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Flughäfen im Winter-Chaos Entspannung in Sicht


Hunderte Menschen haben die Nacht erneut im Frankfurter Flughafen verbracht, doch es gibt Hoffnung auf ein Ende des Chaos. Die EU droht dennoch mit Konsequenzen.

Die Situation am wichtigsten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main bleibt auch am Mittwoch angespannt. Zwar kündige die Wettervorhersage keine neuen Schneefälle an, sagte ein Sprecher des Airportbetreibers Fraport am frühen Morgen. Doch es gelte den Tag über, die etwa 3500 gestrandeten Passagiere zusätzlich zum normalen Passagieraufkommen unterzubringen - und dass bei einem noch immer durcheinandergewirbelten Flugplan mit Ausfällen und Verspätungen.

Zudem sei für Donnerstag noch einmal mit einem Plus an Fluggästen zu rechnen, weil in neun Bundesländern die Weihnachtsferien beginnen. "Eine Prognose, ob sich rechtzeitig zu Weihnachten wieder alles normalisiert haben wird, kann wirklich noch keiner geben", sagte der Fraport-Sprecher. Zumindest die Wettervorhersage sei vorteilhaft. Der Deutsche Wetterdienst DWD in Offenbach prognostizierte gegen 4 Uhr, dass sich die milde Luft aus Süddeutschland weiter gen Norden bewege.

Doch auch ohne neuen Schnee gab es laut Fraport am Mittwochmorgen Sichtbehinderungen auf dem Flughafen. Hunderte Passagiere hatten die Nacht wieder im Flughafengebäude auf Feldbetten verbracht - allein im Transitbereich waren es 350 Menschen. Der Großteil der Wartenden ließ sich die Nacht über in Hotels einquartieren, teilweise 70 Kilometer außerhalb der Stadt. Wie viele von ihnen nun schon mehrere Nächte am Stück auf einen Flug warten, konnte der Fraport-Sprecher nicht sagen.

Lufthansa setzt regulären Flugplan wieder ein

Die Lufthansa will ab heute wieder zu ihrem regulären Flugplan zurückkehren. Die positiven Wetterprognosen machten es möglich, den seit dem Wochenende geltenden Sonderflugplan zu beenden, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Bis auf Ziele, die wegen schlechter Wetterbedingungen nur eingeschränkt angeflogen werden können, sollten heute alle internationalen Flüge durchgeführt werden. Mit Behinderungen müsse jedoch noch bei Flügen nach London-Heathrow gerechnet werden. Wegen des Passagierrückstaus rief die Airline ihre Passagiere jedoch dazu auf, nach Möglichkeit andere Verkehrsmittel zu nutzen. Außerdem sollten Reisende mindestens drei Stunden vor dem Start am Flughafen sein.

Bahn reagiert mit zusätzlichen Zügen

Die Deutsche Bahn hat auf das anhaltende Chaos im Flugverkehr reagiert und setzt zu Weihnachten mehr Züge auf den Hauptrouten ein. So soll der starke Zustrom von Reisenden, die angesichts des eisigen Winterwetters von Auto und Flugzeugen auf die Bahn umsteigen, abgewickelt werden. Von diesem Mittwoch an bis mindestens 29. Dezember werden die Fahrpläne geändert. Auf stark genutzte Verbindungen in Nord-Süd- und Ost-West- Richtung werden mehr Intercitys eingesetzt. Dafür werden Nebenstrecken ausgedünnt.

EU-Kommission droht Flughafenbetreibern

Die EU-Kommission kritisierte das Schneechaos auf Europas Flughäfen scharf. Verkehrskommissar Siim Kallas nannte die Situation "inakzeptabel" und kündigte für die kommenden Tage ein Treffen mit Flughafen-Verantwortlichen an. Die Flughafenbetreiber müssten sich gegen Schnee und Eis besser wappnen. Andernfalls behält sich die Kommission vor, Gesetze für Mindestanforderungen an Flughäfen zu erlassen.

DPA/AFP/AP AP DPA

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