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News des Tages: Bergwanderin in Alpen tödlich abgestürzt

Amazon befürchtet Aufstände nach dem Brexit +++ Trump geht erneut auf die Ermittler des FBI los +++ Schießerei in Toronto mit drei Toten und 12 Verletzten +++ Kritiker wählen "Azul" zum Spiel des Jahres 2018 +++ Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker.

Bergwanderin in Alpen tödlich abgestürzt

Ein Rettungshubschrauber fliegt über den Alpen bei Berchtesgaden (Bayern, Symbolbild)

Die wichtigsten Meldungen im Kurz-Überblick:

  • Bergwanderin in Alpen tödlich verunglückt (18.56 Uhr)
  • Amazon befürchtet Aufstände nach dem Brexit (16.53 Uhr)
  • Trump geht erneut auf die Ermittler des FBI los (16.37 Uhr)

  • Schießerei in Toronto: Polizei spricht von drei Toten und 12 Verletzten (15.06 Uhr)
  • Kritiker wählen "Azul" zum Spiel des Jahres 2018 (12.20 Uhr)

Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker: 

+++ 19.28 Uhr: Rund 150 Menschen gedenken der angezündeten Obdachlosen +++

Nach einem Mordanschlag auf zwei Obdachlose in Berlin haben sich rund 150 Menschen an einer Mahnwache beteiligt. Sie richtete sich gegen Obdachlosenfeindlichkeit und Ausgrenzung", teilten die Veranstalter mit. 

Die beiden auf der Straße lebenden Männer (47 und 62 Jahre) waren in der Nacht zuvor auf dem Vorplatz des Bahnhofes Schöneweide im Schlaf mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet worden. Sie erlitten schwerste Verbrennungen und liegen im Krankenhaus. Besucher eines nahen Imbisses retteten ihnen mit einem Feuerlöscher vermutlich das Leben. Von dem Täter fehlt bisher jede Spur. 

Vor dem Tatort stand ein Schild mit der Aufschrift: "Trauer - Wut - Solidarität". Menschen legten Blumen und Kerzen nieder. In einer kleinen Schale wurden Spenden für obdachlose Menschen gesammelt. Zu der Mahnwache waren vor allem selbst Obdachlose, aber auch viele junge Leute gekommen. Passanten aus dem Bahnhofsgebäude verharrten kurz in stillem Gedenken. Die kleine Kundgebung verlief nach Angaben der Polizei friedlich.

+++ 18.56 Uhr: Bergwanderin in Alpen tödlich abgestürzt +++

Eine Urlauberin aus Schleswig-Holstein ist in den Berchtesgadener Alpen tödlich verunglück. Das meldet das Bayerische Rote Kreuz (BRK). Demnach ist die 59-Jährige Bergwanderin beim abstieg von der Wasseralm über den Röthsteig rund 200 Meter tief über die Felswand tödlich abgestürzt. Sowohl Bergretter als auch Notarzt hätten nichts mehr für die Frau tun können. Die Leiche wurde mit Hilfe eines Hubschraubers geborgen. 

Die Frau sei als Zweite einer sechsköpfigen Wandergruppe im Abstieg in rund 1.200 Metern Höhe kurz stehengeblieben, berichtet das BRK - vermutlich, um sich den Schuh zu binden, wobei sie rückwärts zu weit nach hinten trat und vor den Augen ihrer Begleiter abstürzte, die einen Notruf absetzten.

+++ 18.45 Uhr: Ex-Sicherheitsmitarbeiter Marcons verteidigt seinen Prügel-Angriff +++

Der ehemalige Sicherheitsmitarbeiter des französischen Präsidenten Emmanuel Macron hat seine Prügel-Attacke auf einen Demonstranten verteidigt. Er habe der Polizei bei der Kundgebung zum 1. Mai in Paris lediglich helfen wollen, ließ Alexandre Benalla über seine Anwälte erklären. Der Vorfall sei für "mediale und politische Zwecke" ausgenutzt worden, erklärten die Anwälte. 

Es war das erste Mal, dass sich Benalla öffentlich zu dem Fall äußerte. Der 26-Jährige führte in der Erklärung, die vom Sender LCI/TFI verbreitet wurde, weiter aus, er habe bei der Kundgebung "zwei besonders heftig agierende Individuen" ausgemacht und dabei helfen wollen, "diese Personen unter Kontrolle zu bringen". Ein solches Vorgehen sei durch das Strafgesetzbuch gedeckt. Seine "persönliche Initiative" werde nun missbraucht, um "der Präsidentschaft der Republik Schaden zuzufügen", erklärte Benalla.

Die Zeitung "Le Monde" hatte vor einigen Tagen ein Video veröffentlicht, auf dem zu sehen ist, wie Benalla und der ebenfalls beschuldigte Angestellte der Regierungspartei La République en Marche (LREM), Vincent Crase, bei der Kundgebung am 1. Mai Demonstranten schlagen. Benalla trug dabei einen Polizeihelm, obwohl er nicht Polizist ist.

+++ 18.24 Uhr: Gericht verhandelt über 1000 D-Mark +++

Das Amtsgericht in Augsburg ist noch einmal in alte D-Mark-Zeiten zurückversetzt worden. Ein 39 Jahre alter Mann musste sich vor dem Richter verantworten, weil er vor mehr als 18 Jahren zwei Flaschen Whiskey mit einem 1000-Mark-Schein aus dem Computerdrucker bezahlt hatte. Der Mann hatte die falsche Banknote zwar nicht selbst produziert, dennoch war er wegen Geldfälschung angeklagt. Zudem wurde ihm eine Körperverletzung aus der damaligen Zeit vorgeworfen.

Letztlich wurde der 39-Jährige zu einer Geldstrafe von 2000 Euro verurteilt (200 Tagessätze zu je 10 Euro). Wie ein Gerichtssprecher erklärte, war der Angeklagte lange im Ausland und konnte deswegen nicht früher belangt werden. Geldfälschung verjähre frühestens nach 20 Jahren. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

+++ 18.02 Uhr: Britischer Außenminister sieht die EU beim Brexit-Deal in der Pflicht +++

"Ohne eine wirkliche Änderung der Herangehensweise der EU-Verhandlungsführer besteht jetzt die Gefahr", dass es am Ende ungewollt keinen Deal geben werde, sagte Jeremy Hunt nach einem Gespräch mit Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Montag in Berlin. Derweil nimmt auch in der Wirtschaft die Furcht vor einem ungeordneten EU-Austritt Großbritanniens zu.

Er habe den Eindruck, dass viele Menschen in der EU denken würden, sie müssten nur lange genug warten und dann würde Großbritannien schon nachgeben, sagte Hunt. Aber "das wird nicht passieren", warnte der Außenminister. "Wir wollen (...) keinen ungeordneten Brexit, wir wollen ein Abkommen", bekräftige indes Bundesaußenminister Maas. Doch dafür müssten alle aufeinander zugehen, fügte er hinzu.

+++ 17.20 Uhr: Präsident Duterte hält an seinem Anti-Drogen-Krieg fest +++

Trotz internationaler Proteste will der philippinische Präsident Rodrigo Duterte seinen brutalen Anti-Drogen-Kampf weiterführen. "Der Kampf gegen illegale Drogen ist noch lange nicht vorbei", sagte Duterte am Montag bei seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation in der Hauptstadt Manila. Der Kampf bleibe so "unbarmherzig und abschreckend" wie an dem Tag, an dem er begann.

Seit Dutertes Amtsantritt im Jahr 2016 tötete die philippinische Polizei nach eigenen Angaben rund 4400 Menschen, die sie als Drogenkriminelle ausgemacht hatte. Menschenrechtsgruppen gehen davon aus, dass die Zahl mindestens dreimal so hoch ist. Während der Rede des philippinischen Staatschefs gingen tausende Menschen gegen seine Politik auf die Straße.

+++ 16.53 Uhr: Amazon befürchtet Aufstände nach dem Brexit +++

Der Großbritannien-Chef des Internetriesen Amazon hat vor zivilen Unruhen im Fall eines Scheiterns der Brexit-Verhandlungen gewarnt. Im schlimmsten Fall, einem Brexit ohne ein klärendes Abkommen über die künftigen Handelsbeziehungen des Landes, könne es binnen zwei Wochen nach dem Ausscheiden aus der EU "Bürgerunruhen" geben, sagte Doug Gurr laut der "Times" vom Montag. Er äußerte sich demnach am Freitag bei einem vom neuen Brexit-Minister Dominic Raab organisierten Treffen.

Amazon wollte die Informationen der Zeitung weder bestätigen noch dementieren. Ein Sprecher sagte der "Times" lediglich, wie jedes andere Unternehmen auch stelle sich Amazon auf verschiedene und auch "sehr unwahrscheinliche" Szenarien ein. Nur so könne das Unternehmen Kunden und kleinere Unternehmen, "die auf Amazon zählen", weiter bedienen. Amazon ist in Großbritannien stark vertreten und will dort bis zum Jahresende die Zahl der Jobs um 2500 Stellen auf 27.500 aufstocken.

+++ 16.37 Uhr: Trump geht erneut auf Ermittler des FBI los +++

US-Präsident Donald Trump hat erneut das Ende der Untersuchung des Sonderermittlers Robert Mueller zur mutmaßlichen russischen Einflussnahme auf den US-Wahlkampf 2016 gefordert. Die "verrufene Mueller-Hexenjagd" müsse jetzt eingestellt werden, schrieb Trump am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Der Präsident bezog sich dabei auf am Wochenende veröffentlichte Dokumente zur Überwachung seines früheren Beraters Carter Page durch die Bundespolizei FBI. Er nannte diese Überwachung eine "Schande für Amerika". Der Lauschangriff sei durch "Betrug" und "Schwindel" zustande gekommen. Er machte die Kampagne seiner früheren Wahlkampfkontrahentin Hillary Clinton dafür verantwortlich.
In seiner Attacke auf die Mueller-Untersuchung führte Trump ins Feld, dass diese durch die aus seiner Sicht ungerechtfertigte Überwachung ausgelöst worden sei. Tatsächlich hatten die FBI-Ermittlungen zu den mutmaßlichen russischen Wahlkampfeinmischungen aber schon Monate vor dem Spähangriff auf Page begonnen, der erstmals im Oktober 2016 gerichtlich genehmigt wurde.

+++ Uhr 16.17 Uhr: Macron pocht auf  Strafen für Sicherheitsmann +++

In der Affäre um seinen Ex-Sicherheitsmitarbeiter will Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron Aufklärung und Konsequenzen für die Verantwortlichen. Wie Regierungssprecher Benjamin Griveaux am Montag dem Sender RTL sagte, forderte Macron, dass das "schockierende" und "inakzeptable" Verhalten des Mitarbeiters Alexandre Benalla Strafen nach sich ziehe. Niemand stehe über dem Gesetz. Mängel im System müssten behoben werden.

Benalla soll bei einem Polizeieinsatz in Paris am 1. Mai gegen einen Demonstranten gewalttätig vorgegangen sein und eine Frau abgeführt haben. Dabei soll er einen Polizeihelm und Polizeiarmbinde getragen haben, obwohl er nicht als Ordnungshüter im Einsatz gewesen war. Die Vorfälle wurden der Öffentlichkeit erst im Juli durch Medienberichte bekannt.

+++ 16.01 Uhr: Dutzende Tote bei Angriff der Al-Shabaab-Milizen in Somalia +++

Bei einem Angriff der Terrorgruppe Al-Shabaab auf einen Stützpunkt in Somalia sind Dutzende Menschen getötet worden. Somalische Soldaten hätten 87 Mitglieder der Miliz getötet, sagte der stellvertretende Informationsminister Aden Isak Ali der staatlichen Nachrichtenagentur Sonna. Mukhtar Aden Mohamed, ein hochrangiger Vertreter der Streitkräfte in der Region, hatte zuvor von fünf getöteten Soldaten und zehn getöteten Al-Shabaab-Kämpfern gesprochen.

Die Miliz reklamierte den Anschlag auf die Basis in der Nähe der südlichen Hafenstadt Kismayo am Montag im Radiosender Andalus für sich und erklärte, 27 somalische Soldaten getötet zu haben.

+++ 15.22 Uhr: Hund öffnet Frachtluke in 4000 Meter Höhe +++

Ein Hund hat bei einem Landeanflug auf die russische Hauptstadt die Frachtluke eines Passagierflugzeugs geöffnet und damit eine Notlandung ausgelöst. Das Tier sei aus seinem Käfig im Gepäckraum der Boeing 737 entkommen und habe versehentlich den Schalter zur Öffnung betätigt, zitierte die Agentur Interfax einen Mitarbeiter des Moskauer Flughafens Scheremetjewo am Montag.

Die Klappe habe sich einige Zentimeter geöffnet, dann sei der Alarm losgegangen. Der Druck in der Maschine aus St. Petersburg sei in der Höhe von etwa 4000 Metern leicht abgefallen, der Pilot habe eine Notlandung einleiten müssen. Verletzt wurde niemand, auch dem Hund gehe es gut, hieß es.

+++ 15.06 Uhr: Drittes Opfer erliegt nach Schießerei in Toronto seinen Verletzungen +++

Die Zahl der Opfer nach dem Schusswechsel in der kanadischen Metropole Toronto hat sich auf drei erhöht. 12 Menschen liegen mit Verletzungen in den Kliniken. Unter den Toten war auch der mutmaßliche Täter, der nach Angaben der Ermittler nach einem Schusswechsel mit der Polizei tot aufgefunden wurde. Das Tatmotiv war zunächst unklar. Eine Passantin starb bereits kurz nach dem Schusswechsel.

+++ 14.33 Uhr: Täter schweigt zur Messer-Attacke in Lübeck +++

Der mutmaßliche Messerangreifer von Lübeck äußert sich nach wie vor nicht zu der Tat. "Er schweigt weiterhin zu den Tatvorwürfen", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Ulla Hingst, am Montag der dpa. Bei der Attacke in einem Linienbus waren am Freitag zehn Menschen verletzt worden. Bis auf einen 21 Jahre alten Niederländer seien alle Verletzten aus dem Krankenhaus entlassen worden, auch er sei auf dem Wege der Besserung. Der mutmaßliche Täter, ein 34 Jahre alter Deutsch-Iraner, sitzt seit Samstag unter anderem wegen Mordversuchs in Untersuchungshaft.

+++ 14.25 Uhr: Ex-Präsident des FC Schalke 04 mit 72 Jahren gestorben +++

Günter Eichberg, der langjährige Präsident des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04, ist tot. Wie der Revierclub der Deutschen Presse-Agentur am Montag bestätigte, starb Eichberg im Alter von 72 Jahren am Sonntag in seiner Heimatstadt Gütersloh. Zuvor hatte die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" über den Tod Eichbergs berichtet, der von 1989 bis 1993 Präsident des FC Schalke 04 war.

+++ 14.18 Uhr: Gericht lässt Porsche-Manager unter Auflagen frei +++

Der nach der Diesel-Razzia bei Porsche verhaftete Manager des Autobauers kommt aus der Untersuchungshaft frei. Das Amtsgericht Stuttgart setzte den Haftbefehl am Montag nach gut drei Monaten unter Auflagen außer Vollzug, wie eine Sprecherin sagte. Die Staatsanwaltschaft hatte das zuvor beantragt. Der Manager war nach einer Durchsuchungsaktion bei Porsche im April festgenommen worden und saß seither wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft.

Zu den Auflagen gehört nach Angaben der Staatsanwaltschaft, dass er Ausweis und Reisepass abgeben muss und das Land nicht verlassen darf. Zudem darf er vorerst keinen Kontakt zu anderen Beschuldigten in den Diesel-Verfahren gegen Porsche und Audi und auch nicht zu Zeugen oder potenziellen Zeugen aufnehmen.

+++ 14.02 Uhr: Libyen-Einsatz der EU geht weiter - Deutsches Schiff verlässt Hafen +++

Der in der Flüchtlingskrise gestartete EU-Marineeinsatz vor der libyschen Küste wird vorerst fortgesetzt. Wie das Bundesverteidigungsministerium mitteilte, stach das deutsche Bundeswehrschiff "Mosel" nach einem entsprechenden EU-Einsatzbefehl wieder in See. Es hatte zuletzt länger als geplant im Hafen von Souda an der Küste der griechischen Insel Kreta gelegen. Grund waren Drohungen der italienischen Regierung, am Rande des Einsatzes gerettete Migranten nicht mehr in Italien aufzunehmen. Genau dies sehen die Einsatzregeln für die Operation "Sophia" aber bislang vor.

Ein Sprecher des Verteidigungsministerium sagte in Berlin, der bisherige Operationsplan bleibe in Kraft. Demnach ist das Ziel der Mission der Kampf gegen Schleuser und die Ausbildung der libyschen Küstenwache. Die Rettung von Menschen aus Seenot sei aber nicht ausgeschlossen, sondern bleibe eine "völkerrechtliche Verpflichtung für jeden Seemann". Eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini sagte in Brüssel: "Die Operation "Sophia" setzt ihren Auftrag in allen Aspekten fort."

+++ 13.49 Uhr: Welt-Aids-Konferenz: Starke Zunahme von HIV-Infektionen in Ost-Europa +++

Aktivisten haben auf die alarmierende Zunahme von neuen HIV-Infektionen in Osteuropa und Zentralasien hingewiesen. In dieser Region gebe es jährlich rund 190.000 neue HIV-Infizierte, davon 80 Prozent in Russland, erklärten die Sprecher von sechs Organisationen bei der Welt-Aids-Konferenz in Amsterdam. Nur eine Minderheit der Patienten habe Zugang zu Medikamenten. Die UN-Organisation Unaids spricht hingegen von 130.000 Infizierten. 

Osteuropa und Zentralasien ist nach Angaben der Vereinten Nationen die Region, in der die Epidemie am deutlichsten zunimmt. Die Sprecher von sechs Organisationen berichteten auch von Verfolgung und Diskriminierung von Homosexuellen und Drogenabhängigen. Daher würden sich diese auch oft nicht auf Aids testen lassen.

Die Entwicklung der Epidemie in Osteuropa ist eines der Hauptthemen auf der 22. Welt-Aids-Konferenz in Amsterdam, die am Montagabend offiziell eröffnet werden sollte. Rund 15.000 Experten aus über 160 Ländern beraten bis zum Freitag über den Kampf gegen die Epidemie.

+++ 13.45 Uhr: Nahles nach Özil-Rückzug: DFB hat falschen Ton angeschlagen +++

Nach dem Rückzug Mesut Özils aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles die Kommunikation des Deutschen Fußball-Bundes kritisiert. Bisher habe der DFB "leider den falschen Ton angeschlagen und die Diskussion unnötig verschärft", sagte Nahles der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag). Dabei seien Sport und Fußball eine große Chance für gelungene Integration, die genutzt werden müsse.

Nahles kritisierte auch den Fußballer, nahm ihn aber zugleich in Schutz. "Özil hat mit seinem Auftritt mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan einen Fehler gemacht." Aber der Grundsatz "Wir gewinnen gemeinsam, wir verlieren gemeinsam" gelte für ihn wohl nicht. Das Wort "Rassismus" sei hier zwar möglicherweise zu stark. "Aber das Gefühl, ausgegrenzt zu sein, insbesondere wenn es einmal schlecht läuft und schnell nach Sündenböcken gesucht wird, droht auf viele Migranten auf und neben dem Fußballplatz überzugehen", sagte Nahles. "Da müssen wir gegenhalten - für ein offenes, tolerantes Land, in dem Rassismus geächtet wird."

+++ 13.44 Uhr: Großbrand westlich von Athen ausgebrochen - Rauchwolken über Athen +++

Bei extremer Trockenheit und starken Winden ist ein Waldbrand nahe der griechischen Ferienortschaft Kinetta außer Kontrolle geraten. Der Brand ist so groß, dass dicke Rauchwolken das rund 40 Kilometer östlich gelegene Athen erreichten und die Sonne verdunkelten. Viele Einwohner flüchteten in Panik aus ihren Häusern. Die Feuerwehr versuchte auch mit Löschflugzeugen die Flammen unter Kontrolle zu bringen, was zunächst aber nicht gelang, wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete. Zurzeit herrschen in Griechenland Temperaturen um die 40 Grad.

+++ 13.41 Uhr: Mittlerweile 23 Tote nach Anschlag in Kabul +++

Einen Tag nach einem Selbstmordanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist die Zahl der Toten auf 23 gestiegen. Das bestätigte ein Vertreter des Gesundheitsministeriums, der namentlich nicht genannt werden wollte. Die Zahl der Verletzten stieg demnach von 60 auf 107. Unter den Toten ist auch ein Fahrer der französischen Nachrichtenagentur AFP, wie die Agentur mitteilte. Erst im April war ein AFP-Fotograf bei einem Attentat in Kabul getötet worden.

Am Sonntag hatte ein Selbstmordattentäter am Eingang des Kabuler Flughafens eine Bombe gezündet - inmitten einer Menge von Anhängern des afghanischen Vizepräsidenten Abdul Raschid Dostum. Dostum war am Sonntag nach mehr als einem Jahr im Exil nach Afghanistan zurückgekehrt. Sein Konvoi hatte die Anschlagsstelle wenige Minuten vor der Explosion passiert. Zu dem Anschlag bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat.

+++ 13.39 Uhr: Weißhelme gerettet: Deutschland nimmt voraussichtlich 47 Menschen auf +++

Nach der Rettung Hunderter Mitglieder der syrischen Zivilorganisation Weißhelme nimmt Deutschland voraussichtlich 47 Menschen auf. Die Bundesrepublik wolle acht Mitarbeitern der Weißhelme sowie deren Ehepartnern und minderjährigen Kindern Zuflucht bieten, sagte eine Sprecherin von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Montag in Berlin. 

Die Evakuierten sollten wahrscheinlich nach dem üblichen Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer aufgeteilt werden. Auch Angehörige in Deutschland sollten eine Rolle spielen. Der Königsteiner Schlüssel regelt die Verteilung von Asylbewerbern in Deutschland und richtet sich nach Steuereinnahmen und Bevölkerungszahl der Länder. Die Weißhelme müssen in Deutschland allerdings kein Asyl beantragen, sondern sollen "aus völkerrechtlichen oder dringenden humanitären Gründen" aufgenommen werden.

+++ 13.12 Uhr: Syrische Regierung verurteilt Rettung von Weißhelmen durch Israel +++

Die syrische Regierung hat die jüngste Rettung Hunderter Mitarbeiter der syrischen Zivilorganisation Weißhelme aus dem Bürgerkriegsland durch Israel verurteilt. Die Operation enthülle die terroristische Natur der Organisation, sagte ein Sprecher des syrischen Außenministeriums der staatlichen Nachrichtenagentur Sana. Es handele sich um eine Aggression Israels, aber auch der Beteiligten USA, Deutschland, Großbritannien, Kanada und Jordanien gegenüber dem syrischen Volk.

In einer bisher beispiellosen Rettungsaktion waren in der Nacht auf Sonntag etliche Weißhelme und deren Familien mit Hilfe Israels aus dem Südwesten Syriens nach Jordanien in Sicherheit gebracht worden. Die Weißhelme sollen binnen der nächsten drei Monate in westliche Länder, auch nach Deutschland, umgesiedelt werden.

Die syrische Regierung unterstellt den vom Westen unterstützten Weißhelmen seit Jahren, mit Terrororganisationen und Dschihadisten zusammenzuarbeiten. Die Helfer, die eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Jahren mehr als 114.000 Menschen aus den Trümmern des Bürgerkrieges retteten, betonen jedoch ihre Neutralität und wurden für ihre Arbeit 2016 mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.

+++ 13.00 Uhr: Merkel hält Mesut Özil für einen "tollen Spieler" +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dem Fußballspieler Mesut Özil Respekt für seine Leistung in der Nationalmannschaft gezollt. Özil sei ein "toller Spieler", der für die deutsche Mannschaft viel geleistet habe, sagte Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer am Montag in Berlin. "Er hat eine Entscheidung getroffen, die zu respektieren ist."

Zurückhaltend reagierte Demmer auf die von Özil erhobenen Rassismus-Vorwürfe. "Deutschland ist ein weltoffenes Land", in dem Menschen mit Migrationshintergrund "herzlich willkommen sind", sagte sie. Für die Bundesregierung sei Integration eine "Schlüsselaufgabe", bei der alle gesellschaftlichen Gruppen gefragt seien. Dem Sport komme hier eine wichtige Bedeutung zu.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hob mit Blick auf den beim FC Arsenal spielenden Özil hervor, er glaube nicht, "dass der Fall eines in England lebenden und arbeitenden Multimillionärs" Auskunft gebe über die Integrationsfähigkeit in Deutschland. Auch das frühe Ausscheiden der deutschen Mannschaft bei der Fußball-WM in Russland habe "wenig damit zu tun, dass Herr Özil sich mit Herrn Erdogan hat fotografieren lassen".

+++ 12.20 Uhr: Kritiker wählen "Azul" zum Spiel des Jahres 2018 +++

"Azul" heißt das Spiel des Jahres 2018. Das Legespiel wurde am Montag in Berlin von einer Kritikerjury gewählt. Das Gremium vom Verein "Spiel des Jahres" sondiert jährlich den Spielemarkt und wählt jeweils aus allen Neuerscheinungen das nach ihrer Ansicht beste Spiel aus. Bewertet werden Idee, Regelgestaltung, Layout und Design.

In "Azul" sollen Spieler mit Keramiksteinen im Miniformat den Palast des portugiesischen Königs Manuel fliesen.  In der Begründung der Jury hieß es, das abstrakte "Azul" vereine vermeintliche Gegensätze: ein nüchternes Spielbrett und ästhetische Mosaiksteine. "Allein das Material ist ein Genuss." Das Spiel kostet etwa 40 Euro und ist für Spieler ab acht Jahren geeignet.

+++ 11.03 Uhr: Tesla fordert Zulieferer zu Preisnachlässen auf +++

Der US-Elektroautobauer Tesla fordert laut einem Bericht des "Wall Street Journal" Geld von Zulieferern zurück. Tesla habe vergangene Woche an einige seine Zulieferer eine entsprechende Aufforderung geschickt, berichtete die Zeitung am Montag unter Berufung auf das Schreiben. Darin werde die Rückzahlung als "Investition" in das Unternehmen bezeichnet, die ein langfristiges Wachstum beider Geschäftspartner ermögliche.

Tesla wollte den Bericht nicht kommentieren. Das Unternehmen teilte aber mit, es habe Zulieferer zu Preisnachlässen aufgefordert, teils für bereits 2016 begonnene Projekte. Dies sei "Standard" in Verhandlungen mit Zulieferern zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

Das "Wall Street Journal" zitierte den Zulieferer-Experten Dennis Virag, wonach es durchaus üblich ist, von Zulieferern während eines laufenden Vertrags Preisnachlässe zu fordern, völlig unüblich jedoch, Erstattungen nach Abschluss einer Leistung zu verlangen. "Das ist einfach aberwitzig und zeigt, dass Tesla verzweifelt ist", sagte Virag. Das Unternehmen sorge sich um seine Profitabilität - die seiner Zulieferer sei ihm egal.

+++ 09.23 Uhr: Bierpreis deutlich gestiegen +++

Verbraucher müssen in diesem Sommer für Bier deutlich tiefer in die Tasche greifen. Im Juni lagen die Preise für den Gerstensaft um 4,1 Prozent über dem Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Mehrere große Brauereien hatten im Winter und Frühjahr die Preise angehoben und das mit Kostensteigerungen begründet. Zudem geht der Trend zu Spezialbieren, für die Bürger mehr zahlen als für übliche Sorten.

Noch stärker zogen die Preise für Apfelsaft an. Verbraucher mussten dafür 11,6 Prozent mehr bezahlen als im Juni 2017, wie die Statistiker mitteilten. Grund sei eine schlechte Apfelernte wegen Kälteeinbrüchen gewesen. Limonaden kosteten ferner 5,7 Prozent mehr.

+++ 08.30 Uhr: Streiks drücken Gewinn von Ryanair +++

Bei der Billigfluggesellschaft Ryanair haben Streiks bereits im ersten Geschäftsquartal 2018/19 auf die Bilanz gedrückt. Hinzu kamen höhere Kosten für Piloten, Crew und Treibstoff sowie niedrigere Ticketpreise. Der Gewinn fiel von April bis Juni um ein Fünftel auf 319 Millionen Euro, wie Europas größter Billigflieger in Dublin mitteilte. Analysten hatten dies in etwa erwartet. Kunden seien mit dem Kauf von Tickets wegen der jüngsten Streiks zurückhaltender, hieß es.

+++ 08:21 Uhr: Zehntausende Israelis bei Demos gegen Diskriminierung Homosexueller +++

Zehntausende Israelis haben in Tel Aviv gegen die Diskriminierung Homosexueller demonstriert. Die Nachrichtenseite ynet berichtete, rund 80.000 Menschen hätten sich am Vorabend auf dem zentralen Rabin-Platz versammelt. Nach Angaben der LGBT-Gemeinde sei es der größte Protest in der Geschichte der Bewegung in Israel gewesen, berichtete der israelische Rundfunk. LGBT steht für Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle. Eine junge Frau sei bei dem Protest festgenommen worden, weil sie einen Polizisten angegriffen habe.

+++ 07.32 Uhr: Schießerei in Toronto: Kleines Mädchen noch in Lebensgefahr +++

Bei  einer Schießerei im kanadischen Toronto sind nach Polizeiangaben zwei Menschen getötet und 13 verletzt worden. Eines der beiden Opfer sei der Schütze, das andere eine junge Frau, erklärte Torontos Polizeichef Mark Saunders bei einer Pressekonferenz am Sonntagabend (Ortszeit). Ein junges Mädchen befindet sich demnach noch in Lebensgefahr. Für Aussagen zum Motiv der Tat sei es noch zu früh, erklärte Sanders.

Der Mann eröffnete nach Polizeiangaben am Sonntagabend im sogenannten griechischen Viertel der Stadt das Feuer. Der Sender Global News berichtete unter Berufung auf Polizeikreise, der Verdächtige habe offenbar auf Polizisten geschossen, bevor er sich selbst getötet habe. Augenzeugen berichteten, rund 20 Schüsse gehört zu haben sowie das wiederholte Laden einer Waffe.

Schusswaffengewalt ist in Kanada traditionell ein nicht so großes Problem wie beim Nachbarn USA. In Kanadas größter Stadt Toronto kam es in diesem Jahr allerdings bereits zu mehr als 200 Schießereien, etwa zwei Dutzend davon endeten tödlich.

+++ 6.59 Uhr: Schießerei in Toronto: Laut Polizei zwei Tote und 13 Verletzte +++

Bei der Schießerei in Toronto sind offenbar mindestens zwei Menschen getötet worden, darunter offenbar auch der mutmaßliche Schütze. 13 Menschen seien verletzt worden, heißt es von Seiten der Polizei. Eines der beiden Opfer sei der Schütze, das andere eine junge Frau, erklärte Torontos Polizeichef Mark Saunders bei einer Pressekonferenz am Sonntagabend (Ortszeit). Es sei noch zu früh, um etwas über das Motiv des Schützen sagen zu können. Der Sender Global News berichtete unter Berufung auf Polizeikreise, der Verdächtige habe offenbar auf Polizisten geschossen, bevor er sich selbst getötet habe. Augenzeugen berichteten, rund 20 Schüsse gehört zu haben sowie das wiederholte Laden einer Waffe.

+++ 06:44 Uhr: Zwei Obdachlose an Berliner S-Bahnhof angezündet +++

Ein Unbekannter hat in Berlin zwei Obdachlose und ihren Besitz mit einer Flüssigkeit übergossen und angezündet. Die 47 und 62 Jahre alten Männer erlitten bei der Attacke in der Nacht zum Montag am S-Bahnhof Schöneweide schwere Brandverletzungen, wie die Polizei mitteilte. Sie wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Wie "Bild" und "BZ" online berichteten, kamen Passanten mit einem Feuerlöscher aus dem benachbarten Imbiss zu Hilfe und löschten. Dazu konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. Das Motiv der Tat war zunächst unklar. Die Mordkommission ermittelt wegen des Verdachts auf ein Tötungsdelikt.

+++ 06.07 Uhr: Mindestens neun Verletzte bei Schüssen in Toronto - Schütze tot +++

In der kanadischen Großstadt Toronto sind am späten Sonntagabend (Ortszeit) mindestens neun Menschen durch Schüsse verletzt worden. Der Schütze sei tot, teilte die Polizei der Millionenmetropole auf Twitter mit. Der Sender CBC News berichtete unter Berufung auf Polizeiangaben, es habe mehrere Todesopfer gegeben. Die Schüsse fielen demnach auf einer belebten Straße im Stadtteil Greektown.

Unter den Verwundeten seien mehrere Schwerverletzte, berichteten unter anderem die "Toronto Sun" und der lokale Radiosender 680 News unter Berufung auf Rettungskräfte. Auch ein Kind sei verletzt worden, teilte die Polizei mit. Der Tatort erstreckt sich den Berichten zufolge über mehrere Häuserblocks.

+++ 05.46 Uhr: Erneut Hunderte Flüchtlinge im westlichen Mittelmeer gerettet +++

Die spanische Seenotrettung hat im westlichen Mittelmeer erneut 400 Flüchtlinge gerettet. Damit sei die Zahl der seit Freitag in Sicherheit gebrachten Migranten auf mehr als 1100 gestiegen, berichtete das spanische Fernsehen unter Berufung auf Behördenangaben. Die Flüchtlinge seien auf mehr als 50 Booten im Alborán-Meer und in der Straße von Gibraltar unterwegs gewesen. Sie stammen den Angaben zufolge aus Maghreb-Staaten und afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Die Retter brachten die Menschen in verschiedene Häfen im südspanischen Andalusien.

+++ 04.35 Uhr: Marburger Bund pocht auf Datenschutz bei elektronischer Patientenakte +++

Angesichts von Plänen für eine elektronische Patientenakte auch auf Handys und Tablets pochen Ärzte auf Einhaltung des Datenschutzes. Eine Weitergabe von Patientendaten an Krankenkassen, Arbeitgeber und andere Dritte müsse ausgeschlossen sein, forderte der Ärzteverband Marburger Bund in einem Positionspapier.

Nach dem Willen von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollen Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen spätestens ab 2021 auch per Handy und Tablet ihre Patientendaten einsehen können. Entsprechende Vorgaben wolle er den Kassen noch diesen Monat machen, hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet. "Versicherte sollen auch auf Tablets und Smartphones auf ihre elektronische Patientenakte zugreifen können", so Spahn.

+++ 04.32 Uhr:Elf Taxifahrer bei Überfall in Südafrika erschossen +++

In Südafrika haben Unbekannte das Feuer auf einen Bus mit Taxifahrern an Bord eröffnet und elf von ihnen erschossen. Vier weitere seien bei dem Überfall in der Provinz KwaZulu Natal schwer verletzt worden, teilte die Polizei mit.

Demnach kamen die Taxifahrer von Minibussen von der Beerdigung eines Kollegen und waren auf dem Rückweg nach Johannesburg, als sie attackiert wurden. Insgesamt seien 17 Menschen an Bord gewesen. Die vier Verletzten schwebten in Lebensgefahr, hieß es. Zwei Männer überlebten unverletzt.

Private Minibusse sind ein wichtiges Verkehrsmittel für Millionen Südafrikaner. Wichtige Routen sind jedoch heftig umkämpft, Gewalt zwischen rivalisierenden Taxiunternehmen ist keine Seltenheit.

+++ 04.05 Uhr: Schäuble warnt CSU vor bundesweiter Ausdehnung  +++

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat die CSU vor einer bundesweiten Ausdehnung gewarnt. "Das Besondere an der CSU ist neben ihrer politischen Schlagkraft ja auch ihre besondere bayerische Identität", sagte der CDU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen". Die CSU laufe in einem solchen Fall Gefahr, diese bayerische Identität "ein Stück weit verlieren", fügte Schäuble hinzu. Im Streit um die Flüchtlingspolitik war ein Bruch des Bündnisses zwischen CDU und CSU nicht mehr ausgeschlossen worden. Zwar ist der akute Streit seit Ende Juni beigelegt. Er könnte jedoch schnell wieder hochkochen.

+++ 04.04 Uhr: Mehr Nachweise multiresistenter Erreger - Therapieoptionen schwinden +++

Bei einer wachsenden Zahl von Krankenhauspatienten in Deutschland werden Keime mit Resistenzen gegen wichtige Reserve-Antibiotika nachgewiesen. Das geht aus Daten des Nationalen Referenzzentrums für gramnegative Krankenhauserreger (NRZ) der Ruhr-Universität Bochum hervor, die das Robert Koch-Institut in Berlin kürzlich veröffentlicht hat. In fast jeder dritten Probe aus dem Vorjahr - in 2533 Fällen (2016: 2262) - fanden sich demnach Enzyme, die von Bakterien produziert werden und Resistenzen unter anderem gegen Reserve-Antibiotika aus der Gruppe der Carbapeneme verursachen.

Bei betroffenen Patienten fallen damit die meisten sehr gut wirksamen Antibiotika aus. Ärzte müssten auf die "Reserve der Reserve" zurückgreifen, sagte der Biologe Niels Pfennigwerth vom NRZ auf Anfrage. Diese Medikamente hätten oft Nachteile, etwa bezüglich der Nebenwirkungen.

Der NRZ-Bericht basiert auf gut 8000 Proben (2016: rund 7400), die 355 Labors in Deutschland 2017 an das NRZ schickten. Solche Abklärungen gibt es in der Regel dann, wenn bei einem Patienten mehrere Antibiotika nicht wirken. Repräsentative Daten zu dem Thema gibt es Pfennigwerth zufolge bislang in Deutschland nicht.

+++ 03.19 Uhr: Rüstungsgeschäfte mit Türkei und Saudi-Arabien fast ganz gestoppt +++

Die neue Bundesregierung hat die Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien und in die Türkei in den ersten Monaten ihrer Amtszeit fast ganz gestoppt. Aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion geht hervor, dass für beide Länder zwischen dem 14. März - dem Tag der Vereidigung des neuen Kabinetts - und dem 30. Juni nur noch in wenigen Einzelfällen Ausfuhrgenehmigungen erteilt wurden.

Für den Nato-Partner Türkei waren es fünf Genehmigungen mit einem Wert von zusammen 418.279 Euro. Zum Vergleich: In dem deutlich kürzen Zeitraum zwischen dem 1. Januar und 13. März 2018 waren noch 34 Exportgenehmigungen für die Türkei im Wert von 9,7 Millionen Euro erteilt worden. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 138 im Wert von 34,2 Millionen Euro gewesen. 2016 hatten die Exportgenehmigungen sogar noch 83,9 Millionen Euro umfasst.

Von den Exportanträgen für Saudi-Arabien bewilligte die neue Regierung nur noch einen über 28.563 Euro. In den ersten zehn Wochen des Jahres waren es noch vier Rüstungsgeschäfte über 161,8 Millionen Euro gewesen.

+++ 00.15 Uhr: Kubas Parlament segnet neue Verfassung einstimmig ab +++

Das kubanische Parlament hat am Sonntag die neue Verfassung abgesegnet, die den sozialistischen Inselstaat weiter für die Marktwirtschaft öffnen und die Rechte seiner Bürger stärken soll. Die Abgeordneten stimmten in Havanna einstimmig für die 224 Artikel der neuen Verfassung. Staatschef Miguel Díaz-Canel sprach zum Abschluss der Parlamentssitzung von einer Reform, die "die Einheit der Kubaner um die Revolution stärken" werde.

Vom 13. August, dem Geburtstag des verstorbenen Revolutionsführers Fidel Castro, bis zum 15. November soll der Verfassungstext nun vom Volk diskutiert und ihm anschließend in einem Referendum zur Abstimmung vorgelegt werden. Díaz-Canel rief die Bürger zu einer "aktiven und bewussten" Beteiligung an der Debatte auf. Jeder Kubaner dürfe dabei "frei seine Meinungen äußern und dazu beitragen, einen Verfassungstext zu erhalten, der das Heute und die Zukunft des Vaterlandes widerspiegelt".

kng/fs / DPA / AFP