadiert malisches Kidal

Die französische Luftwaffe hat mehrere Stellungen radikalislamischer Rebellen in der Region Kidal im Nordosten Malis bombardiert.

Die französische Luftwaffe hat mehrere Stellungen radikalislamischer Rebellen in der Region Kidal im Nordosten Malis bombardiert. Dabei seien auch das Haus des Chefs von Ansar Dine, Iyad Ag Ghaly, in der Stadt Kidal zerstört worden, teilten malische Sicherheitskräfte mit. Einwohner der Region bestätigten die Angaben. Unterdessen kamen die Staats- und Regierungschefs der Afrikanischen Union (AU) zu einem Gipfeltreffen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba zusammen, bei dem der Konflikt in Mali im Mittelpunkt stehen dürfte.

Kidal gilt als Hochburg der Gruppe Ansar Dine, einem Verbündeten des Terrornetzwerkes Al Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI). Sie fordert Autonomie für den Norden Malis und die Umsetzung des islamischen Rechts der Scharia. Die Islamisten haben seit April den Norden Malis unter ihrer Kontrolle. Als sie vor rund zwei Wochen in Richtung Süden vorrückten, griff Frankreich militärisch ein. Auch die westafrikanischen Staaten entsandten Soldaten. Am Samstag hatten französische und malische Soldaten Gao eingenommen, eine Hochburg der islamistischen Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika (MUJAO).

Der Einsatz afrikanischer Truppen im Rahmen der Internationale Unterstützungsmission für Mali (MISMA) kommt nur langsam voran. Am Freitag hatte der Friedens- und Sicherheitsrat der AU die 54 Mitgliedstaaten aufgefordert, "innerhalb einer Woche" über ihre Pläne zur Truppenentsendung informieren. Die Truppenstärke müsse deutlich erhöht werden.

AU-Kommissionspräsidentin Nkosazana Dlamini-Zuma sagte zu Beginn des zweitägigen Gipfeltreffens, es müsse noch viel getan werden, um alte und neue Konflikte in verschiedenen Ländern zu lösen. Die Bedeutung von Frieden und Sicherheit könne nicht genug betont werden. "Ohne Frieden und Sicherheit kann kein Land und keine Region auf Wohlstand für alle Bürger hoffen", sagte Dlamini-Zuma. Die AU müsse ihre Möglichkeiten, demokratisch gewählte Regierungen zu verteidigen, verbessern.

Neben Mali soll es beim 20. AU-Gipfel auch um den anhaltenden Konflikt zwischen dem Sudan und Südsudan gehen. Auch mit den Konflikten im Kongo, in Guinea-Bissau und in der Zentralafrikanischen Republik werden sich die Gipfelteilnehmer befassen. Zudem soll die AU-Präsidentschaft turnusgemäß von Benins Staatschef Thomas Yayi Boni an den äthiopischen Ministerpräsidenten Hailemariam Desalegn übergeben werden.

Frankreichs Regierungschef Jean-Marc Ayrault zeigte sich indes überzeugt, das französische Truppen auch "bald in der Nähe" der kulturell bedeutenden Stadt Timbuktu seien. Während eines Besuchs in Santiago de Chile bekräftigte der Premierminister zugleich, dass Frankreich seine Truppen nicht längerfristig in Mali stationieren wolle. "Das Ziel ist, dass die afrikanische multinationale Truppe aufgestellt wird und in der Lage ist zu übernehmen", sagte Ayrault.

Die Oasenstadt Timbuktu am Rande der Sahara wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe gelistet. Die radikalen Islamisten zerstörten dort zahlreiche Mausoleen islamischer Heiliger und lösten damit weltweite Empörung aus.

Die Islamisten in Mali waren vor zwei Wochen überraschend Richtung Süden vorgerückt. Um einen weiteren Vormarsch zu stoppen, griff Frankreich militärisch ein. Inzwischen sind in Mali 2500 französische Soldaten im Einsatz.

AFP / AFP