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Loveparade-Tragödie in Duisburg: Demonstranten fordern Sauerlands Rücktritt

Etwa 250 Menschen haben am Donnerstag vor dem Duisburger Rathaus den Rücktritt von Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) nach der Loveparade-Tragödie gefordert. Die Demonstranten fragten auf Plakaten nach den Schuldigen für die Massenpanik mit 21 Toten und verlangten zugleich eine lückenlose Aufklärung des Geschehens.

Etwa 250 Menschen haben am Donnerstag vor dem Duisburger Rathaus den Rücktritt von Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) nach der Loveparade-Tragödie gefordert. Die Demonstranten fragten auf Plakaten nach den Schuldigen für die Massenpanik mit 21 Toten und verlangten zugleich eine lückenlose Aufklärung des Geschehens. Nach Angaben der Polizei gab es bei den Protesten keine Zwischenfälle. "Es ist alles friedlich verlaufen", sagte ein Polizeisprecher.

Sauerland hatte kurz zuvor einen sofortigen Rücktritt erneut abgelehnt. Der "Bild"-Zeitung vom Donnerstag sagte der 55-Jährige: "Ich habe mein Leben - 21 andere Menschen haben es verloren. Ich will erst wissen warum. Danach entscheide ich über persönliche Konsequenzen." Dagegen legte die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) Sauerland indirekt den Rücktritt nahe. "Der Duisburger Oberbürgermeister und die Verantwortlichen in der Stadtspitze werden sich letztendlich der politischen Verantwortung stellen müssen", sagte sie der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). Sie habe den Eindruck, dass Sauerland glaube, er würde Schuld eingestehen, wenn er die politische Verantwortung übernähme. "Diesen Zusammenhang gibt es aber nicht."

Die zentrale Trauerfeier nach dem Unglück findet am Samstag in der Duisburger Salvatorkirche statt. Die Gedenkfeier soll aus der Innenstadt-Kirche auf Großleinwände in das Duisburger Fußballstadion und auf den Vorplatz der MSV-Arena übertragen werden. Zu den Trauerfeierlichkeiten in der Ruhrgebietsstadt werden nach vorsichtigen Schätzungen mindestens 10.000 Teilnehmer erwartet. Es könnten jedoch auch deutlich mehr Trauergäste kommen, sagte der Polizeisprecher. "Die Zahl ist derzeit nur sehr schwer abzuschätzen." An der Trauerfeier in der Kirche wollen auch Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnehmen.

AFP / AFP