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Tragisches Unglück: Kleinkind stürzte von Kreuzfahrtschiff – Großvater wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

Gut vier Monate nach dem tödlichen Sturz eines Kleinkindes von einem Kreuzfahrtschiff ist der Großvater in Puerto Rico wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden. Er soll mit dem Mädchen auf Deck elf am Fenster gespielt und es dann fallen gelassen haben. 

Puerto Rico - Kreuzfahrtschiff "Freedom of the Seas" - tödlicher Fenstersturz

Der Kreuzfahrtriese "Freedom of the Seas", auf dem im Juli ein kleines Mädchen beim Sturz aus einem Fenster tödlich verletzt wurde

Picture Alliance

Knapp vier Monate nach dem tödlichen Fenstersturz eines 18 Monate alten Mädchens auf dem Kreuzfahrtschiff "Freedom of the Seas" ist der Großvater des Kindes in Puerto Rico wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden. Demnach legte die Staatsanwaltschaft dem Gericht in San Juan Beweise vor, wonach das Mädchen aus dem Fenster von Deck elf des Kreuzfahrtriesen gestürzt sei, nachdem es von seinem Großvater hochgehoben worden war. Der zuständige Richter habe die Festnahme des Mannes angeordnet und eine Kaution in Höhe von 80.000 Dollar (etwa 72.000 Euro) festgelegt, berichtet unter anderem CNN unter Berufung auf Angaben der örtlichen Behörden.

Das Mädchen war Anfang Juli rund 45 Meter in die Tiefe gestürzt und auf einer Kaimauer aufgeschlagen, als das Schiff im Hafen von San Juan lag. Alarmierte Ärzte konnten das Kind nicht mehr retten, es erlag seinen schweren Verletzungen.

Familie des Mädchens gibt Kreuzfahrtunternehmen die Schuld 

Die örtliche Polizei hatte damals schon früh nach Bekanntwerden des Falls die Theorie vertreten, dass das Mädchen mit seinem Opa an dem Fenster spielte, der Großvater das Gleichgewicht verlor und er das Kind schließlich fallen ließ. Die Hinterbliebenen wehrten sich anwaltlich gegen diese Darstellung und gaben stattdessen dem Kreuzfahrtunternehmen die Schuld am tragischen Unfall. 

Demnach soll das Fenster, das sich im Kinder- und Spielbereich der "Freedom of the Seas" befindet, geöffnet gewesen sein, was der Großvater jedoch zu spät bemerkt habe, argumentierte der Anwalt der Familie, Michael Winkleman, nach dem Vorfall gegenüber CBS. Demnach habe es die Kleine geliebt, bei den Eishockey-Spielen ihres Bruders an die Glasscheibe zu schlagen. Deswegen habe der Großvater das Kind hochgehoben und sie auf ein Geländer vor der vermeintlich geschlossenen Fensterfront gesetzt. "Er setzt sie da oben hin und denkt, dass sie gegen das Glas klopfen wird, und es wird großartig sein, und sie klopft gegen das Glas und das nächste, was er weiß, ist, dass sie weg ist", so Winkleman damals.

Großvater soll im November angehört werden

Im CNN-Bericht kritisierte Winkleman, der die Familie in einem Zivilprozess gegen die Kreuzfahrtgesellschaft Royal Carribean vertritt, dass diese "uns noch immer nicht die Möglichkeit gegeben (hat), das Überwachungsvideo des Vorfalls anzusehen". Die nun erhobene Anklage gegen seinen Mandaten seien "wie Salz, das auf die offenen Wunden der trauernden Familie gestreut wird", sagte Winkleman, der erneut betonte, das Ganze sei ein "tragischer Unfall" gewesen.

Der Großvater selbst sei für die Anklage am vergangenen Montag nach Puerto Rico gereist, habe dort eine Anleihe hinterlegt und sei inzwischen wieder zurück bei seiner im US-Bundesstaat Indiana beheimateten Familie. Eine vorläufige Anhörung des Beschuldigten, der in Puerto Rico bereits einen Strafverteidiger engagiert haben soll, ist demnach für den 20. November angesetzt. 

Quelle: CNN / CBS

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