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Urteil in den USA Lkw-Fahrer soll nach Unfall 110 Jahre in Haft – Kim Kardashian setzt sich für ihn ein

Reality-TV-Star Kim Kardashian
Reality-TV-Star Kim Kardashian will das Strafgesetz in Colorado ändern lassen
© Chris Pizzello / DPA
Ein Fall für Kim Kardashian: Wegen eines tödlichen Verkehrsunfalls muss ein Lkw-Fahrer in den USA für mehr als 100 Jahre ins Gefängnis. Nun will der Reality-TV-Star für ihn kämpfen.

In den USA sorgt derzeit ein umstrittenes Urteil für besonderes Aufsehen. Ein Lastwagenfahrer hatte im Jahr 2019 im US-Bundesstaat Colorado einen tödlichen Unfall verursacht und muss dafür nun eine 110-jährige Haftstrafe verbüßen. Infolgedessen wurde eine Petition gestartet, mit der inzwischen mehr als viereinhalb Millionen Menschen Gnade für den Fahrer fordern. Mit dabei: Reality-TV-Star Kim Kardashian. "Das ist so unfair", schrieb die 41-Jährige, die derzeit ein Anwaltsstudium absolviert, über die harte Strafe auf Twitter. Sie bete, dass der Gouverneur des Bundesstaates Colorado die Strafe mildere.

Als der aus Kuba stammende Aguilera-Mederos im April 2019 in einer Gebirgsregion nahe der Stadt Denver mit seinem mit Baumstämmen beladenen Truck unterwegs war, versagten plötzlich seine Bremsen. Daraufhin raste er mit mehr als 130 Stundenkilometern in mehrere Fahrzeuge, die wegen eines anderen Unfalls auf der Autobahn standen. Vier Menschen starben, sechs weitere wurden verletzt und 28 Fahrzeuge beschädigt.

Hartes Urteil gegen Lkw-Fahrer sorgt für Empörung

Die Staatsanwaltschaft legte Aguilera-Mederos unter anderem zur Last, den Lastwagen nicht in eine Notfallspur gelenkt zu haben. Der 26-Jährige wurde schließlich in 27 Anklagepunkten schuldig gesprochen, darunter Tötung mit einem Fahrzeug. In der vergangenen Woche verurteilte ein Richter ihn zu 110 Jahren Gefängnis.

Der Richter sagte dabei, er selbst hätte sich nicht für ein solches Strafmaß entschieden, ihm seien aber die Hände gebunden: Es handele sich um die im Recht Colorados festgeschriebene Mindeststrafe. In dem von der Gebirgskette Rocky Mountains durchzogenen Bundesstaat werden Gefängnisstrafen für die einzelnen Anklagepunkte in bestimmten Fällen zusammengerechnet.

Das harte Urteil sorgte für Erstaunen und stellenweise Empörung. Auf der Website Change.org unterzeichneten bis zum frühen Donnerstag mehr als 4,76 Millionen Menschen eine Petition, in der für den Lkw-Fahrer eine Strafmilderung oder Begnadigung gefordert wird.

Kim Kardashian fordert Änderung des Strafgesetzes

Sein Anwalt James Colgan sagte dem Fernsehsender ABC, Aguilera-Mederos habe zwar "fahrlässig gehandelt", doch sei seine Strafe "völlig unverhältnismäßig". Kim Kardashian forderte eine Änderung des Strafgesetzes: "Verbindliche Mindeststrafen nehmen der Justiz den Ermessensspielraum und müssen abgeschafft werden", erklärte sie. Sie fügte hinzu: "Der Gouverneur von Colorado ist ein wirklich guter Mensch, und ich weiß, dass er das Richtige tun wird."

Gouverneur Jared Polis erhielt bereits ein Gnadengesuch für Aguilera-Mederos, das derzeit überprüft wird. Auch die Staatsanwalt reichte einen Antrag ein, in dem das Gericht gebeten wird, die Höhe der Strafe zu überdenken. Das Gesetz erlaube durchaus, in besonderen Fällen beim Festlegen des Strafmaßes außerordentliche Umstände geltend zu machen, heißt es darin.

In Onlinenetzwerken drohten Lastwagenfahrer damit, nicht mehr durch Colorado zu fahren, bis die Frage geklärt ist.

les AFP

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