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Ebola-Epidemie: Obama herzt geheilte US-Krankenschwester

Die zweite infizierte US-Krankenschwester hat das Schlimmste überstanden und wird von Obama empfangen. Die EU stockt ihre Ebola-Hilfsmittel auf. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

Demonstrative Umarmung: Obama nimmt Nina Pham fest in den Arm. Die Krankenschwester hatte sich mit Ebola angesteckt und war am Freitag als geheilt entlassen worden.

Demonstrative Umarmung: Obama nimmt Nina Pham fest in den Arm. Die Krankenschwester hatte sich mit Ebola angesteckt und war am Freitag als geheilt entlassen worden.

+++ 18.26 Uhr: Krankenschwester aus Dallas hat Infektion überstanden +++

Auch die zweite mit dem Ebola-Virus infizierte US-Pflegekraft hat die Krankheit überwunden. Nina Pham sei virenfrei, teilten die Nationalen Gesundheitsinstitute der USA (NIH) mit. Pham hat die NIH-Klinik in einem Vorort von Washington, in der sie seit vergangener Woche behandelt wurde, am Freitag verlassen. "Ich schätze mich glücklich und gesegnet, heute hier zu stehen", sagte sie vor Journalisten.

Die 26-jährige Krankenschwester hatte sich angesteckt, als sie den mittlerweile verstorbenen Ebola-Patienten Thomas Eric Duncan in einem Krankenhaus im texanischen Dallas gepflegt hatte. Duncan hatte sich in seiner Heimat Liberia infiziert. Das Virus wurde bei ihm aber erst festgestellt, nachdem er Ende September zu einem Familienbesuch nach Texas gereist war.

+++ 15.30 Uhr: WHO hofft auf 200.000 Impfdosen bis Mitte 2015 +++

Die WHO rechnet damit, dass bis Mitte kommenden Jahres größere Mengen Ebola-Impfstoff hergestellt werdenn können. Bis dahin dürften wohl die Produktion von rund 200.000 Impfdosen möglich sein, sagt Marie-Paule Kieny von der WHO am Freitag in Genf nach einem Treffen mit Vertretern der Pharma-Industrie, Zulassungsbehörden und Geldgebern. Schon im Dezember könnten außerdem die ersten großangelegten Tests in Westafrika beginnen. Momentan erproben die Pharma-Unternehmen GlaxoSmithKline und NewLink Genetics zwei Impfstoffe in der klinischen Phase. Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson will einen Impfstoff im Januar erstmals klinisch am Menschen erproben.

+++ 11.54 Uhr: 43 Menschen in Mali unter Beobachtung +++

Nach dem Übergreifen der Ebola-Seuche auf Mali schickt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Experten in das westafrikanische Land. Drei Experten seien bereits vor Ort, um die Lage zu untersuchen, mindestens vier weitere würden in den kommenden Tagen folgen, sagt eine WHO-Sprecherin. 43 Menschen, die Kontakt zu dem erkrankten zweijährigen Kind hatten, stünden unter Beobachtung, unter ihnen zehn medizinische Helfer.

+++ 10.54 Uhr: WFP befürchtet eine Hungersnot +++

Jetzt schlägt auch das Welternährungsprogramm (WFP) wegen der Epidemie Alarm. Bereits in diesem Jahr sei mit großen Ernteausfällen, steigenden Preisen für Grundnahrungsmittel und dem Zusammenbruch von Märkten zu rechnen, teilt die Organisation in Genf mit. Kurzum: In Westafrika droht eine Hungersnot. Sollte die Epidemie weitere vier bis fünf Monate andauern, sei zu befürchten, dass Aussaat und Anbau für das kommende Jahr massiv beeinträchtigt würden.

+++ 10.47 Uhr New Yorker Ebola-Fall drückt Börsen +++

Der US-Aktienmarkt hat auf die Nachricht von der Ebola-Infektion in New York sofort reagiert. Die S&P-Futures sind um neun Punkte oder 0,45 Prozent gefallen. Der Dollar hat gegenüber dem Euro zwischenzeitlich verloren, die Kurse der zehnjährigen US-Bonds haben zugelegt. Ihre Rendite ist auf 2,24 Prozent gefallen. In Tokio ist der Anstieg der Kurse durch die Ebola-Sorgen gebremst worden.

+++ 10.43 Uhr: EU stockt auf eine Milliarde auf +++

Im Kampf gegen das Ebola-Virus stockt die Europäische Union ihre Hilfsgelder auf eine Milliarde Euro auf, teilt EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy während des EU-Gipfels mit. Bisher hatte die EU zusammen mit den Mitgliedstaaten Hilfen von rund 600 Millionen Euro versprochen, 107 Millionen Euro davon kommen aus Deutschland. Bisher haben alle internationalen Anstrengungen die Ausbreitung der Seuche nicht verhindern können.

+++ 10.30 Uhr: Frankreich weitete Kontrollen aus +++

Frankreich will die Einreise-Kontrollen auf Reisende "aller Verkehrsmittel" ausweiten. Staatspräsident François Hollande auf dem EU-Gipfel in Brüssel: "Frankreich muss Kontrollsysteme haben, die sich nicht nur auf den Luftverkehr beziehen." Frankreich wolle daher Kontrollen für alle Transportmittel inklusive der Schifffahrt einführen.

+++ 7.39 Uhr: New Yorker Ebola-Patient streng kontrolliert +++

Das wird die Sorgen vieler Amerikaner noch vergrößeren: Der an Ebola erkrankte New Yorker Arzt hat nach Angaben der Behörden bei seiner Einreise am John-F.-Kennedy-Flughafen eine strikte Gesundheitskontrolle durchlaufen. Bei seiner Ankunft am 17. Oktober seien bei ihm umfangreiche Maßnahmen ergriffen worden, erklärt die Gesundheitsbehörde CDC. Das verschärfte Screening sei Standard bei Reisenden, die aus einem Ebola-gefährdeten Land kommen. Der Arzt hatte sich in Guinea an der Behandlung von Ebola-Patienten beteiligt.

+++ 4.00 Uhr: Ebola-Fall in New York bestätigt +++

Die US-Behörden haben einen ersten Fall von Ebola in New York bestätigt. Ein Arzt, der kürzlich in Westafrika im Einsatz gewesen ist, ist positiv auf das Virus getestet worden, teilt Bürgermeister Bill de Blasio auf einer Pressekonferenz mit. Der Patient ist isoliert worden.

+++ 2.12 Uhr: Erste Ebola-Erkrankung in Mali +++

Mit Mali ist ein weiteres westafrikanisches Land von Ebola betroffen. Ein zweijähriges Mädchen, das kürzlich mit seiner Großmutter im Nachbarland Guinea unterwegs gewesen ist, ist positiv auf das Virus getestet worden, teilt das Gesundheitsministerium des Landes mit. Das Mädchen war demnach am Mittwoch mit verdächtigen Symptomen im westlichen Kayes ins Krankenhaus eingeliefert worden, nun liegen die Bluttestergebnisse vor. "Jeder, der mit dem Mädchen Kontakt hatte, steht unter medizinischer Beobachtung", so ein Sprecher des Ministeriums. Das Ministerium ruft die malische Bevölkerung zur Ruhe auf. Es werde alles getan, um eine Ausbreitung der Krankheit in dem Land zu verhindern. Zugleich fordert es die Bevölkerung auf, nicht unbedingt notwendige Reisen in die betroffenen Länder und Regionen zu unterlassen. In Guinea hatte die Ebola-Epidemie ihren Ausgang genommen.

dho/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters