HOME
+++ Ticker +++

News vom Wochenende: Komiker Selenski liegt bei Ukraine-Wahl vorne

Komiker Selenski liegt bei Ukraine-Wahl vorn +++ Grüne fordern Update-Pflicht für Smartphone-Hersteller +++ Privatermittler: Saudiarabien hackte Handy von Amazon-Chef Bezos +++ Die News vom Wochenende.

Wladimir Selenski

Präsidentschaftskandidat Wladimir Selenski bei der Stimmabgabe

DPA

Die wichtigsten Meldungen im Überblick:

  • Komiker Selenski liegt bei Ukraine-Wahl vorne (19.16 Uhr)
  • Vier Menschen in London niedergestochen (14.10 Uhr)
  • Wetter-Vorschau: Deutschland kommende Woche zweigeteilt (13.31 Uhr)
  • Schüsse bei Kommunalwahl in Türkei - zwei Tote (12.02 Uhr)
  • Schwere Proteste an Grenze zu Gazastreifen (5.40 Uhr)
  • Bürgeranwältin Caputova wird erste Präsidentin der Slowakei (0.13 Uhr)

+++ 19.16 Uhr: Ukraine-Wahl: Komiker Selenski und Staatschef Poroschenko erreichen Stichwahl +++

Der Komiker Wladimir Selenski ist einer Prognose zufolge als Sieger aus der ersten Runde der Präsidentenwahl in der Ukraine hervorgegangen. Er trete in der zweiten Runde gegen den  amtierenden Staatschef Petro Poroschenko an, teilte ein Zusammenschluss aus drei Meinungsforschungsinstituten am Sonntagabend in Kiew mit. Den Nachwahlbefragungen zufolge kam Selenski auf mehr als 30 Prozent der Stimmen und Poroschenko auf knapp 18 Prozent.

+++ 15.18 Uhr: Grüne fordern Update-Pflicht für Smartphone-Hersteller +++

Die Grünen im Bundestag machen sich dafür stark, die Hersteller von Smartphones zur Aktualisierung der Programme zu verpflichten. Verbraucher müssten "endlich davor geschützt werden, dass ihre Geräte schon nach kurzer Zeit nicht mehr zu nutzen sind, weil es keine erforderlichen Updates gibt", sagte die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt der Funke-Mediengruppe. 

"In der digitalen Welt hängt die Funktionalität vom Handy bis zum Auto nicht mehr nur von ihrer physischen Qualität, sondern mindestens genauso von der Aktualität ihrer Software ab", fügte sie hinzu. "Die Bundesregierung muss Anbieter zu einer Update-Pflicht für smarte Elektrogeräte verdonnern."

Der Spielraum dazu ergebe sich aus der am Dienstag vom EU-Parlament beschlossenen EU-Richtlinie über den Warenhandel. Demnach haben Verbraucher, die Waren mit "digitalen Elementen" kaufen, ein Recht auf Erhalt notwendiger Updates innerhalb eines Zeitraums, der "vom Verbraucher als angemessen erwartet werden kann".

+++ 14.10 Uhr: Vier Menschen in London niedergestochen +++

Ein möglicherweise geistig verwirrter Mann soll am Wochenende vier Menschen im Norden Londons niedergestochen haben. Alle Opfer waren allein unterwegs und wurden ohne Vorwarnung von hinten attackiert. Die Polizei geht davon aus, dass die Verbrechen zusammenhängen und nahm am Sonntag einen Verdächtigen fest. 

"Es gibt nichts, was auf einen Terrorangriff hindeutet", teilte die Polizei mit. Alle Opfer wurden ins Krankenhaus eingeliefert; einige hatten sehr schwere Verletzungen erlitten. Die Serie der Angriffe begann am Samstagabend, die letzte Attacke fand Sonntagvormittag statt. Die Polizei rief Zeugen auf, sich umgehend zu melden.

+++ 13.49 Uhr: Saudischer König Salman weist Trumps Golan-Entscheidung zurück +++

Der saudische König Salman hat die US-Anerkennung der Golan-Höhen als Staatsgebiet Israels zurückgewiesen. Sein Land lehne alle Maßnahmen entschieden ab, die die Souveränität Syriens berühren könnten, sagte der Monarch am Sonntag zum Auftakt des Gipfeltreffens der Arabischen Liga in Tunis. Medienberichten zufolge wollte die Liga in ihrer Gipfel-Abschlusserklärung die Golan-Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump ebenfalls kritisieren.

Saudi-Arabien zählt in der arabischen Welt zu den wichtigsten Verbündeten der USA. Trump und sein Schwiegersohne Jared Kushner pflegen enge Beziehungen zum Königshaus in Riad. 

+++ 13.31 Uhr: Deutschland beim Wetter zweigeteilt +++

Neue Zeiten - auch beim Wetter: Nach dem Start in die Sommerzeit wird es in Deutschland zum Wochenbeginn insgesamt wieder wechselhafter. Nur im Osten stehen die Chancen gut, dass sich der sonnige Frühling auch in den April hinein noch etwas hält. Wie der Deutsche Wetterdienst am Sonntag in Offenbach mitteilte, wird über Deutschland hinweg voraussichtlich eine Wettergrenze verlaufen, die kühlere Polarluft von sehr milder subtropischer Luft trennt.

Die Folge: Im Westen tummeln sich kommende Woche bei Temperaturen zwischen 7 und 14 Grad oftmals dichte Wolken, aus denen es auch regnen kann, im Osten kann sich bei Werten bis 20 Grad häufiger die Sonne durchsetzen, wie Diplom-Meteorologe Lars Kirchhübel erklärte.

Am Montag wird es den Vorhersagen zufolge vor allem über dem Süden und Südwesten teils stärker bewölkt - sonst vielfach sonnig und trocken. Die Temperaturmaxima liegen noch mal bei 13 bis 20 Grad in der Südwesthälfte und 8 bis 14 Grad im Nordosten. Am Dienstag drohen dann im Westen und Südwesten Regenschauer oder auch vereinzelt kurze Gewitter. Im Osten und Südosten bleibt es zunächst länger sonnig und trocken.

+++ 13.04 Uhr: Vodafone baut "Maschinennetz" aus +++

Vodafone will sein Maschinennetz für das Internet der Dinge weiter ausbauen und plant dafür die Errichtung von rund 2000 weiteren Mobilfunkmasten. Bis September könne das Netz dank hoher Reichweite 95 Prozent der Fläche in Deutschland versorgen - und erreiche damit auch nahezu jede Milchkanne, teilte das Unternehmen am Sonntag mit. Allerdings setzt das Netzwerk nicht auf der fünften Mobilfunkgeneration (5G) auf, sondern verwendet LTE (4G). "Die Milchkanne wurde zum Symbol hitziger 5G-Debatten", sagte Hannes Ametsreiter, Chef von Vodafone Deutschland. "Der moderne Landwirt braucht das Netz." Dabei komme es nicht auf den Namen der Technologie an. 

+++ 12.02 Uhr: Schüsse bei Kommunalwahl in Türkei - zwei Tote +++

Während der Kommunalwahl in der Türkei sind im ostanatolischen Malatya zwei Menschen erschossen worden. Die Nachrichtenagentur DHA meldete, zwei Gruppen seien am Sonntag in einem Wahllokal im Bezirk Pötürge aneinandergeraten. Einer habe daraufhin eine Pistole gezogen und zwei Menschen getötet. Der Schütze sei festgenommen worden.  

Der Chef der kleinen Oppositionspartei Saadet, Temel Karamollaoglu, schrieb auf Twitter, die Opfer seien zwei Wahlbeobachter seiner Partei. Die beiden hätten gegen eine offene Stimmabgabe protestiert und seien daraufhin getötet worden.

+++ 11.24 Uhr: Von der Leyen verteidigt Einsatz von Beratern in ihrem Ministerium +++

Kurz vor der nächsten Sitzung des Untersuchungsausschusses zur Berateraffäre im Verteidigungsministerium hat Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) Versäumnisse eingeräumt. "Es gab zu laxen Umgang mit Vergaberecht. Die Kritik nehme ich an", schrieb von der Leyen in einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag". Die grundsätzliche Entscheidung, Berater zu engagieren, hält sie aber weiter für gerechtfertigt.     

Von der Leyen rechtfertigte den Einsatz der Berater mit steigenden Gefahren im Cyberraum. Insbesondere im Feld der Digitalisierung gebe es einen hohen Modernisierungsdruck. "Wie jede andere Organisation oder Behörde" brauche da auch das Verteidigungsministerium externe Beratung und Unterstützung.

+++ 10.32 Uhr: Bericht: Bessere Bezahlung von Pflegern kostet mindest 1,4 Milliarden +++

Die von der Bundesregierung angestrebte bessere Bezahlung von Pflegekräften auf Tarifniveau würde nach einem Medienbericht jährlich zwischen 1,4 und 5,2 Milliarden Euro kosten. Das geht aus einer Studie zu den möglichen Modellen hervor, die das IGES-Institut für das Bundesgesundheitsministerium erstellt hat und die der "Bild am Sonntag" vorliegt. Die günstigste Variante wäre demnach eine nach Regionen oder Bundesländern unterschiedliche tarifliche Bezahlung mit Kosten von mindestens 1,4 Milliarden Euro. 

Bei der teuersten Variante würden alle Gehälter bundesweit einheitlich an den Tarifvertrag im öffentlichen Dienst angepasst, was jährlich rund 5,2 Milliarden Euro mehr kosten würde. Dazwischen läge dem Bericht zufolge ein bundesweiter gestaffelter Mindestlohn mit Mehrkosten von 1,5 bis 2 Milliarden Euro. Eine Pflegehilfskraft würde dann bis 2500 Euro verdienen, eine Fachkraft bis zu 3200.

+++ 8.46 Uhr: Privatermittler: Saudiarabien hackte Handy von Amazon-Chef Bezos +++

Nach der Veröffentlichung kompromittierender Handy-Nachrichten und intimer Fotos von Amazon-Chef Jeff Bezos durch eine Boulevardzeitschrift hat ein von Bezos engagierter Privatermittler Saudi-Arabien beschuldigt, das Mobiltelefon des Unternehmers gehackt zu haben, um an dessen persönliche Daten zu gelangen. Die Ermittler seiner Kanzlei und mehrere Experten seien sich sehr sicher, dass die saudiarabischen Behörden Zugriff auf Bezos Handy gehabt hätten und an private Informationen gelangt seien, schrieb der Privatdetektiv Gavin de Becker am Samstag (Ortszeit) auf der Website "The Daily Beast".

+++ 7.35 Uhr: Nordkorea wertet Angriff auf Botschaft in Madrid als "terroristischen Angriff" +++

Nordkorea hat den Überfall auf seine Botschaft in Madrid im Februar als "schweren terroristischen Angriff" bezeichnet und die Aufklärung des Vorfalls gefordert. In einer am Sonntag von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten ersten offiziellen Stellungnahme wies ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums auf eine mögliche Verwicklung der US-Bundespolizei FBI hin und rief die spanischen Behörden dazu auf, die "Terroristen und ihre Drahtzieher zur Rechenschaft zu ziehen".    

Spaniens Justiz hatte am Dienstag erstmals Details zu dem mysteriösen Vorfall in der nordkoreanischen Botschaft in Madrid veröffentlicht. Demnach waren am 22. Februar Bewaffnete in das Botschaftsgebäude eingedrungen, hatten Mitarbeiter bedrängt und Computer gestohlen.     

Später bekannte sich die Dissidenten-Gruppe Cheollima Civil Defence (CCD) zu dem Überfall, der sich nur wenige Tage vor dem jüngsten Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Vietnam ereignete. Die CCD erkärte, sie habe "gewisse Informationen von enormem möglichem Wert" an das FBI übermittelt.

+++ 7.19 Uhr: Präsidentschaftswahl in der Ukraine begonnen +++

In der Ukraine hat die Präsidentschaftswahl begonnen. In den Umfragen vor der ersten Wahlrunde lag der politisch unerfahrene Komiker Wolodimir Selenski in Führung. Auch dem amtierenden Präsidenten Petro Poroschenko und der früheren Ministerpräsidentin Julia Timoschenko werden Chancen auf den Einzug in die Stichwahl eingeräumt. Dass ein Bewerber auf Anhieb die nötige Mehrheit erreicht, gilt als unwahrscheinlich.

+++ 6.10 Uhr: Kommunalwahl beginnt in Türkei +++

In der Türkei haben zur Kommunalwahl am Sonntagmorgen die ersten Wahllokale geöffnet. Im Osten des Landes durften Bürger ab 7.00 Uhr Ortszeit wählen (6.00 Uhr MESZ) - wegen der früher einsetzenden Dunkelheit eine Stunde vor den Wählern im Westen des Landes. Schließen sollen die Wahllokale im Osten um 16.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr MESZ) und im Westen um 17.00 Uhr Ortszeit (16.00 Uhr MESZ). Erste Teilergebnisse werden noch am Abend erwartet.

 Rund 57 Millionen Wahlberechtigte wählen in 81 Provinzen die Bürgermeister, Gemeinderäte und andere lokale Amtsinhaber. Die Kommunalwahl gilt als Stimmungstest für die islamisch-konservative Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan. 

Spannend wird sie vor allem in der Hauptstadt Ankara und der Metropole Istanbul. Beide werden seit mehr als 20 Jahren von Erdogans Regierungspartei AKP beziehungsweise ihren Vorgängerparteien regiert. Eine Niederlage dort wäre ein enormer Gesichtsverlust für Erdogan, der selbst einst Bürgermeister von Istanbul war.

+++ 5.40 Uhr: Vier Tote bei Protesten an der Grenze des Gazastreifen +++

Nach den Massenprotesten im Gazastreifen gegen die israelische Besatzung sind in der Nacht zum Sonntag Raketen aus der palästinensischen Enklave auf Israel abgefeuert worden. Israelische Panzer beschossen nach Angaben der Armee daraufhin Militärposten der radikalislamischen Hamas. Bei den Demonstrationen an der Grenze waren zuvor mehrere Palästinenser getötet worden. Drei 17-Jährige und ein 20-Jähriger seien von der israelischen Armee erschossen worden, erklärte das Gesundheitsministerium der von der radikalislamischen Hamas geführten Regierung in Gaza.    

Durch den Raketenbeschuss habe es keine Opfer gegeben, erklärte die israelische Armee. Augenzeugen aus Gaza berichteten, die israelischen Panzer hätten auf Hamas-Stellungen im Zentrum des Gazastreifens und östlich von Gaza-Stadt gefeuert. Auch hier habe es keine Verluste gegeben.    

An der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel gab es am Samstag Zusammenstöße zwischen palästinensischen Demonstranten und der israelischen Armee. Israelische Soldaten setzten Tränengas ein, um die Menschen von dem schwer gesicherten Grenzzaun fernzuhalten, wie AFP-Reporter berichteten. Palästinenser warfen Steine auf israelische Soldaten und steckten Autoreifen in Brand.

+++ 4.57 Uhr: USA kürzen Hilfszahlungen für zentralamerikanische Staaten +++

Die USA haben Hilfszahlungen an drei zentralamerikanische Länder gestrichen, denen Präsident Donald Trump Untätigkeit bei der Eindämmung von Migration vorwirft. Auf Anweisung von Außenminister Mike Pompeo würden die Hilfsprogramme für El Salvador, Guatemala und Honduras aus den Haushaltsjahren 2017 und 2018 beendet, erklärte ein Sprecher des State Departements am Samstag. Aus diesen Ländern sind in den vergangenen Jahren zehntausende Menschen vor Armut und Gewalt geflohen.     

Das Haushaltsjahr 2018 endete bereits vor Monaten und das US-Außenministerium erläuterte nicht, wie viel Geld durch die Maßnahme zurückgehalten wird. In den vergangenen zwei Jahren stellten die USA 1,3 Milliarden Dollar (1,16 Milliarden Euro) Entwicklungshilfen für Zentralamerika bereit, vor allem für die drei genannten Länder. 

+++ 1.56 Uhr: Facebook-Chef Zuckerberg fordert strengere Regulierung des Internets +++ 

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat sich für eine strengere Regulierung des Internets ausgesprochen. "Wir müssen die Regeln für das Internet neu aufstellen, um das Gute zu bewahren", schrieb der Gründer des weltweit größten Online-Netzwerks in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". "Wir brauchen eine aktivere Rolle von Regierungen und Regulierungen", hieß es darin. In dem Beitrag, der auch in der "Washington Post", dem "Sunday Independent" und dem "Journal de Dimanche" veröffentlicht wurde, spricht Zuckerberg sich dafür aus, in anderen Ländern Datenschutz-Regeln einzuführen, die der umstrittenen europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ähneln. Die Gesetzgeber sollten auch einige Regeln für Fragen einführen, welche die DSGVO bisher offen lässt.    

Der Facebook-Gründer schlägt zudem Regeln für den Datentransfer zwischen Internetplattformen vor. "Daten, die mit einem Dienst geteilt werden, sollten auf einen anderen Dienst übertragen werden können", argumentiert Zuckerberg.     

Auch was die Sperrung von Inhalten angeht, fordert Zuckerberg einheitliche Regeln für mehrere Unternehmen: "Weil Menschen zahlreiche unterschiedliche Dienste nutzen, alle mit eigenen Richtlinien und Prozessen, brauchen wir einen gemeinsamen Ansatz. Eine Idee wäre, unabhängige Gremien Standards festlegen zu lassen, an deren Einhaltung Unternehmen gemessen werden."

+++ 0.49 Uhr: Große Koalition laut Umfrage wieder ohne Mehrheit +++

Die große Koalition hat einer Umfrage zufolge bundesweit keine Mehrheit mehr. Dem "Sonntagstrend" für die "Bild am Sonntag" zufolge büßte die CDU im Vergleich zur Vorwochen einen Punkt ein und kommt auf 30 Prozent. Die SPD verlor ebenfalls einen Punkt landet bei 16 Prozent. Damit sind die Grünen, die stabil bei 17 Prozent liegen, wieder die alleinige zweitstärkste politische Kraft in Deutschland.    

FDP und Linke legten beide einen Punkt zu und erreichen jeweils neun Prozent. Die AfD verlor einen Punkt und landet bei 13 Prozent. Vor einer Woche hatten die Umfrage noch eine Mehrheit für SPD und Union im Bundestag ergeben.     

Für die Erhebung fragte das Meinungsforschungsinstitut Emnid für die "Bild am Sonntag" vom 21. bis zum 27. März insgesamt 2361 Menschen, welche Partei sie wählen würden, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahlen wären.

+++ 0.13 Uhr:  Bürgeranwältin Caputova wird erste Präsidentin der Slowakei +++

Die liberale Bürgeranwältin Zuzana Caputova hat nach vorläufigen Ergebnissen die Präsidentenwahl in der Slowakei gewonnen. Nach Auszählung von rund 90 Prozent der Stimmen lag die 45-Jährige kurz nach Mitternacht in der Nacht zum Sonntag mit fast 60 Prozent klar vor dem EU-Kommissar Maros Sefcovic. Sie dankte den Wählern für ihr Vertrauen, das sie als Signal der Veränderung interpretierte. Sefcovic gratulierte ihr zu ihrem Erfolg. Das offizielle Endergebnis soll erst am Sonntagmittag bekannt gegeben werden, wie das Innenministerium in Bratislava der dpa mitteilte.

Caputova hatte bereits in den Umfragen deutlich vor Maros Sefcovic, dem von den regierenden Sozialdemokraten nominierten Vizepräsidenten der EU-Kommission, geführt. Schon im ersten Wahlgang am 16. März errang die 45-jährige Umweltaktivistin mit fast 41 Prozent einen deutlichen Vorsprung auf den 52-jährigen Diplomaten, der mit nicht ganz 19 Prozent Zweiter wurde. Der parteilose Amtsinhaber Andrej Kiska war nicht mehr angetreten.

+++ 0.07 Uhr: AfD legt eine Million Euro für mögliche Strafzahlung zurück +++

Die AfD legt nach Angaben ihres Vorsitzenden Jörg Meuthen eine Million Euro zur Seite, um für mögliche Strafzahlungen wegen dubioser Spenden aus der Schweiz gewappnet zu sein. Ein entsprechender Antrag des Bundesvorstands sei von einem Parteikonvent am Samstag in Erfurt einstimmig angenommen worden, sagte Meuthen der Deutschen Presse-Agentur. Auf die Frage, welche Gliederung der Partei im Zweifel zahlen müsse, antwortete er: "Über Verteilungsfragen ist über den Antrag hinaus gar nicht gesprochen worden."

Der AfD-Vorsitzende sagte, er könne nicht ausschließen, dass die jüngsten Berichte über die Zahlungen und Werbeaktionen für die AfD bei einigen potenziellen Wählern nicht gut angekommen seien. Meuthen, der Spitzenkandidat seiner Partei für die Europawahl im Mai ist, geht aber nach eigener Aussage nicht davon aus, dass sich das "stark auswirken wird". Der chaotische Verlauf des Brexits schade der AfD vermutlich sehr viel mehr, sagte Meuthen. Im Wahlprogramm der AfD wird ein Ausscheiden auch Deutschlands aus der EU ("Dexit") oder eine geordnete Auflösung der Union gefordert, sollte es "in angemessener Zeit" keine grundlegenden Reformen geben. 


News von Samstag, den 31. März

+++ 15.20 Uhr: England: Regierung denkt über vierte Abstimmung nach +++ 

Die britische Regierung unter Premierministerin Theresa May denkt darüber nach, ihren Brexit-Deal ein viertes Mal im Unterhaus zur Abstimmung zu stellen. Eine Verabschiedung des Austrittsabkommens mit der EU sei der "beste Weg, das Referendum umzusetzen", sagte der Parteichef von Mays Konservativen, Brandon Lewis, am Samstag der BBC.    

Das Unterhaus hatte den Deal am Vortag zwar zum dritten Mal abgelehnt - allerdings mit weniger klarer Mehrheit als zuvor. "Zumindest geht es in die richtige Richtung", sagte Lewis über die Stimmung im Parlament. Im Januar und am 12. März hatte das Unterhaus bereits gegen den Austrittsvertrag gestimmt.     Die Abgeordneten stimmten zudem bereits mehrfach gegen einen so genannten harten Brexit ohne Abkommen, konnten sich aber bisher nicht auf Alternativen zu Mays Austrittsvertrag einigen. Am Montag und am Mittwoch kommender Woche sind nun weitere Abstimmungen über Alternativvorschläge geplant.

+++ 13.54 Uhr: Drei junge Afrikaner wegen mutmaßlicher Schiffskaperung angeklagt +++

Drei junge Afrikaner, die ein Tankschiff mit Migranten an Bord auf dem Weg nach Libyen umdirigiert haben sollen, sind am Samstag in Malta angeklagt worden. Den 15-, 16- und 19-Jährigen aus Guinea und der Elfenbeinküste drohen bei einer Verurteilung wegen Terrorvorwürfen bis zu 30 Jahre Haft. Ein maltesisches Sondereinsatzkommando hatte das Schiff am Donnerstag auf offenem Meer übernommen und in den Hafen Valletta gebracht.    

Der Tanker "Elhiblu I" hatte am Dienstagabend in internationalen Gewässern vor Libyen mehr als hundert Schiffbrüchige aufgenommen, die nicht zurück in das nordafrikanische Land wollten. Die unter der Fahne von Palau fahrende "Elhiblu I" befand sich etwa sechs Seemeilen vor dem libyschen Hafen Tripolis, als sie plötzlich umsteuerte und Kurs Richtung Norden nahm. Nach der Übernahme durch die maltesische Marine und der Ankunft in Valetta wurden fünf Migranten festgenommen.

+++ 13.30 Uhr: Spanische Polizei hebt Falschgeld-Druckerei auf Teneriffa aus +++

Auf der Kanareninsel Teneriffa ist Einsatzkräften ein Schlag gegen eine Gruppe professioneller Geldfälscher gelungen. Vier verdächtige Italiener seien festgenommen worden, teilte die spanische Nationalpolizei am Samstag mit. Sie sollen in Arona im Süden der Insel 10- und 20-Euro-Banknoten von "sehr guter Qualität" hergestellt und in mehreren Ländern Europas in Umlauf gebracht haben - was ihnen monatlich einen Gewinn von etwa 7500 Euro eingebracht habe.

Den Ermittlern zufolge handelte es sich "um die aktivste Falschgeld-Druckerei Spaniens". Insgesamt wurden im Rahmen der Polizeioperation, die im Juli 2018 gestartet war, 15.500 falsche Euro sowie Drucker, Computer, Papier und Farben sichergestellt.

+++ 13.21 Uhr: Erdbeben erschreckt Menschen in Mittelgriechenland +++ 

Ein Erdbeben hat am Samstag Mittelgriechenland erschüttert und viele Menschen in Angst versetzt. Das Zentrum des Bebens lag rund 50 Kilometer östlich der Hafenstadt Patras und etwa 130 Kilometer westlich der griechischen Hauptstadt Athen. Vom Geodynamischen Institut in Athen wurde der Erdstoß mit 5,2 gemessen. Berichte über Verletzte oder schwere Schäden lagen zunächst nicht vor, berichteten übereinstimmend griechische Medien. In der Region rund um das Epizentrum seien jedoch Tausende Menschen auf die Straßen gerannt, hieß es. 

"Wir haben es stark gespürt. Verletzte gibt es wohl nicht", sagte der Arzt Giorgos Tagaris aus der Hafenstadt Patras der Deutschen Presse-Agentur etwa eine Stunde nach dem Beben.

+++ 13.03 Uhr: Ukrainischer Soldat im Osten des Landes getötet +++

Unmittelbar vor der Präsidentschaftswahl in der Ukraine sind die Kämpfe im Osten des Landes wieder aufgeflammt. Dabei kam nach Angaben der ukrainischen Armee vom Samstag ein Soldat ums Leben, vier wurden verwundet. Von Seiten der prorussischen Separatisten wurden keine Opfer gemeldet.    

Die Armeeführung sprach von einer "deutlichen Eskalation" der Lage innerhalb der vorangegangenen 24 Stunden. Die Gegner hätten schwere Waffen eingesetzt, die nach geltenden Friedensverträgen verboten seien.

+++ 12.35 Uhr: Hoch "Irmelin" verabschiedet sich - unbeständiges Wetter ab Dienstag

Die Sommerzeit kommt, das Hoch "Irmelin" verabschiedet sich: Just zur Zeitumstellung am Sonntag zieht eine Kaltfront über Deutschland. "Trotzdem wird es am Sonntag im Norden und Süden Deutschlands noch einmal sehr schön", sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Samstag in Offenbach. Nur über der Mitte Deutschlands dominierten Wolken das Geschehen am Himmel. Dort könne es regnen und vereinzelt gewittern.

Wenn die Zeiger in der Nacht zum Sonntag von 2.00 Uhr auf 3.00 Uhr vorrücken, wird es vielerorts kalt: Im Süden bildet sich bei bis zu minus 3 Grad stellenweise Frost. "Dort muss man also in der Nacht die empfindlichen Pflänzchen wieder vor Frost schützen", empfahl die DWD-Meteorologin. Tagsüber steigen die Temperaturen auf bis zu 21 Grad im Süden und nur noch 14 Grad in der Nordhälfte.

In der neuen Woche setzt sich nach Angaben des DWD unbeständigeres Wetter durch: Am Montag hängen über dem Süden und Südosten zeitweise dichte Wolkenfelder. Am Alpenrand kann es regnen, sonst bleibt es trocken. In der Südwesthälfte Deutschlands steigt das Thermometer auf bis zu 19 Grad. Im Nordosten ist es mit 8 bis 13 Grad dagegen deutlich kühler. "Und ab Dienstag ist das schöne Wetter dann endgültig vorbei", sagte die DWD-Meteorologin, "voraussichtlich für die ganze Woche."

+++ 12.26 Uhr: Französische Banken fordern Ende der Gewalt bei "Gelbwesten"-Protesten +++

Zum 20. Protestsamstag der "Gelbwesten" in Frankreich haben die Banken Randalierer aufgerufen, ihre Einrichtungen zu verschonen. Die "ungerechtfertigte Gewalt" unter anderem gegen Filialen und Geldautomaten müsse endlich aufhören, erklärte der Bankenverband am Samstag in der Zeitung "Le Monde".    

Seit Beginn der Proteste vor mehr als vier Monaten seien hunderte Einrichtungen von Banken verwüstet, geplündert oder angezündet worden, beklagte der Verband. Auch Bankangestellte seien bedroht worden. Am 16. März war eine im Erdgeschoss eines Wohnhauses gelegene Filiale der Bank Tarneaud in Paris angezündet worden, dabei wurden elf Menschen verletzt.

+++ 11.34 Uhr: Schweizerin geht nach 162-Millionen-Gewinn weiter arbeiten +++

Trotz eines Lottogewinns von 162 Millionen Euro geht eine Schweizerin laut einem Medienbericht weiter ihrem Job nach. Sie mache weiter ihre Arbeit, sagte die Frau, die anonym bleiben möchte, der Zeitung "Schweiz am Wochenende". Mit einem Einsatz von umgerechnet 22 Euro hatte die Frau im vergangenen Oktober 162 Millionen Euro in der Lotterie Euro-Millions gewonnen.

Auch ihrem Wohnort bleibe die Gewinnerin aus dem Kanton Aargau treu, obwohl sie mit einem Umzug in einen anderen Kanton Millionen hätte sparen können, schreibt die Zeitung weiter. Bund, Kanton und Gemeinde kassieren dank des Gewinns ihrer Bürgerin viel Steuergeld. Der Kanton erhalte rund 23 Millionen Franken (20,6 Millionen Euro), der Bund 21 Millionen Franken. Für die Aargauer Gemeinde fielen 11,7 bis 25,8 Millionen Franken an.

+++ 11.32 Uhr: Mindestens 17 Tote bei Überschwemmungen in Afghanistan +++ 

Bei heftigen Regenfällen und Überschwemmungen sind in Afghanistan mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. In der nördlichen Provinz Faryab wurden zehn Menschen tot aufgefunden, zwei weitere werden vermisst, wie Mitglieder des dortigen Provinzrates am Samstag mitteilten. Äcker seien verwüstet, Hunderte Häuser und Läden zerstört und rund 2000 Stück Vieh getötet worden. Die Einwohner bräuchten dringend humanitäre Hilfe. In der westlichen Provinz Herat wurden nach Angaben eines Provinzsprechers sieben Menschen getötet. Zivilschutz und Militär seien im Einsatz, um den vom Unwetter heimgesuchten Bewohnern zu helfen.

+++ 10.24 Uhr: Stegner will erneut als SPD-Bundesvize kandidieren +++

Ralf Stegner will erneut für den Posten des SPD-Bundesvize kandidieren. "Das hängt natürlich von den Gegebenheiten ab, aber zum jetzigen Zeitpunkt habe ich das vor", sagte Stegner am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Norderstedt vor Beginn des SPD-Landesparteitages . Die Wahlen zum SPD-Bundesvorstand sind noch in diesem Jahr geplant. Stegner scheidet nach zwölf Jahren aus dem Amt als schleswig-holsteinischer Landesvorsitzender aus. Auf dem Parteitag sollte am Mittag die Landtagsabgeordnete Serpil Midyatli zu Stegners Nachfolgerin gewählt werden. 

Auf Twitter machte Stegner am Samstagmorgen klar, der Verzicht auf den Landesvorsitz bedeute nicht das Ende seiner politischen Karriere: "Für die Freunde gilt und für die Gegner erst recht: Rückzug ist nicht", twitterte der 59-Jährige. "Als Fraktionsvorsitzender und Oppositionsführer im Landtag und als stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD habe ich noch einiges vor." Im Sommer will Stegner erneut für den Vorsitz der SPD-Landtagsfraktion in Kiel kandidieren.

+++ 9.59 Uhr: Zehn mutmaßliche Islamisten wegen Terrorverdachts festgenommen +++

Bei Anti-Terror-Einsätzen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg hat die Polizei zehn mutmaßliche Islamisten festgenommen. Sie sollen einen Terroranschlag geplant haben. Es bestehe der Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat, sagte ein Sprecher der federführenden Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf am Samstag. 

Es gebe jedoch keine Hinweise auf konkrete Ziele oder eine konkrete Tat, betonte er. Die Polizei prüft demnach mögliche Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS). "Wir vermuten, dass es eine Splittergruppe des IS oder Sympathisanten sind", sagte er weiter. Zuvor hatten die "Bild"-Zeitung und die "Rheinische Post" berichtet. 

Es habe Durchsuchungen in Essen, Düsseldorf, Wuppertal, Mönchengladbach, Duisburg sowie im baden-württembergischen Ulm gegeben. Die Maßnahmen hätten am Freitagmorgen begonnen und bis Samstagmorgen gedauert. "Man muss gucken, ob das gefunden wurde, was gesucht wurde", so der Sprecher. Ob Haftbefehle gegen die zehn beantragt würden, sei noch unklar. 

Unter den zehn Festgenommenen sei ein Tadschike. Über die Nationalität der anderen Verdächtigen wurde zunächst nichts bekannt. Einen Zusammenhang mit der Irrfahrt eines 19-Jährigen am Freitag in der Essener Innenstadt sahen die Ermittler nicht. Dieser war am Morgen mit seinem Wagen mit erhöhter Geschwindigkeit unterwegs, Zeugen zufolge auch in einer Fußgängerzone der Ruhrmetropole. Ein Spezialeinsatzkommando nahm den Mann schließlich fest - sein Auto hatte er da schon geparkt. Ein Zeuge hatte das Auto entdeckt und die Polizei alarmiert.

+++ 9.20 Uhr: Taliban erobern weiteren Bezirk - zahlreiche Tote +++

Nach zweitägigen Kämpfen haben die Taliban einen weiteren Bezirk der ostafghanischen Provinz Badachschan erobert. Die Islamisten seien nun in der Lage, die Provinzhauptstadt Faisabad anzugreifen, erklärten zwei Provinzräte am Samstag.

Bei den Kämpfen wurden den Angaben zufolge mindestens zwölf Mitglieder der Sicherheitskräfte getötet. Fünf weitere seien verwundet worden und fünf würden vermisst. Das Gebiet liegt östlich von Kabul nahe der pakistanischen Grenze.

Bei einem Taliban-Angriff in der Südostprovinz Sabul wurden nach offiziellen Angaben vom Samstag acht Polizisten getötet. In der Nacht zum Freitag wurden zudem mindestens 15 Polizisten bei Angriffen auf Kontrollposten in der südöstlichen Provinzhauptstadt Gasni getötet.

+++ 8.56 Uhr: New York: Hunderte Impfungen nach Masern-Ausbruch +++

Nach einem Masern-Ausbruch im US-Bundesstaat New York haben sich in dem betroffenen Landkreis innerhalb von zwei Tagen hunderte Menschen impfen lassen. Seit Mittwoch seien mehr als 500 Menschen zum Impfen gekommen, sagte Verwaltungschef Ed Day aus dem Landkreis Rockland am Freitagabend (Ortszeit) im Fernsehsender CNBC.     

Rockland County hatte den Notstand ausgerufen, nachdem dort dutzende Masern-Fälle registriert wurden. Nicht geimpfte Kinder und Jugendlich dürfen sich seither nicht an öffentlichen Plätzen aufhalten oder zur Schule gehen. Ziel ist es laut Verwaltungschef Day, dass mindestens 93 Prozent der Bevölkerung geimpft sind. 

+++ 8.06 Uhr: Japanische Schüler auf Klassenfahrt in Australien ertrunken +++ 

Auf einer Klassenfahrt nach Australien sind zwei japanische Schüler ertrunken. Die Leichen der beiden 16-Jährigen wurden nach Polizeiangaben am Samstagmorgen am Lake Mackenzie auf Fraser Island gefunden, einem beliebten Touristenziel vor der Küste des östlichen Staates Queensland. Die beiden Jungen waren am Freitagabend als vermisst gemeldet worden.    

Wie es zu dem Unglück kommen konnte, müsse noch geklärt werden, sagte ein Polizeisprecher. Touristen, die in australischen Gewässern schwimmen gehen wollten, müssten sich der Risiken und ihrer eigenen Schwimmfähigkeiten bewusst sein, warnte er.

+++ 7.57 Uhr: Ein Toter bei Zusammenstößen an Gaza-Grenze +++

Bei Protesten an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel ist ein Palästinenser getötet worden. Der 20-Jährige starb am Samstagmorgen östlich von Gaza durch Schüsse der israelischen Armee, wie das palästinensische Gesundheitsministerium mitteilte. Augenzeugen zufolge habe er sich mehr als 100 Meter vom Grenzzaun entfernt befunden, als er von den tödlichen Schüssen getroffen wurde.    

Ein Sprecher der israelischen Armee wollte sich zunächst nicht zu dem Vorfall äußern. Die radikalislamische Hamas-Bewegung hat zum ersten Jahrestag des Beginns der Proteste an der Grenze zwischen Gazastreifen und Israel zu Massenkundgebungen aufgerufen. Sie rechnet mit zehntausenden Teilnehmern. 

+++ 7.17 Uhr: Wildhüter retten Elefantenbabys nach Tagen aus Schlammgrube +++

Wildhüter haben in Thailand sechs Elefantenbabys aus einer tiefen Schlammgrube gerettet, in der die Tiere offenbar schon seit Tagen festsaßen. Die Ranger stießen auf Patrouille in einem Nationalpark östlich von Bangkok auf die verängstigten und hilflosen Elefantenkälber, wie Parkleiter Prawartsart Chantheap am Samstag berichtete.     

Als ihnen klar wurde, dass die Tiere nicht allein aus dem tiefen Schlammloch herauskommen konnten, machten sich einige der Ranger auf den Weg, um Ausrüstung zu ihrer Befreiung zu holen, die anderen blieben die Nacht über an der Grube, um auf die Kälber aufzupassen. Am nächsten Morgen begann das mittlerweile mit Hacken und Spaten ausgerüstete Team, eine Rampe für die Tiere zu bauen.     

Nach dreistündiger Arbeit konnten die schlammbedeckten Elefantenbabys die Grube schließlich über die Rampe aus eigener Kraft verlassen. "Los, los, folgt einander!" feuerten die Ranger in einem von der Parkverwaltung aufgenommenen Video die Tiere an. "Los, Kinder, los!"

+++ 6.46 Uhr: Fünf Tote bei Explosion in chinesischer Fabrik +++ 

Bei einer Explosion in einer Fabrik im Osten Chinas sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Auslöser des Unglücks sei ein Gasleck in dem Perlit-Werk in der Provinz Shandong gewesen, teilten örtliche Behörden mit. Wie genau es zu der Explosion in der Nacht zum Samstag kommen konnte, werde noch ermittelt. Behördenangaben zufolge wurde ein Mitarbeiter der Yongli-Perlitfabrik in Qingzhou festgenommen. Perlit ist ein vulkanisches Glas, dass häufig für den Gartenbau, als Isolationsmaterial oder in der Plastikproduktion verwendet wird.     

Der Vorfall ereignete sich keine zwei Wochen nach einem der schlimmsten Industrieunfälle in der Geschichte Chinas, bei dem 78 Menschen getötet wurden. In einer Chemiefabrik in der östlichen Stadt Yancheng war nach einer Explosion ein Großbrand ausgebrochen. In China kommt es immer wieder zu schweren Industrieunglücken. Sicherheitsvorschriften werden häufig nicht eingehalten.

+++ 5.34 Uhr: Klima-Demos: Konsequenzen für Schüler können unterschiedlich sein +++

Wenn Schüler während der Unterrichtszeit für mehr Klimaschutz demonstrieren, können die Konsequenzen nach Ansicht des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) bundesweit unterschiedlich sein. "Manche organisieren Projekttage, andere nehmen das Fehlen hin, wieder andere geben Verweise, lassen nachsitzen und Aufsätze schreiben", sagt der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann der Deutschen Presse-Agentur.

Bundesländer wie Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Thüringen weisen in dem Konflikt auf die bestehende Schulpflicht hin und werten eine Demo-Teilnahme als unentschuldigtes Fehlen. Lehrer können laut VBE die Schulpflicht nicht aufheben, dies obliegt den Kultusministerien der Bundesländer. Von möglichen Geldstrafen wegen Schulschwänzens hat der Vorsitzende des Bundeselternrates, Stephan Wassmuth, noch nichts gehört. 

+++ 5.05 Uhr: Sportausschuss diskutiert Doping-Skandal und Kronzeugenregelung +++

Der Sportausschuss des Bundestages wird sich auf seiner Sitzung am Mittwoch mit dem Doping-Skandal von Seefeld und Erfurt sowie den Konsequenzen daraus beschäftigen. Eingeladen wurden Günter Younger, Chefermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur, und Kai Gräber, Leiter der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Doping in München. Außerdem werden die beiden Vorstandsvorsitzenden der Nationalen Anti-Doping-Agentur, Andrea Gotzmann und Lars Mortsiefer, Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Sportbundes, und die Athletenvertreter des DOSB, Jonathan Koch und Amelie Ebert erwartet.

 Schwerpunkt der Diskussion soll das Thema Kronzeugenregelung für Doping-Whistleblower sein. "Ich erwarte von der Sitzung, dass uns die Sachverständigen ihre Sicht auf die zur Zeit intensiv diskutierte Frage darstellen, ob und wenn ja, warum das Anti-Doping-Gesetz um eine Kronzeugenregelung ergänzt werden sollte", erklärte Dagmar Freitag (SPD), die Vorsitzende des Sportausschusses. "Wenn Politik etwas verbessern kann, sollte sie es aus meiner Sicht tun."

+++ 4.16 Uhr: Nach Christchurch-Anschlag: Facebook will Regeln für Live-Vieos verschärfen +++

Facebook hat nach dem tödlichen Anschlag in Christchurch angekündigt, seine Regeln für Live-Videos zu verschärfen. Viel Menschen hätten "zurecht hinterfragt, wie Online-Plattformen wie Facebook benutzt wurden, um schreckliche Videos der Angriffs zu verbreiten", erklärte Facebook-Managerin Sheryl Sandberg am Freitag. So sollen künftig Nutzer von Facebook Live ausgeschlossen werden, die in der Vergangenheit gegen die Gemeinschaftsstandards des Netzwerkes verstoßen haben. Zudem investiert Facebook in Software, um schnell bearbeitete Versionen von Gewaltvideos oder -bildern zu erkennen.

"Als Folge des terroristischen Anschlags ergreifen wir drei Maßnahmen: Die Regeln für Facebook Live verschärfen, den Kampf gegen Hass auf seinen Plattformen verstärken und Neuseeland unterstützen", erklärte Sandberg, Nummer zwei im Facebook-Konzern.

+++ 3.02 Uhr: Trump will Grenze zu Mexiko dicht machen +++

US-Präsident Donald Trump hat einmal mehr mit einer Schließung der Grenze zu Mexiko gedroht - diesmal verbunden mit einem Ultimatum an die mexikanische Regierung. "Falls Mexiko nicht sofort jede illegale Migration in die USA über unsere südliche Grenze stoppt, werde ich die Grenze oder große Teile der Grenze nächste Woche schließen", schrieb Trump am Freitag auf Twitter. Die Wahrscheinlichkeit, dass es so kommen werde, sei "sehr groß". Dabei sei so einfach für Mexiko, illegale Migration zu verhindern, "aber sie nehmen nur unser Geld und "reden"", schrieb Trump weiter.

Mexiko müsse die sogenannten Migranten-Karawanen nach Norden aufhalten. "Wenn sie sie nicht stoppen, schließen wir die Grenze", drohte Trump. "Ich spiele keine Spiele." Die Grenzschließung könne jeglichen Handel umfassen. Mexiko habe seit Jahren einen massiven Handelsüberschuss von 100 Milliarden Dollar gegenüber den Vereinigten Staaten.

Die mexikanische Regierung will sich allerdings nicht unter Druck setzen lassen. "Mexiko handelt nicht auf der Grundlage von Drohungen", schrieb Außenminister Marcelo Ebrard auf Twitter. "Wir sind großartige Nachbarn. Dafür sprechen auch die 1,5 Millionen US-Bürger, die unser Land zu ihrem Zuhause gemacht haben, die größte Gruppe diesen Ursprungs außerhalb der USA. Für sie sind wir auch die besten Nachbarn, die man sich wünschen kann."

+++ 2.21 Uhr: Flüchtlingshilfswerk fordert neue Rettungsmission im Mittelmeer +++

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat nach dem EU-Beschluss zum Abzug der Schiffe der Mittelmeer-Mission "Sophia" neue Maßnahmen zur Rettung von Menschen aus Seenot gefordert. "Es braucht mehr Schiffe, egal, wer sie stellt - in den Gewässern zwischen Libyen und Europa, dort wo Menschen ertrinken", sagte der Vertreter von UNHCR in Deutschland, Dominik Bartsch, der "Welt am Sonntag". Die Seenotrettung sei "ein humanitärer und rechtlicher Imperativ, der in internationalen Übereinkommen festgeschrieben ist", fügte er hinzu.    

Bartsch nannte die Entscheidung der EU-Mitgliedstaaten einen "bedrückenden Rückschlag für ein Europa der Humanität". Eine Seemission ohne Schiffe "bedeutet das Meer denen zu überlassen, die Europa bekämpfen will und jene dem Meer zu überlassen, die in Europa Schutz suchen".

+++ 1.42 Uhr: Richterin untersagt Gedenkfeiern zu Putsch-Jahrestag in Brasilien +++

Kurz vor dem Jahrestag des Militärputsches in Brasilien vor 55 Jahren hat eine Richterin die umstrittenen Feierlichkeiten untersagt. Die für Sonntag geplanten Veranstaltungen in den Kasernen des südamerikanischen Landes müssten abgesagt werden, entschied Richterin Ivani Silva da Luz am Freitag. Sie verstoßen demnach gegen den Grundsatz der Rechtmäßigkeit, da sie nicht per Gesetz geregelt wurden.

Anfang der Woche hatte ein Sprecher des rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsonaro erklärt, das Verteidigungsministerium sei angewiesen worden, "angemessene Feierlichkeiten" am 31. März zu organisieren. Der Coup gegen den damaligen Präsidenten João Goulart hatte 1964 eine 21 Jahre dauernde Diktatur eingeleitet. Laut der später eingesetzten Wahrheitskommission wurden während der Militärherrschaft 434 Menschen getötet oder verschleppt.

+++ 1.19 Uhr: BDI-Präsident fordert schnelle Entscheidung beim Brexit +++

Der Präsident des Industrieverbands BDI, Dieter Kempf, hat nach dem dritten Nein des britischen Parlaments zum Brexit-Abkommen London zum Handeln aufgefordert. "Die britische Politik muss schnellstmöglich den Brexit-Prozess abschließen", sagte Kempf den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). "Diese unklare Lage trübt die Stimmung ein, vergrault Investoren, kostet Wachstum und Arbeitsplätze", sagte er. Es herrsche eine "quälende Unsicherheit" in der Wirtschaft.    

Kempf warnte vor den Folgen für deutsche Unternehmen. "Wir rechnen mit einem Rückschlag für die deutsche Wirtschaft in der Größenordnung von mindestens einem halben Prozent des Bruttoinlandsprodukts", bekräftigte der Industriepräsident. Das wären rund 17 Milliarden Euro weniger Wirtschaftskraft "allein in diesem Jahr". Er gehe davon aus, dass jedes vierte Unternehmen mit Geschäftsverbindungen ins Vereinigte Königreich im Falle eines harten Brexit Stellen streichen müsse.

+++ 0.53 Uhr: Rotes Kreuz will Hilfslieferungen nach Venezuela bringen +++ 

Angesichts der schweren politischen und wirtschaftlichen Krise in Venezuela will das Rote Kreuz Hilfslieferungen in das südamerikanische Land bringen. "Wir werden dabei helfen, die Güter ins Land zu bringen, aber unsere Regeln wie die Ablehnung von Militärinterventionen müssen respektiert werden", sagte der Präsident der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, Francesco Rocca, am Freitag in Caracas. "Wir können mindestens 650.000 Menschen mit unseren Lieferungen helfen."

Das Rote Kreuz hatte sich bislang nicht an der Verteilung von Hilfsgüter beteiligt, weil die Organisation fürchtete, politisch instrumentalisiert zu werden. Nach einer Reihe von Gesprächen in Caracas sei der Weg nun frei, sagte Rocca. Die Hilfe könne in zwei Wochen anlaufen. "In einem von Machtkämpfen zerrissenen Land hat die Menschlichkeit gesiegt", sagte er. "Das ist ein entscheidender Schritt, um die humanitäre Hilfe in Venezuela auszuweiten."

mod / DPA / AFP