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Gespräche über Fusion von EADS und BAE in der Sackgasse


Die Verhandlungen über die Mega-Fusion der beiden Luftfahrt- und Rüstungskonzerne EADS und BAE Systems stecken in einer Sackgasse: Die Gespräche zwischen Deutschland, Frankreich und Großbritannien wurden am Freitag vom Streit über die Beteiligung der Staaten an dem neuen Konzern blockiert, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Verhandlungskreisen erfuhr.

Die Verhandlungen über die Mega-Fusion der beiden Luftfahrt- und Rüstungskonzerne EADS und BAE Systems stecken in einer Sackgasse: Die Gespräche zwischen Deutschland, Frankreich und Großbritannien wurden am Freitag vom Streit über die Beteiligung der Staaten an dem neuen Konzern blockiert, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Verhandlungskreisen erfuhr. EADS hofft dennoch weiterhin auf eine Einigung.

Die Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Frankreichs Staatschef François Hollande und des britischen Premiers David Cameron verhandelten per Videokonferenz erneut über die Fusion. Nach Angaben aus informierten Kreisen würde Großbritannien eine Beteiligung Deutschlands und Frankreichs von jeweils neun Prozent an dem neuen Konzern akzeptieren. Damit gäbe es ein Kräftegleichgewicht zwischen Berlin und Paris.

London verlangt den Angaben zufolge aber auch, dass sich Paris schriftlich verpflichtet, darüber hinaus keine Anteile vom französischen Lagardère-Konzern zu kaufen. Das wiederum lehnt die französische Regierung ab. "Die Franzosen sagen: Wir haben nicht die Absicht, Anteile von Lagardère zu kaufen, aber wir geben dazu auch keine schriftliche Garantie ab", hieß es aus Verhandlungskreisen.

Großbritannien ist grundsätzlich gegen eine Staatsbeteiligung, weil dies ihrer Ansicht nach auf dem US-Markt negativ betrachtet wird. Cameron wurde von 45 Abgeordneten seiner konservativen Partei in einem Brief aufgefordert, nur grünes Licht für die Fusion zu geben, wenn keine Staaten an dem neuen Konzern Anteile übernehmen.

"Wir wurden von den Regierungen über den Stand der Diskussionen informiert, sie haben uns aber nicht gesagt, dass es keine Einigung geben würde", erklärte ein EADS-Sprecher. "Wir streben immer noch das Zieldatum 10. Oktober an." Bis nächsten Mittwoch müssen EADS und BAE gemäß den britischen Börsenregeln das Zustandekommen oder Scheitern des Geschäfts verkünden - oder eine Fristverlängerung beantragen.

Der Streit um eine staatliche Beteiligung an dem neuen Konzern ist das größte Hindernis und könnte zu einem Scheitern der Fusion führen. Der französische Staat hält derzeit knapp 15 Prozent an EADS, weitere 7,5 Prozent der französische Konzern Lagardère. Auf deutscher Seite hält Daimler 22,35 Prozent; 7,5 Prozent sind im Besitz eines Konsortiums, die Stimmrechte hält ebenfalls Daimler.

AFP AFP

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