HOME
+++ Ticker +++

News des Tages: Vorschlag in Indien: Protzige Hochzeiten sollen bestraft werden

Schwefelsäure-Wolke über Oberhausen +++ Österreich verklagt Airbus +++ Nach Tod von Kims Halbbruder zweite Verdächtige festgenommen +++ Venezuelas Regierung schaltet CNN ab +++ Die Nachrichten des Tages im Ticker.

Eine indische Hochzeit

Eine indische Hochzeit: Wenn es nach der Abgeordneten Ranjeet Ranjan geht, sollen protzige Gastgeber zehn Prozent der Gesamtsumme für die Hochzeiten ärmeren Familien spenden

Die Nachrichten des Tages im Überblick:

+++ 17.39 Uhr: Mindestens 50 Tote bei Anschlag auf Schrein in Pakistan +++

Nach einem Selbstmordanschlag auf einen großen Schrein liberaler Sufi-Muslime in Südpakistan ist die Zahl der Toten auf mindestens 50 gestiegen. Das sagte ein Ambulanzmitarbeiter. Auch ein Arzt am örtlichen Krankenhaus der Stadt Sehwan in der Provinz Sindh bestätigte die Zahl. Demnach wurden mehr als 100 weitere Menschen verletzt. Nach Angaben des Polizeichefs der Provinz, Allahdino Khawaja, handelte es sich um einen Selbstmordanschlag. Zu der Tat hatte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt.

+++ 17.10 Uhr: Indische Politikerin will opulente Hochzeiten verbieten +++

Opulente Hochzeiten mit Elefanten, Tänzern, Feuerwerk und Sieben-Gänge-Menü sollen nach dem Willen einer indischen Politikerin bald der Vergangenheit angehören - denn viele Inder verschulden sich für die Hochzeitsfeiern ihrer Töchter lebenslang. Die Abgeordnete Ranjeet Ranjan von der oppositionellen Kongresspartei schlug ein Gesetz vor, das eine Deckelung von Hochzeitsausgaben vorsieht. Wer mehr als 500.000 Rupien (rund 7000 Euro) ausgibt, soll zehn Prozent der Gesamtsumme für die Hochzeiten ärmerer Familien spenden. 

Viele Inder stecken ihre gesamten Ersparnisse in Hochzeiten, nicht selten werden tausende Gäste zu mehrtägigen Feierlichkeiten eingeladen. Über den von Ranjan eigenständig eingebrachten Entwurf soll am 9. März im Parlament debattiert werden, er muss aber zahlreiche Hürden überwinden, bevor er Gesetz werden könnte.

+++ 17.04 Uhr: Berlins Polizei twitterte Meldungen von 1810 +++

Auf ihrem Twitter-Kanal hat sich die Berliner Polizei kurzzeitig ins 19. Jahrhundert begeben. Die Behörde twitterte eine Stunde lang Original-Polizeimeldungen aus dem Berlin des Jahres 1810. Zum Beispiel: "Im vorigen Monat sind, durch die Wachsamkeit der Polizei-Commissarien 18 Concubinate in gesetzmäßige Ehen verwandelt worden." Und: "Ein Hausknecht der betrunken nach Hause kam, ist, wahrscheinlich vom Schlage gerührt, todt im Bette gefunden."

+++ 16.23 Uhr: Mutmaßliches Massengrab im Kosovo geöffnet +++

In der Stadt Mitrovica im Norden Kosovos ist ein mutmaßliches Massengrab geöffnet worden. Möglicherweise werde man eine nicht näher bekannte Zahl albanischer Opfer finden, die während des Krieges 1999 getötet worden seien, sagte der Präsident der Vermissten-Kommission, Prenk Djetaj, lokalen Medien bei Grabungsbeginn. Das vermutete Grab liegt auf dem Gelände einer früheren Moschee, die von Serben im Krieg zerstört worden war.

In der Stadt Mitrovica, die zwischen der serbischen Minderheit und der albanischen Mehrheit geteilt ist, werden insgesamt noch etwa 100 Menschen vermisst. 1998/99 hatten serbische Verbände bis zu 800.000 Albaner aus dem Kosovo vertrieben. Erst nach der Nato-Bombardierung Serbiens zogen sich serbische Einheiten aus dem Kosovo zurück. Seit 2008 ist das Kosovo selbstständig und von mehr als 110 Staaten anerkannt. Serbien will seine frühere Provinz, die heute fast nur noch von Albanern bewohnt wird, wieder zurückhaben.

+++ 15.57 Uhr: 39 Tote bei Autobombenanschlag in Bagdad +++

Bei einem Autobombenanschlag in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind mindestens 39 Menschen getötet worden. Das gab die Polizei bekannt. Der Anschlag wurde in der Umgebung eines belebten Marktes verübt.

+++ 15.20 Uhr: Sechs Männer nach Anzünden von Obdachlosem wegen Mordes angeklagt +++

Nach dem Anzünden eines Obdachlosen müssen sich sechs junge Männer in Berlin wegen versuchten Mordes verantworten. Wie die Berliner Staatsanwaltschaft mitteilte, reichte sie bei der Jugendkammer des Landgerichts Klage gegen die 16 bis 21 Jahre alten Männer ein. Die Beklagten sind mehrheitlich syrische Staatsbürger. Der Fall hatte wegen seiner Brutalität bundesweit für Aufsehen gesorgt. Den Männern drohen mehrjährige Freiheitsstrafen. Sie sollen in der Nach zum 25. Dezember im U-Bahnhof Schönleinstraße "mehrere brennbare Gegenstände in unmittelbarer Nähe des Kopfs" des Obdachlosen angezündet haben. Ein siebter Beteiligter wurde von der Staatsanwaltschaft wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt. Der 17-Jährige war demnach nicht an der Tat beteiligt, löschte aber auch nicht das Feuer.

+++ 15 Uhr: Italienische Polizei sprengt internationalen Drogenring +++

Die italienische Polizei hat einen internationalen Drogenring gesprengt und 68 Verdächtige festgenommen. Die mutmaßlichen Schmuggler hätten insgesamt acht Tonnen Kokain mit einem Schwarzmarktwert von 1,6 Milliarden Euro illegal von Kolumbien nach Italien bringen wollen, teilte die Behörde mit. Das Rauschgift sei auf einer Bananen-Plantage in der Nähe der kolumbianischen Hafenstadt Turbo versteckt gewesen. Als Teil der Operation "Stammer" hatte die Polizei in der toskanischen Hafenstadt Livorno zunächst 63 Kilo in Bananenkisten verstecktes pures Kokain beschlagnahmt.

+++ 13.55 Uhr: Vermisster Pinguin tot in Mannheim gefunden +++

Der aus einem Mannheimer Tierpark verschwundene Pinguin ist tot. Das Tier sei am Morgen unweit des Luisenparks leblos gefunden worden, teilte die Polizei mit. Ein Passant habe den Kadaver am Rande eines Parkplatzes entdeckt. Anhand einer Marke sei das Tier als der seit Samstag vermisste Humboldt-Pinguin erkannt worden. "Offenbar hatte sich der Täter an dieser Stelle des Tieres entledigt. Ob der Pinguin zu diesem Zeitpunkt noch lebte, ist nicht bekannt", hieß es.

"Einen schlimmeren Ausgang hätte der Vorfall um unseren verschwundenen Pinguin nicht nehmen können", sagte Parkdirektor Joachim Költzsch. "Wir alle, vor allem unsere Tierpfleger, die sich tagtäglich um das Tier gekümmert haben, sind erschüttert. Erschüttert über den Tod, aber auch erschüttert über so wenig Achtung im Umgang mit Lebewesen." Die Staatsanwaltschaft Mannheim leitete ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt ein.

+++ 13.23 Uhr: Behörde gibt Daten potenzieller Gewalttäter an DFB weiter +++

Dem Deutschen Fußball-Bund sind durch die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) die Daten von 88 potenziellen Gewalttätern zugänglich gemacht worden. Das teilte die ZIS mit. Die 88 Personen waren am vergangenen Samstag auf dem Weg zum Fußball-Bundesligaspiel von Borussia Dortmund bei Darmstadt 98 (2:1 für Darmstadt) in zwei Bussen gestoppt worden. Beamte hatten Pyrotechnik, Sturmhauben, Kampfsporthandschuhe und Wechselkleidung sichergestellt. Gegen die 88 potenziellen Gewalttäter sollen nun durch den DFB bundesweite Stadionverbote verhängt werden.

Die Daten der 88 Personen waren der ZIS durch die hessische Polizei zur Verfügung gestellt worden. "Die Zuständigkeit für die Prüfung und Verhängung eines bundesweiten Stadionverbotes in einem solchen Fall liegt regelmäßig beim DFB", erklärte am Donnerstag ZIS-Leiter Jürgen Lankes in Duisburg. Deshalb sei der DFB für die ZIS auch erster Ansprechpartner in einem solchen Fall. Borussia Dortmunds Präsident Reinhard Rauball hatte die Preisgabe der Personendaten gefordert, um gegen die 88 möglichen Gewalttäter vorgehen zu können.

+++ 12.57 Uhr: Feuerwehr kommt bei Kampf gegen Säurewolke voran +++

Die Säurewolke über Oberhausen ist nach Angaben der Feuerwehr inzwischen "weitestgehend niedergeschlagen" worden. Es werde aber noch ein bis zwei Stunden dauern, bis es gesicherte Informationen gebe, ob von dem gebrochenen Säuretank weiterhin eine Gefahr ausgehe, sagte Feuerwehrleiter Gerd Auschrat. Der geborstene Tank in einer Chemiefabrik wird nun mit Tanklastwagen geleert. Das werde noch viele Stunden dauern. Insgesamt seien rund 130 Sicherheitskräfte im Einsatz.

+++ 12.26 Uhr: Notruf abgewimmelt - 6000 Euro Strafe für Polizisten +++

Weil er bei einer Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen keine Streife geschickt hat, ist ein Notrufpolizist zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Der Beamte hatte vor dem Amtsgericht Augsburg zugegeben, den Jugendlichen bei dessen Notruf nicht ernst genommen zu haben. Der 17-Jährige wurde verprügelt und erlitt etliche Verletzungen, nachdem ihn der Polizist abgewimmelt hatte. Die Richterin verurteilte den Beamten daher wegen vorsätzlicher Körperverletzung im Amt. Er hätte einen Wagen zu den Jugendlichen schicken müssen, betonte sie. Mit seinem Verhalten habe der 53-Jährige nicht nur das Vertrauen des Anrufers in die Polizei beschädigt, es gebe auch einen "hohen Vertrauensverlust in der Öffentlichkeit".

Der Polizist hatte zunächst einen Strafbefehl erhalten und dagegen Einspruch eingelegt. Mit 100 Tagessätzen zu 60 Euro ging die Richterin im Urteil noch über den Strafbefehl hinaus. Sie hatte ebenso wie der Staatsanwalt dem Angeklagten mehrfach empfohlen, vorher den Einspruch zurückzuziehen. Dem Verteidiger ging es jedoch darum, dass das Verhalten seines Mandanten nur als fahrlässig und nicht als Vorsatz eingestuft wird. Der Polizist hat mit dem Anrufer inzwischen ein Schmerzensgeld von 500 Euro vereinbart und sich bei dem Jugendlichen entschuldigt. "Es war absolut unprofessionell", sagte er zu seinem Verhalten am Telefon.

+++ 12.11 Uhr: UN warnen vor Raupenplage in Afrika +++

Die Vereinten Nationen warnen vor der raschen Ausbreitung einer neuen Raupenplage auf ganz Afrika. Der vom amerikanischen Kontinent eingeschleppte Herbst-Heerwurm habe in kürzester Zeit bereits sieben Länder im südlichen Afrika befallen, erklärte David Phiri von der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) nach einer regionalen Krisensitzung in Simbabwes Hauptstadt Harare. "Schädlinge kennen keine Landesgrenzen." Die Kosten des Schädlingsbefalls könnten wegen drohender Ernteausfälle und der Bekämpfung der Raupen sehr hoch ausfallen. Brasilien gebe jährlich rund 600 Millionen Dollar aus, um den Herbst-Heerwurm (Spodoptera frugiperda) zu bekämpfen, so Phiri. Solche Summen könnten Länder in Afrika nicht aufbringen. "Die möglichen Konsequenzen für den Lebensunterhalt der Menschen und die Lebensmittelversorgung sind gravierend."

Der Herbst-Heerwurm befällt vor allem Mais, das wichtigste Grundnahrungsmittel der Region. In Sambia sind bereits 130 000 Hektar Mais betroffen, in Simbabwe alle zehn Provinzen, auch in Teilen Südafrikas wüten die Raupen. Der Herbst-Heerwurm gilt als einer der schlimmsten Schädlinge Nord- und Südamerikas. Forscher vermuten, dass er 2016 versehentlich mit Flugzeugen na

+++ 12.04 Uhr: Penny will Kunden mit Mehrwegtaschen zehn Cent schenken +++

Der Discounter Penny belohnt künftig Kunden, die eine Mehrwegtragetasche des Supermarkts zum Einkaufen mitbringen. Wer seine Waren in die Tragetasche aus Recyclingmaterial packt, muss zehn Cent weniger bezahlen - es gibt sie für 99 Cent in den Märkten zu kaufen. Zudem spendet die Kette weitere zehn Cent für einen guten Zweck. Einwegplastiktüten gibt es in den mehr als 2100 Filialen in Deutschland demnächst gar nicht mehr. "Bisher haben wir pro Jahr 62 Millionen Plastiktüten verkauft", sagte Penny-Marketingchef Stefan Magel einer Mitteilung zufolge in Berlin.

Auch die Supermarktketten Rewe und Real, der Discounter Lidl und der Textil-Discounter KiK haben bereits den Verzicht auf Plastiktüten beschlossen und setzen stattdessen auf Papier, Kartons und Mehrwegtaschen aus Plastik oder Stoff. Viele andere Einzelhändler verlangen für die umweltschädlichen Tragetaschen inzwischen Geld, um den Verbrauch zu reduzieren. Penny gehört zur Rewe-Gruppe und hat bereits Anfang Dezember den Ankauf von Plastiktüten gestoppt, bald dürfte der Vorrat überall aufgebraucht sein.

+++ 11.47 Uhr: Raumsonde fotografiert Saturnring +++

Die Raumsonde Cassini hat eine fast schon künstlerisch anmutende Aufnahme eines der größeren Saturn-Ringe gemacht. Der sogenannte F-Ring besteht bei näherer Betrachtung aus mehreren Strängen, wie die Nasa schreibt. Der an deutlichsten zu erkennende Strang bildet den Kern des Rings. Die weniger hellen Stränge gehören zu langen Spiralen, die sich um den Saturn winden. Das Material in den Spiralen entstand vermutlich bei einer Kollision des Kernstrangs mit einem kleinen Mond.

Cassini hat den F-Ring aus einer Distanz von 197.000 Kilometern mit einer Spezialkamera abgelichtet. Saturn ist nach Jupiter der zweitgrößte Planet unseres Sonnensystems. Der Planet liegt zwischen Jupiter und Uranus. Sein Ringsystem ist aus zahllosen Einzelringen zusammengesetzt und bestehen hauptsächlich aus reflektierenden Eispartikeln.

+++ 11.42 Uhr: Nach waghalsiger Rettungsaktion: Tesla-Chef Musk zahlt Schaden +++

Die heldenhafte Rettungsaktion eines Autofahrers auf der A9 in Bayern weckt sogar das Interesse von Tesla-Chef . Die amerikanische Autofirma werde den Wagen des Autofahrers aus Garching bei München kostenlos reparieren lassen, teilte der 45-Jährige über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Der 41 Jahre alte Autofahrer hatte am Dienstag mit einem waghalsigen Manöver ein über die A9 schlingerndes gestoppt. Dessen Fahrer hatte offensichtlich aus gesundheitlichen Gründen die Kontrolle über den Wagen verloren. Der 41-Jährige bremste das Auto aus, indem er es auf sein Elektroauto auffahren ließ. Danach leistete er dem Mann in dem anderen Auto Erste Hilfe.

+++ 11.15 Uhr: Gefährliche Schwefelsäure-Wolke über Oberhausen +++

Eine gefährliche Säurewolke zieht nach einem Zwischenfall in einem Chemiebetrieb über Teile von im Ruhrgebiet. Die Behörden warnten die Anwohner, ihre Wohnungen nicht zu verlassen und Fenster und Türen geschlossen zu halten. Ein Sprecher der Feuerwehr berichtete von einer "drückenden Wetterlage", die dafür sorge, dass sich die gefährliche Wolke in Bodennähe befinde. Aus einem Tank mit 600 Kubikmetern Fassungsvermögen war 96-prozentige Schwefelsäure ausgetreten. Dabei seien Dämpfe und eine Schwefelsäure-Wolke entstanden, teilte die Feuerwehr mit. Die Ursache für den Zwischenfall ist noch unklar. Die sichtbare Wolke habe eine Ausdehnung von mehreren Hundert Metern und ziehe in Richtung Nordost, so ein Sprecher. Die Einsatzkräfte setzten Wasserwerfer ein, um sie zu bekämpfen. Sieben oder acht Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe Oberhausen erlitten nach Angaben des Feuerwehrsprechers Reizungen der Atemwege, rund 150 Menschen sollen über ähnliche Beschwerden geklagt haben. Die Behörden sicherten den Bereich weiträumig ab. Dadurch kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. "Mehrere Hauptverkehrsadern sind gesperrt", sagte ein Polizeisprecher. Betroffen sind auch Bus- und Bahnverkehr.

+++ 10.26 Uhr: Australiens katholische Kirche zahlt Millionen an missbrauchte Kinder +++

katholische Kirche hat in den vergangenen Jahrzehnten umgerechnet mehr als 190 Millionen Euro an Opfer von sexuellem Missbrauch durch Geistliche gezahlt. Im Durchschnitt bekam jedes Opfer 91.000 australische Dollar (etwa 66.000 Euro) - meist allerdings mit vielen Jahren Verspätung. Dies wurde bei Beratungen einer Untersuchungskommission bekannt, die die Missbrauchsvorwürfe aufarbeiten soll. Insgesamt zahlte die Kirche seit 1980 etwa 276 Millionen australische Dollar aus - als Entschädigung, aber auch für ärztliche Behandlungen und Anwaltskosten.

4445 Frauen und Männer haben bislang gemeldet, dass sie als von katholischen Geistlichen missbraucht wurden. Die Dunkelziffer liegt vermutlich viel höher. In mehr als 3000 Fällen wurde Geld überwiesen. Mehrere hundert Fälle sind aber noch offen. Die Königliche Kommission wurde 2013 eingesetzt, um die Missbrauchsvorwürfe aufzuarbeiten. Nach ihren Zahlen wurden zwischen 1950 und 2015 in mehr als tausend katholischen Einrichtungen wie Kirchen, Heimen oder Internaten Kinder sexuell missbraucht. Im Durchschnitt waren die Mädchen und Jungen zum Zeitpunkt der Taten nicht einmal zwölf Jahre alt.

Katholischer Geistlicher

In Australien wurden zwischen 1950 und 2015 in mehr als tausend katholischen Einrichtungen wie Kirchen, Heimen oder Internaten Kinder sexuell missbraucht


+++ 10.17 Uhr: Kaum Chancen auf Schmerzensgeld im Implantate-Skandal +++

Im Skandal um minderwertige Brustimplantate können Frauen nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) kaum noch auf Schmerzensgeld vom Tüv Rheinland hoffen. Die Luxemburger Richter urteilten, dass Stellen wie der Tüv nicht grundsätzlich verpflichtet sind, Medizinprodukte wie Implantate selbst zu prüfen oder unangekündigte Kontrollen bei den Herstellern durchzuführen. Unter bestimmten Umständen könnten die Prüfstellen gegenüber Patienten aber haftbar sein.

Hintergrund des Verfahrens ist die Klage einer Frau vor dem Bundesgerichtshof. Sie hatte sich gesundheitsgefährdende Brustimplantate des französischen Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) entfernen lassen und fordert vom TÜV Rheinland 40.000 Euro Schmerzensgeld. Der Prüfverein hatte das Qualitätssicherungssystem von PIP zertifiziert und überwacht.

+++ 10.08 Uhr: Laut Aktivisten 24 Zivilisten bei türkischen Angriffen in Nordsyrien getötet +++

Bei türkischen Angriffen auf die nordsyrische Stadt Al-Bab sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 24 Zivilisten getötet worden. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, waren unter den Toten mindestens elf Kinder. Die türkische Armee, die mit verbündeten Rebellen seit Wochen auf die Bastion der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat vorrückt, sprach laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu von 15 getöteten "Terroristen".

+++ 79 Menschen in China an Vogelgrippe gestorben +++

Bei einem Vogelgrippe-Ausbruch in China sind im Januar 79 Menschen gestorben. Wie aus Daten der Nationalen Gesundheitsbehörde hervorgeht, lag die Zahl der Todesfälle damit so hoch wie noch nie in einem einzelnen Monat. Seit Oktober haben sich den Angaben zufolge insgesamt rund 300 Menschen mit dem Erreger H7N9 infiziert, von denen mindestes 100 ums Leben kamen. Anders als bei den derzeit in Europa grassierenden Vogelgrippe-Erregern H5N8 und H5N5 ist für den H7N9-Stamm bekannt, dass sich Menschen an infiziertem Geflügel anstecken können. Von einer Übertragung von Mensch zu Mensch wird nicht ausgegangen. Der Erreger war im März 2013 zum ersten Mal bei Menschen in China nachgewiesen worden. Seitdem kam es im Winter immer wieder zu Infektionswellen mit Todesopfern.

+++ 9.24 Uhr: Möglicherweise neue Hai-Art vor Belize entdeckt +++

Forscher haben vor der Küste von Belize offenbar eine neue Hai-Art entdeckt. Wissenschaftler der Florida International University untersuchten in dem mittelamerikanischen Land zuletzt Schaufelnasen-Hammerhaie. Sie nahmen DNA-Proben der Tiere und entdeckten erstaunlich große genetische Unterschiede zu anderen Schaufelnasen-Hammerhaien, wie die Universität kürzlich mitteilte. Es könne sich um eine neue Art handeln.

Die kleinen Schaufelnasen-Hammerhaie sind in den Gewässern vor den USA, den Bahamas, vor Lateinamerika und in der Karibik weit verbreitet. Sollte sich jetzt aber herausstellen, dass es mehrere Arten gibt, müsse geprüft werden, ob einzelne nicht doch vom Aussterben bedroht sind, teilten die Forscher mit. In den Vereinigten Staaten, Südamerika und der Karibik werden Schaufelnasen-Hammerhaie kommerziell gefischt. In Belize werden Haie nur von etwa 60 traditionellen Fischern gejagt.

+++ 8.58 Uhr: Scharfe Weltkriegsbombe 500 Kilometer durch Deutschland transportiert +++

Eine scharfe Weltkriegsbombe ist von einer Entsorgungsfirma etwa 500 Kilometer quer durch Deutschland transportiert worden. Die in einer Ladung Erdreich aus Köln versteckte Drei-Zentner-Bombe sei erst bei Siebarbeiten in einer Firma im sächsischen Neukieritzsch entdeckt und als Bombe identifiziert worden, teilte die Polizeidirektion Leipzig mit.

Während der erfolgreichen Entschärfung mussten in einem Umkreis von einem Kilometer alle Menschen evakuiert werden. Die Rede war von 600 Betroffenen, darunter zehn bettlägerige Menschen.

+++ 8.42 Uhr: 1,6 Tonnen Kokain in Booten vor Kolumbien gefunden +++

Vor Kolumbien sind 1,6 Tonnen Kokain mit einem Schwarzmarktwert von etwa 51 Millionen Euro in Booten entdeckt worden. Sechs Ecuadorianer wurden bei dem Einsatz von Militär und Polizei festgenommen, wie der kolumbianische Verteidigungsminister Luis Villegas mitteilte. Zwei Boote seien angehalten worden, weil sie auf verdächtige Weise auf dem Pazifik nahe der ecuadorianischen Grenze unterwegs gewesen seien, hieß es von der Marine. Auf jedem der Boote seien Dutzende Taschen mit der Droge gefunden worden. Villegas sprach von einem schweren Schlag gegen das organisierte Verbrechen, "darunter auch Abtrünnige der Farc" - der Guerillaorganisation, die sich im vergangenen Jahr mit der kolumbianischen Regierung auf einen Friedensvertrag geeinigt hatte.

+++8.29 Uhr: Acht Frauen und ein Kind bei Luftangriff im Jemen getötet +++

Bei einem nächtlichen Luftangriff nahe der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind acht Frauen und ein Kind getötet worden. Wie Ärzte mitteilten, wurde ein Haus im Bezirk Arhab rund 40 Kilometer nördlich der Hauptstadt attackiert, wo gerade eine Trauerfeier stattfand. Die schiitischen Huthi-Rebellen, die Sanaa sowie einen Großteil des Nordjemen kontrollieren, machten die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition für den Angriff verantwortlich. Die Allianz selbst konnte für eine Stellungnahme zunächst nicht erreicht werden. Nach Angaben von Ärzten wurden bei dem Luftangriff auch mindestens zehn Frauen verletzt.

Im Jemen wütet seit Anfang 2015 ein Bürgerkrieg zwischen den Huthi-Rebellen und den Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Seit März 2015 fliegt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe auf die Rebellen. Seitdem wurden mehr als 7400 Menschen getötet. Die UNO fordert eine Waffenruhe, damit dringend benötigte humanitäre Hilfe ins Land gelangen kann, sowie politische Gespräche über ein Ende des Konflikts.

+++ 8.07 Uhr: Österreich verklagt Airbus +++

Ein Eurofighter Typhoon der britischen Royal Air Force

Ein Eurofighter Typhoon der britischen Royal Air Force. Österreich hatte beim Airbus-Vorgänger EADS zunächst 18 Typhoon im Wert von zwei Milliarden Euro bestellt. Der Kauf ist seit Jahren von schweren Korruptionsvorwürfen begleitet.

Österreich fühlt sich beim milliardenschweren Kauf der Kampfflugzeuge Eurofighter über den Tisch gezogen. Das Verteidigungsministerium hat eine Klage in Wien gegen Airbus und Eurofighter eingebracht. Es bestätigte entsprechende Medienberichte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Es geht um den Verdacht auf arglistige und betrügerische Täuschung unter anderem beim Kaufpreis der Jets. Österreich schließt sich dem Strafverfahren als Privatbeteiligter an und verlangt Schadenersatz in Millionenhöhe. Grundlage für den Schritt seien neueste Ermittlungen der seit 2012 tätigen "Task Force Eurofighter".

+++ 7.27 Uhr: Flugzeug in USA offenbar mit Hirsch kollidiert +++

Beim Start vom internationalen Flughafen der US-Stadt Charlotte hat Medienberichten zufolge ein Flugzeug einen Hirsch erfasst. Die Maschine wurde dabei beschädigt und musste nach dem Abflug umdrehen und wieder landen, wie örtliche Medien berichteten. Keiner der 44 Passagiere und keines der 4 Crew-Mitglieder an Bord sei verletzt worden, hieß es unter Berufung auf die Fluggesellschaft American Airlines. Sie mussten den Flieger allerdings nach der Landung wegen austretenden Treibstoffs verlassen.

Die Maschine war am Mittwochmittag (Ortszeit) dabei, Richtung Gulfport im Bundesstaat Mississippi zu starten, als es zu der Kollision kam. Der Charlotte Douglas International Airport im Bundesstaat North Carolina, einer der größten Flughäfen der USA, ist von Wald, aber auch einem Zaun umgeben. Es ist noch unklar, wie der Hirsch auf die Startbahn gelangen konnte.

+++ 6.52 Uhr: Tokio sammelt Elektroschrott für Olympia-Medaillen +++

Die Regierung der japanischen Hauptstadt Tokio hat begonnen, Elektroschrott für die Fertigung der Medaillen der Olympischen Sommerspiele 2020 zu sammeln. Bei einer Veranstaltung mit Tokios Gouverneurin Yuriko Koike zum Start der Aktion rief das Olympia-Organisationskomitee die Bevölkerung auf, nicht mehr gebrauchte Smartphones, Kameras und sieben weitere Arten von digitalen Geräten zu spenden. Gebraucht werden den Angaben zufolge acht Tonnen Edelmetalle, um für die Spiele 5000 Gold-, Silber- und Bronzemedaillen herzustellen. Das entspreche mehreren Millionen Handys. Von April an soll auch im Rest des Landes gesammelt werden.

+++ 6.04 Uhr: Virus tötet Tausende Saiga-Antilopen in der Mongolei +++

Durch den Ausbruch einer Tierseuche droht die Ausrottung der ohnehin schwer gefährdeten Saiga-Antilopen in der Mongolei. Ursache ist die sogenannte Pest der kleinen Wiederkäuer (PPR), die von Vieh über das Weideland auf die Tierart übertragen worden ist. Rund 40 Prozent der ohnehin nur noch 10.000 Saigas seien diesen Winter im Westen der Mongolei bereits verendet, berichtete der örtliche Krisenstab der Landwirtschaftsorganisation (FAO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) in Ulan Bator. Betroffen wäre bei einem Aussterben der Saiga in der Region auch das mongolische Grasland, sagte FAO-Experte Bouna Diop. "Artenvielfalt und die Gesundheit eines Ökosystems gehen Hand in Hand." Wenn es keine Antilopen mehr gebe, könnten die potenziellen Auswirkungen noch über Generationen zu spüren sein.

Saiga-Antilopen kommen in zwei Unterarten nur noch in Russland, Kasachstan und der Mongolei in größeren Populationen vor. In Kasachstan hatte es 2015 ein Massensterben gegeben. Allein in einer zentralkasachischen Region starben laut Naturschutzbund (Nabu) mehr als 200.000 Tiere. Mitte 2016 grasten dort demnach nur noch 36.200 Saigas, in ganz Kasachstan gab es nur rund 108.300 Exemplare. Als Ursache galt eine von Bakterien ausgelöste Seuche, die Hämorrhagische Septikämie.

+++ 4.54 Uhr: Reicher Russe will Zarenreich auf Pazifik-Inseln wiederbeleben +++

Der russische Geschäftsmann Anton Bakow will das alte Zarenreich wiederbeleben - und zwar auf einer Inselgruppe in der Südsee. Der Millionär bietet der Regierung des Inselstaates Kiribati an, auf drei unbewohnten Pazifik-Inseln insgesamt mehr als 350 Millionen US-Dollar (etwa 330 Millionen Euro) zu investieren. Als Gegenleistung soll ein Jahrhundert nach der Oktoberrevolution von 1917 die Regentschaft der Romanows wieder eingesetzt werden.

"Mein Ziel ist, den Status der Romanow-Dynastie wiederherzustellen, der 1917 verloren gegangen ist", sagt der 51-Jährige der Nachrichtenagentur DPA. Als neuen "Zaren" will der Vorsitzende der russischen Monarchisten den deutschen Adligen Prinz Karl Emich zu Leiningen einsetzen, einen entfernten Verwandten von Zar Alexander II. Die Regierung von Kiribati prüft das Angebot gerade.

+++ 4.20 Uhr: AfD-Politiker rügen Poggenburgs Äußerung über "Volkskörper" +++

AfD-Vorstandsmitglied André Poggenburg ist mit seiner extremen Ausdrucksweise in der Partei angeeckt, ein Rauswurf aus der AfD droht ihm aber nicht. Poggenburg hatte am 3. Februar im Landtag von Sachsen-Anhalt die anderen Abgeordneten aufgefordert, sich an Maßnahmen gegen Linksextreme zu beteiligen, "um diese Wucherung am deutschen Volkskörper endgültig loszuwerden". Dieser Redebeitrag werde Folgen haben, hieß es jetzt aus dem Bundesvorstand der rechtspopulistischen Partei. Der Vorstand denke aber nicht darüber nach, ein Parteiausschlussverfahren gegen Poggenburg einzuleiten. Der Parteivorsitzende Jörg Meuthen sagte der Deutschen Presse-Agentur, Poggenburgs Äußerung im Landtag sei "äußerst unangemessen, aber kein Grund für Ordnungsmaßnahmen".

Der AfD-Vorstand hatte am vergangenen Montag wegen einer umstrittenen Rede des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke beschlossen, dessen Ausschluss aus der Partei zu betreiben. Poggenburg und drei weitere Vorstandsmitglieder stimmten gegen den Ausschluss, der unter anderem von Parteichefin Frauke Petry und Beisitzerin Alice Weidel befürwortet wurde. Poggenburg und Höcke gehören beide dem rechtsnationalen "Flügel" der AfD an. Über Höckes Rauswurf muss erst noch ein AfD-Schiedsgericht befinden. 

+++ 4.11 Uhr: Bundespolizisten nehmen 33 Kaninchen in "Schutzgewahrsam" +++

Polizeischutz für 33 Kaninchen im Saarland: Beamte der Bundespolizei Bexbach haben sich um die putzigen Tiere gekümmert, weil deren Besitzer in Untersuchungshaft musste. Der 26-Jährige war vergangene Woche bei einer Kontrolle in Saarbrücken festgenommen worden, wie die Bundespolizei mitteilte. Gegen ihn lag ein Untersuchungshaftbefehl wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung vor. Vor einer Haftrichterin gab er an, dass er bei einer Inhaftierung seine Kaninchen nicht mehr versorgen könne.

Die Richterin bat die anwesenden Bundespolizisten, sich um die Kaninchen zu kümmern, wie es in der Mitteilung hieß. Bei einem "Polizeieinsatz" wurden zunächst 23 Kaninchen aus einem Stall eingefangen und in ein Tierheim gebracht. Die übrigen zehn Tiere wurden dann in der Wohnung des 26-jährigen in Gewahrsam genommen. 

+++ 3.51 Uhr: Nach Tod von Kims Halbbruder zweite Verdächtige festgenommen +++

Nach dem rätselhaften Tod des ältesten Halbbruders von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Malaysia hat die Polizei eine zweite Verdächtige festgenommen. Das berichteten die malaysischen Medien. Schon am Vortag war eine 28-Jährige im Zusammenhang mit dem Tod von Kim Jong Nam (45) festgesetzt worden. Der Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers war auf dem Flughafen von Kuala Lumpur angegriffen worden, als er nach China fliegen wollte. Auf dem Weg ins Krankenhaus starb er. Südkorea beschuldigt das Regime in Pjöngjang, dahinter zu stecken.

+++ 3.30 Uhr: Buschbrände bedrohen neuseeländische Stadt Christchurch +++

Schwere Buschbrände in Neuseeland haben hunderte Einwohner der Stadt Christchurch zum Verlassen ihrer Häuser gezwungen. Mindestens elf Häuser brannte nieder, wie die Behörden mitteilten. Nach Angaben des Stadtrates wurden östlich von Christchurch mehr als 1800 Hektar Land zerstört. Rund tausend Einwohner wurden in Sicherheit gebracht.

Der Zivilschutz erklärte am Mittwochabend den Notstand für die Stadt auf der Südinsel, nachdem sich zwei seit Tagen brennende Feuer zu einer großen Feuerfront vereinigt hatten. Wegen der dicken Rauchwolken riet die Behörde Menschen mit Atemwegsproblemen zu Hause zu bleiben. Insgesamt unterstützten 14 Hubschrauber und drei Flugzeuge die Löscharbeiten von rund 200 Feuerwehrleuten. Am Dienstag war beim Absturz eines Löschhubschraubers ein Pilot ums Leben gekommen.

+++ 1.33 Uhr: Venezuelas Regierung schaltet CNN ab +++

Im Streit um einen Bericht über verkaufte Pässe hat die venezolanische Regierung die vorläufige Abschaltung des US-Fernsehsenders CNN verfügt. Außenministerin Delcy Rodríguez warf CNN eine "Kriegsoperation" vor, zuvor hatte Präsident Nicolás Maduro den Sender beschuldigt, gegen seine sozialistische Regierung zu konspirieren. CNN hatte berichtet, dass Venezuela gerade im Mittleren Osten seit Jahren Pässe und Visa für mehrere Tausend US-Dollar verkauft, möglicherweise auch an Terrorverdächtige und Drogenhändler. Das Land pflegt gute Kontakte zum Iran, einige Politiker sollen enge Verbindungen zur Hisbollah-Miliz unterhalten. CNN beruft sich bei seinen Recherchen unter anderem auf einen früheren Botschaftsmitarbeiter im Irak. Mit einen Pass Venezuelas kann man in über 130 Ländern visafrei einreisen. Die Regierung des Landes weist solche Vorwürfe zurück. Der Informant, der in Spanien lebt, sagte, er fühle sich stark bedroht.

Auch das Verhältnis zur US-Regierung von Präsident Donald Trump hatte sich nach anfänglicher Hoffnung auf ein "Tauwetter" deutlich eingetrübt. Die USA hatten am Dienstag Vizepräsident Tareck El Aisami auf eine Liste mit Personen gesetzt, deren Vermögen eingefroren werden und mit denen niemand aus den USA mehr Handel treiben darf. Nach Auffassung der US-Regierung kontrolliert er Drogenrouten nach Mexiko und in die USA. Er sprach von einer "infamen Aggression."

+++ 0.05 Uhr: Schildkröte "Lonesome George" kehrt einbalsamiert heim nach Galapágos +++

Fast fünf Jahre nach ihrem Tod kehrt die weltberühmte Riesenschildkröte "Lonesome George" einbalsamiert zurück in ihre Heimat, auf die Galapágos-Insel Santa Cruz. Wie das ecuadorianische Umweltministerium in Quito mitteilte, werde "George" am Freitag zurückkehren und vom 23. Februar an dort ausgestellt. Das Tier soll rund 90 Jahre alt geworden und der letzte Vertreter seiner Art gewesen sein - auf den Galapágos-Inseln leben noch rund 45.000 bis 50.000 zum Teil weltweit einmalige Schildkröten. Der einsame George war 1971 auf den Inseln vor Ecuador entdeckt worden. Für die Umwelt- und Artenschutzbewegung weltweit wurde er zur Ikone.

Nach dem Tod war das 75 Kilogramm schwere und 1,5 Meter lange Tier aufwendig präpariert und im Naturkundemuseum in New York ausgestellt worden. Paarungsversuche von "George" mit Weibchen einer verwandten Unterart waren immer wieder gescheitert. "Lonesome George" war am 24. Juni 2012 vermutlich an Herzversagen gestorben.

mad / DPA / AFP