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Entspannung an Rhein und Mosel Eisschollen stauen Hochwasser der Oder

Das Schlimmste scheint geschafft: In fast allen betroffenen Gebieten hat das Hochwasser seinen Scheitelpunkt überschritten. Die Pegel sinken. Nur auf der Oder gibt es derzeit noch ernste Probleme. Hier verhindern Eisschollen, dass das Wasser abfließen kann.

Die Situationen in den deutschen Hochwassergebieten hat sich zum Wochenbeginn zum Teil leicht entspannt. An der Mosel in Rheinland-Pfalz wurden sinkende Pegelstände gemeldet, so dass mit dem Aufräumen begonnen werden konnte. Vor allem am Rhein und in Teilen Ostdeutschlands blieb die Lage aber weiter angespannt.

Am Zusammenfluss von Rhein und Mosel in Koblenz erreichte das Hochwasser am Abend seinen Scheitelpunkt, auch weil die Lage an der Mosel sich entspannte. Auch für die Moselstädte Trier und Cochem meldete das Hochwassermeldezentrum bereits zuvor eine "fallende Tendenz". In Zell, das am Wochenende zum Teil überflutet worden war, wurde das Wasser nach Angaben des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums bereits wieder abgepumpt.

Für die Landeshauptstadt Mainz gab das Hochwassermeldezentrum auf seiner Internetseite am Montagabend einen Pegelstand von 5,60 Metern an. Normal sind etwa 2,50 Meter. Einige Gebiete der Stadt wurden zuvor überschwemmt, und es gab erhebliche Verkehrsbehinderungen, wie ein Sprecher der Stadt sagte. Bewohner erreichten ihre Häuser zum Teil nur über Stege sowie per Lastwagen oder Boot.

Währenddessen schwollen die Rhein-Pegel flussabwärts in Köln und Düsseldorf weiter an. In Köln sollte der Pegel in der Nacht mit knapp neun Metern seinen Höchststand erreichen, er stand am Montagabend bei 8,89 Metern. In Düsseldorf wurden bis zu 8,50 Meter erwartet, 8,44 Meter waren am Abend erreicht. Ab dem Morgen sollte der Wasserstand des Rheins auch in Nordrhein-Westfalen fallen.

In Bochum retteten Polizisten einen 68-Jährigen aus der Ruhr. Eine Anwohnerin hatte Hilferufe des angetrunkenen Mannes gehört und die Einsatzkräfte alarmiert. Im Kyffhäuserkreis in Thüringen suchten Polizei und Feuerwehr mit Booten und einem Hubschrauber nach einem 59-jährigen Mann. Er war in der Nacht mit seinem Auto auf einer gesperrten Straße unterwegs.

Nach Tauwetter und Regen waren auch in anderen Bundesländern die Flüsse angeschwollen. In Sachsen konnten die Menschen jedoch schon wieder aufatmen. Dort wurden an Spree, Mulde, Schwarzer und Weißer Elster, Pleiße und Elbe weitgehend stagnierende oder leicht fallende Pegel gemeldet. In Sachsen-Anhalt galt zunächst noch an drei Pegeln die höchste Alarmstufe vier.

Eisschollen behindern Abfluss des Wassers

Kritisch ist die Lage noch im südlichen Brandenburg, wo an der Schwarzen Elster in Herzberg die Alarmstufe vier drohte. Auch die Pegelstände an Spree, Röder und Pulsnitz in der Lausitz stiegen noch. An der Oder gingen die Wasserstände zwar etwas zurück, Sorgen machten den Behörden aber nach wie vor die Eisschollen auf dem Nebenfluss Warthe, die weiter in die Oder treiben und dort den Wasserabfluss behindern könnten.

dho/AFP AFP

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