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Entführungen vor Somalia und Kenia: Piraten kapern zwei Schiffe mit Deutschen an Bord

Piraten haben an diesem Wochenende zwei Frachter mit Deutschen an Bord entführt. Vor der Küste Kenias wurde ein Flüssiggas-Tanker überfallen, der unter dem Kommando eines deutschen Kapitäns fuhr. Auch auf einem vor Somalia gekaperten Frachter sollen sich zwei Deutsche befinden.

Vor der somalischen Küste ist ein weiterer Frachter mit deutschen Besatzungsmitgliedern entführt worden. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr bestätigte entsprechende Berichte. An Bord der gekaperten "Beluga Fortune" sollen sich zwei Deutsche befinden. Die Entführung habe sich am Sonntagmorgen um 7.30 Uhr nach deutscher Zeit rund 1200 Seemeilen östlich der kenianischen Stadt Mombasa ereignet.

Zuvor war bekannt geworden, dass Piraten einen Flüssiggas-Tanker unter dem Kommando eines deutschen Kapitäns vor der kenianischen Küste in ihre Gewalt gebracht hatten. Nach fast 24 Stunden nahm der Kapitän Kontakt mit der Managerfirma in Griechenland auf. "Der Besatzung geht es gut. Mehr kann ich jetzt nicht sagen", sagte ein Sprecher des Unternehmens Interunity Management Corporation (IMC). An Bord seien außer dem deutschen Kapitän insgesamt 16 Besatzungsmitglieder. 14 Seeleute stammen von den Philippinen und zwei aus der Ukraine.

70-jähriger Kapitän stammt aus Hamburg

Der deutsche Kapitän ist demnach 70 Jahre alt und arbeitet schon seit längerem für das Unternehmen. Die "York" habe den Hafen von Mombasa gegen Mittag verlassen, berichtete der IMC-Sprecher. Rund 90 Seemeilen vor der kenianischen Hafenstadt sei der Tanker dann überfallen worden, berichtet die Singapurer Hafenbehörde auf ihrer Internetseite.

Bei dem Kapitän handele es sich um einen aus der Nähe von Hamburg stammenden "sehr erfahrenen Mann", der das Gebiet kenne. Nachdem das Schiff zwei Wochen im Hafen gelegen habe und dort beladen wurde, habe es nur eine kurze Benachrichtigung per E-Mail gegeben, dass der Tanker am Samstag abgelegt habe.

Regelmäßige Überfälle vor der ostafrikanischen Küste

Nach Angaben der See- und Hafenbehörde von Singapur war die "York" auf dem Weg von Mombasa zu den Seychellen, als der Notruf abgesetzt wurde. Eigner des Schiffes ist die York Maritime Company mit Sitz in Singapur. Der Schiffsdatenbank "Vesseltracker.com" zufolge ist der unter der Flagge Singapurs fahrende Tanker 90 Meter lang und zwölf Meter breit.

Immer wieder kommt es vor der ostafrikanischen Küste, insbesondere vor der somalischen, zu Piratenüberfällen. Erst vor einer Woche war bekannt geworden, dass somalische Piraten bereits am 9. Oktober vor der Küste Kenias einen südkoreanischen Fischtrawler mit 43 Mann Besatzung gekapert hatten. Seit Januar gab es in der Region 140 einschlägige Zwischenfälle. Mehr als 30 Schiffe wurden nach UN-Angaben gekapert.

DAPD/DPA / DPA