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News des Tages: "Nazis raus!": Buchmesse-Auftritt von Björn Höcke eskaliert

Tumulte bei Höcke-Auftritt auf der Buchmesse +++ Rapper Gzuz auf St. Pauli festgenommen +++ Hoffenheim-Coach Nagelsmann spendet ein Prozent seines Gehalts +++ Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker.

Demonstranten rangeln bei einer Lesung und Podiumsdiskussion mit Thüringens AfD-Landes- und Fraktionschef Höcke

Demonstranten rangeln bei einer Lesung und Podiumsdiskussion mit Thüringens AfD-Landes- und Fraktionschef Höcke

Lesen Sie hier die Nachrichten des Tages:

+++ 21.32 Uhr: Küstenwache findet Schweizerin tot vor Korfu +++

Die griechische Küstenwache hat eine Schweizerin aus dem Meer vor der Insel Korfu geborgen. Die 53-Jährige war demnach am Freitag zusammen mit einem 62-jährigen Schweizer mit einem Kajak von Porto Palermo in Albanien zu einer Fahrt entlang der albanischen Küste gestartet. Nähere Angaben zur Herkunft des Schweizer Paars, etwa den Kanton, machte die Küstenwache nicht.

Starke Winde sollen die beiden ins offene Meer Richtung Korfu getrieben haben. Albanische Behörden alarmierten deshalb die griechische Küstenwache. Diese suchte mit Booten, Flugzeug und auch einem Hubschrauber nach den Vermissten. Nahe der kleinen Insel Ereikousa im Norden von Korfu wurde sie fündig. Die Frau war bewusstlos. Im Krankenhaus stellten die Ärzte dann fest, dass sie gestorben war. Der Mann überlebte und wurde ärztlich versorgt.

+++ 19.46 Uhr: Tumulte bei Höcke-Auftritt auf der Buchmesse +++

Auf der Frankfurter Buchmesse hat ein Auftritt von AfD-Rechtsaußen Björn Höcke zu tumultartigen Szenen geführt. Höcke war bei der Präsentation des Buches "Mit Linken leben" des rechsgerichteten Antaios-Verlags dabei.

Demonstranten protestierten mit Transparenten und Rufen wie "Nazis raus" gegen die Veranstaltung. Höckes Anhänger skandierten "Jeder hasst die Antifa". Die Polizei musste schlichtend eingreifen. Später wurde eine weitere Lesung von zwei Autoren der rechtsextremen "Identitären Bewegung" wegen lautstarker Proteste abgebrochen.

Der Auftritt rechtsgerichteter Verlage hat bereits vor der weltweiten Bücherschau für heftige Debatten gesorgt. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels - Organisator der Messe - hat die Zulassung der Stände mit der Meinungsfreiheit begründet und zur "aktiven Auseinandersetzung" aufgerufen.

Zu einem gewalttätigen Angriff war es am Freitag am Stand der rechtsgerichteten Wochenzeitung "Junge Freiheit" gekommen. Bei einer Lesung ging ein Zuhörer auf den Verleger des linken Trikont-Musikverlags zu und verletzte ihn mit der Faust an der Lippe.

+++ 18.55 Uhr: Tausende ukrainische Nationalisten marschieren durch Kiew +++

Nationalisten und Rechtsradikale haben in der ukrainischen Hauptstadt Kiew mit einem Marsch an die Gründung der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) vor 75 Jahren erinnert. Tausende teils vermummte Menschen marschierten mit Fackeln durch das Zentrum. Die Organisatoren des Marsches gehen von bis zu 20.000 Teilnehmern aus, die auch Feuerwerkskörper zündeten. Vereinzelt wurde der Hitlergruß gezeigt. Etwa 5000 Polizisten sicherten den Marsch. Die rechtsradikalen Parteien Swoboda (Freiheit), Prawy Sektor (Rechter Sektor) und Nazionalny Korpus (Nationalkorps) hatten zu landesweiten Märschen aufgerufen.

Die UPA wurde in der Westukraine während der deutschen Besatzung gegründet. Ihre Kämpfer nahmen 1943 ethnische Säuberungen im Gebiet Wolhynien vor. Dabei wurden Zehntausende Polen getötet.

+++ 16.59 Uhr: Lkw explodiert - 20 Tote nach Anschlag in Mogadischu +++

Bei einem Bombenanschlag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind am Samstag mehr als 20 Menschen getötet worden. Nach Angaben eines Vertreters der Sicherheitsbehörden explodierte ein mit Sprengstoff beladener Lkw an einer belebten Straße vor einem Hotel.

Ein Polizeibeamter sagte, die Rettungskräfte hätten bereits mehr als 20 Todesopfer gezählt. Zahlreiche weitere würden aber noch unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermutet.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Attentat. Für viele Anschläge in Somalia ist die islamistische Shebab-Miliz verantwortlich. Truppen der Afrikanischen Union (AU) hatten die Miliz, die gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates kämpft, 2011 aus Mogadischu vertrieben. Die bewaffneten Rebellen sind aber weiterhin in dem Land am Horn von Afrika aktiv.

+++ 16.46 Uhr: 80 prügelnde Hooligans in Hannover +++

Rund 80 Hooligans haben sich nach Angaben der Polizei am Samstag in Hannover geprügelt. Einem Sprecher zufolge gingen die radikalen Fußballfans von Eintracht Frankfurt und Hannover 96 am Nachmittag aufeinander los. Als die Polizei eintraf, flüchteten die Tatverdächtigen. Beamte konnten dennoch sieben Angehörige sowohl der hannoverschen als auch der Frankfurter Hooliganszene stellen. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs ein.

+++ 15.49 Uhr: Hertha-Protest gegen Diskriminierung - Profis und Trainer knien +++

Das Team von Fußballbundesligist Hertha BSC hat sich kollektiv dem Protest amerikanischer Sportler gegen Diskriminierung angeschlossen. Die elf Profis auf dem Platz, die Ersatzspieler, das Trainerteam um Pal Dardai und unter anderen auch Geschäftsführer Michael Preetz knieten vor dem Anpfiff der Partie gegen den FC Schalke 04 und hakten sich einander an den Armen unter. "Hertha BSC steht für Vielfalt, Toleranz und Verantwortung! Für ein Berlin, dass auch in Zukunft weltoffen ist!", kommentierte der Verein die Aktion via Twitter.


In den USA knien zahlreiche Sportler vor der amerikanischen Hymne, um unter anderem gegen Polizeigewalt und Diskriminierung zu protestieren. US-Präsident Donald Trump hatte die Athleten deshalb zuletzt mehrfach harsch kritisiert.

+++ 15.48 Uhr: Schüler in Kenia tötet in seiner Ex-Schule mehrere Menschen +++

Massaker in einer Schule in Kenia: Ein ehemaliger Schüler hat dort mit Komplizen mindestens sechs Menschen getötet und viele weitere verletzt. Der junge Mann sei in der Nacht mit zwei Bewaffneten in eine Schule in Lokichogio nahe der Grenze zum Südsudan gestürmt, sagte der örtliche Polizeichef. Der Ex-Schüler sei später festgenommen worden, die beiden Mittäter konnten entkommen. Den Ermittlungen zufolge suchte das Trio den Schulleiter und einen weiteren Schüler, mit dem es vorher Streit gegeben hatte. Als die Eindringlinge die Gesuchten nicht fanden, hätten sie willkürlich um sich geschossen und dabei fünf Jungen und einen Nachtwächter getötet. Mehr als 20 Schüler seien verletzt und mindestens zwei Mädchen vergewaltigt worden.

Der junge Mann soll der Volksgruppe der Toposa aus dem Nachbarland Südsudan angehören. Er hatte sich demnach vor dem Vorfall mit einem kenianischen Schüler der Volksgruppe der Turkana gestritten und war von der Schule suspendiert worden. Im Nordwesten Kenias kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Mitgliedern beider Volksgruppen.

+++ 15.20 Uhr: Gewalttätiger Angriff am Stand der "Jungen Freiheit" +++

Auf der Frankfurter Buchmesse ist es zu einem gewalttätigen Angriff am Stand der rechtsgerichteten Wochenzeitung "Junge Freiheit" gekommen. Eine Sprecherin der Messe bestätigte, dass am Freitag bei einer Lesung ein Zuhörer auf den Verleger des Trikont-Musikverlags zugegangen sei und ihn mit der Faust im Gesicht verletzt habe.

Trikont-Chef Achim Bergmann hatte demnach zuvor im Vorbeigehen die Lesung mit einem Kommentar begleitet. Der Angreifer sei kurzzeitig zur Feststellung seiner Personalien festgesetzt worden, berichtete die Messe weiter. Der Verleger ließ sich im Krankenhaus behandeln und erstattete Strafanzeige. Der Münchner Verlag Trikont, vor 50 Jahren als Buchverlag gegründet, widmet sich heute der Musik. Der Auftritt rechter Verlage ist dieses Jahres auf der Frankfurter Buchmesse besonders umstritten.

+++ 14.56 Uhr: Rapper Gzuz auf St. Pauli festgenommen +++

Der Rapper Gzuz von der Hamburger Band 187 Strassenbande ist im Stadtteil St. Pauli festgenommen worden. Eine Sprecherin der Polizei bestätigte einen entsprechenden Bericht des "Hamburger Abendblatts". Die Polizisten seien am Freitagabend wegen lauter Musik aus einem Auto nach St. Pauli gerufen worden. Bei der Überprüfung wurde festgestellt, dass gegen Gzuz ein Untersuchungshaftbefehl vorliege, wie die Sprecherin erläuterte. Weswegen Haftbefehl erlassen wurde, konnte sie nicht sagen.

Bereits Anfang der Woche hatte die Band auf sich aufmerksam gemacht. Wie das "Hamburger Abendblatt" berichtete, veröffentlichten die Rapper ein Video, in dem sie Hamburger Polizisten verunglimpften. Auch die Festnahme am Freitag nahm eines der Bandmitglieder auf Video auf. Im Juli war 187 Strassenbande mit "Sampler 4" vorübergehend an die Spitze der offiziellen deutschen Album-Charts geklettert.

+++ 14.00 Uhr: Rohingya-Flüchtlinge von Elefanten totgetrampelt +++

In einem Flüchtlingslager im Südosten von Bangladesch sind vier muslimische Rohingya von wilden Elefanten totgetrampelt worden. Eine Herde habe das provisorische Camp in Ukhiya im Bezirk Cox's Bazar unweit der Grenze zu Myanmar überrannt und verwüstet, teilte die Polizei mit. Drei Kinder und eine Frau kamen ums Leben, vier Menschen wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht. Die Elefanten zerstörten mehrere Hütten.

Seit August sind rund 536.000 in Myanmar lebende Rohingya über die Grenze ins muslimische Nachbarland Bangladesch geflohen. Am vorigen Mittwoch bestätigte ein Team des UN-Büros für Menschenrechte (OHCHR) in Genf, dass sie mit Gewalt vertrieben wurden. Die brutalen Übergriffe von Sicherheitskräften und Zivilisten seien systematisch, organisiert und koordiniert gewesen.

+++ 12.51 Uhr: Sonnig und warm dank "Tanja" - Goldener Oktober geht weiter +++

Viel Sonne und Temperaturen über 26 Grad: "Tanja" beschert vor allem der Mitte und dem Süden Deutschlands auch in den nächsten Tagen schönes Herbstwetter. Das Hoch mit Schwerpunkt über dem südlichen Mitteleuropa zeige zumindest kurzfristig Wirkung, sagte Meteorologe Thomas Ruppert vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Im Norden sei die Bewölkung zwar zeitweise dichter, doch auch dort bleibe es weitgehend trocken.

Örtlich bis zu 26 Grad in der Spitze erwartet der DWD am Montag am Nordrand der westlichen Mittelgebirge, auch am Sonntag sind dort bereits 25 Grad drin. Oft starte der Tag neblig, dann folge "eitel Sonnenschein". Die Nächte seien recht kühl, aber weitgehend frostfrei.

+++ 12.34 Uhr: Madrid will nur klare Antwort Kataloniens akzeptieren +++

Bei ihrem Ultimatum an die Separatisten in der Region Katalonien wird die spanische Regierung keine ausweichende oder zweideutige Antwort hinnehmen. Bei einer unklaren Aussage werde man "Maßnahmen ergreifen müssen", sagte Innenminister Juan Ignacio Zoido dem Radiosender "Cadena Cope". Madrid erwägt in der nach Unabhängigkeit strebenden Region die Anwendung von Artikel 155 der spanischen Verfassung. Dieser ermöglicht die Entmachtung einer Regionalregierung, wenn diese die Verfassung missachtet.

Ministerpräsident Mariano Rajoy hat Kataloniens Regierungschef Carles Puigdemont ultimativ aufgefordert, bis Montag um 10 Uhr die Frage zu beantworten, ob er bei seiner verwirrenden Rede am Dienstag vor dem Regionalparlament in Barcelona tatsächlich die Unabhängigkeit erklärt habe. Zudem muss Barcelona bis Donnerstag 10 Uhr die Abspaltungsbestrebungen faktisch abbrechen und zur Legalität zurückkehren.

+++ 11.48 Uhr: Russischer Raumfrachter startet verspätet zur ISS +++

Mit zwei Tagen Verspätung ist ein russischer Raumfrachter zur Internationalen Station ISS gestartet. Die Sojus-Rakete mit der Transportkapsel Progress MS-07 hob vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ab, wie die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos twitterte. Ursprünglich war der Start für Donnerstag geplant, wurde jedoch wegen technischer Probleme kurzfristig verschoben. Das Raumschiff soll in zwei Tagen am Außenposten der Menschheit andocken. Eigentlich sollte der Frachter zum ersten Mal schon nach zwei Erdumrundungen und etwa drei Stunden Flugzeit an der ISS ankommen. Roskosmos entschied sich jedoch der Agentur Tass zufolge am Morgen für die längere Variante. Bislang hatte Roskosmos bemannte wie auch unbemannte Kapseln in sechs Stunden oder in zwei Tagen zur ISS befördert.


Die Progress-Kapsel soll 2,5 Tonnen Nachschub zur ISS bringen, unter anderem Wasser, Treibstoff und Ausrüstung für Experimente. Derzeit arbeiten in dem fliegenden Labor rund 400 Kilometer über der Erde drei Amerikaner, zwei Russen und ein Italiener.

+++ 11.02 Uhr: BAMF-Mitarbeiter unter Verdacht der Spitzelei für Türkei +++

Türkische Asylbewerber verdächtigen nach offenbar Mitarbeiter deutscher Ausländerbehörden, sie an regierungsnahe Medien in ihrer Heimat verraten zu haben. In einer gemeinsamen Recherche berichten "Der Spiegel" und das ARD-Magazin "Report Mainz" von Fällen, in denen Türken kurz nach Gesprächen im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) oder in einer Ausländerbehörde in türkischen Zeitungen oder Fernsehsendern unter Nennung ihres deutschen Aufenthaltsorts als Terroristen diffamiert worden seien. In mindestens zwei Fällen ermittele die Polizei, berichtete das Nachrichtenmagazin, das zum Schutz der Betroffenen keine näheren Ortsangaben machte.

Das BAMF teilte den Medien mit, sich in diesem Jahr in 15 Fällen von freiberuflichen Dolmetschern getrennt zu haben, "vor allem aufgrund von Verletzungen der Neutralitätspflicht". Es sei allerdings kein Fall bekannt, in dem Mitarbeiter Informationen über Asylbewerber an türkische Behörden weitergegeben hätten. Grünen-Chef Cem Özdemir schlug vor, die Sicherheitsüberprüfung für Dolmetscher zu verschärfen.

+++ 10.37 Uhr: Alle syrischen IS-Kämpfer haben laut Aktivisten Raka verlassen +++

Alle syrischen Kämpfer des sogenannten Islamischen Staates haben nach Angaben von Aktivisten ihre umkämpfte Hochburg Raka im Norden Syriens verlassen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, für den Abzug der ausländischen IS-Kämpfer aus der Stadt würden derzeit die Vorkehrungen getroffen. Ein örtlicher Beamter sagte, IS-Kämpfer hätten sich dem kurdisch-arabischen Militärbündnis der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) ergeben, eine Zahl nannte er nicht.

+++ 10.27 Uhr: +++ Hoffenheim-Coach Nagelsmann spendet ein Prozent seines Gehalts +++

Julian Nagelsmann, Coach des Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim

Macht als erster Trainer bei der Initiative "Common Goal" mit: Julian Nagelsmann, Coach des Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim

Julian Nagelsmann ist als erster Trainer der Initiative "Common Goal" beigetreten und wird künftig ein Prozent seines Gehalts an soziale Projekte spenden. "Seien wir ehrlich: Das eine Prozent ist für uns alle, die wir in dieser Branche sehr gut verdienen, kein Problem", sagte der Trainer des Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim der "Süddeutschen Zeitung". Der 30-Jährige wolle sich ein Projekt in Europa oder Deutschland suchen, "wo ich direkten Kontakt zu den Menschen herstelle". "Ich glaube, dass sich die Aktion unter Profis schnell herumspricht und dass wir nach dem Schneeballprinzip bald immer mehr werden", erklärte Nagelsmann, der künftig auch "zwei, drei Trainerkollegen ansprechen" möchte, um sie von der Initiative zu überzeugen.

Der Spanier Juan Mata von Manchester United hatte die Aktion Anfang August ausgerufen. Dahinter steht die Organisation Streetfootballworld, die nach eigenen Angaben 120 Fußballprojekte für benachteiligte junge Menschen in 80 Ländern unterstützt. Neben Nagelsmann beteiligen sich aus der Bundesliga bisher die Nationalspieler Mats Hummels und Serge Gnabry sowie Dennis Aogo vom VfB Stuttgart an der Aktion. 

+++ 9.48 Uhr: In Pappfigur verliebter Pinguin ist tot +++

Wegen seiner Liebe zu einer Pappfigur wurde er berühmt, nun ist Pinguin Grape tot. Grape sei nach kurzer Krankheit gestorben, die geliebte Pappfigur an seiner Seite, teilten Vertreter des Tobu-Zoos in Saitama nördlich der japanischen Hauptstadt Tokio mit. Grape wurde 21 Jahre alt - in Menschenjahren entspricht dies etwa einem Alter von 80. Grape war von seiner früheren Partnerin Midori verlassen worden, woraufhin der Zoo dem Pinguin eine Pappversion der Zeichentrickfigur Hululu an die Seite stellte. Grape verliebte sich in die Figur und starte sie oft stundenlang an. "Wir stellten ihm die Pappfigur zur Seite, die ihm bis zu seinem Ende Kraft gab", sagten Pinguinpfleger im Zoo nach dem Tod Grapes.

Nach Bekanntwerden seines Todes strömten Trauernde in den Zoo und legten Blumen am Pinguingehege nieder. Zudem wurde ein selbstgebauter Schrein im Andenken an den Pinguin errichtet. Auch in den sozialen Netzwerken wurde des Pinguins gedacht. "Du hast die Welt verzückt und sie ein bisschen leuchtender gemacht", schrieb ein Nutzer auf Twitter.

+++ 9.24 Uhr: Nordkorea bereitet womöglich neuen Raketenstart vor +++

Nordkorea bereitet einem Medienbericht zufolge möglicherweise einen neuen Raketenstart vor. Satellitenaufnahmen zeigten, wie ballistische Raketen auf Raketenwerfern aus Hangars nahe Pjöngjang und in der Provinz Nord Phyongan herausgebracht worden seien, berichtete die südkoreanische Zeitung "Donga Ilbo" unter Berufung auf Regierungskreise.

Militärbeamte aus den USA und Südkorea befürchten dem Zeitungsbericht zufolge, dass Nordkorea Vorbereitungen für einen Abschuss von Raketen treffen könnte, welche US-Territorium erreichen können. Demnach könnte es sich um die Interkontinentalrakete Hwasong-14 handeln, die Alaska erreichen könnte. Denkbar sei auch der Abschuss einer Hwasong-12-Mittelstreckenrakete. Pjöngjang hatte im August gedroht, mit einer solchen Rakete das US-Außengebiet Guam anzugreifen. Dem Bericht zufolge ist aber auch ein Test einer Hwasong-13 möglich, die eine noch größere Reichweite hat und die US-Westküste erreichen könnte.

+++ 9.06 Uhr: Zwei Tote nach Brand in Einfamilienhaus +++

Bei einem Brand in einem Einfamilienhaus in Haßfurt in Bayern sind zwei Menschen gestorben. Die Polizei wurde am Morgen verständigt, da Rauch aus dem Dachgeschoss des Hauses drang. Aus dem stark verqualmten Haus konnte die Feuerwehr noch eine schwerverletzte Person retten. Eine Frau und ein Mann wurden tot aufgefunden. Die Todesursache sei vermutlich eine Rauchgasvergiftung, wie die Polizei mitteilte. Die Ursache des Feuers ist noch unklar.

+++ 8.20 Uhr: Zahl der Toten durch Waldbrände in Kalifornien steigt auf 33 +++

Die Zahl der Toten durch die verheerenden Waldbrände in Kalifornien ist weiter gestiegen. Nach Behördenangaben kamen durch die Feuer bislang 33 Menschen ums Leben. Örtlichen Medienberichten zufolge ist unter den Toten auch ein 14-jähriger Junge, der offenbar zu Fuß vor den Bränden fliehen wollte. Laut Feuerwehr kämpfen derzeit mehr als 9000 Feuerwehrleute gegen 17 große Brände. Durch die Flammen wurden seit dem vergangenen Sonntag bereits knapp 90.000 Hektar Land zerstört. Dem örtlichen Katastrophenschutz zufolge ist ein gibt es zwar einige Fortschritte, ein Ende der verheerenden Brände sei aber noch nicht absehbar. Sorgen bereiten den Behörden vor allem der zunehmende Wind, der die Flammen weiter anfachen dürfte. Es sind die tödlichsten Waldbrände in der Geschichte Kaliforniens.

+++ 8.04 Uhr: Außenpolitiker fordern härtere Gangart gegen Türkei +++

Angesichts der wachsenden Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei fordern Außenpolitiker mehr Härte gegen die Regierung in Ankara. Der außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, Roderich Kiesewetter, regt an, prüfen zu lassen, "ob der Clan von Präsident Erdogan Auslandsvermögen in Europa besitzt". Bei einer "drastischen Verschärfung des Konflikts" könne man es gegebenenfalls einfrieren lassen. "EU und Nato sollten Verstöße gegen die Menschenrechte eng abgestimmt auf die Agenda setzen", fordert der CDU-Politiker in der "Welt". Auch der Linke Stefan Liebich, sieht EU und Nato in der Pflicht. "Wir müssen uns dafür einsetzen, dass die EU die Vorbeitrittshilfen umgehend einstellt. Der Flüchtlings-Deal muss gekündigt werden, alle Waffenexporte sind einzustellen, die Hermes-Bürgschaften sollten komplett gestoppt werden." Zudem könne die Türkei kein vollwertiges Nato-Mitglied mehr sein.

Der Grüne Omid Nouripour hält es zwar für "zunehmend wichtiger", sich "im Rahmen der Nato und der EU in der Türkeipolitik abzustimmen". Aber: "Vielen im Westen ist nicht bewusst, was es langfristig bedeutet, wenn wir die Türkei als Ansprechpartner in der Region verlieren. Daher brauchen wir Druck und Dialog zugleich." Der SPD-Politiker Niels Annen, sagte: "Die Lage hat sich trotz unserer Bemühungen, die Dinge diplomatisch zu klären, weiter verschärft." Es bleibe notwendig, Gespräche zu führen.

+++ 4.35 Uhr: Gauland sieht keine Marktlücke für Petrys Partei +++

Die AfD-Spitze hält es für ausgeschlossen, dass sich die Partei von Frauke Petry zu einer ernsthaften Konkurrenz mausern könnte. "Ich sehe im Moment keine Marktlücke für diese Partei", sagte Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland. "Das hat schon Bernd Lucke lernen müssen - zwischen CDU, FDP und uns ist kein Platz für eine weitere Partei." Gauland sagte, Petrys Vorschlag, den inzwischen aus der AfD-Fraktion ausgetretenen Bundestagsabgeordneten Mario Mieruch als Kandidaten für das Amt des Bundstagsvizepräsidenten ins Rennen zu schicken, sei "töricht" und zeuge von "Größenwahn". Für den AfD-Kandidaten Albrecht Glaser sei das keine Gefahr. 

Petry hatte bei der Bundestagswahl am 24. September - damals noch als Chefin der AfD - in Sachsen ein Direktmandat geholt. Kurz nach der Wahl erklärte sie dann ihren Austritt aus der Partei, das Mandat behielt sie. Petry begründete den Austritt unter anderem mit einer "Radikalisierung" der AfD. Später kündigte sie die Gründung eines Bürgerforums und einer neuen Partei mit dem Namen "Die Blaue Partei" an.

+++ 2.04 Uhr: Unschuldiger US-Häftling kommt nach 23 Jahren frei +++

Nach 23 Jahren im Gefängnis ist ein unschuldig Verurteilter in den USA freigekommen. Lamonte McIntyre wurde begleitet von einem großen Medieninteresse im US-Bundesstaat Kansas freigelassen. Nach Angaben der Hilfsgruppe Injustice Watch waren die ersten Worte des 41-Jährigen: "Es ist schön draußen."

McIntyre war nach einem Doppelmord im Jahr 1994 mit nur 17 Jahren zu zwei Mal lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Urteil fußte auf den Aussagen von Zeugen, die ihre Angaben später widerriefen. Materielle Beweise konnte die Staatsanwaltschaft damals ebensowenig präsentieren wie ein mögliches Tatmotiv. Gestern erklärte die Staatsanwaltschaft, es seien Zweifel an der Identifizierung McIntyres durch die damaligen Zeugen aufgekommen. Das Gericht müsse feststellen, dass dem Verurteilten Unrecht angetan worden sei.

+++ 1.37 Uhr: Auto kracht in Straßenbahnhaltestelle - Frau stirbt in Berlin +++

Eine Frau ist an einer Straßenbahnhaltestelle in Berlin-Friedrichshain von einem Auto angefahren und tödlich verletzt worden. "Sie starb noch an der Unfallstelle", sagte ein Sprecher der Polizei. Eine zweite Frau, die ebenfalls an der Haltestelle stand, erlitt schwere Verletzungen. "Der Wagen kam am späten Freitagabend aus noch ungeklärter Ursache von der Landsberger Allee ab", sagte der Sprecher. Der Fahrer des Autos wurde von der Polizei gefasst. "Nähere Informationen gibt es zur Stunde nicht", betonte der Polizeisprecher. Die Landsberger Allee wurde gesperrt, der Straßenbahnverkehr eingestellt.

+++ 1.05 Uhr: Mehr als 600 türkische Beamte beantragten offenbar Asyl in Deutschland +++

Mehr als 600 ranghohe Staatsbeamte aus der Türkei haben seit dem Putschversuch im vergangenen Jahr Asyl in Deutschland beantragt. Das geht laut der Funke Mediengruppe aus Zahlen des Bundesinnenministeriums hervor. Demnach haben bis Mitte September dieses Jahres 250 Personen mit türkischen Diplomatenpapieren und 380 mit Dienstausweisen für hohe Staatsbeamte Asyl in der Bundesrepublik beantragt. Nach früheren Angaben des Innenministeriums haben 196 der 249 Asyl-Antragsteller mit türkischem Diplomatenpass bis Mitte September einen positiven Bescheid bekommen. Die Zahl umfasse auch Familienangehörige - also Ehepartner und Kinder.

Nach dem Putschversuch in der Türkei 2016 war die Zahl der Asylsuchenden aus dem Land merklich gestiegen. Das Thema sorgte für heftigen Ärger zwischen Deutschland und der Türkei. Die deutsch-türkischen Beziehungen sind insgesamt sehr angespannt, nicht zuletzt wegen der in der Türkei aus politischen Gründen inhaftierten Bundesbürger.

+++ 0.35 Uhr: Russland kritisiert "aggressive und drohende Rhetorik" Trumps in Iran-Konflikt +++

Moskau hat mit scharfer Kritik auf den verschärften Kurs von US-Präsident Donald Trump im Umgang mit dem Iran reagiert. Das russische Außenministerium warf dem US-Präsidenten eine "aggressive und drohende Rhetorik" vor. Diese sei "inakzeptabel". Versuche, mit solchen "Methoden" Sicherheitsprobleme zu lösen, seien zum Scheitern verurteilt.

Zuvor hatte Trump eine härtere Gangart mit Teheran und neue Sanktionen angekündigt. Einen Ausstieg aus dem 2015 vereinbarten Atomabkommen verkündete der US-Präsident zwar nicht; er drohte aber damit, die Vereinbarung zu einem späteren Zeitpunkt aufzukündigen. Außerdem kündigte Trump an, dem Atomabkommen eine abermalige Beglaubigung zu verweigern. Russland gehört zu den Unterzeichnern des Atomabkommens mit dem Iran.

+++ 0.09 Uhr: Schauspielerin Neuhauser von Weinstein-Skandal nicht überrascht +++

Die österreichische "Tatort"-Schauspielerin Adele Neuhauser hat der Skandal um sexuelle Belästigung in Hollywood nicht überrascht. "Ich frage mich eher, warum das jetzt erst spruchreif wird. Hinter vorgehaltener Hand war eh immer klar, dass es eine Besetzungscouch gibt", sagte die 58-Jährige der "Rheinischen Post". Sie selbst sei zwar nie Opfer gewesen, "aber wie viele Männer diese Situation ausgenutzt haben, weiß man". Auch so habe sie als Frau Benachteiligung erfahren, sei als Schauspielerin häufig begrenzt worden. "Zum Beispiel wegen meiner Art, meiner Stimme. Ich war immer die Taffe, die Brutale oder die vertrocknete Sekretärin", sagte sie.

In den vergangenen Tagen haben sich immer mehr Schauspielerinnen mit Vorwürfen gemeldet, der Filmmogul Harvey Weinstein habe sie sexuell belästigt oder vergewaltigt. Eine Sprecherin von Weinstein hatte die Anschuldigungen nach Bekanntwerden der ersten Vorwürfe vor gut einer Woche jedoch zurückgewiesen.

+++ 0.05 Uhr: Deutlich mehr Fahrverbote für Verkehrssünder +++

Im vergangenen Jahr sind 20 Prozent mehr Fahrverbote gegen Verkehrssünder verhängt worden als 2015. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes. 2016 sprachen Gerichte und Behörden demnach mehr als 450.000 Fahrverbote aus - im Vorjahr seien es gut 376.000 gewesen. Vier von fünf der so bestraften Verkehrssünder seien Männer, die meisten davon im Alter zwischen 25 und 44 Jahren. Ein Grund für die Zunahme der Fahrverbote, die in der Regel einen bis drei Monate dauern, wurde nicht genannt.

mad/DPA/AFP

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